Verhütung

Pille, Kondom, Spirale: Welche Verhütungsmethode passt, ist sehr individuell – zur Auswahl stehen eine Vielzahl an Verhütungsmitteln, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Am häufigsten kommen Kondom und Pille zum Einsatz. Erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile verschiedener Methoden. 

Auf einen Blick

  • Wenn eine Eizelle herangereift ist und den Eierstock verlassen hat, kann eine Frau schwanger werden.
  • Um eine Schwangerschaft zu vermeiden, sollte verhütet werden.
  • Die am häufigsten angewendeten Verhütungsmittel sind das Kondom und die Antibabypille.
  • Es gibt viele andere Methoden zur Empfängnisverhütung – wie etwa die Spirale oder den Vaginalring.
  • Jedes Verhütungsmittel hat seine Vor- und Nachteile und sollte individuell passend ausgesucht werden.
  • Nur das Kondom schützt auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. 

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Verhütung: Auf einem Holztisch liegen und stehen verschiedene Gegenstände, die mit Empfängsnisverhütung zu tun haben, unter anderem fünf Blisterpackungen mit Pillen, vier Kondome in Originalverpackung, ein Diaphragma und eine Dreimonatsspritze.

Was ist Verhütung?

Kondom, Spirale, Antibabypille: Um eine Schwangerschaft zu vermeiden, gibt es verschiedene Verhütungsmethoden. Am häufigsten angewendet werden Kondom und Antibabypille.  

Aber es gibt noch viele andere Methoden zur Empfängnisverhütung. Dazu gehören die Spirale, der Vaginalring oder das Verhütungspflaster. Jedes dieser Verhütungsmittel hat seine Vor- und Nachteile. Hormonelle Verhütungsmittel sind sehr sicher, sie haben allerdings auch Nebenwirkungen. Von all diesen Möglichkeiten schützt nur das Kondom auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten.  

Die Wahl des Verhütungsmittels wird davon beeinflusst, wie sicher, leicht anwendbar und verträglich es ist. Aber auch persönliche Wünsche und Bedürfnisse spielen eine wichtige Rolle. 

Ab wann kann eine Frau schwanger werden?

Schwanger werden kann eine Frau an den fruchtbaren Tagen. Einmal im Monat reift eine Eizelle heran und verlässt den Eierstock. Dieser Vorgang nennt sich Eisprung (Ovulation). Die Eizelle gelangt vom Eileiter in die Gebärmutter. Sie kann befruchtet werden, wenn Samenzellen durch den Muttermund und die Gebärmutter bis in die Eileiter gelangen. Trifft eine Samenzelle auf die Eizelle, verschmelzen beide miteinander. Wenn sich die befruchtete Eizelle dann in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, beginnt die Schwangerschaft. 

Bereits ab dem ersten Eisprung, also ab der ersten Periode, ist bei Mädchen eine Schwangerschaft möglich. Bei Jungen kann bereits der erste Samenerguss befruchtungsfähige Samenzellen enthalten.  

Um die Befruchtung einer Eizelle oder ihr Einnisten zu verhindern, nutzen Verhütungsmittel verschiedene Wege.  

  • Einmal gibt es die sogenannten Barrieremethoden. Hierbei wird verhindert, dass eine Samenzelle durch den Muttermund gelangt. So funktionieren zum Beispiel Kondom und Diaphragma.
  • Die Spirale wiederum verhindert, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnisten kann. 
  • Die meisten hormonellen Verhütungsmittel – wie beispielsweise die Antibabypille – greifen in den weiblichen Zyklus ein und unterdrücken den Eisprung. 

Wie funktioniert hormonelle Verhütung?

Viele der unterschiedlichen hormonellen Verhütungsmethoden verhindern den Eisprung, damit keine Eizelle befruchtet werden kann. Sie enthalten dafür eine bestimmte Hormonkombination. Alle hormonellen Verhütungsmittel sind verschreibungspflichtig.  

Die folgenden hormonellen Verhütungsmethoden werden am häufigsten angewendet: 

  • Antibabypille („Pille“): Sie enthält Östrogen und Gestagen und wird in jedem Zyklus 21 oder 22 Tage eingenommen. Während der einwöchigen Einnahmepause setzt dann die Monatsblutung ein. Es gibt auch die sogenannte Minipille – diese enthält nur Gestagen. Manche Frauen wählen diese Methode, da sie die Kombinationspillen nicht vertragen. 
  • Verhütungspflaster: Es wird auf dem Körper aufgeklebt und gibt Östrogen und Gestagen ab. In den ersten 3 Wochen des Zyklus wird es wöchentlich gewechselt. In der 4. Woche ist kein Verhütungspflaster notwendig. 
  • Vaginalring: Hierbei handelt es sich um einen Kunststoffring, der ebenfalls eine Hormonkombination enthält. Diese gelangt über die Scheidenwände in die Blutbahn. Der Ring wird tief in die Scheide eingeführt und nach 21 Tagen mit dem Finger wieder herausgezogen. Die Regelblutung setzt dann in der folgenden Woche ein. Der Vaginalring ist für gewöhnlich nicht spürbar. 
  • Hormonspirale: Sie enthält Levonorgestrel. Sie gibt das Hormon kontinuierlich an die Schleimhaut ab und verhindert ein Einnisten der befruchteten Eizelle. Die Hormonspirale schützt sofort nach dem Einsetzen. Sie wird von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort bis zu 5 Jahre bleiben. 
  • Dreimonatsspritze und Hormonimplantat: Diese beiden Methoden werden selten angewendet. Beide können nicht einfach abgesetzt werden. Die Dreimonatsspritze enthält außerdem eine hohe Dosis Hormone und hat häufig Nebenwirkungen. Beide Varianten werden in der Regel nur Frauen empfohlen, die andere Methoden nicht vertragen oder sie nicht regelmäßig anwenden können.   
Hormonelle Verhütungsmethoden, die am häufigsten angewendet werden: Antibabypille, Vaginalring, Hormonspirale, Hormonspritze oder -implantat.

Hormonelle Mittel sind bei richtiger Anwendung sehr sicher. Weitere Vorteile sind, dass sie Regelschmerzen lindern und die Menstruationsblutung abschwächen können. Zu den Nachteilen einer hormonellen Verhütung gehören mögliche Nebenwirkungen wie Spannungsgefühl in den Brüsten, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Auch gibt es gesundheitliche Risiken, etwa eine mögliche Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen). Die Annahme, dass hormonelle Verhütungsmittel zu einer Gewichtszunahme führen, ist nach derzeitigem Wissen nicht wahrscheinlich. 

Vertiefende Informationen über Verhütung und hormonelle Verhütungsmitttel finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie funktioniert Verhütung ohne Hormone?

Im Gegensatz zu den hormonellen Verhütungsmitteln haben die Verhütungsmethoden ohne Hormone keine oder nur wenige Nebenwirkungen. Sie gelten allerdings als weniger sicher. Bei vielen Methoden ist die Sicherheit vor allem davon abhängig, ob sie richtig angewendet werden.  

Gebräuchliche hormonfreie Verhütungsmittel sind:  

  • Kondome für Männer: Kondome verhindern nicht nur eine ungewollte Schwangerschaft, sie schützen auch vor sexuell übertragbaren Erregern oder Krankheiten wie HPV, HIV, Hepatitis C, Tripper oder Syphilis. Wenn das Kondom korrekt angewendet wird, ist es sicher. Zu den häufigsten Anwendungsfehlern gehören unter anderem die falsche Größe, die Beschädigung beim Öffnen der Packung oder wenn es mit Zug übergestreift statt abgerollt wird.
  • Frauenkondome (auch Femidome genannt): Bei der richtigen Anwendung sind sie so sicher wie das herkömmliche Kondom: Das Frauenkondom wird vor dem Sex in der Scheide platziert. Viele Frauen empfinden die Handhabung allerdings als schwierig.
  • Kupferspirale oder -kette: Eine Frauenärztin oder ein Frauenarzt setzt sie in die Gebärmutter ein. Die Methode funktioniert, da das Kupfer die Befruchtung und Einnistung der Eizelle erschwert. Der Schleim am Muttermund und in der Gebärmutter verändert sich und die Spermien werden unbeweglicher. Kette und Spirale gelten beide als sicher. Sie können etwa 5 Jahre in der Gebärmutter bleiben. Nebenwirkungen können eine stärkere Menstruation und Infektionen im Genitalbereich sein.
  • Diaphragma: Hier handelt es sich um eine weiche Silikonkappe mit flexiblem Federring. Das Diaphragma wird so in die Scheide eingesetzt, dass es den Muttermund vollständig abdeckt. Das Diaphragma muss immer mit einem Spermizid kombiniert werden. Ein Spermizid ist ein spermienabtötendes Gel. Das Diaphragma wird vor dem Sex eingesetzt und frühestens nach 6 Stunden wieder herausgenommen. Die Sicherheit beim Diaphragma hängt von der richtigen Anwendung ab.
  • chemische Verhütungsmittel wie Cremes, Gels oder Zäpfchen: Sie werden vor dem Sex in die Scheide eingebracht. Durch die Körperwärme werden sie flüssig und bilden einen zähen Schleim. Dieser legt sich vor den Muttermund und blockiert die Samenzellen. Viele Mittel enthalten zusätzlich einen spermienabtötenden Wirkstoff. Chemische Mittel sind recht unsicher und werden zur alleinigen Verhütung nicht empfohlen. 
  • natürliche Verhütungsmethoden: Mit ihnen können Frauen anhand der morgendlichen Körpertemperatur und des Scheidensekrets ihre fruchtbaren Tage ermitteln. Die Methode ist aufwendig, erfordert viel Disziplin und ist nicht sonderlich sicher. An den fruchtbaren Tagen muss außerdem zusätzlich verhütet werden, beispielsweise mit einem Kondom.  
Gebräuchliche hormonfreie Verhütungsmittel sind: das Kondom für Männer, eine Kupferspirale oder -kette, das Diaphragma, natürliche Verhütungsmethoden, das Frauenkondom, chemische Verhütungsmittel.

Weitere Informationen zur Wirkung und Anwendung von Verhütungsmitteln stellt unter anderem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrer Website zur Verfügung. 

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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