Karies

Wer oft Süßes isst und nicht ausreichend die Zähne putzt, begünstigt dadurch Karies. Bakterien im Zahnbelag können dann die Zähne schädigen. Dies kann schmerzhaft sein und zu Zahnverlust führen. Heute ist Karies deutlich seltener als noch vor einigen Jahrzehnten.

Auf einen Blick

  • Karies entsteht durch Bakterien im Zahnbelag, süße Lebensmittel und mangelnde Mundhygiene.
  • Karies schädigt die Zähne, kann schmerzhaft sein und bis zum Zahnverlust führen.
  • Karies zeigt sich zunächst durch weißliche oder bräunliche Flecken auf den Zähnen.
  • In Deutschland haben etwa acht von zehn zwölfjährigen Kindern keine Karies.
  • Regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta und eine zuckerarme Ernährung tragen dazu bei, Karies zu verhindern.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Karies: Eine Frau öffnet ihren Mund beim Zahnarzt. Ein Arzt mit Medizinhandschuhen und Besteck in der Hand behandelt die Zähne..

Was ist Karies?

Karies ist eine Zahnkrankheit. Die Ursachen sind Bakterien im Zahnbelag, süße Lebensmittel und mangelnde Mundhygiene. Die Erkrankung schädigt die Zähne, kann schmerzhaft sein und bis zum Zahnverlust führen.

Früher wurde Karies auch Zahnfäule genannt. Die Erkrankung ist heute viel seltener als noch vor einigen Jahrzehnten. Die wesentlichen Gründe dafür: Heute verwenden mehr Menschen Zahnpasta mit Fluorid, und auch die Mundhygiene insgesamt hat sich verbessert. Es gibt also gute Möglichkeiten, die eigenen Zähne gesund zu erhalten und Karies vorzubeugen.

Welche Symptome deuten auf Karies hin?

Bei Karies zeigen sich zunächst weißliche oder bräunliche Flecken auf den Zähnen. Schreitet die Erkrankung fort, entstehen Löcher an der Zahnoberfläche. Werden tiefere Zahnschichten angegriffen, schädigt die Erkrankung auch die Zahnnerven und Zahnwurzeln. Durch Karies werden die Zähne empfindlich und schmerzen, vor allem beim Verzehr kalter oder süßer Nahrungsmittel und Getränke. Karies kann Zähne so stark schädigen, dass sie entfernt und zum Beispiel durch eine Brücke ersetzt werden müssen.

Was sind die Ursachen für Karies?

Ursachen für Karies: schlechte Mundhygiene, Zahnbelag, häufiger Zuckerkonsum.

Karies entsteht in der Regel, wenn drei Faktoren zusammenkommen: Zahnbelag, häufiger Zuckerkonsum und schlechte Mundhygiene. Zahnbelag überzieht die Zähne wie ein Film. Er kann sich pelzig anfühlen und bildet sich aus Bakterien, Speichel und Nahrungsresten. Bakterien auf der Zahnoberfläche zersetzen Essensreste und den darin enthaltenen Zucker. Dabei entsteht Säure, die den Zahnschmelz angreift. Werden die Zähne nicht gereinigt oder behandelt, können sie allmählich von der Säure zerstört werden. Kariesbakterien können über den Speichel übertragen werden.

Besonders anfällig für Karies sind Kinder, weil bei Milchzähnen der Zahnschmelz empfindlicher ist als bei bleibenden Zähnen. Karies gefährdet die Milchzähne, wenn ein Kind viel Süßes isst oder trinkt. Dazu kommt, das Zähneputzen bei Babys oder jüngeren Kindern nicht immer einfach ist. Das Risiko für Karies steigt auch, wenn Kleinkinder sehr oft an einer Nuckelflasche mit gezuckertem Tee oder Saft saugen.

Auch die bleibenden Zähne sind am Anfang empfindlich. Denn wenn sie durchbrechen, ist der Zahnschmelz noch nicht vollständig ausgehärtet und daher anfälliger für Karies.

Wie häufig kommt es zu Karies?

Viele Kinder und Jugendliche haben gesunde bleibende Zähne: In Deutschland sind nur etwa zwei von zehn zwölfjährigen Kindern von Karies betroffen – das heißt, bei ihnen sind ein Zahn oder mehrere Zähne erkrankt.

Von 6-7-Jährigen hatte jedes zweite Kind schon Karies. 35-44-Jährige haben durchschnittlich 11 befallene Zähne.

Bei den sechs- bis siebenjährigen Kindern mit Milchzähnen hatte etwa die Hälfte schon einmal Karies.

Erwachsene haben häufiger Karies. Bei ihnen sind im Alter zwischen 35 und 44 Jahren durchschnittlich etwa elf Zähne von Karies befallen, überkront, haben eine Füllung oder fehlen.

Wie kann Karies vorgebeugt werden?

Sowohl Kinder als auch Erwachsene können ihr Kariesrisiko senken, wenn sie die Zähne regelmäßig mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen. Fluorid ist ein Stoff, der den Zahnschmelz stärkt und so vor Karies schützt. Durch Putzen wird zudem der bakterien- und säurehaltige Zahnbelag entfernt. Empfohlen wird, die Zähne mindestens zweimal täglich nach den Mahlzeiten zu putzen.

Zahnärztinnen und Zahnärzte raten, schon ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns fluoridhaltige Zahnpasta zu benutzen. Kinderärztinnen und Kinderärzte empfehlen hingegen oft, Kleinkindern Fluorid zunächst täglich als Tablette oder Tropfen zu geben. Die Zähne sollen dann nur mit wenig fluoridfreier Zahnpasta geputzt werden. Fluorid kann aber Nebenwirkungen haben: Deshalb dürfen Kinder nicht zu viel davon aufnehmen.

Von großer Bedeutung ist auch die Ernährung: Wer wenig zuckerhaltige Lebensmittel verzehrt, hat ein niedrigeres Kariesrisiko. Viel Zucker enthalten neben Süßigkeiten und Limonaden zum Beispiel auch Fruchtsäfte und Ketchup.

Darüber hinaus sind regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll. Sie helfen, Karies frühzeitig zu entdecken und zu behandeln.

Vertiefende Informationen etwa zur Kariesprophylaxe bei Kindern lesen Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie wird Karies diagnostiziert?

Zahnärztinnen und Zahnärzte erkennen Karies meistens schon durch genaues Betrachten der Zähne. Darüber hinaus kann ein Röntgenbild gemacht werden: Damit lässt sich beurteilen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Aber auch, wo genau die Karies sitzt – zum Beispiel zwischen den Zähnen oder unter Füllungen – ist auf einem Röntgenbild ersichtlich.

Wie wird Karies behandelt?

Karies lässt sich wie folgt behandeln: per Füllung, Wurzelkanalbehandlung; neue Methoden wie Karies-Infiltration; Fluoridhaltige Zahnpasta, Zahnersatz, Teilkrone oder Krone

Eine beginnende Karies lässt sich an weißen oder braunen Flecken auf den Zähnen erkennen. In dieser frühen Phase kann es genügen, die Zähne regelmäßig mit fluoridhaltiger Zahnpasta zu putzen. Betroffene können sich zudem in der Zahnarztpraxis Fluorid auf die Zähne auftragen lassen.

Ist bereits ein Kariesloch entstanden, wird es ausgebohrt und mit einer Füllung versorgt. Die Füllung kann aus Kunststoff (Komposit), Amalgam, Keramik oder Edelmetall bestehen. Stärker beschädigte Zähne können mit einer Teilkrone oder Krone erhalten werden. Sind die Zahnnerven betroffen, wird in der Regel eine Wurzelkanalbehandlung vorgeschlagen. Manchmal führt Karies dazu, dass ein Zahn entfernt werden muss. Er kann dann später ersetzt werden: durch eine Brücke oder durch ein Zahnimplantat mit aufgesetztem Zahnersatz.

Neben diesen Methoden zur Behandlung von Karies gibt es verschiedene neue Verfahren, bei denen teilweise nicht mehr gebohrt werden muss. Dazu zählt zum Beispiel die sogenannte Kariesinfiltration, die bei beginnender Karies angewendet werden kann: Bei dieser Methode wird der Zahn mit Kunststoff gehärtet.

Was ist noch wichtig?

Viele Menschen gehen nicht nur wegen akuter Beschwerden zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt, sondern auch zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. 

Unter gesundheitsinformation.de finden Sie Informationen, wie Sie die richtige Zahnarztpraxis finden und wie Sie sich am besten auf den Arztbesuch vorbereiten. 

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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