Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit

Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit können in jedem Alter auftreten. Besonders häufig sind sie aber bei älteren Menschen. Hörstörungen haben unterschiedliche Ursachen. Sie können dauerhaft oder vorübergehend sein. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wie können die Betroffenen mit den Einschränkungen besser umgehen?

Auf einen Blick

  • Schwerhörige Menschen nehmen Sprache, Klänge und Geräusche nur eingeschränkt wahr.
  • Ist das Hörvermögen kaum noch oder gar nicht mehr vorhanden, spricht man von Gehörlosigkeit.
  • Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit können in jedem Alter auftreten, besonders häufig aber bei älteren Menschen.
  • Hörstörungen können unterschiedliche Ursachen haben, dauerhaft oder vorübergehend sein.
  • Die Behandlungsmöglichkeiten und Maßnahmen zur Selbsthilfe hängen von der Art und Schwere der Hörstörung ab.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit: Ein Mann setzt einer älteren Frau ein Hörgerat ins Ohr.

Was ist Schwerhörigkeit beziehungsweise Gehörlosigkeit?

Schwerhörige Menschen nehmen Sprache, Klänge und Geräusche nur eingeschränkt wahr. Ist das Hörvermögen kaum noch oder gar nicht mehr vorhanden, spricht man von Gehörlosigkeit. Früher war dann auch von Taubheit die Rede. Die Betroffenen können vielleicht noch einzelne Geräusche hören, aber keine Sprache mehr verstehen.

Eine ältere Frau sitzt neben einem Hörgeräte-Akustiker und trägt einen Kopfhörer. Sie schaut den Mann an und gestikuliert mit einer Hand. Vor ihnen auf einem Tisch liegen nebeneinander ausgebreitet unterschiedliche Hörgeräte, Hörhilfen und Otoplastiken.

Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit sind bei älteren Menschen besonders häufig, können aber in jedem Alter auftreten. Hörstörungen können verschiedene Ursachen haben, vorübergehend oder dauerhaft sein. Die Behandlungsmöglichkeiten und Maßnahmen zur Selbsthilfe hängen von der Art und Schwere der Hörstörung ab. Gleiches gilt für den Umgang mit den Einschränkungen im Alltag.

Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen Hörgeräte, logopädische Behandlungen, aber auch elektronische Hörprothesen (Cochlea-Implantate), die in den Körper eingesetzt werden.

Behandeln lassen sich Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit unter anderem durch logopädische Behandlungen, Hörgeräte und elektronische Hörprothesen.

Was sind die Ursachen für Schwerhörigkeit?

Das Trommelfell, das Mittel- und das Innenohr können durch starken Lärm Schaden nehmen. Meistens sind solche Schäden vorübergehend, es können aber Beeinträchtigungen zurückbleiben. Ist das Gehör regelmäßig Lärm ausgesetzt, können auch niedrigere Lautstärken zu einer chronischen Lärmschwerhörigkeit führen.

Angeborene Beeinträchtigungen des Hörvermögens sind selten: Eine mittelgradige oder stärkere Hörstörung haben weniger als 3 von 1.000 Neugeborenen. Von den Neugeborenen mit einer Hörstörung hören die allermeisten etwas schlechter, sie sind aber nicht gehörlos. Auch Erkrankungen wie wiederholte oder schwere Mittelohrentzündungen können bei Kindern zu einer Hörschädigung führen.

Mögliche Ursachen für Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit sind eine Schädigung durch starken Lärm, eine angeborene Hörstörung, Erkrankungen wie schwere Mittelohr-Entzündungen sowie das Alter.

Die Ursachen für Altersschwerhörigkeit sind noch nicht genau geklärt. Vermutlich wird diese Form der Schwerhörigkeit durch altersbedingte Veränderungen im Innenohr und im Gehirn ausgelöst.

Wie lässt sich eine Schwerhörigkeit frühzeitig erkennen?

Neugeborene werden routinemäßig direkt nach der Entbindung untersucht, damit angeborene Hörstörungen möglichst früh erkannt werden. Der Grund: Hört ein Baby nicht richtig, kann sein Hörvermögen dauerhaft eingeschränkt bleiben. Unter Umständen lernt es dann auch später als andere Kinder sprechen.

Ist eine Hörstörung bekannt, sollte sie schnellstmöglich behandelt werden. Dies kann dazu beitragen, die Sprachentwicklung des Kindes zu verbessern.

Vertiefende Informationen, etwa dazu, welchen Nutzen Hörtests bei Neugeborenen haben, lesen Sie unter gesundheitsinformation.de.

  • Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP). S2k-Leitlinie: Periphere Hörstörungen im Kindesalter. AWMF-Registernr.: 049-010. 09.2013. Aufgerufen am 31.07.2020.
  • Bance M. Hearing and aging. CMAJ 2007; 176(7): 925-927. Aufgerufen am 31.07.2020.
  • Thews G, Mutschler E, Vaupel P. Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft; 1999.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?