Das elektronische Kinderuntersuchungsheft (E‑Kinderuntersuchungsheft)

Ab 2022 wird auch das Kinderuntersuchungsheft Teil der elektronischen Patientenakte (ePA). Die Inhalte bleiben die gleichen wie im gedruckten Heft. Die digitale Version bietet darüber hinaus einige Vorteile. Welche das sind, lesen Sie hier.

Auf einen Blick

  • Ab 2022 können Familien das elektronische Kinderuntersuchungsheft als Teil der elektronischen Patientenakte (ePA) nutzen.
  • Wie im gedruckten „Gelben Heft“ (auch: „U-Heft“) werden dort die Ergebnisse der U-Untersuchungen des Kindes dokumentiert.
  • Das elektronische U-Heft hat unter anderem den Vorteil, dass es jederzeit und bei jeder Untersuchung verfügbar und vorzeigbar ist.
  • Die Nutzung ist, wie auch bei der elektronischen Patientenakte, freiwillig.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

E-Kinderuntersuchungsheft: Mutter, Vater und ein junges Mädchen sitzen gemeinsam auf dem Sofa. Das Mädchen sitzt zwischen den Eltern und hält ein Tablet in der Hand. Alle drei schauen auf den Bildschirm des Geräts.

Was ist das elektronische Kinderuntersuchungsheft?

Im Kinderuntersuchungsheft, auch „Gelbes Heft“ oder „U-Heft“ genannt, dokumentieren Ärztinnen und Ärzte die Ergebnisse der zehn Früherkennungsuntersuchungen eines Kindes. Das Heft begleitet ein Kind von der ersten Untersuchung bei seiner Geburt bis ins Grundschulalter. Eltern können darin auch eigene Beobachtungen und Fragen zur Entwicklung ihres Kindes notieren.

Ab dem 1. Januar 2022 können Eltern die Untersuchungsergebnisse im elektronischen Kinderuntersuchungsheft abspeichern lassen.

Ab dem 1. Januar 2022 können Eltern die Untersuchungsergebnisse im elektronischen U-Heft abspeichern lassen. Da dies Bestandteil der elektronischen Patientenakte (ePA) sein wird, können sie dann jederzeit über die ePA-App die Ergebnisse der Untersuchungen einsehen und selbst Notizen eintragen. 

Je nachdem wie die ePA-App gestaltet ist, bietet die digitale Version im Vergleich zum gedruckten U-Heft einige zusätzliche Funktionen, beispielsweise automatische Erinnerungen an Untersuchungen. 

Welche Vorteile hat das elektronische Kinderuntersuchungsheft?

Wenn Sie sich entscheiden, das elektronische Kinderuntersuchungsheft zu nutzen, speichern die Ärztinnen und Ärzte alle Ergebnisse aus den Vorsorgeuntersuchungen Ihres Kindes in dessen ePA.

Das hat den Vorteil, dass die Untersuchungsergebnisse nicht verloren gehen können. Sie sind jederzeit verfügbar und können fortlaufend durch neue Einträge ergänzt werden, auch wenn Sie das gedruckte U-Heft einmal nicht dabeihaben sollten.

Über die Freigabefunktion in der ePA-App können Sie das elektronische U-Heft in der Kinderarztpraxis jederzeit „vorlegen“, indem Sie der Arztpraxis den Zugriff erlauben. 

Im Laufe der Jahre sammeln sich unter Umständen weitere Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder an. In der ePA werden diese wichtigen Unterlagen sicher gespeichert und sind jederzeit verfügbar. So können beispielsweise Unterlagen aus dem Krankenhaus in der Kinderarztpraxis sofort verfügbar gemacht werden, ohne dass lange danach gesucht werden muss. Die Entscheidung darüber liegt immer bei der oder dem Versicherten selbst.

Die ePA macht es außerdem möglich, dass zusätzliche Untersuchungen und Befunde im elektronischen U-Heft angezeigt werden, die nicht direkt zu den U-Untersuchungen gehören, aber damit zusammenhängen. Dazu gehört beispielsweise die Zweitmeinung eines Facharztes zu einer U-Untersuchung.

Viele Informationen im elektronischen U-Heft können automatisiert ausgefüllt werden. So lassen sich Fehler beim Übertragen der Daten besser vermeiden. Abhängig von der ePA-App Ihrer Krankenkasse wird es möglich sein, automatisch an die bevorstehenden U-Untersuchungen erinnert zu werden. Dies ist wichtig, da die Kosten nur übernommen werden, wenn die Untersuchung Ihres Kindes im dafür vorgesehenen Zeitraum stattfindet.

Wie erhalte ich das elektronische „Gelbe Heft“ nach der Geburt?

Da Neugeborene noch keine eigene elektronische Patientenakte haben, ist es notwendig, die ersten U-Untersuchungen in der elektronischen Patientenakte der Mutter oder des Vaters zu speichern. Ein späteres Nachtragen in die eigene elektronische Patientenakte des Kindes ist möglich. Auch die elektronische Patientenakte für Ihr Kind können Sie kostenfrei bei der Krankenkasse beantragen.

Wie kann ich auf das elektronische U-Heft meines Kindes zugreifen?

Der Zugriff auf die elektronische Patientenakte des Kindes und das darin gespeicherte U-Heft erfolgt über die App der Krankenkasse, bei der das Kind mitversichert ist. Sind die Eltern in unterschiedlichen Kassen versichert, muss für die ePA des Kindes also gegebenenfalls eine andere App als die eigene genutzt werden. Ist das Kind in derselben Krankenkasse versichert wie man selbst, ist es auch dieselbe App.

Wie kann ich Untersuchungen nachweisen?

Auch im elektronischen Heft bleiben die Inhalte gegenüber Institutionen wie Jugendamt, Schule oder Kindergarten streng vertraulich. Um die Teilnahme an den U-Untersuchungen nachzuweisen, können Sie über die ePA-App eine Teilnahmekarte ausdrucken oder als PDF-Dokument abspeichern. Sie ähnelt der Karte aus dem gedruckten Heft.

Kann ich das gedruckte und das elektronische U-Heft parallel nutzen?

Theoretisch ist das möglich. Da dies aber wieder zu Ungenauigkeiten und Mehraufwand führen kann, wird empfohlen, dass Sie sich für eine Variante entscheiden.

Wer kann auf die ePA-Daten meines Kindes zugreifen?

Das elektronische U-Heft wird Teil der elektronischen Patientenakte (ePA) sein. Als Erziehungsberechtigte oder Erziehungsberechtigter entscheiden Sie für Ihr Kind, wer auf das Untersuchungsheft zugreifen darf – und für wie lange. Möchten Sie das elektronische U-Heft nutzen, müssen Sie Ihrer behandelnden Kinderarztpraxis für die anstehende U-Untersuchung den Zugriff darauf erlauben. 

Auch im elektronischen Heft bleiben die Inhalte gegenüber Institutionen wie dem Jugendamt oder der Schule streng vertraulich.

Unter Umständen sind auch frühere Befunde aus einer anderen Praxis für die Untersuchung hilfreich. Dann können Sie auch darauf den Zugriff erlauben. Andere, nicht freigegebene Gesundheitsinformationen bleiben hingegen verborgen. Ansonsten kann niemand das E-Kinderuntersuchungsheft Ihres Kindes einsehen, da alle Dokumente Ende-zu-Ende verschlüsselt sind.

Worauf basiert die elektronische Version des U-Hefts?

Das elektronische Kinderuntersuchungsheft richtet sich wie auch das gedruckte U-Heft nach den Kinder-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses. Diese „Richtlinien über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern“ wurden festgelegt, um die Gesundheitsuntersuchungen bei Kindern zu stärken und zu vereinheitlichen. Krankheiten, Behinderungen und Verzögerungen in der Entwicklung können so frühzeitiger erkannt und besser behandelt werden.

Weitere Informationen

Bei Fragen zur Gestaltung oder Anwendung des elektronischen Kinderuntersuchungshefts wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse.

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