Hornhautkegel (Keratokonus)

Ein Keratokonus ist eine Augenerkrankung, bei der sich die Hornhaut verformt und stetig dünner wird. In der Folge lässt die Sehkraft immer mehr nach. Erfahren Sie im Beitrag, wie man die Verformung der Hornhaut erkennt und was man dagegen tun kann.

Auf einen Blick

  • Ein Keratokonus ist eine Augenerkrankung, bei der sich die Hornhaut kegelförmig aufwölbt und immer dünner wird.
  • Meist beginnt die Erkrankung in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter an einem Auge und tritt beim zweiten Auge zeitlich versetzt auf.
  • Die Sehschärfe der betroffenen Augen nimmt im Verlauf der Erkrankung immer weiter ab.
  • Oft reichen Kontaktlinsen für die Behandlung. Bei Bedarf gibt es noch andere Möglichkeiten, die Verformung der Hornhaut aufzuhalten oder zu behandeln.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Verschwommenes Gesicht einer Frau, die sich benommen an den Kopf fasst. Sie hält eine Brille in den Vordergrund, die scharf zu sehen ist.

Was ist ein Keratokonus?

Ein Keratokonus ist eine seltene, nicht entzündliche Augenerkrankung, bei der die Hornhaut des Auges immer dünner wird und sich verformt. Normalerweise sitzt die Hornhaut als dünne, klare Haut dicht auf dem Augapfel auf. Bei einem Keratokonus wölbt sie sich jedoch kegelförmig hervor.

Häufig beginnt die Erkrankung an einem Auge, betrifft im Lauf der Zeit aber beide Augen. Ein Keratokonus kann sowohl in Schüben verlaufen als auch stetig fortschreiten. Die Sehschärfe nimmt dabei immer weiter ab, bis die Erkrankung meist im Alter von etwa 40 Jahren zum Stillstand kommt.

Um das nachlassende Sehvermögen auszugleichen, erhalten Menschen mit einem Keratokonus in der Regel eine Brille oder Kontaktlinsen. Durch einen ambulant durchgeführten Eingriff lässt sich eine schnelle Verschlechterung häufig verlangsamen oder stoppen.

Welche Ursachen zu einem Keratokonus führen, ist unbekannt. Es gibt aber Faktoren, die eine Verformung der Augenhornhaut begünstigen.

Welche Symptome weisen auf einen Keratokonus hin?

Lichtempfindlichkeit sowie verschwommenes und verzerrtes Sehen können erste Anzeichen eines Keratokonus sein.

Typisch ist, dass sich die Sehstärke häufig ändert und immer wieder Korrekturen der Brillenstärke oder eine erneute Anpassung von Kontaktlinsen notwendig sind.

Lichtempfindlichkeit sowie verschwommenes und verzerrtes Sehen können erste Anzeichen eines Keratokonus sein.

Sehr oft ist ein Auge stärker betroffen als das andere. Einige Menschen mit einem Keratokonus sind besonders lichtempfindlich.

Manchmal gibt es auch Strukturveränderungen im Auge wie gelbbraune Linien oder einen grünlich-bräunlichen Ring am Rand der Hornhaut.

Ein fortgeschrittener Keratokonus kann von außen sichtbar sein: Dann verformt sich das untere Augenlid beim Blick nach unten kegelförmig.

Welche Faktoren fördern einen Keratokonus?

Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt, aber man vermutet, dass folgende Faktoren einen Keratokonus begünstigen:

  • wiederkehrende Verletzungen der Hornhaut, zum Beispiel durch häufiges Augenreiben oder schlecht angepasste harte Kontaktlinsen
  • erbliche Veranlagung: Etwa 6 bis 8 Prozent der Menschen mit einem Keratokonus haben Angehörige, die ebenfalls erkrankt sind.
  • Allergien
  • Bindegewebserkrankungen

Zudem erkranken Menschen mit einem Down-Syndrom (Trisomie 21) häufiger an einem Keratokonus.

Wie oft kommt ein Keratokonus vor?

Der Keratokonus zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Augenhornhaut. Pro Jahr erkrankt schätzungsweise einer von 2.000 Menschen daran.

Schätzungsweise einer von 2.000 Menschen erkrankt pro Jahr an einem Keratokonus.

In welchem Alter tritt der Keratokonus auf?

Die Augenerkrankung beginnt bei Jungen meistens im Teenageralter und bei Frauen mit Anfang 20. Nur selten tritt der Keratokonus später als Folge einer Hormonumstellung auf, beispielsweise in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren.

Etwa 20 Jahre nach Beginn kommt die Erkrankung häufig zum Stillstand, meist im Alter von etwa 40 Jahren.

In der Regel betrifft der Keratokonus beide Augen. Er muss aber nicht auf beiden Augen gleich ausgeprägt sein. Es kann vorkommen, dass eines beschwerdefrei bleibt.

Wie wird ein Keratokonus diagnostiziert?

Eine normale augenärztliche Untersuchung reicht meist nicht aus, um einen Keratokonus im Frühstadium festzustellen. Häufig wird er zunächst für eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) gehalten, eine häufig vorkommende Unebenheit der Hornhaut.

Bei stark wechselnden Sehstärken oder unklarer Sicht trotz Brillenkorrektur ist eine genaue Vermessung der Hornhaut sinnvoll. Ärztinnen und Ärzte nutzen hierfür die sogenannte Hornhauttopographie oder optische Kohärenztomographie (OCT).

Mit diesen Untersuchungen lassen sich die Dicke und Beschaffenheit sowie Zellveränderungen und Trübungen der Hornhaut erkennen.

Wie behandelt man einen Keratokonus?

Die Therapie eines Keratokonus richtet sich nach dem Stadium und danach, wie die Erkrankung fortschreitet: Wenn der Keratokonus stabil ist, sich also nur wenig oder gar nicht verändert, wird vor allem die Fehlsicht korrigiert. Verschlimmert er sich rasch, so versucht man dies aufzuhalten.

Anfangs können eine Brille oder Kontaktlinsen die Fehlsichtigkeit ausgleichen.

Vor allem formstabile (harte) Kontaktlinsen stellen oft eine gute Sicht wieder her, aber nicht alle Menschen vertragen sie. Dann kommen unter Umständen Speziallinsen wie Hybrid- oder Sklerallinsen infrage.

Augenärztinnen und Augenärzte können die weitere Vorwölbung der Hornhaut durch ein Verfahren namens UV-Riboflavin-Crosslinking aufhalten. Dafür tragen sie nach einer örtlichen Betäubung zunächst die oberste Schicht der Hornhaut ab und geben dann eine Flüssigkeit mit dem Vitamin Riboflavin auf das Auge. Durch eine anschließende Bestrahlung mit UV-A-Licht quervernetzen sich die bindegewebigen Kollagenfasern innerhalb der Hornhaut, wodurch diese stabilisiert wird.

Mit dieser Methode lässt sich die Sehschwäche zwar nicht korrigieren, sie verlangsamt aber ihr Fortschreiten. Besonders in einem frühen Stadium lässt sich damit oft vermeiden, dass das Sehen schlechter wird.

Wenn die Hornhaut bei einem fortgeschrittenen Keratokonus zu dünn geworden ist, kommt das UV-Riboflavin-Crosslinking nicht mehr infrage. Bei starken Beschwerden ist dann eine Hornhauttransplantation möglich. Hierbei wird die eigene Hornhaut teilweise oder ganz durch eine Spenderhornhaut ersetzt (Keratoplastik).

Worauf sollte man mit einem Keratokonus im Alltag achten?

Menschen mit einem Keratokonus sollten Augenreiben nach Möglichkeit konsequent vermeiden. Bei trockenen Augen oder Reizungen können feuchtigkeitsspendende Augentropfen Linderung verschaffen.

Bei Heuschnupfen und anderen Allergien, die zu Augenjucken führen, ist es zudem wichtig, die Allergiesymptome durch geeignete Medikamente zu behandeln.

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  • UpToDate (Internet). Keratoconus. Wolters Kluwer 2020. Aufgerufen am 02.07.2021.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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