Der elektronische Impfpass

Ab 2022 können Sie den elektronischen Impfpass als Teil der elektronischen Patientenakte (ePA) nutzen. Wie sich mit dem E-Impfpass Impflücken künftig besser vermeiden lassen und welche Möglichkeiten er bietet, lesen Sie hier.

Auf einen Blick

  • Ab 2022 können Versicherte den elektronischen Impfpass als Teil der elektronischen Patientenakte verwenden.
  • Inhaltlich gleicht der E-Impfpass dem bisherigen gelben Papierheft.
  • Er bietet jedoch einen besseren Überblick für Patientinnen und Patienten, wann sie sich das nächste Mal impfen lassen sollten, und vereinfacht eine vollständige Impfung.
  • Auch automatische Erinnerungen werden mit der digitalen Version möglich.
  • Da der E-Impfpass in der ePA gespeichert ist, können Sie ihn nicht mehr zu Hause vergessen.
  • Die Nutzung ist, wie auch bei der elektronischen Patientenakte, freiwillig.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

E-Impfpass: Die Nahaufnahme eines Impfpasses mit der Dokumentation über vorhandene Imfungen gegen Masern, Mumps und Röteln.

Was ist ein elektronischer Impfpass?

Jede Impfung, die Sie beim Arzt erhalten, wird bisher handschriftlich in einem kleinen gelben Heft – dem Impfpass – dokumentiert. Versicherte erhalten es bei der ersten Impfung.

Auch im elektronischen Impfpass werden die Impfungen eingetragen. Da der E-Impfpass ab 2022 Bestandteil der elektronischen Patientenakte (ePA) sein wird, können Sie in der ePA-App auf Ihrem Smartphone oder Tablet beispielsweise jederzeit nachschauen, ob Sie für den FSME-Impfschutz bereits alle erforderlichen Impfungen erhalten haben. Ihren Ärztinnen und Ärzten erteilen Sie ein Zugriffsrecht auf Ihren E-Impfpass, damit sie den Impfstatus mit Ihnen besprechen und neue Einträge hinzufügen können.

Welche Vorteile hat der elektronische Impfpass?

Wenn Sie sich entscheiden, den elektronischen Impfpass zu nutzen, werden alle Informationen zu Ihren Impfungen in Ihrer ePA gespeichert. 

Die digitale Version hat im Vergleich zur gedruckten einige Vorteile: 

Bessere Verfügbarkeit

Eine vollständige Dokumentation der Impfungen wird mit dem elektronischen Impfpass einfacher. Denn viele Menschen haben ihren Impfpass aus Papier nicht so schnell zur Hand und schauen daher auch eher selten hinein. Mit dem elektronischen Impfpass können Sie sich in der ePA-App schnell einen Überblick über eventuell bereits bestehende oder bevorstehende Impflücken verschaffen: Welche Impfungen sind bereits abgelaufen? Welche Impfungen sind demnächst fällig?

Mit der App können Sie außerdem den E-Impfpass in der Arztpraxis vorzeigen. So ist beispielsweise auch nach einem Arztwechsel oder Umzug für die neue Praxis sofort nachvollziehbar, welche Impfungen bereits erfolgt sind. Nicht erforderliche Impfungen können damit vermieden werden. Abhängig von der ePA-App Ihrer Krankenkasse können Erinnerungsfunktionen dafür sorgen, Sie rechtzeitig über eine fällige Impfung zu informieren.

Mit dem elektronischen Impfpass können Sie sich schnell einen Überblick über eventuell bevorstehende Impflücken verschaffen.

Automatisierung

Da viele der Felder im elektronischen Impfpass automatisiert ausgefüllt werden können, lassen sich Fehler beim Übertragen von Daten besser vermeiden.

Welche Vorteile hat der elektronische Impfpass für normale Untersuchungen?

Wie im Papierheft ist es auch im E-Impfpass möglich, Informationen zu durchgemachten Erkrankungen sowie Antikörpernachweise zu notieren. Da diese Informationen im E-Impfpass in einem standardisierten Datenformat vorliegen, kann das Verwaltungssystem der Praxis diese Daten mit Ihren anderen Gesundheitsinformationen abgleichen. Daraus ergibt sich für die Ärztin oder den Arzt ein Gesamtbild, das eine effiziente Patientenversorgung ermöglicht – vorausgesetzt natürlich, Sie haben der Praxis den Zugriff auf die Daten erlaubt.

Kann ich den gedruckten und den elektronischen Impfpass parallel nutzen?

Theoretisch ist das möglich. Da dies aber zu Unstimmigkeiten und zu Mehraufwand führen kann, wird empfohlen, sich für eine Variante zu entscheiden. Der Impfpass aus Papier wird für bestimmte Fälle weiter parallel existieren. Für die Einreise in bestimmte Länder müssen beispielsweise Reiseimpfungen mit einem Vermerk und amtlichem Stempel im gelben Impfheft nachgewiesen werden. Den gedruckten Impfpass erhalten Sie in dem Fall beispielsweise bei der Impfung in der Arztpraxis.

Wer kann auf meine Daten zugreifen?

Der elektronische Impfpass wird Teil der elektronischen Patientenakte sein. Wie auch bei der ePA entscheiden Sie, wer auf den Impfpass zugreifen darf – und für wie lange. Beispielsweise können Sie Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt nur für den anstehenden Gesundheits-Check-up den Zugriff auf Ihren Impfpass erlauben – wahlweise aber auch für einen längeren Zeitraum. Abgesehen von Ihnen und der berechtigten Arztpraxis kann niemand Ihren E-Impfpass einsehen, da alle Dokumente Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. 

Wie auch bei der ePA entscheiden Sie, wer auf den Impfpass zugreifen darf – und für wie lange.

Worauf basiert die elektronische Version des Impfpasses?

Wie und wo Impfungen dokumentiert werden müssen, regelt in Deutschland das Infektionsschutzgesetz (§ 22). Das Gesetz gibt konkret vor, wie die Impfungen dokumentiert werden müssen. Es orientiert sich an der Vorlage des Internationalen Impfpasses (ICV – International Certificate of Vaccination) der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Weitere Informationen

Bei Fragen zur Gestaltung oder Anwendung des elektronischen Impfpasses wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse.

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