COVID-19: Alles außer gewöhnlich

Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus verlaufen und äußern sich ähnlich wie eine Virusgrippe. Lesen Sie hier Wissenswertes zum Verlauf einer COVID-19-Erkrankung, zu den Auswirkungen auf die Organe und zu den Besonderheiten bei Kindern und Schwangeren.

Auf einen Blick

  • Für eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus ist jeder Mensch anfällig, der noch nicht von COVID-19 betroffen war. 
  • Häufig treten Folgeerkrankungen der Atemwege auf. Möglich sind aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden und Erkrankungen des Nervensystems.
  • Im Vergleich zu Erwachsenen zeigen Kinder und Jugendliche mit COVID-19 häufiger keine oder wenig ausgeprägte Symptome. 
  • Schwangere, die sich anstecken, haben vergleichsweise seltener Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen.
  • Etwa 7 Prozent der von COVID-19 Betroffenen werden in ein Krankenhaus eingeliefert; ein Teil davon muss auf der Intensivstation behandelt werden.
  • Bei Symptomen wie Fieber oder dem Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns sollte man eine Hausärztin oder einen Hausarzt kontaktieren. Tritt akut Atemnot auf, gilt es, den Notarzt zu rufen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

COVID-19: Eine Mutter kniet draußen auf dem Gehweg vor ihrer kleinen Tochter. Die Mutter trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung und setzt ihrer Tochter eine Alltagsmaske auf. Beide wirken entspannt und fröhlich.

Was macht COVID-19 besonders?

Für COVID-19 gibt es bisher – anders als etwa bei einer Grippe – keine Grundimmunität in der Bevölkerung. Das heißt, für eine COVID-19-Infektion ist jeder Mensch anfällig, der noch nicht daran erkrankt ist. Das Virus kann sich deshalb ungehindert ausbreiten.

Bei einer Grippe dagegen haben praktisch alle Menschen ab 18 Jahren eine Infektion hinter sich.

Um zu verhindern, dass sich COVID-19 ungehindert in der gesamten Bevölkerung ausbreitet, ist es wichtig, bei Erkrankungssymptomen wie Fieber oder dem Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns eine Ärztin oder einen Arzt zu kontaktieren. Bei atemwegsbezogenen Symptomen wie Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen sollte man sich häuslich isolieren.

Worin unterscheiden sich COVID-19 und Grippe?

Während man bei einer Grippe mit einem typischen Verlauf schon 1 bis 2 Tage nach der Infektion merkt, dass man krank ist, kann das bei COVID-19 zwischen 2 und 14 Tagen dauern. Bei beiden Erkrankungen kann das Virus auch schon vor dem Auftreten der ersten Symptome übertragen werden. Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit ist bei COVID-19 mit bis zu 10 Tagen nach dem Auftreten der ersten Symptome jedoch etwa doppelt so lang wie bei einer Grippe.

Im Vergleich mit der saisonal auftretenden Grippe sind schwere Verläufe bei COVID-19 häufiger und die Sterblichkeit ist höher als bei einer Grippe. Bei beiden Erkrankungen sind vor allem ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen von einem schweren Verlauf betroffen, bei einer Grippe zusätzlich auch Kinder und Schwangere.

COVID-19: Welche Organe können betroffen sein?

Häufig treten bei einer COVID-19-Erkrankung Infektionen der Atemwege auf. Bei manchen Betroffenen entwickelt sich daraus eine Lungenentzündung. Neben den Atemwegen können auch andere Organe von der Infektion betroffen sein.

Zu den möglichen Erkrankungen anderer Organe zählen:

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: Vor allem bei schweren Infektionen der Atemwege können Entzündungen des Herzmuskels, Herzschwäche, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen auftreten. Bei einem schweren Verlauf besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel und Embolien.
  • Erkrankungen des Nervensystems: Symptome wie Kopfschmerzen und Schwindel deuten darauf hin, dass eine SARS-CoV-2-Infektion auch das Nervensystem betrifft. Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, des Gehirns oder der Hirnhaut sind möglich.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfälle sind typische Magen-Darm-Symptome, die Ärztinnen und Ärzte im Zusammenhang mit COVID-19 feststellen. 
  • Nierenerkrankungen: Insbesondere bei Patientinnen und Patienten, die beatmet werden müssen, kann es zu akutem Nierenversagen kommen. 
  • Erkrankungen der Haut: Im Zuge der Infektion können sich auf der Haut juckende Ausschläge, Bläschen, Knötchen und Rötungen bilden. Auch Hautveränderungen, die einer Nesselsucht oder Frostbeulen ähneln, sind möglich.

Zusätzlich können, vor allem bei den schwer erkrankten Patientinnen und Patienten, Komplikationen auftreten wie sehr starke Entzündungsreaktionen und weitere Infektionen, zum Beispiel mit Bakterien.

COVID-19 bei Kindern: Was ist anders?

Bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 zeigen Kinder und Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen häufiger keine oder nur mild ausgeprägte Symptome.

Kinder, die erkranken, haben oft Fieber, eine Infektion der Atemwege und häufiger als Erwachsene Magen-Darm-Symptome wie Durchfall und Erbrechen. Auch wird berichtet, dass manche der betroffenen Kinder Hautausschlag haben.

Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, zeigen in den meisten Fällen keine Krankheitszeichen. Ob sich das Virus über die Muttermilch überträgt, ist noch unklar. Aktuell verfügbare Daten deuten aber darauf hin, dass Muttermilch keine Übertragungsquelle ist.

Welche Besonderheiten gibt es in der Schwangerschaft?

Wie Studien bisher zeigen, entwickeln Schwangere bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus vergleichsweise seltener Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen.

Wie sich eine Infektion der Mutter auf das Ungeborene genau auswirkt, lässt sich bisher nicht sagen. Allgemein kann hohes Fieber im ersten Schwangerschaftsdrittel aber das Risiko von Komplikationen erhöhen.

Liegt eine Vorerkrankung wie Bluthochdruck oder Diabetes vor oder bestehen andere Risikofaktoren, kann dies auch einen schweren Verlauf zur Folge haben. Da sowohl Schwangerschaft als auch COVID-19 häufiger zur Bildung von Blutgerinnseln führen, können vorbeugende Maßnahmen in Einzelfällen sinnvoll sein.

Wie lange bleibt man bei COVID-19 im Krankenhaus?

Von den in Deutschland registrierten Patientinnen und Patienten mit COVID-19 werden etwa 7 Prozent in ein Krankenhaus eingeliefert. Von diesen benötigen wiederum schätzungsweise 14 Prozent eine intensivmedizinische Behandlung. Dabei ist der Anteil an Männern deutlich größer als der von Frauen. Zudem liegt die Sterblichkeit bei beatmeten Patientinnen und Patienten deutlich höher als bei nicht beatmeten.

COVID-19-Patientinnen und -Patienten, die eine Intensivbehandlung benötigen, bleiben etwa 16 Tage im Krankenhaus. Patientinnen und Patienten ohne Intensivbehandlung oder Beatmung liegen durchschnittlich 7 Tage lang im Krankenhaus.

Was sollte man bei Verdacht auf COVID-19 tun?

Wenn Sie Fieber haben oder den Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns bemerken, sollten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren. 

Wenn Sie in der Praxis niemanden erreichen oder die Praxis geschlossen ist, rufen Sie am besten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 an. Hier erhalten Sie eine entsprechende Beratung, was Sie als Nächstes tun sollen. Es empfiehlt sich generell, den ärztlichen Anweisungen zu folgen.

Bei Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen sollten Sie zu Hause bleiben und sich für mindestens 5 Tage isolieren. Beenden Sie die häusliche Quarantäne erst nach weiteren 2 Tagen ohne Symptome.

In Notfällen, etwa bei sehr hohem Fieber über 40 Grad Celsius oder bei akuter Atemnot, wählen Sie den Notruf unter 112.

In Notfällen, etwa bei sehr hohem Fieber über 40 Grad Celsius oder bei akuter Atemnot, wählen Sie den Notruf unter 112.

Auch sobald Sie von Verdachtsfällen in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis oder im beruflichen Umfeld wissen und direkten Kontakt mit infizierten Personen hatten, sollten Sie sich telefonisch bei den genannten Stellen erkundigen, was weiter zu tun ist. In der Zwischenzeit sollten Sie so viel wie möglich von zu Hause aus arbeiten, nur für wichtige Termine aus dem Haus gehen, so wenig sozialen Kontakt wie möglich haben und die Abstands- und Hygieneregeln einhalten.

Wichtig zu wissen: Gehen Sie nicht unangekündigt in eine Arztpraxis. So schützen Sie im Falle einer Infektion Ihre Mitmenschen.

Hilfreiche Handlungsempfehlungen können Sie auch der Orientierungshilfe für Bürgerinnen und Bürger des Robert Koch-Instituts entnehmen: COVID-19: Bin ich betroffen und was ist zu tun?

Weitere Informationen

Informationen rund um COVID-19, unter anderem zum Verdacht auf eine Infektion, bietet infektionsschutz.de – ein Service der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. 

Das Robert Koch-Institut informiert ausführlich über Testkriterien für die Herbst- und Wintersaison. 

Sie möchten digitale Hilfe bei der Einschätzung, ob Sie sich vielleicht infiziert haben? Die CovApp ist eine Software, die von der Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammen mit Data4Life entwickelt wurde. 

Auch der COVID-Guide kann bei der Einschätzung helfen.

In Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI). Stand:

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