COVID-19-Impfung: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Die schnelle Entwicklung der COVID-19-Impfstoffe weckt Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie. Sie verunsichert aber auch viele Menschen, weil es sich um teils neuartige Impfverfahren handelt. Wie funktionieren die Impfungen? Wie gut schützen die Impfungen? Und wie sicher sind sie?

Auf einen Blick

  • Impfungen gegen COVID-19 leisten einen wichtigen Beitrag, um die Pandemie einzudämmen.
  • In Deutschland sind mehrere COVID-19-Impfstoffe zugelassen.
  • Diese sind alle gut wirksam und sicher. Schwere Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf.
  • Vor allem vor schweren Verläufen schützen die COVID-19-Impfstoffe zuverlässig. Auch bieten sie einen guten Schutz vor den Virusvarianten – vorausgesetzt, man ist vollständig geimpft.
  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Personen ab 12 Jahren die Impfung gegen COVID-19.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine COVID-19-Impfung auch bei Schwangeren sinnvoll.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

COVID-19 Impfung: Eine Ärztin impft eine ältere Dame durch eine Injektion in den Oberarm. Beide tragen einen Mund-Nasen-Schutz.

Welchen Nutzen haben COVID-19-Impfungen?

Die COVID-19-Pandemie ist eine außergewöhnliche Situation, wie sie die meisten Menschen noch nicht erlebt haben. Das Coronavirus SARS-CoV-2 verlangt den Menschen und der Gesellschaft immer noch einiges ab. Der Wunsch nach einem baldigen Ende der Pandemie wird daher immer größer.

Impfungen tragen entscheidend zur Eindämmung bei. Dabei gilt: Je mehr Menschen gegen COVID-19 geimpft sind, umso eher lässt sich die Ausbreitung von SARS-CoV-2 und seinen Varianten verhindern. Insbesondere nimmt das Risiko ab, schwer an COVID-19 zu erkranken oder langfristig gesundheitliche Probleme und Beschwerden nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion zu bekommen – auch Long-COVID genannt.

Wichtig zu wissen: Mit einer Impfung schützt man sich und andere Menschen – insbesondere jene, die sich aufgrund bestimmter Vorerkrankungen oder Lebensumstände nicht impfen lassen können  – vor einer schweren COVID-19-Erkrankung.

Darüber hinaus gelten für vollständig geimpfte Personen einige Erleichterungen im Alltag und Ausnahmen von aktuellen Corona-Maßnahmen. So entfällt für sie beispielsweise in vielen Situationen die Testpflicht. In bestimmten Fällen können sie auch von der Quarantänepflicht befreit werden. Da aber nicht völlig auszuschließen ist, dass man sich trotz einer Impfung mit SARS-CoV-2 ansteckt und das Virus weitergibt, ist es wesentlich, Schutzmaßnahmen wie Abstand halten, im Alltag Maske tragen, Hygiene beachten und regelmäßig lüften weiterhin einzuhalten.

Wie funktioniert eine Impfung?

Im folgenden Video erfahren Sie, wie eine Impfung funktioniert.

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Welche Impfstoffe gegen COVID-19 gibt es und wie funktionieren sie?

In Deutschland und der Europäischen Union wurden bereits mehrere Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen. Man unterscheidet zwischen mRNA-Impfstoffen und Vektorimpfstoffen.

mRNA-Impfstoffe

Bei einigen Impfstoffen, zum Beispiel denen der Firmen BioNTech/Pfizer (Comirnaty) und Moderna (Spikevax, vormals COVID-19 Vaccine Moderna), handelt es sich um mRNA-Impfstoffe. Das ist eine neuartige Klasse von Impfstoffen aus der Gruppe der genbasierten Impfstoffe. mRNA-Impfstoffe werden zwar seit 25 Jahren erforscht, aber erst jetzt wurden erstmals welche zugelassen. Wie auch andere genbasierte Impfstoffe haben mRNA-Impfstoffe den Vorteil, dass sie sich recht schnell und kostengünstig im Labor herstellen lassen.

Vom Prinzip her sind alle mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 sehr ähnlich. Sie bestehen aus Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA), einem natürlichen Bestandteil jeder Zelle. Die mRNA einer Körperzelle enthält den Bauplan für Körperbausteine. Im Fall der Impfstoffe enthält die mRNA jedoch den Bauplan für ein bestimmtes Merkmal des Coronavirus SARS-CoV-2 – das sogenannte Spike-Protein. Diesen Teil der Erbinformation übermittelt sie an die Körperzelle. Der Bauplan für das Spike-Protein wird in Nanopartikel verpackt. Das sind winzige Fettpartikel, die in der Lage sind, in Körperzellen einzutreten. In Studien wurde bereits gezeigt, dass von den Nanopartikeln keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.

Nach der Impfung stellen Körperzellen mithilfe des Bauplans das Spike-Protein selbst her. Das dem Körper bis dahin unbekannte Spike-Protein löst dann eine Immunantwort aus: Das Immunsystem wird aktiviert, greift das Spike-Protein an und speichert die Informationen zur Bekämpfung des Spike-Proteins ab. Kommt die geimpfte Person später einmal mit dem Spike-Protein des echten Virus in Kontakt, kann das Immunsystem schnell und zielgerichtet reagieren.

Wichtig zu wissen: Die mRNA aus den Impfstoffen ist im menschlichen Körper nicht lange stabil und wird schnell abgebaut. Eine weitere Produktion des Spike-Proteins ist nach dem Abbau der mRNA nicht mehr möglich. Dies gilt auch für die Vektorimpfstoffe: Hier ist nach dem Abbau der von den Vektorviren übertragenen Erbinformation ebenfalls keine weitere Produktion des Spike-Proteins möglich.

Was eine mRNA-Impfung ist und wie die mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 funktionieren, wird anschaulich in diesem Video des Robert Koch-Instituts erklärt.

Vektorimpfstoffe

Bei anderen COVID-19-Impfstoffen – beispielsweise dem Impfstoff Vaxzevria der Firma AstraZeneca und dem Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen vom Hersteller Janssen Cilag International/Johnson & Johnson – handelt es sich um Vektorimpfstoffe.

Der Begriff „Vektor“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Träger“. Ein Vektorimpfstoff benutzt also einen Träger für den Bauplan, den die geimpfte Person erhalten soll. Der Träger ist in der Regel ein Virus, welches für den Menschen ungefährlich ist. Das Prinzip der Vektorimpfstoffe ist ebenfalls relativ modern. Anders als bei den mRNA-Impfstoffen wurden in der Vergangenheit bereits zwei Vektorimpfstoffe zugelassen, unter anderem gegen das Ebolavirus.

Ziel eines Vektorimpfstoffs ist, dass der Körper der geimpften Person – ähnlich wie bei den mRNA-Impfstoffen – ein bestimmtes Virusprotein herstellt. Auch bei diesen Impfstoffen ist es das Spike-Protein. Als Trägerviren werden für den Menschen harmlose Viren verwendet. Diese machen also nicht krank. Sie sind außerdem so verändert, dass sie sich im Menschen nicht mehr vermehren können. Nachdem der Bauplan für das Spike-Protein mithilfe des Trägervirus in einige Zellen der geimpften Person gelangt ist, wird das Spike-Protein dort hergestellt und löst eine Immunantwort aus.

Interessant zu wissen: Das Spike-Protein des SARS-CoV-2 wurde von den meisten Impfstoffherstellern als Antigen ausgewählt – also als Protein, welches die Immunreaktion anregt. Das Virus benötigt das Spike-Protein für den Eintritt in die menschliche Zelle. Es sitzt an der Oberfläche des Virus und kann somit schnell vom Immunsystem erkannt werden.

Vertiefende Informationen dazu, welche COVID-19-Impfstoffe in der Europäischen Union zugelassen sind, finden Sie auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Wie wirksam sind die COVID-19-Impfstoffe?

In der Regel tritt die Wirkung einer Impfung 10 bis 14 Tage nach der Verabreichung ein. Man ist also nicht sofort geschützt, sobald man die Impfung erhalten hat.

Schutz vor einer COVID-19-Erkrankung

Um die vollständige Schutzwirkung zu erreichen, sind bei den meisten COVID-19-Impfstoffen zwei Impfdosen nötig. Man gilt erst ab 2 Wochen nach der letzten Impfung als geschützt. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung unterscheidet sich bei den verschiedenen Impfstoffen. Bei einigen sind es nur wenige Wochen, bei anderen bis zu einem Vierteljahr.

Wie lange der Impfschutz anhält, ist noch nicht bekannt. Ob und wann eine Auffrischungsimpfung nötig wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von der Veränderung des Erregers und der Wirkweise des Impfstoffs.

Die bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe schützen nach der vollständigen Impfung mit 65 bis 95 Prozent gut davor, überhaupt an COVID-19 zu erkranken. Der Schutz vor schweren Verläufen ist sogar noch besser.

Alle bisher zugelassenen Impfstoffe zeigen eine hohe Wirksamkeit und bieten einen guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung.

Ansteckung und Übertragung trotz Impfung

Die Impfungen schützen zwar davor, schwer an COVID-19 zu erkranken, eine Infektion ohne oder mit leichten Symptomen ist jedoch manchmal noch möglich. Daher stellt sich die Frage, ob geimpfte Menschen dann für ungeimpfte Personen ansteckend sind. Bisherigen Daten zufolge ist davon auszugehen, dass Personen, die sich trotz Impfung mit SARS-CoV-2 infizieren, weniger Viren ausscheiden und auch der Zeitraum der Virusausscheidung verkürzt ist. Daher gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass geimpfte Personen weniger ansteckend sind als ungeimpfte und damit auch das Risiko einer Virusübertragung geringer ist.

Wichtig zu wissen: Da Ansteckungen mit SARS-CoV-2 auch nach vollständiger Impfung nicht vollständig ausgeschlossen werden können, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), die allgemeinen Schutzmaßnahmen weiterhin einzuhalten. Dazu gehören im Alltag Maske tragen, Hygieneregeln beachten, Abstand halten und regelmäßiges Lüften.

Schutz vor Virusvarianten

Dass Viren sich mit der Zeit verändern, also mutieren, ist ein natürlicher Vorgang. Die Impfungen werden aber nicht automatisch unwirksam gegen diese Virusvarianten. Ob und in welchem Maße die Impfstoffe unwirksam werden, hängt vor allem davon ab, wie stark und an welchen Stellen sich das Spike-Protein verändert – also ob der menschliche Körper anhand der Informationen zum Spike-Protein aus der Impfung noch das „echte“ Spike-Protein des Virus erkennen kann. Bei der erstmals in Großbritannien aufgetretenen Variante B.1.1.7 (Alpha) ist das der Fall. Die Mutationen dieser Variante haben daher einen geringen Einfluss auf die Impfwirkung. Auch für die Variante B.1.617 (Delta), die zuerst in Indien auftrat, liegen bereits Daten vor, die darauf hinweisen, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe nach vollständiger Impfung nur wenig beeinträchtigt ist. Nach einer unvollständigen Impfserie ist die Wirksamkeit gegen die Delta-Variante jedoch deutlich herabgesetzt. Um eine gute Schutzwirkung zu erreichen, ist es daher wichtig, alle Impftermine wahrzunehmen.

Welchen Einfluss andere Varianten auf die Wirksamkeit der Impfungen haben, ist noch nicht sicher. Allerdings scheinen die Impfstoffe auch bei veränderten Viren zumindest schwere Verläufe zu verhindern. Sobald beobachtet wird, dass die Impfstoffe gegen bestimmte Varianten nicht mehr ausreichend wirksam sind, können die Impfstoffhersteller zumindest die mRNA-Impfstoffe innerhalb weniger Wochen so anpassen, dass sie wieder einen wirksamen Schutz bieten. Sofern es sich um geringfügige Veränderungen handelt, sind für die Zulassung eines angepassten Impfstoffs weniger Tests als bei einer Neuzulassung erforderlich. Das führt zu einem erheblichen Zeitgewinn.

Sind die COVID-19-Impfstoffe trotz der schnellen Entwicklung sicher?

Generell werden in der Europäischen Union keine Medikamente oder Impfstoffe zugelassen, ohne dass sie vorher eingehend und kritisch von Expertinnen und Experten geprüft wurden. Das Zulassungsverfahren wird von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) koordiniert. Die Abkürzung EMA leitet sich vom englischen Namen European Medicines Agency ab. Die Zulassung erfolgt durch die Europäische Kommission. Dass die Entwicklung und die Zulassung der COVID-19-Impfstoffe schneller als gewöhnlich erfolgten, ist vor allem auf folgende fünf Gründe zurückzuführen:

Weltweite Bedrohung der öffentlichen Gesundheit

Tausende Forscherteams und Pharmaunternehmen aus aller Welt haben sich auf die Erforschung des Virus und die Entwicklung eines Impfstoffs fokussiert. Unter normalen Umständen arbeiten deutlich weniger Menschen und Unternehmen an einem einzigen Krankheitserreger. Sicherlich war für viele Unternehmen auch der finanzielle Anreiz ein wichtiger Punkt. Die Finanzierung der Impfstoffentwicklung ist unter nicht pandemischen Umständen deutlich schwieriger.

Erfahrungen aus früheren Coronavirus-Epidemien

Die Erforschung des 2003 aufgetretenen SARS-Coronavirus-1 und des seit 2012 auftretenden MERS-Coronavirus hat grundlegende Erkenntnisse zu Coronaviren geschaffen. Auch neue Forschungsmethoden konnten etabliert werden, von denen die Wissenschaft und die Pharmaunternehmen heute profitieren.

Neuartige Impfstoffverfahren

Vor allem die mRNA-Impfstoffe sind einfach und schnell im Labor herzustellen. Für herkömmliche Impfstoffe ist es oft notwendig, große Mengen an Viren oder Virusbestandteilen zu produzieren. Dafür braucht es große Produktionskapazitäten, viel Zeit und auch Geld. Daher ist die Entwicklung und Herstellung von herkömmlichen Impfstoffen oft ein langwieriger Prozess. Anders ist es bei den neuen mRNA-Impfstoffen.

Rolling-Review-Verfahren

Dieses Zulassungsverfahren kommt bei der EMA zum Einsatz, wenn Arzneimittel oder Impfstoffe dringend benötigt werden – beispielsweise bei einer akuten gesundheitlichen Bedrohung durch eine Pandemie. Hierbei bewerten die Expertenteams die Studiendaten in mehreren Etappen, sobald diese vorliegen. Es werden keine sicherheitsrelevanten Prüfschritte ausgelassen, aber Prozesse verschlankt und zeitgleich durchgeführt. Im Standardverfahren läuft es anders: Dort wird abgewartet, bis alle benötigten Daten vollständig sind und erst dann beginnen die Fachleute mit der Prüfung und Bewertung. Das Rolling-Review-Verfahren ermöglicht es, in relativ kurzer Zeit über eine (bedingte) Zulassung zu entscheiden. Trotz des beschleunigten Prozesses wird die Prüfung der Daten genauso sorgfältig durchgeführt wie im Standardverfahren. Die Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit bleiben unverändert hoch.

Bedingte Zulassung

Bisher haben die Impfstoffe von der EMA ausschließlich eine bedingte Zulassung erhalten. Diese ist nur für ein Jahr gültig und bringt gewisse Verpflichtungen für den Hersteller mit sich. Das heißt, es müssen noch Studien eingeleitet oder abgeschlossen werden, um offene Fragen zu klären. Wenn die Verpflichtungen erfüllt werden und alle relevanten Daten vorliegen, kann eine bedingte Zulassung in eine reguläre Zulassung umgewandelt werden.

Interessant zu wissen: Auch für eine bedingte Zulassung sind die Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit sehr hoch.

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen können auftreten?

Die Sicherheit von Medikamenten und Impfstoffen wird durch die Anzahl und Art der auftretenden Beschwerden nach der Impfung definiert. Es wird dabei zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen unterschieden. Generell gelten alle zugelassenen Impfstoffe als sicher und schwere Nebenwirkungen traten bisher nur sehr selten auf.

Impfreaktionen

Nach Impfungen gegen COVID-19 kommt es oft zu leichten Beschwerden, die zeitnah auftreten und nur wenige Tage anhalten. Man spricht hier von Impfreaktionen. Dazu gehören Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle sowie grippeähnliche Beschwerden wie Schüttelfrost, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Auch generelles Unwohlsein und Übelkeit sind möglich.

Eine Impfreaktion ist in der Regel nicht besorgniserregend, sondern ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem wie gewünscht aktiviert wurde. Meist verschwindet eine Impfreaktion nach wenigen Tagen wieder.

Eine Impfreaktion ist in der Regel nicht besorgniserregend, sondern ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem wie gewünscht aktiviert wurde.

Zu unbedenklichen Impfreaktionen kommt es nach der Verabreichung von allen bisher verwendeten COVID-19-Impfstoffen recht häufig. Bei anderen Menschen bleiben sie dagegen aus. Was aber nicht bedeutet, dass die Impfung weniger effektiv ist.

Nebenwirkungen

Nach Verabreichung der Vektorimpfstoffe der Firmen AstraZeneca und Janssen Cilag International/Johnson & Johnson sind in seltenen Fällen Blutgerinnsel aufgetreten – sogenannte Thrombosen. Gleichzeitig kam es dann auch zu einer Verringerung der Blutplättchenzahl, was Fachleute als Thrombozytopenie bezeichnen. Teilweise traten die Blutgerinnsel an eher ungewöhnlichen Stellen auf, zum Beispiel als Sinusvenenthrombosen im Gehirn.

Bei Blutgerinnseln in Verbindung mit einer verringerten Blutplättchenzahl handelt es sich um eine schwere Nebenwirkung, die lebensbedrohlich werden kann. Mögliche Anzeichen dafür sind:

  • Kurzatmigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Schwellungen in Armen oder Beinen
  • starke, anhaltende Kopfschmerzen
  • punktförmige Hauteinblutungen

Insbesondere dann, wenn diese Symptome nach dem Abklingen der Impfreaktion auftreten – also etwa 4 bis 16 Tage nach der Impfung –, ist Vorsicht geboten. In diesem Fall sollte man umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Wichtig zu wissen: Blutgerinnsel traten überwiegend bei jüngeren Personen unter 55 Jahren auf. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung mit den Präparaten von AstraZeneca und Janssen Cilag International/Johnson & Johnson nur für Menschen über 60 Jahre.

Nach der Gabe der mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna kam es sehr selten zur Entwicklung von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen. Diese traten meistens innerhalb von 2 Wochen nach Verabreichung des Impfstoffs auf, meist nach der zweiten Impfung und häufiger bei jüngeren Männern.

Zudem kann jeder Impfstoff – wie andere Arzneimittel auch – bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Je nach Stärke der Reaktion kann es sich dann um eine leichte oder auch schwere Nebenwirkung handeln. 

Allergische Reaktionen treten in der Regel sehr schnell auf. Um sie schnellstmöglich gezielt behandeln zu können, ist bei allen Impfstoffen eine Nachbeobachtungszeit von mindestens 15 Minuten vorgesehen. Wenn nach der ersten Impfdosis schwere allergische Reaktionen aufgetreten sind, sollte man für die zweite Dosis einen alternativen Impfstoff erwägen.

Wichtig zu wissen: Personen, bei denen eine Allergie gegen bestimmte Inhaltsstoffe eines Impfstoffs bekannt sind, sollten sich vor einer COVID-19-Impfung in einem allergologischen Zentrum beraten lassen.

Wer kann sich gegen COVID-19 impfen lassen?

Nachdem mittlerweile ein Großteil von Personen der Risikogruppen geimpft und die Impfpriorisierung aufgehoben worden ist, kann sich prinzipiell jede Person ab 12 Jahren gegen COVID-19 impfen lassen kann. Jugendliche bis 18 Jahren erhalten ausschließlich die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna.

Wer sich oder sein Kind impfen lassen möchte, kann dies in einem Impfzentrum tun oder in einer hausärztlichen sowie kinder- und fachärztlichen Praxis. Auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte dürfen Angestellte gegen COVID-19 impfen. Zudem sind mancherorts mobile Impfteams im Einsatz.

Auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung finden Sie eine Auflistung der Anlaufstellen, geordnet nach Bundesländern.

Wer sollte sich zunächst nicht impfen lassen? 

Generell gelten die in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffe als sehr sicher. Daher wird den meisten Bürgerinnen und Bürgern eine Impfung empfohlen.

Zur Anwendung der COVID-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. In Einzelfällen kann Schwangeren mit Vorerkrankungen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung oder eine Ansteckung haben, nach einer ärztlichen Beratung eine Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel angeboten werden. 

Wichtig zu wissen: Frauen mit Kinderwunsch, die bisher noch nicht schwanger sind, können sich ohne Bedenken gegen COVID-19 impfen lassen. Die Impfung beeinträchtigt die Fruchtbarkeit nicht.

Sollten sich auch Genesene impfen lassen?

Für Personen, die in der Vergangenheit mit SARS-CoV-2 infiziert waren – nachgewiesen durch einen positiven PCR-Test – empfiehlt die STIKO eine COVID-19-Impfung. Diese sollte frühestens 6 Monate nach der Genesung erfolgen. Unabhängig von dem verwendeten Impfstoff benötigen Genesene nur eine einzige Impfdosis. Eine erste Immunantwort wurde bei diesen Personen bereits durch die Infektion erzielt, sodass die Erstimpfung bei ihnen als Auffrischungsimpfung dient.

Wo kann ich mich noch informieren?

Ausführliche Informationen zur COVID-19-Impfung finden Sie auf zusammengegencorona.de – eine Website des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

Gebündelte Informationen rund um das Thema Impfen, Impfstoffforschung und COVID-19-Impfung bietet das „Das Impfbuch für alle“ – eine Broschüre des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie ist kostenfrei in Apotheken und online erhältlich.

Der COVID-Cube – eine interaktive Entscheidungshilfe des Deutschen Netwerks Gesundheitskompetenz e.V. – unterstützt dabei, die Vor- und Nachteile der COVID-19-Impfung abzuwägen.

In Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI). Stand:

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