Notfalldatensatz (NFD)

Bei einem Notfall können die Betroffenen am besten medizinisch versorgt werden, wenn Ärzte oder auch Sanitäter die wichtigsten Gesundheitsdaten kennen, beispielsweise Vorerkrankungen. Dazu tragen künftig Notfalldaten bei, die auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.

Auf einen Blick

  • Gesetzlich Versicherte können künftig Notfalldaten auf ihrer elektronischen Gesundheitskarte speichern lassen.
  • In einem Notfall können die Betroffenen mithilfe dieser Daten besser versorgt werden.
  • Ob Notfalldaten gespeichert werden, entscheidet die oder der Versicherte selbst.
  • Wichtige Daten können sein: chronische Erkrankungen, Einnahme von Medikamenten oder Allergien.
  • Auch Kontaktdaten oder Informationen zum Organspendeausweis können hinterlegt werden.
  • In einer Studie bewertete die Mehrheit der Experten den Notfalldatensatz positiv.  
Notfalldatensatz: Eine Person im weißen Kittel hält ein Tablet in einer Hand – in der anderen Hand einen Stift, der auf den Tablet-Bildschirm zeigt. Dort abgebildet ist das 3D-Modell eines menschlichen Körpers sowie das Röntgenbild eines Rumpfes.

Was ist der Notfalldatensatz?

Ob Vorerkrankungen oder verordnete Medikamente: Diese und weitere Informationen können in einer medizinischen Notsituation entscheidend sein. Oft sind diese Daten aber nicht ohne Weiteres oder nur lückenhaft verfügbar. Deshalb haben gesetzlich Krankenversicherte künftig die Möglichkeit, einen Notfalldatensatz auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu hinterlegen.

Schon seit 2015 nutzen gesetzlich Krankenversicherte ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte, um Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen. Bisher waren hierauf lediglich Stammdaten gespeichert. Neue Funktionen wie der Notfalldatensatz kommen künftig hinzu. 

Notfalldatensatz: Gespeichert wird nur mit Einwilligung

Ob auf der Gesundheitskarte ein Notfalldatensatz gespeichert wird, entscheidet jede und jeder Versicherte selbst. Ärztinnen und Ärzte müssen ihre Patientinnen und Patienten über die Möglichkeiten des Notfalldatensatzes aufklären und die Einwilligung zur Speicherung der Daten einholen.

Stimmen diese dem Speichern der Notfalldaten auf der Gesundheitskarte zu, dürfen auch Rettungskräfte oder andere Personen, die einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) besitzen, die Daten im medizinischen Notfall lesen – also in einer Situation, in der die Betroffenen oft nicht in der Lage sind, Informationen oder eine Einwilligung zu geben.

Notfalldatensatz (NFD): Versicherte entscheiden, welche Daten auf der Karte gepeichert werden.

Auf der elektronischen Gesundheitskarte wird genau erfasst, wer die Notfalldaten wann und wo eingesehen hat. Die Daten dürfen nur mit Zustimmung der Versicherten bearbeitet oder gelöscht werden. 

Welche Vorteile hat der Notfalldatensatz?

In einer Notsituation, zum Beispiel, wenn eine Patientin oder ein Patient mit Atemnot in ein Krankenhaus eingeliefert wird, können die Ärztinnen und Ärzte dort auf die Notfalldaten zugreifen. Das kann im Notfall hilfreich sein, wenn etwa eine chronische Erkrankung vorliegt, der Patient regelmäßig Medikamente einnimmt oder Allergien hat.

Welche Informationen können für den Notfall gespeichert werden?

Damit ein Notfalldatensatz erstellt und auf der Gesundheitskarte gespeichert werden kann, sprechen die Patientinnen und Patienten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Auf der Gesundheitskarte lassen sich unter anderem folgende Informationen speichern:

  • chronische Erkrankungen (etwa Diabetes, Herzkrankheiten)
  • frühere Operationen oder Organtransplantationen
  • regelmäßig eingenommene Medikamente
  • Allergien und Unverträglichkeiten (besonders auch Arzneimittelallergien)
  • medizinische Hinweise (zum Beispiel zu Implantaten oder einer Schwangerschaft) 
  • Kontaktdaten von behandelnden Ärzten und Angehörigen

In einem eigenen Datensatz zu den persönlichen Erklärungen kann ergänzend festgehalten werden, wo die folgenden Dokumente aufbewahrt werden:

Studie bewertet Notfalldatensatz positiv

Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde die Speicherung von Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte eingehend untersucht. Rund 90 Prozent der befragten medizinischen Experten bewerteten sie positiv. Die meisten Experten sind dabei der Ansicht, dass die Daten die medizinische Qualität von Notfallbehandlungen erhöhen.

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