Elektronischer Medikationsplan (eMP)

Mit dem elektronischen Medikationsplan können künftig alle Informationen zu verordneten Arzneimitteln gebündelt auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert werden. Er erleichtert die Zusammenarbeit von Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern, Therapeuten und Apothekern.

Auf einen Blick

  • Gesetzlich Versicherte haben künftig einen Anspruch auf einen Medikationsplan.
  • Er wird auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert.
  • Informationen zu verordneten Arzneien und den Dosierungen werden damit leichter verfügbar.
  • Ob der elektronische Medikationsplan auf der Gesundheitskarte gespeichert wird, entscheidet jeder selbst.
  • Der elektronische Medikationsplan erleichtert die Zusammenarbeit von Ärzten, Therapeuten und Apothekern und nützt auf diese Weise auch den Patientinnen und Patienten. 
Elektronischer Medikationsplan (eMP): Eine ältere Frau hält eine Tablettenbox aus Kunststoff in den Händen. Auf der Box steht "Donnerstag". In einem der Fächer liegen eine ovale Tablette und eine Kapsel.

Was ist ein elektronischer Medikationsplan (eMP)?

Werden verschiedene Medikamente parallel eingenommen, kann es schwierig sein, den Überblick zu behalten: Was wurde bereits in welcher Dosierung verschrieben? Oft sind diese Informationen wichtig, um mögliche Wechselwirkungen zu verhindern.

Damit relevante Informationen verlässlich in der Arztpraxis, beim Therapeuten, im Krankenhaus oder in der Apotheke abrufbar sind, können diese künftig in einem elektronischen Medikationsplan (eMP) zusammengestellt werden. Dieser wird auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert.

Wann besteht ein Anspruch auf einen elektronischen Medikationsplan?

Schon seit 2016 haben gesetzlich Versicherte in bestimmten Fällen Anspruch darauf, dass Ärztinnen und Ärzte einen Medikationsplan auf Papier erstellen.

Anspruch auf einen Medikationsplan gibt es bei einer Einnahmedauer von mehr als 28 Tagen mit mindestens 3 verschiedenen Medikamenten.

Entscheidend für diesen Anspruch ist, dass die verordneten Medikamente mindestens 28 Tage lang eingenommen werden. Außerdem muss die Verordnung mindestens 3 Medikamente umfassen, die systemisch – also auf den gesamten Körper – wirken. In der Regel sind das Arzneimittel, die eingenommen oder gespritzt werden und die sich dadurch im ganzen Körper verbreiten.

Diese Voraussetzungen für den Medikationsplan auf Papier gelten nun auch für die elektronische Form.

Nutzung des elektronischen Medikationsplans

Der elektronische Medikationsplan ist eine der neuen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte. Künftig kann auf dieser auf Wunsch neben Notfalldaten auch der persönliche Medikationsplan gespeichert werden.

Um den E-Medikationsplan zu nutzen, müssen Sie als Patientin oder Patient in Ihrer Arztpraxis, einer Zahnarztpraxis oder einer Apotheke einmalig in dessen generelle Nutzung einwilligen. Notwendig sind zudem Ihre Gesundheitskarte und eine PIN, die Sie von Ihrer Krankenkasse erhalten.

Anschließend können die relevanten Informationen in der Praxis oder in der Apotheke als Daten in den E-Medikationsplan eingegeben werden.

Welche Vorteile hat ein elektronischer Medikationsplan?

Der elektronische Medikationsplan trägt dazu bei, die Einnahme mehrerer Medikamente sicherer zu machen: Denn mit ihm können die Behandelnden oder auch die Apothekerinnen und Apotheker schneller erfahren, ob zum Beispiel Unverträglichkeiten vorliegen. Oder sie können Wechselwirkungen zwischen mehreren Medikamenten leichter erkennen.

Nützlich ist der E-Medikationsplan beispielsweise dann, wenn:

  • rezeptfreie Arzneimittel selbst gekauft werden.
  • neue Medikamente verschrieben werden sollen.
  • ein Wiederholungsrezept benötigt wird.
  • bei der Arzneimitteltherapie Allergien oder Unverträglichkeiten zu beachten sind.
  • Nebenwirkungen auftreten.
  • Handelsnamen von Arzneimitteln sich ändern.

Welche Informationen sind im elektronischen Medikationsplan enthalten?

Ein elektronischer Medikationsplan (eMP) umfasst unter anderem: Stammdaten, verordnete Medikamente, Medikationsrelevante Daten, Medikation und Wirkstoffe, Informationen zur Anwendung, frühere Arzneimittel.

Der elektronische Medikationsplan enthält neben den verordneten Medikamenten auch weitere Informationen, die für die Behandlung von Bedeutung sind. Er umfasst unter anderem:

  • Stammdaten (Name, Geburtsdatum etc.)
  • medikationsrelevante Daten (etwa Allergien, Unverträglichkeiten oder Vorerkrankungen)
  • die Medikation (verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente, auch deren Wirkstoffe)
  • Informationen zur Anwendung (Dosis, Einnahmeart und -zeitpunkt, Häufigkeit)
  • Arzneimittel, die früher eingenommen wurden

Wichtig zu wissen: Nur Angehörige bestimmter Berufe dürfen Ihren E-Medikationsplan lesen: Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Apothekerinnen und Apotheker sowie deren Mitarbeitende. Sie benötigen hierfür bei jeder Nutzung zudem Ihr Einverständnis.

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