Stimmlippenknötchen

Sprechen Menschen heiser, können Stimmlippenknötchen der Grund sein. Bei den Betroffenen kann die Stimme zudem tonlos und rau klingen. Wird die Stimme geschont oder eine Stimmtherapie gemacht, verschwinden die gutartigen Knötchen in der Regel wieder. Stimmlippenknötchen entwickeln vor allem Menschen, die viel und laut sprechen oder singen. 

Auf einen Blick

  • Stimmlippenknötchen führen normalerweise zu Heiserkeit. 
  • Die Stimme kann auch tonlos und rau klingen. 
  • Wird die Stimme geschont oder eine Stimmtherapie gemacht, verschwinden die gutartigen Knötchen in der Regel wieder. 
  • Vor allem Menschen, die viel und laut sprechen oder singen, entwickeln Stimmlippenknötchen. 

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Stimmlippenknötchen: Eine Frau in einem grünen Kittel hält das künstliche Modell eines Kehlkopfes in beiden Händen.

Was sind Stimmlippenknötchen?

Wird die Stimme längere Zeit überlastet, können sich Stimmlippenknötchen entwickeln. Die Stimme klingt dann anders, die Betroffenen sind heiser.

Wird die Stimme geschont oder eine Stimmtherapie gemacht, verschwinden die gutartigen Knötchen in der Regel wieder. Nur in sehr seltenen Fällen müssen sie operativ entfernt werden.

Die Stimmlippen sind zwei Schleimhautfalten, die sich ungefähr in der Mitte des Kehlkopfs befinden. An ihrem Rand verlaufen die Stimmbänder und die Stimmbandmuskeln, mit deren Hilfe die Stimmlippen bewegt werden. Zum Sprechen oder Singen führen sie die Stimmlippen nah zusammen. Die Atemluft versetzt das Gewebe in Schwingungen und es entstehen Töne. Bei Überlastung schwellen die Stimmlippen an und es können sich Knötchen bilden. 

Wichtig zu wissen: Stimmprobleme werden nicht nur vom Stimmlippenknötchen verursacht. Meistens wird Heiserkeit von Kehlkopfentzündungen ausgelöst. Zudem können Rauchen und Lähmungen der Stimmlippen die Stimme beeinträchtigen. In seltenen Fällen können auch ein bösartiger Tumor oder eine psychische Ursache zu Stimmproblemen führen.

Welche Symptome zeigen sich bei Stimmlippenknötchen?

Normalerweise führen Stimmlippenknötchen zu Heiserkeit. Die Stimme kann auch tonlos oder rau klingen.

Die Betroffenen können zudem Töne nicht mehr so lange halten wie gewöhnlich. Auch sehr hohes oder tiefes Sprechen und Singen ist nicht mehr möglich. 

Was führt zu Stimmlippenknötchen?

Wird die Stimme zu sehr belastet, schwellen die Schleimhaut und das Gewebe darunter an. Durch die Schwellung passen die Stimmlippen nicht mehr genau aneinander. Beim Sprechen oder Singen schwingen sie dann ungleichmäßig. Die Stimme klingt dadurch verändert, heiser oder versagt ganz. Die Stimme kann unter anderem durch häufiges oder lautes Sprechen überlastet werden. Dies kann auch bei Schwerhörigen der Fall sein, die sich leicht angewöhnen, laut zu sprechen.

Auch Säuglinge und Kleinkinder, die viel schreien, können ihre Stimmlippen zu stark belasten und dadurch Stimmknötchen bekommen. Solche Knötchen werden auch Schreiknötchen genannt.

Wird beim Sprechen unbewusst immer zu viel Kraft aufgewendet, beansprucht dies die Stimmlippen stark: etwa bei Menschen, die sehr angespannt sind oder immer in die Brust und nicht in den Bauch atmen. Darüber hinaus kann eine ungünstige Körperhaltung zu Stimmproblemen beitragen.

Wer beruflich viel mit der Stimme arbeitet, bekommt eher Stimmlippenknötchen als Menschen mit anderen Berufen. Bei Sängerinnen und Sängern kann nicht nur der häufige Stimmeinsatz, sondern auch eine problematische Gesangstechnik Stimmknötchen verursachen. Die Knötchen werden daher auch als Sängerknötchen bezeichnet. Auch Lehrerinnen und Lehrer können Stimmknötchen entwickeln.

Wie häufig kommt es zu Stimmlippenknötchen?

Am meisten sind Frauen und Kinder von Stimmlippenknötchen betroffen. Bei Kindern sind sie eine der häufigsten Ursachen für Heiserkeit. 

Wie entwickeln sich Stimmlippenknötchen?

Wird die Stimme überlastet, schwillt zunächst der Rand beider Stimmlippen an – vor allem zwischen vorderem und mittlerem Drittel. Hier werden die Stimmlippen am stärksten beansprucht. Schon diese Schwellungen führen zu ersten Stimmproblemen. Wird die Stimme weiterhin zu stark belastet, bilden sich in den geschwollenen Rändern der Stimmlippen Knötchen. Sie sind ungefähr stecknadelkopfgroß und liegen sich gegenüber.

In der Regel haben Stimmlippenknötchen keine ernsthaften Folgen. Wenn sie allerdings nicht verschwinden, können die Beschwerden bei Belastung immer wieder auftreten. 

Wie kann Stimmlippenknötchen vorgebeugt werden?

Insbesondere Menschen, die oft und viel sprechen oder singen, sollten ihrer Stimme zwischendurch genügend Zeit zur Erholung geben. Dies kann dazu beitragen, dass sich keine Stimmlippenknötchen entwickeln.

Ermüdet die Stimme schnell oder wird sie heiser, kann eine Stimmtherapie sinnvoll sein, um andauernden Stimmproblemen vorzubeugen. Wer eine Stimmtherapie macht, lernt unter anderem, die eigene Haltung und Atmung besser wahrzunehmen. Zudem kann die Therapie helfen, die Stimme mit Stimm- und Atemübungen belastbarer zu machen. 

Wie werden Stimmlippenknötchen diagnostiziert?

Ob sich Stimmlippenknötchen gebildet haben, kann eine Fachärztin oder ein Facharzt feststellen. Die richtigen Anlaufstellen sind Arztpraxen für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) oder für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen (Phoniatrie und Pädaudiologie). Hier können die Stimmlippen mithilfe einer Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) genau angeschaut werden. Die Fachärztin oder der Facharzt verwendet dabei ein flexibles oder starres Endoskop (Laryngoskop). Also ein Gerät, das zur Untersuchung in den Hals eingeführt wird. Manchmal wird dafür die Schleimhaut örtlich betäubt.

Darüber hinaus lässt sich die Beweglichkeit der Stimmlippen mithilfe spezieller Geräte begutachten, die die Stimmlippen vergrößern (Lupeneffekt). Sie sind mit einem Lämpchen ausgestattet, das in sehr kurzen Abständen Lichtblitze abgibt (Laryngostroboskop). Dadurch erscheinen die Bewegungen der Stimmlippen wie in Zeitlupe. Sie können dann genauer betrachtet werden. 

Wie werden Stimmlippenknötchen behandelt?

Wer Stimmlippenknötchen hat, sollte zunächst seine Stimme gut schonen. Sind zum Beispiel ständige Telefonate der Grund, kann versucht werden, diese durch Textnachrichten mit dem Handy oder Computer zu ersetzen. Bei Kindern, die häufig schreien, können die Eltern eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt um Rat fragen.

Bei älteren Kindern und bei Erwachsenen kommt zudem eine Stimmtherapie bei einer Logopädin oder einem Logopäden in Frage. Wer diese Möglichkeit nutzt, lernt, die Stimme zu schonen, sich zu entspannen und die Körperhaltung zu verbessern. Aber auch, das Sprechen und die Atmung aufeinander abzustimmen. 

Vertiefende Informationen, etwa dazu, wie eine Stimmtherapie abläuft, finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Stimmlippenknötchen können wie folgt behandelt werden: Stimme schonen, Stimmtherapie, Befeuchtung des Kehlkopfs durch Inhalation, Reizstromtherapie, kleiner operativer Eingriff.

In manchen Fällen verordnen Ärztinnen und Ärzte auch Inhalationen zur Befeuchtung der Kehlkopfschleimhaut oder eine Reizstromtherapie (TENS). Mit Medikamenten werden Stimmlippenknötchen kaum behandelt.

Verschwinden die Knötchen durch Schonung und Behandlung nicht, können sie durch einen kleinen operativen Eingriff entfernt werden. Bei solchen Eingriffen bestehen die allgemeinen Operations- und Narkoserisiken. Die Operation kann in seltenen Fällen aber auch zu Vernarbungen führen, die den Klang der Stimme dauerhaft verändern. 

Wie sieht der Alltag mit Stimmlippenknötchen aus?

Für Menschen, die beruflich viel und laut sprechen müssen, können Stimmlippenknötchen belastend sein. Treten immer wieder Stimmstörungen auf, ist es wichtig, Möglichkeiten zur Schonung der Stimme zu finden. Manchmal können zum Beispiel Aufgaben, die die mit Sprechen verbunden sind, besser mit Kolleginnen und Kollegen geteilt werden.  

Wer durch Lärm zu lautem Sprechen gezwungen ist, kann den Arbeitgeber bitten, für eine ruhigere Umgebung zu sorgen oder technische Lösungen wie ein Mikrofon und Lautsprecher bereitzustellen. Durch solche Maßnahmen und eine Stimmtherapie können viele Menschen ihre Stimmprobleme in Grenzen halten. Stimmstörungen sollten in jedem Fall ernst genommen werden, um häufige Krankschreibungen oder gar einen Berufswechsel zu vermeiden. 

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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