COVID-19-Impfung: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Die schnelle Entwicklung der COVID-19-Impfstoffe weckt Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie. Sie verunsichert aber auch viele Menschen, weil es sich um teils neuartige Impfverfahren handelt. Wie funktionieren die Impfungen? Wie gut schützen die Impfungen? Und wie sicher sind sie?

Auf einen Blick

  • Impfungen leisten einen wichtigen Beitrag, um die COVID-19-Pandemie einzudämmen.
  • In Deutschland und der EU sind mehrere Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen.
  • Alle zugelassenen Impfstoffe haben eine gute Wirksamkeit. Insbesondere vor schweren Verläufen schützen sie zuverlässig.
  • Auch gelten alle Impfstoffe als sicher. Schwere Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf.
  • Seit dem Wegfall der Impfpriorisierung kann sich jede Person ab 18 Jahren gegen COVID-19 impfen lassen – sofern ausreichend Impfstoff vorhanden ist.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch möglich, Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren zu impfen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

COVID-19 Impfung: Eine Ärztin impft eine ältere Dame durch eine Injektion in den Oberarm. Beide tragen einen Mund-Nasen-Schutz.

Wie tragen COVID-19-Impfungen zum Ende der Pandemie bei?

Die COVID-19-Pandemie ist eine außergewöhnliche Situation, wie sie die meisten Menschen noch nicht erlebt haben. Das Coronavirus SARS-CoV-2 verlangt den Menschen und der Gesellschaft immer noch einiges ab. Der Wunsch nach einem baldigen Ende der Pandemie wird daher immer größer. Impfungen tragen entscheidend zur Eindämmung bei.

Wichtig zu wissen: Mit einer Impfung schützt man sich und andere Menschen – insbesondere jene, die sich aufgrund bestimmter Vorerkrankungen oder Lebensumstände nicht impfen lassen können  – vor einer schweren COVID-19-Erkrankung.

In der Regel dauert es mehrere Jahre oder Jahrzehnte bis zur Zulassung eines neuen Impfstoffs. Die aktuelle, außergewöhnliche Situation hat jedoch auch zu außergewöhnlichen Leistungen in der Forschung geführt. Nur etwa ein Jahr nach Beginn der Pandemie wurden bereits mehrere Impfstoffe in Deutschland und vielen anderen Ländern zugelassen. Das weckt zum einen Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie. Zum anderen verunsichert die schnelle Entwicklung und Zulassung der COVID-19-Impfstoffe viele Menschen.

Bei den mRNA-Impfstoffen handelt es sich um eine recht neue Technologie. Diese genbasierten Impfstoffe haben einen entscheidenden Vorteil: Sie können im Vergleich zu herkömmlichen Impfstoffen kurzfristig entwickelt und in großen Mengen produziert werden. Das macht sie zu idealen Impfstoffkandidaten für eine Pandemie. Auch wurde der Zulassungsprozess beschleunigt. Man nennt dies in der Europäischen Union „Rolling-Review-Verfahren“. Es kommt dann zum Einsatz, wenn Arzneimittel oder Impfstoffe im Kampf gegen eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit dringend benötigt werden. Auch wenn bei diesem Verfahren einiges schneller geht, haben Qualität und Sicherheit oberste Priorität.

Wie funktioniert eine Impfung?

Im folgenden Video erfahren Sie, wie eine Impfung funktioniert.

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Welche Impfstoffe gegen COVID-19 gibt es und wie funktionieren sie?

In Deutschland und der Europäischen Union wurden bereits mehrere Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen. Man unterscheidet zwischen mRNA-Impfstoffen und Vektorimpfstoffen.

mRNA-Impfstoffe

Bei einigen Impfstoffen, zum Beispiel denen der Firmen BioNTech/Pfizer (Comirnaty) und Moderna (COVID-19 Vaccine Moderna), handelt es sich um mRNA-Impfstoffe. Das ist eine neuartige Klasse von Impfstoffen aus der Gruppe der genbasierten Impfstoffe. mRNA-Impfstoffe werden zwar seit 25 Jahren erforscht, bisher wurde jedoch keiner davon zugelassen. Diese Impfstoffe haben, wie auch andere genbasierte Impfstoffe, den großen Vorteil, dass sie sich recht schnell und kostengünstig im Labor herstellen lassen.

Vom Prinzip her sind alle mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 sehr ähnlich. Sie bestehen aus Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA), einem natürlichen Bestandteil jeder Zelle. Die mRNA einer Körperzelle enthält den Bauplan für Körperbausteine. Im Fall der Impfstoffe enthält die mRNA jedoch den Bauplan für ein bestimmtes Merkmal des Coronavirus SARS-CoV-2 – das sogenannte Spike-Protein. Diesen Teil der Erbinformation übermittelt sie an die Körperzelle. Der Bauplan für das Spike-Protein wird in Nanopartikel verpackt. Das sind winzige Fettpartikel, die in der Lage sind, in Körperzellen einzutreten. In Studien wurde bereits gezeigt, dass von den Nanopartikeln keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgeht.

Nach der Impfung stellen Körperzellen mithilfe des Bauplans das Spike-Protein selbst her. Das dem Körper bis dahin unbekannte Spike-Protein löst dann eine Immunantwort aus: Das Immunsystem wird aktiviert, greift das Spike-Protein an und speichert die Informationen zur Bekämpfung des Spike-Proteins ab. Kommt die geimpfte Person später einmal mit dem Spike-Protein des echten Virus in Kontakt, kann das Immunsystem schnell und zielgerichtet reagieren.

Wichtig zu wissen: Die mRNA aus den Impfstoffen ist im menschlichen Körper nicht lange stabil und wird schnell abgebaut. Eine weitere Produktion des Spike-Proteins ist nach dem Abbau der mRNA nicht mehr möglich. Dies gilt auch für die Vektorimpfstoffe: Hier ist nach dem Abbau der von den Vektorviren übertragenen Erbinformation ebenfalls keine weitere Produktion des Spike-Proteins möglich.

Was eine mRNA-Impfung ist und wie die mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 funktionieren, wird anschaulich in diesem Video des Robert Koch-Instituts erklärt.

Vektorimpfstoffe

Bei anderen COVID-19-Impfstoffen – beispielsweise dem Impfstoff Vaxzevria der Firma AstraZeneca und dem Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen vom Hersteller Janssen Cilag International/Johnson & Johnson – handelt es sich um Vektorimpfstoffe.

Der Begriff „Vektor“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Träger“. Ein Vektorimpfstoff benutzt also einen Träger für den Bauplan, den die geimpfte Person erhalten soll. Der Träger ist in der Regel ein Virus, welches für den Menschen ungefährlich ist. Das Prinzip der Vektorimpfstoffe ist ebenfalls relativ modern. Anders als bei den mRNA-Impfstoffen wurden in der Vergangenheit bereits zwei Vektorimpfstoffe zugelassen, unter anderem gegen das Ebolavirus.

Ziel eines Vektorimpfstoffs ist, dass der Körper der geimpften Person – ähnlich wie bei den mRNA-Impfstoffen – ein bestimmtes Virusprotein herstellt. Auch bei diesen Impfstoffen ist es das Spike-Protein. Als Trägerviren werden für den Menschen harmlose Viren verwendet. Diese machen also nicht krank. Sie sind außerdem so verändert, dass sie sich im Menschen nicht mehr vermehren können. Nachdem der Bauplan für das Spike-Protein mithilfe des Trägervirus in einige Zellen der geimpften Person gelangt ist, wird das Spike-Protein dort hergestellt und löst eine Immunantwort aus.

Interessant zu wissen: Das Spike-Protein des SARS-CoV-2 wurde von den meisten Impfstoffherstellern als Antigen ausgewählt – also als Protein, welches die Immunreaktion anregt. Das Virus benötigt das Spike-Protein für den Eintritt in die menschliche Zelle. Es sitzt an der Oberfläche des Virus und kann somit schnell vom Immunsystem erkannt werden.

Vertiefende Informationen dazu, welche COVID-19-Impfstoffe in der Europäischen Union zugelassen sind, finden Sie auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Wie wirksam sind die COVID-19-Impfstoffe?

In der Regel tritt die Wirkung einer Impfung 10 bis 14 Tage nach der Verabreichung ein. Man ist also nicht sofort geschützt, sobald man die Impfung erhalten hat.

Schutz vor einer COVID-19-Erkrankung

Um die vollständige Schutzwirkung zu erreichen, sind bei den meisten COVID-19-Impfstoffen zwei Impfdosen nötig. Man gilt erst ab 2 Wochen nach der letzten Impfung als geschützt. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung unterscheidet sich bei den verschiedenen Impfstoffen. Bei einigen sind es nur wenige Wochen, bei anderen bis zu einem Vierteljahr.

Wie lange der Impfschutz anhält, ist noch nicht bekannt. Ob und wann eine Auffrischungsimpfung nötig wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von der Veränderung des Erregers und der Wirkweise des Impfstoffs.

Die bisher zugelassenen Impfstoffe zeigen nach der vollständigen Impfung mit 65 bis 95 Prozent gute Schutzwirkungen gegen eine COVID-19-Erkrankung. Der Schutz vor schweren Verläufen ist sogar noch besser.

Alle bisher zugelassenen Impfstoffe zeigen eine hohe Wirksamkeit und bieten einen guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung.

Ansteckung und Übertragung trotz Impfung

Die Impfungen schützen zwar davor, schwer an COVID-19 zu erkranken, eine Infektion ohne oder mit leichten Symptomen ist jedoch manchmal noch möglich. Daher stellt sich die Frage, ob diese Menschen dann für ungeimpfte Personen ansteckend sind. Geimpfte und trotzdem infizierte Personen scheiden in der Regel weniger Viren aus und auch der Zeitraum der Virusausscheidung ist verkürzt. Daher gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass sie weniger ansteckend sind als ungeimpfte Personen. Damit wird das Risiko einer Übertragung des Virus von geimpften auf ungeimpfte Personen als gering eingeschätzt.

Wichtig zu wissen: Da Ansteckungen mit SARS-CoV-2 auch nach vollständiger Impfung nicht vollständig ausgeschlossen werden können, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), die allgemeinen Schutzmaßnahmen weiterhin einzuhalten. Dazu gehören im Alltag Maske tragen, Hygieneregeln beachten, Abstand halten und regelmäßiges Lüften.

Schutz vor Virusvarianten

Dass Viren sich mit der Zeit verändern, also mutieren, ist ein natürlicher Vorgang. Die Impfungen werden aber nicht automatisch unwirksam gegen diese Virusvarianten. Ob die Impfstoffe unwirksam werden, hängt vor allem davon ab, wie stark und an welchen Stellen sich das Spike-Protein verändert – also ob der menschliche Körper anhand der Informationen zum Spike-Protein aus der Impfung noch das „echte“ Spike-Protein des Virus erkennen kann. Bei der erstmals in Großbritannien aufgetretenen Variante B.1.1.7 (Alpha) ist das der Fall. Die Mutationen dieser Variante haben daher einen geringen Einfluss auf die Impfwirkung. Auch für die Variante B.1.617 (Delta), die zuerst in Indien auftrat, liegen bereits Daten vor, die darauf hinweisen, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe nach vollständiger Impfung nur wenig beeinträchtigt ist. Nach einer unvollständigen Impfserie ist die Wirksamkeit gegen die Delta-Variante jedoch deutlich herabgesetzt. Um eine gute Schutzwirkung zu erreichen, ist es daher wichtig, alle Impftermine wahrzunehmen.

Welchen Einfluss andere Varianten auf die Wirksamkeit der Impfungen haben, ist noch nicht sicher. Allerdings scheinen die Impfstoffe auch bei veränderten Viren zumindest schwere Verläufe zu verhindern. Sobald beobachtet wird, dass die Impfstoffe gegen bestimmte Varianten nicht mehr ausreichend wirksam sind, können die Impfstoffhersteller zumindest die mRNA-Impfstoffe innerhalb weniger Wochen so anpassen, dass sie wieder einen wirksamen Schutz bieten. Sofern es sich um geringfügige Veränderungen handelt, sind für die Zulassung eines angepassten Impfstoffs weniger Tests als bei einer Neuzulassung erforderlich. Das führt zu einem erheblichen Zeitgewinn.

Sind die COVID-19-Impfstoffe trotz der schnellen Entwicklung sicher?

Generell werden in der Europäischen Union keine Medikamente oder Impfstoffe zugelassen, ohne dass sie vorher eingehend und kritisch von Expertinnen und Experten geprüft wurden. Das Zulassungsverfahren wird von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) koordiniert. Die Abkürzung EMA leitet sich vom englischen Namen European Medicines Agency ab. Die Zulassung erfolgt durch die Europäische Kommission. Dass die Entwicklung und die Zulassung der COVID-19-Impfstoffe schneller als gewöhnlich erfolgten, ist vor allem auf folgende fünf Gründe zurückzuführen:

Weltweite Bedrohung der öffentlichen Gesundheit

Tausende Forscherteams und Pharmaunternehmen aus aller Welt haben sich auf die Erforschung des Virus und die Entwicklung eines Impfstoffs fokussiert. Unter normalen Umständen arbeiten deutlich weniger Menschen und Unternehmen an einem einzigen Krankheitserreger. Sicherlich war für viele Unternehmen auch der finanzielle Anreiz ein wichtiger Punkt. Die Finanzierung der Impfstoffentwicklung ist unter nicht pandemischen Umständen deutlich schwieriger.

Erfahrungen aus früheren Coronavirus-Epidemien

Die Erforschung des 2003 aufgetretenen SARS-Coronavirus-1 und des 2012 aufgetretenen MERS-Coronavirus hat grundlegende Erkenntnisse zu Coronaviren geschaffen. Auch neue Forschungsmethoden konnten etabliert werden, von denen die Wissenschaft und die Pharmaunternehmen heute profitieren.

Neuartige Impfstoffverfahren

Vor allem die mRNA-Impfstoffe sind einfach und schnell im Labor herzustellen. Für herkömmliche Impfstoffe ist es oft notwendig, große Mengen an Viren oder Virusbestandteilen zu produzieren. Dafür braucht es große Produktionskapazitäten, viel Zeit und auch Geld. Daher ist die Entwicklung und Herstellung von herkömmlichen Impfstoffen oft ein langwieriger Prozess. Anders ist es bei den neuen mRNA-Impfstoffen.

Rolling-Review-Verfahren

Dieses Zulassungsverfahren kommt bei der EMA zum Einsatz, wenn Arzneimittel oder Impfstoffe dringend benötigt werden – beispielsweise bei einer akuten gesundheitlichen Bedrohung durch eine Pandemie. Hierbei bewerten die Expertenteams die Studiendaten in mehreren Etappen, sobald diese vorliegen. Es werden keine sicherheitsrelevanten Prüfschritte ausgelassen, aber Prozesse verschlankt und zeitgleich durchgeführt. Im Standardverfahren läuft es anders: Dort wird abgewartet, bis alle benötigten Daten vollständig sind und erst dann beginnen die Fachleute mit der Prüfung und Bewertung. Das Rolling-Review-Verfahren ermöglicht es, in relativ kurzer Zeit über eine (bedingte) Zulassung zu entscheiden. Trotz des beschleunigten Prozesses wird die Prüfung der Daten genauso sorgfältig durchgeführt wie im Standardverfahren. Die Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit bleiben unverändert hoch.

Bedingte Zulassung

Bisher haben die Impfstoffe von der EMA ausschließlich eine bedingte Zulassung erhalten. Diese ist nur für ein Jahr gültig und bringt gewisse Verpflichtungen für den Hersteller mit sich. Das heißt, es müssen noch Studien eingeleitet oder abgeschlossen werden, um offene Fragen zu klären. Wenn die Verpflichtungen erfüllt werden und alle relevanten Daten vorliegen, kann eine bedingte Zulassung in eine reguläre Zulassung umgewandelt werden.

Interessant zu wissen: Auch für eine bedingte Zulassung sind die Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit sehr hoch.

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen können auftreten?

Die Sicherheit von Medikamenten und Impfstoffen wird durch die Anzahl und Art der auftretenden Beschwerden nach der Impfung definiert. Es wird dabei zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen unterschieden. Generell gelten alle zugelassenen Impfstoffe als sicher und schwere Nebenwirkungen traten bisher nur sehr selten auf.

Impfreaktionen

Nach Impfungen gegen COVID-19 kommt es oft zu leichten Beschwerden, die zeitnah auftreten und nur wenige Tage anhalten. Man spricht hier von Impfreaktionen. Dazu gehören Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle sowie grippeähnliche Beschwerden wie Schüttelfrost, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Auch generelles Unwohlsein und Übelkeit sind möglich.

Eine Impfreaktion ist in der Regel nicht besorgniserregend, sondern ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem wie gewünscht aktiviert wurde. Meist verschwindet eine Impfreaktion nach wenigen Tagen wieder.

Eine Impfreaktion ist in der Regel nicht besorgniserregend, sondern ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem wie gewünscht aktiviert wurde.

Zu unbedenklichen Impfreaktionen kommt es nach der Verabreichung von allen bisher verwendeten COVID-19-Impfstoffen recht häufig. Bei anderen Menschen bleiben sie dagegen aus. Warum einige Menschen stärker als andere auf die Impfung reagieren, ist noch nicht geklärt. Aber weder ein Ausbleiben noch ein Auftreten von Impfreaktionen sind Grund zur Sorge.

Nebenwirkungen

Nach Verabreichung der Vektorimpfstoffe der Firmen AstraZeneca und Janssen Cilag International/Johnson & Johnson sind in seltenen Fällen Blutgerinnsel aufgetreten – sogenannte Thrombosen. Gleichzeitig kam es dann auch zu einer Verringerung der Blutplättchenzahl, was Fachleute als Thrombozytopenie bezeichnen. Teilweise traten die Blutgerinnsel an eher ungewöhnlichen Stellen auf, zum Beispiel als Sinusvenenthrombosen im Gehirn.

Bei Blutgerinnseln in Verbindung mit einer verringerten Blutplättchenzahl handelt es sich um eine schwere Nebenwirkung, die lebensbedrohlich werden kann. Mögliche Anzeichen dafür sind:

  • Kurzatmigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Schwellungen in Armen oder Beinen
  • starke, anhaltende Kopfschmerzen
  • punktförmige Hauteinblutungen

Insbesondere dann, wenn diese Symptome nach dem Abklingen der Impfreaktion auftreten – also etwa 4 bis 16 Tage nach der Impfung –, ist Vorsicht geboten. In diesem Fall sollte man umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Wichtig zu wissen: Blutgerinnsel traten überwiegend bei jüngeren Personen unter 55 Jahren auf. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung mit den Präparaten von AstraZeneca und Janssen Cilag International/Johnson & Johnson nur für Menschen über 60 Jahre.

Jeder Impfstoff kann – wie andere Arzneimittel auch – bei bestimmten Personen allergische Reaktionen hervorrufen. Je nach Stärke der Reaktion kann es sich dann um eine leichte oder auch schwere Nebenwirkung handeln. Bei dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer sind bei einigen Menschen schwere allergische Reaktionen aufgetreten. Daher rät das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Personen, bei denen eine Allergie gegen bestimmte Inhaltsstoffe des Impfstoffs bekannt ist, sich nicht mit diesem Impfstoff impfen zu lassen.

Allergische Reaktionen treten in der Regel sehr schnell auf. Um sie schnellstmöglich gezielt behandeln zu können, ist bei allen Impfstoffen eine Nachbeobachtungszeit von mindestens 15 Minuten vorgesehen. Wenn nach der ersten Impfdosis schwere allergische Reaktionen aufgetreten sind, sollte man für die zweite Dosis einen alternativen Impfstoff erwägen.

Wer wird wann und wo gegen COVID-19 geimpft?

Inzwischen haben viele Menschen in Deutschland schon eine oder sogar zwei Impfungen erhalten. Bei der Verteilung der Impfstoffe wurden sowohl das Risiko für einen schweren Verlauf – beispielsweise aufgrund des Alters und bestehender Vorerkrankungen – als auch das Ansteckungsrisiko bestimmter Personengruppen berücksichtigt. Aus diesen Risikogruppen wurde bereits ein Großteil der Personen geimpft, sodass die Impfpriorisierung nun bundesweit aufgehoben werden konnte. Das bedeutet, dass sich jetzt prinzipiell jede Person ab 18 Jahren gegen COVID-19 impfen lassen kann.

Aufgrund begrenzter Liefermengen wird jedoch nicht jeder sofort geimpft werden können. Voraussichtlich wird es bis zum Ende des Sommers dauern, bis jeder ein Impfangebot bekommen hat. Jugendliche bis 18 Jahren erhalten ausschließlich den Impfstoff von BioNTech/Pfizer.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen, da bei ihnen ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf anzunehmen ist. Auch für Kinder, die engen Kontakt zu Menschen mit einem hohen Erkrankungsrisiko und geringem Immunschutz haben, wird die Impfung gegen COVID-19 empfohlen. Für Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe ohne Vorerkrankungen empfiehlt die STIKO derzeit allgemein keine Impfung gegen COVID-19, sie ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz möglich. 

Anfangs erfolgten die Impfungen hauptsächlich in den Impfzentren, inzwischen kann man die Impfung auch bei seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt bekommen. Dort kann man sich auf die Warteliste setzen lassen. Auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte dürfen Angestellte gegen COVID-19 impfen.

Die Terminvergabe in den Impfzentren wird von den Bundesländern unterschiedlich organisiert. In einigen Bundesländern wird man, wenn man an der Reihe ist, per Brief eingeladen, einen Termin zu vereinbaren. In anderen Bundesländern muss man sich selbst um einen Termin kümmern, beispielsweise über eine Hotline oder ein Online-Buchungssystem.

Auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung finden Sie eine Auflistung der Anlaufstellen, geordnet nach Bundesländern.

Wer sollte sich zunächst nicht impfen lassen? 

Generell gelten die zugelassenen COVID-19-Impfstoffe als sehr sicher. Daher wird den meisten Menschen eine Impfung empfohlen.

Zur Anwendung der COVID-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. In Einzelfällen kann Schwangeren mit Vorerkrankungen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung oder eine Ansteckung haben, nach einer ärztlichen Beratung eine Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel angeboten werden. Bei sehr alten oder kranken Menschen in einem schlechten Allgemeinzustand sollte die Impffähigkeit ebenfalls vorab ärztlich geprüft werden.

Wichtig zu wissen: Frauen mit Kinderwunsch, die bisher noch nicht schwanger sind, können sich ohne Bedenken gegen COVID-19 impfen lassen. Die Impfung beeinträchtigt die Fruchtbarkeit nicht.

Sollten sich auch Genesene impfen lassen?

Für Personen, die in der Vergangenheit mit SARS-CoV-2 infiziert waren – nachgewiesen durch einen positiven PCR-Test – empfiehlt die STIKO eine COVID-19-Impfung frühestens 6 Monate nach der Genesung. Unabhängig von dem verwendeten Impfstoff benötigen Genesene nur eine einzige Impfdosis. Eine erste Immunantwort wurde bei diesen Personen bereits durch die Infektion erzielt, sodass die Erstimpfung bei ihnen als Auffrischungsimpfung dient.

Wo kann ich mich noch informieren?

Ausführliche Informationen zur COVID-19-Impfung finden Sie auf zusammengegencorona.de – eine Website des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

Gebündelte Informationen rund um das Thema Impfen, Impfstoffforschung und COVID-19-Impfung bietet das „Das Impfbuch für alle“ – eine Broschüre des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie ist kostenfrei in Apotheken und online erhältlich.

Um die Risiken und den Nutzen einer COVID-19-Impfung bei Kindern abzuwägen, hat das Robert Koch-Institut ein Informationsblatt für Eltern sowie Kinderärztinnen und Kinderärzte veröffentlicht.

In Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI). Stand:

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