Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen hilft dabei, vormals papiergebundene Verfahren wie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu vereinfachen und sicherer zu machen. Großer Vorteil der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) für Versicherte: Die eAU wird automatisch an den Arbeitgeber und die Krankenkasse übermittelt.

Auf einen Blick

  • Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) können Ärztinnen und Ärzten seit dem 1. Oktober 2021 nutzen.
  • Sie übermitteln die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung digital an die Krankenkasse.
  • Ab Anfang 2023 können Arbeitgeber Krankmeldungen bei den Krankenkassen elektronisch abrufen. Die eAU ermöglicht eine zuverlässige, lückenlose Dokumentation der Krankheitszeiten bei den Krankenkassen, was beispielsweise für die Zahlung von Krankengeld wichtig ist.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Laptop, Tablet und Stethoskop auf einem Glastisch. Jemand tippt auf der Laptoptastatur.

Was ist die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)?

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird von einer Ärztin oder einem Arzt ausgestellt, wenn eine Erkrankung den Patienten daran hindert, seiner Arbeit nachzugehen. Bislang musste die Patientin oder der Patient die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung selbstständig an die Krankenkasse und an den Arbeitgeber weiterleiten – in der Regel per Brief.

Innerhalb des sicheren digitalen Netzwerks zum Austausch von Gesundheitsdaten (Telematikinfrastruktur) lassen sich solche patientenbezogenen Daten einfacher ans Ziel bringen. In diesem Netzwerk sind unter anderem Ärzte, Apotheken, Kliniken und Krankenkassen elektronisch miteinander verbunden, um Patientendaten auszutauschen.

Ein Ziel der Telematikinfrastruktur ist es, papiergebundene Prozesse zu digitalisieren und zu vereinfachen. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist hierfür ein Beispiel.

eAU: Umsetzung in zwei Schritten

Die gelbe Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform, meist kurz Krankschreibung genannt, besteht aus insgesamt vier Teilen: einer Bescheinigung für den Arzt, einer für den Patienten, einer für die Krankenkasse und einer für den Arbeitgeber. Mit Blick auf diese vier Gruppen wird die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) in zwei Schritten umgesetzt.

Schritt 1: Meldung an die Krankenkasse

Den ersten Schritt bildet der elektronische Versand der eAU von der ausstellenden Arztpraxis an die Krankenkasse der Patientin oder des Patienten.

Diese Meldung umfasst folgende Daten:

  • den Namen der oder des Versicherten
  • Beginn und Ende der Arbeitsunfähigkeit
  • Datum, wann die Arbeitsunfähigkeit durch die Ärztin oder den Arzt festgestellt wurde
  • ob es sich um eine Erst- oder Folgemeldung handelt
  • ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass ein (Arbeits-)Unfall oder eine Berufskrankheit der Grund für die Arbeitsunfähigkeit ist
  • die Diagnose

Ärztinnen und Ärzte übermitteln die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nur noch digital an die Krankenkassen. Dadurch entfällt die Papierbescheinigung für die Krankenkasse seit Januar 2022.

Versicherte brauchen die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht selbst zu übermitteln: weder an die Krankenkasse noch an den Arbeitgeber.

Schritt 2: Meldung an den Arbeitgeber

Die gedruckten Durchschläge für die Arbeitgeber bestehen noch bis Anfang 2023 weiter. Das bedeutet für die Versicherten, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt den Durchschlag an den Arbeitgeber weiterhin selbst in Papierform übersenden müssen.

Ab 2023 stellen die Krankenkassen den Arbeitgebern die von der Ärztin oder dem Arzt gemeldeten Informationen zum Abruf über eine gesicherte und verschlüsselte Datenverbindung zur Verfügung. Informationen zur Diagnose sind davon ausgenommen.

Für die eigenen Unterlagen bekommen Versicherte weiterhin einen Nachweis der Arbeitsunfähigkeit in Papierform.

Vorteile der eAU

Für alle Beteiligten – Patienten, Ärzte, Krankenkassen und Arbeitgeber – bietet die Umstellung auf die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) Vorteile:

  • Die eAU wird sicher und schnell an die Krankenkasse und an den Arbeitgeber übertragen.
  • Versicherte brauchen zukünftig weder ihrer Krankenkasse noch dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung selbst zu übermitteln.
  • Die eAU verringert die Kosten im Vergleich zum Postweg.
  • Der Arbeitgeber kann die eAU unmittelbar nach der Ausstellung abrufen, sodass der Krankenstand schneller in der Arbeitsplanung berücksichtigt werden kann.
  • Die eAU ermöglicht eine lückenlose Dokumentation der Krankheitszeiten bei den Krankenkassen. Dadurch kann Krankengeld immer korrekt und pünktlich ausgezahlt werden.

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