WEBVTT

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00:00:10.000 --> 00:00:16.000
Typ-2-Diabetes bildet zusammen mit Typ-1-Diabetes,

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00:00:16.000 --> 00:00:21.000
Schwangerschaftsdiabetes und einigen weniger bekannten

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00:00:21.000 --> 00:00:26.000
Diabetes-Typen eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen,

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00:00:26.000 --> 00:00:31.000
die als Diabetes mellitus bezeichnet wird.

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00:00:31.000 --> 00:00:36.000
Die Entwicklung von Typ-2-Diabetes ist schleichend

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00:00:36.000 --> 00:00:39.000
und kann lange symptomfrei verlaufen.

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00:00:39.000 --> 00:00:42.000
Treten schließlich Symptome auf,

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00:00:42.000 --> 00:00:47.000
sind das jedoch die gleichen, wie beim Typ-1-Diabetes:

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00:00:47.000 --> 00:00:50.000
• ein starkes Durstgefühl

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00:00:50.000 --> 00:00:52.000
• häufiges Wasserlassen

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00:00:52.000 --> 00:00:55.000
• Müdigkeit und Antriebsschwäche

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00:00:55.000 --> 00:00:57.000
• Übelkeit

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00:00:57.000 --> 00:00:59.000
• und Schwindel.

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00:00:59.000 --> 00:01:05.000
Wie der Typ-1-Diabetes, betrifft der Typ-2-Diabetes

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00:01:05.000 --> 00:01:08.000
ebenfalls den Zuckerstoffwechsel:

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00:01:09.000 --> 00:01:15.000
Körperzellen beziehen ihre Energie hauptsächlich aus Zucker,

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00:01:15.000 --> 00:01:20.000
genauer Glukose, die sie aus dem Blut aufnehmen.

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00:01:20.000 --> 00:01:24.000
Für die Phasen zwischen Mahlzeiten

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00:01:24.000 --> 00:01:26.000
hat der Körper auch Glukosespeicher,

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00:01:26.000 --> 00:01:30.000
die langsam Zucker ins Blut freisetzen,

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00:01:30.000 --> 00:01:33.000
wenn dort nicht mehr genug vorhanden ist.

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00:01:33.000 --> 00:01:38.000
So bleibt der Blutzuckerspiegel im Normalfall

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00:01:38.000 --> 00:01:42.000
in einem bestimmten Rahmen - er steigt längerfristig

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00:01:42.000 --> 00:01:46.000
nicht zu hoch und sinkt nicht zu tief.

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00:01:46.000 --> 00:01:52.000
Eine zentrale Rolle spielt das Hormon Insulin.

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00:01:52.000 --> 00:01:56.000
Es ist ein Botenstoff, der von der Bauchspeicheldrüse

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00:01:56.000 --> 00:01:59.000
ins Blut freigesetzt wird.

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00:02:00.000 --> 00:02:05.000
Insulin veranlasst Körperzellen dazu,

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00:02:05.000 --> 00:02:10.000
verstärkt Zucker aufzunehmen und Glukosereserven aufzufüllen

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00:02:10.000 --> 00:02:16.000
und reguliert noch weitere Stoffwechselvorgänge.

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00:02:16.000 --> 00:02:21.000
Beim Typ-2-Diabetes verlieren Körperzellen allmählich

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00:02:21.000 --> 00:02:25.000
ihre Fähigkeit, auf Insulin zu reagieren.

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00:02:25.000 --> 00:02:30.000
Sie entwickeln eine sogenannte Insulinresistenz.

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00:02:30.000 --> 00:02:33.000
Daher nehmen sie nicht mehr ausreichend

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00:02:33.000 --> 00:02:35.000
Glukose aus dem Blut auf.

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00:02:35.000 --> 00:02:40.000
Um das auszugleichen, schüttet der Körper

35
00:02:40.000 --> 00:02:43.000
immer mehr Insulin aus.

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00:02:43.000 --> 00:02:47.000
Mit der Zeit reicht aber auch das nicht mehr vollständig aus.

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00:02:47.000 --> 00:02:51.000
In extremen Fällen kann die so auf Hochtouren

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00:02:51.000 --> 00:02:54.000
arbeitenden Bauchspeicheldrüse

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00:02:54.000 --> 00:02:57.000
ihre Leistung nicht länger aufrechterhalten

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00:02:57.000 --> 00:03:00.000
und ihre Insulinproduktion geht zurück.

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00:03:00.000 --> 00:03:07.000
Schließlich kann es zu einem echten Insulinmangel kommen.

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00:03:07.000 --> 00:03:11.000
Weil Zellen Glukose nur noch schlecht aus dem Blut aufnehmen, 

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00:03:11.000 --> 00:03:17.000
ist nach einer Mahlzeit lange zu viel Zucker im Blut.

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00:03:18.000 --> 00:03:24.000
Längerfristig ist Überzuckerung schädlich für die Gefäße

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00:03:24.000 --> 00:03:27.000
und somit für viele Organe und Nerven.

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00:03:27.000 --> 00:03:31.000
Da die Krankheit lange unbemerkt verlaufen,

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00:03:31.000 --> 00:03:33.000
aber schon Schäden anrichten kann,

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00:03:33.000 --> 00:03:35.000
sind daher häufige Folgeerkrankungen:

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00:03:35.000 --> 00:03:40.000
• Durchblutungsstörungen wie ein Diabetischer Fuß

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00:03:40.000 --> 00:03:44.000
• Nervenschäden wie die Diabetische (Poly)Neurophatie

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00:03:44.000 --> 00:03:47.000
• Schäden an der Netzhaut des Auges,

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00:03:47.000 --> 00:03:51.000
die sogenannte Diabetische Retinopathie.

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00:03:51.000 --> 00:03:55.000
Das Risiko für Diabetes-Typ-2

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00:03:55.000 --> 00:03:59.000
steigt mit Übergewicht und Bewegungsmangel.


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00:03:59.000 --> 00:04:01.000
Weil Typ-2-Diabetes mit steigendem Alter

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00:04:01.000 --> 00:04:05.000
wahrscheinlicher wird, heißt er deshalb umgangssprachlich

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00:04:05.000 --> 00:04:07.000
Altersdiabetes.

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00:04:07.000 --> 00:04:12.000
Eine erbliche Komponente kann ebenfalls eine Rolle spielen.

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00:04:12.000 --> 00:04:15.000
Betroffene können häufig schon durch:

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00:04:15.000 --> 00:04:17.000
• Umstellungen der Ernährung

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00:04:17.000 --> 00:04:19.000
• und mehr Bewegung

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00:04:19.000 --> 00:04:20.000
eine Besserung erreichen.

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00:04:20.000 --> 00:04:24.000
Reicht das nicht aus, gibt es die Möglichkeit,

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00:04:24.000 --> 00:04:27.000
blutzuckersenkende Medikamente zu nehmen.

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00:04:27.000 --> 00:04:29.000
In schwereren Fällen

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00:04:29.000 --> 00:04:34.000
kann auch das Spritzen von Insulin nötig werden.

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00:04:35.000 --> 00:04:38.000
Kurz zusammengefasst:

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00:04:38.000 --> 00:04:43.000
Bei einem Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen

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00:04:43.000 --> 00:04:46.000
nur noch sehr träge auf das Hormon Insulin,

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00:04:46.000 --> 00:04:49.000
sie werden insulinresistent.

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00:04:49.000 --> 00:04:51.000
So können sie Glukose aus dem Blut

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00:04:51.000 --> 00:04:55.000
nur noch schlecht aufnehmen und speichern.

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00:04:55.000 --> 00:05:00.000
Der Blutzuckerspiegel kann deshalb über längere Zeiten

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00:05:00.000 --> 00:05:06.000
zu hoch sein und Gefäße, Organe und Nerven schädigen.

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00:05:06.000 --> 00:05:09.000
Die wichtigste Maßnahme bei dieser Erkrankung

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00:05:09.000 --> 00:05:11.000
ist ein gesunder Ausgleich

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00:05:11.000 --> 00:05:15.000
zwischen Ernährung und mehr Bewegung.