Die ersten 6 bis 8 Wochen nach der Geburt werden als „Wochenbett“ bezeichnet. In dieser Zeit stehen das Kennenlernen und Umsorgen des neugeborenen Kindes im Mittelpunkt. Der weibliche Körper erholt sich zudem von den Veränderungen durch die Schwangerschaft und Geburt (Rückbildung). Einige Frauen sind durch Geburtsverletzungen oder nach einem Kaiserschnitt körperlich eingeschränkt und besonders auf Unterstützung angewiesen.
Damit sich die Frau von den Anstrengungen der Geburt erholen kann, sind Ruhe, liebevolle Fürsorge und Unterstützung jetzt besonders wichtig. Daher sollten sich junge Familien in der Anfangszeit nicht zu viel Besuch und Verpflichtungen auflasten. Hilfreich ist in dieser Zeit, wenn Angehörige und Freunde Einkäufe und andere Alltagsaufgaben übernehmen.
Wissenswertes rund um das Wochenbett finden Sie auf dem Infoportal familienplanung.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) sowie auf gesundheitsinformation.de.
Untersuchungen des Kindes:
Direkt nach der Geburt erfolgt die erste Untersuchung des Neugeborenen, die sogenannte U1. Bei dieser Untersuchung erhalten Eltern auch das gelbe Kinder-Untersuchungsheft.
Die U2 steht am 3. bis 10. Lebenstag an. Wenn das Baby im Krankenhaus zur Welt gekommen ist, findet die U2 typischerweise noch vor der Entlassung statt. Ansonsten kann die U2 in der kinderärztlichen Praxis durchgeführt werden. Hierzu sollten Eltern rechtzeitig Kontakt mit der Praxis aufnehmen.
In der 4. bis 5. Lebenswoche findet die U3 in der kinderärztlichen Praxis statt.
Auf dem Infoportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit finden Sie ausführliche Informationen zu den einzelnen U-Untersuchungen und zum gelben Kinder-Untersuchungsheft.
Untersuchungen der Mutter:
Nach der Geburt werden Frauen sowohl von Hebammen als auch von Ärztinnen oder Ärzten begleitet. Findet die Geburt im Krankenhaus statt, übernimmt das Klinikteam die Betreuung der Mutter bis zur Entlassung. Etwa drei bis acht Wochen nach der Geburt sollten Frauen einen Nachsorgetermin in ihrer frauenärztlichen Praxis vereinbaren. Bei einem Kaiserschnitt, bei Geburtsverletzungen oder anderen Komplikationen kann eine frühere Untersuchung sinnvoll sein. Dazu erhalten Frauen passende Empfehlungen vom Klinikpersonal und von ihrer Nachsorge-Hebamme.
Wenn das Kind auf der Welt ist, müssen Eltern einige Behörden informieren. Sie sollten verschiedene Anträge auf den Weg bringen, um die ihnen zustehende Unterstützung zu erhalten. Dazu gehören etwa die Beantragung von Elterngeld und Kindergeld. Einige Aufgaben können bereits vor der Geburt geplant und vorbereitet oder erledigt werden.
Das Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet hilfreiche Checklisten für die Zeit vor und nach der Geburt.
Auf dem Familienportal finden Sie zudem ausführliche Informationen zu den Themen Kindergeld, Elterngeld, Elternzeit und weiteren Familienleistungen.
Nicht selten ist die Geburt für Frauen eine einschneidende Erfahrung, die sie erst verarbeiten müssen. Stimmungsschwankungen sind in der Zeit nach der Geburt nicht ungewöhnlich, da sich der weibliche Hormonhaushalt umstellt. Bei einem solchen kurzen „Babyblues“ über einige Tage helfen Entlastung und Unterstützung.
Hält die niedergedrückte Stimmung länger als zwei Wochen an, kann das auf eine beginnende Depression hinweisen. Diese Form der Depression nach der Entbindung eines Kindes wird als Wochenbettdepression oder postpartale Depression bezeichnet. Sie kann das eigene Wohlbefinden und das Verhältnis zum Kind sehr belasten. Daher ist es wichtig, längere tiefe Traurigkeit und Stimmungsschwankungen nach der Geburt ernst zu nehmen und sich Unterstützung zu holen.
Das folgende Video erklärt, woran man eine Wochenbettdepression erkennen kann. Das Video wurde von der Stiftung Gesundheitswissen freundlicherweise für die Nutzung auf gesund.bund.de bereitgestellt.
Mehr zum Thema Wochenbettdepression erfahren Sie auch im entsprechenden Artikel.
Neben der betreuenden Hebamme und der frauenärztlichen Praxis gibt es weitere Anlaufstellen und Hilfen:
Angebote der Frühen Hilfen können junge Familien unterstützen. Im Rahmen der Frühen Hilfen ist unter anderem die Begleitung durch eine Familienhebamme möglich. Die Angebote sind kostenfrei.
Mehr Informationen zu Frühen Hilfen und anderen Unterstützungsmöglichkeiten für Familien nach der Geburt finden Sie in unserem Artikel.
Auf elternsein.info können Sie direkt nach Frühen Hilfen in der Nähe suchen. Die Webseite bietet außerdem ausführliche Informationen zu Frühen Hilfen, auch in Leichter Sprache.
Speziell für psychische Krisen gibt es in vielen Städten und Gemeinden Krisendienste oder sozialpsychiatrische Dienste. Diese findet man in der Regel, wenn man im Internet nach dem Begriff „Krisendienst“ und der entsprechenden Stadt oder Gemeinde sucht.
Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer berät Eltern anonym und kostenlos unter der Nummer 0800 – 111 0 550. Die Beratung ist auch via Chat oder Mail möglich.
Besonders leicht zugänglich, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar ist die Telefonseelsorge unter der Nummer 116 123.
In Notfällen sollte man nicht zögern, den Rettungsdienst unter der Nummer 112 zu rufen.
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