Hitze: Risiken und Schutzmaßnahmen

Hitzewellen treten in Deutschland immer häufiger auf. Die hohen Temperaturen können die Gesundheit stark beeinträchtigen. Lesen Sie hier, wer besonders gefährdet ist und wie sich das gesundheitliche Risiko mit einfachen Mitteln senken lässt.

Auf einen Blick

  • Hitzewellen können zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Im Extremfall können Hitzekollaps, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag die Folge sein.
  • Während der heißen Sommer der vergangenen Jahre ist die Zahl hitzebedingter Todesfälle gestiegen.
  • Hitze kann bereits bestehende Erkrankungen verschlimmern und Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System oder der Atmung hervorrufen.
  • Ältere, Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen sind besonders von hohen Temperaturen betroffen. Aber auch bei gesunden Erwachsenen kann Hitze zu Unwohlsein und Gesundheitsproblemen führen.
  • Einfache Tipps schützen vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Eine Frau im Top lehnt sich erschöpft zurück und fächert sich mit einem Fächer Luft zu.

Warum belastet Hitze die Gesundheit?

Hitzewellen und sehr heiße Sommer häufen sich seit der Jahrtausendwende in Deutschland. Und auch in der Zukunft muss mit weiteren extrem heißen Sommern gerechnet werden.

Die langanhaltenden hohen Temperaturen sind problematisch, da sie zu gesundheitlichen Beschwerden führen können.
Während der Hitzeperioden der vergangenen Jahre ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen und hitzebedingten Todesfälle in Deutschland deutlich gestiegen: Im besonders heißen August 2003 starben hitzebedingt rund 7.000 Menschen mehr, verglichen mit dem August in den Jahren zuvor.

Grundsätzlich können Menschen sich an hohe Temperaturen gut anpassen. Der Körper versucht sich auf verschiedenen Wegen abzukühlen. Vor allem sorgt Schweiß, der auf der Haut verdunstet, für Abkühlung. Außerdem wird der Körper stärker durchblutet, um über die Haut möglichst viel Wärme abzugeben. Hierzu erweitern sich die Blutgefäße.

Bei extremer Hitze fällt es diesem körpereigenen Kühlsystem schwerer, die normale Körpertemperatur zu halten. Häufig liegt es daran, dass nicht genug getrunken wird und somit nicht genug Schweiß produziert werden kann. Außerdem führt ein Flüssigkeits- und Elektrolytmangel leicht zu hitzebedingten Erkrankungen. Anzeichen dafür sind Kopfschmerzen und Unwohlsein, Kreislaufprobleme, Verwirrtheitszustände und im Extremfall Bewusstlosigkeit.
Besonders von Hitzeerkrankungen betroffen sind Risikogruppen, wie Ältere, Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Wichtig zu wissen: Elektrolyte sind Salze, die im Körper vorkommen, beispielsweise Natrium und Magnesium. Wenn man viel schwitzt, verliert man auch Salze. Das kann unter anderem zu starker Erschöpfung und Muskelkrämpfen führen.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und leichte Mahlzeiten sowie einfach umsetzbare Tipps und Maßnahmen helfen die Gesundheit zu schützen. Dazu gehören zum Beispiel eine Anpassung des Tagesablaufs und eine möglichst kühle Wohnumgebung. 

Wenn man sich im Sommer draußen aufhält, ist es außerdem wichtig, die Haut und Augen vor UV-Strahlung zu schützen.

Wann wirkt sich Hitze auf die Gesundheit aus?

Menschen reagieren unterschiedlich auf hohe Temperaturen. Spätestens jedoch wenn die Raum- und Umgebungstemperatur 26 °C erreicht oder wenn das Wohlbefinden eingeschränkt ist, sollten erste Maßnahmen ergriffen werden. Wenn extreme Hitze ab 30 °C über mehrere Tage anhält, steigt das Gesundheitsrisiko stark an. Vorbeugende Maßnahmen sind dann besonders für Risikogruppen extrem wichtig. Aber auch gesunde Menschen sollten das Risiko nicht unterschätzen.

Die Temperatur auf dem Thermometer ist dabei nicht allein ausschlaggebend: Auch Windstärke, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit beeinflussen das Temperaturempfinden. Man spricht von der „gefühlten Temperatur“.

Sie bezeichnet das Wärmeempfinden eines durchschnittlichen Erwachsenen im Freien. Besonders an sonnigen, windschwachen Sommertagen sowie bei hoher Luftfeuchtigkeit kann die gefühlte Temperatur höher liegen, als es das Thermometer anzeigt. Im Extremfall kann sie bis zu 15 °C über der gemessenen Lufttemperatur liegen.

Welche Erkrankungen treten bei Hitze verstärkt auf?

Langanhaltende hohe Temperaturen können zu verschiedenen Hitzeerkrankungen führen – besonders wenn zu wenig getrunken wurde und bei zu viel körperlicher Anstrengung. Dazu gehören Sonnenstich, Hitzekollaps, Hitzekrampf, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag.

Es ist wichtig, den Betroffenen salzhaltige Getränke zu reichen, um den Mangel an Elektrolyten nicht zu verstärken. Gut eignet sich mit Kochsalz vermischtes Wasser (pro Liter 1 Teelöffel Salz).

Ebenso nehmen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege in Hitzeperioden zu. Beispielsweise steigt bei hohen Temperaturen auch die Ozonbelastung. Dies führt bei vielen Menschen zu Beschwerden der Atemwege und kann Reizungen der Augen, der Schleimhäute sowie Kopfschmerzen verursachen.

Was tun bei einem Sonnenstich?

Viel Sonne auf den (unbedeckten) Kopf führt leicht zu einem Sonnenstich. Anzeichen können Unruhe, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, ein hochroter heißer Kopf, Bewusstseinsstörungen und ein steifer Nacken sein.

Viel Sonne auf den (unbedeckten) Kopf führt leicht zu einem Sonnenstich.

Erste Hilfe

Personen mit einem Sonnenstich müssen an einen schattigen, gut belüfteten Ort gebracht und mit erhöhtem Kopf gelagert werden. Es ist wichtig, den Kopf zu kühlen, beispielsweise mit feuchten, kalten Tüchern oder Kompressen, die den ganzen Kopf bedecken. Bei einem leichten Sonnenstich sollten salzhaltige Getränke gereicht werden. Bei Anzeichen für einen starken Sonnenstich, wie Bewusstseinsstörungen oder steifem Nacken, sollte außerdem der Notruf gewählt werden.

Wichtig zu wissen: Bei einem Sonnenstich sollte regelmäßig die Körpertemperatur gemessen werden, um eine Hitzeerschöpfung oder einen Hitzschlag auszuschließen, da diese gemeinsam auftreten können.

Was tun bei einem Hitzekollaps?

Die Anzeichen für einen Hitzekollaps sind eine kurzzeitige Ohnmacht oder ein Kreislaufkollaps. Der Hitzekollaps tritt schon bei relativ geringer Hitzebelastung auf, häufig nach längerem Stehen. Typisch für den Hitzekollaps ist, dass es der Person im Liegen schnell besser geht.

Erste Hilfe

Bei einem Hitzekollaps ist es wichtig, die Person an einem kühlen Ort in Rückenlage und mit erhöhten Beinen zu lagern. Ist sie bei Bewusstsein, sollte man salzhaltige Getränke reichen. Auch wenn die Bewusstlosigkeit meist kurz ist und in der Regel nicht gefährlich, sollte man vorsichtshalber den Notruf wählen.

Was tun bei einem Hitzekrampf?

Schmerzhafte Muskelkrämpfe, oft nach starker körperlicher Anstrengung bei Hitze, sind Anzeichen für einen Hitzekrampf. Sie treten meist in den Beinen und im Bauch auf, manchmal auch erst nach einigen Stunden.

Erste Hilfe

Menschen mit einem Hitzekrampf sollten sich an einem kühlen Ort ausruhen, vorsichtig die betreffenden Muskeln dehnen und massieren sowie salzhaltige Getränke zu sich nehmen, um den Elektrolyt-Haushalt auszugleichen.

Was tun bei einer Hitzeerschöpfung?

Körperliche Anstrengung bei hohen Temperaturen und starkes Schwitzen führen zu einem starken Flüssigkeits- und Elektrolytmangel und können eine Hitzeerschöpfung begünstigen. Anzeichen sind unter anderem Schwäche, Unwohlsein, Schwindel, Kopfschmerz, vermehrtes Schwitzen, starkes Durstgefühl, später auch trockene, blasse und kühle Haut, eine Körpertemperatur von bis zu 40 °C und ein niedriger Blutdruck.

Wichtig zu wissen: Eine Hitzeerschöpfung kann schnell in einen Hitzschlag übergehen. Daher sollte man regelmäßig die Körpertemperatur kontrollieren.

Erste Hilfe

Bei einer Hitzeerschöpfung ist es wichtig zuerst den Notruf zu wählen. Zudem ist es wichtig, den Körper auf 38,5 bis 39 °C herunterzukühlen, beispielsweise durch Eintauchen des Körpers in kaltes Wasser oder Duschen, Erzeugen von Verdunstungskälte durch Besprühen mit kaltem Wasser und Luftzug sowie zusätzlich Kühlpacks an Nacken, Leisten und Achsel. Außerdem ist es wichtig, die Person an einen kühlen Ort zu bringen, überflüssige Kleidung zu entfernen, sowie salzhaltige Getränke zu reichen. Bei einer starken Hitzeerschöpfung ist es ratsam, einen Arzt hinzuzuziehen. 

Wichtig zu wissen: Kühlpacks und Kühlakkus aus dem Tiefkühlschrank sowie Eis müssen in ein Handtuch oder anderen Stoff gewickelt werden, um Erfrierungen der Haut zu vermeiden.

Was tun bei einem Hitzschlag?

Anzeichen für einen Hitzschlag sind eine Körpertemperatur über 40 °C, Bewusstseinsstörungen, eventuell epileptische Anfälle, Erbrechen, Durchfall und niedriger Blutdruck.

Bei Älteren, chronisch kranken Menschen und Kindern tritt ein Hitzschlag meist aufgrund hoher Umgebungstemperaturen sowie einem starken Flüssigkeits- und Elektrolytmangel auf. Bei gesunden Erwachsenen hingegen führt meist zu viel körperliche Anstrengung bei hohen Temperaturen, beispielsweise Sport oder Arbeit im Freien, zu einem Hitzschlag.

Erste Hilfe

Bei Anzeichen für einen Hitzschlag muss sofort der Notruf gewählt werden und gegebenenfalls mit Wiederbelebungsmaßnahmen gestartet werden. Es ist unbedingt notwendig, den Körper so rasch wie möglich abzukühlen, bis der Rettungsdienst oder Notarzt eintrifft. Das macht man am besten durch Eintauchen des Körpers in kaltes Wasser, Duschen oder auch durch Erzeugen von Verdunstungskälte durch Besprühen mit kaltem Wasser und Luftzug sowie Kühlpacks an Nacken, Leisten und Achsel. Außerdem ist es wichtig, die Person an einem kühlen Ort zu lagern, überflüssige Kleidung zu entfernen und – wenn möglich – ihr etwas zu trinken zu geben.

Wichtig zu wissen: Eine Hitzeerschöpfung oder ein Hitzschlag können auch vorliegen, wenn die Körpertemperatur nicht stark erhöht oder die Umgebungstemperatur nicht extrem hoch ist. Wichtiger ist die gefühlte Temperatur und ob sich jemand körperlich angestrengt hat. Im Zweifelsfall sollte ein Hitzschlag angenommen und ein Notarzt gerufen werden.

Wer ist bei Hitze gesundheitlich besonders gefährdet?

Menschen aus Risikogruppen reagieren besonders empfindlich auf Hitze oder können ihr Verhalten nicht ausreichend anpassen. Langanhaltende Hitze kann außerdem bestimmte Vorerkrankungen verstärken. 

Gefährdet sind:

  •  Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport treiben
  • ältere und pflegebedürftige Menschen, insbesondere wenn sie allein leben
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Menschen mit Gedächtnisstörungen, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind
  • Menschen, die regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen (beispielsweise entwässernde und blutdrucksenkende Medikamente, Wirkstoffpflaster)
  • Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen oder bestimmten chronischen Erkrankungen (beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Infektionskrankheiten)
  • Menschen mit akuten Erkrankungen, insbesondere mit Fieber
  • Konsumenten von Alkohol und psychoaktiv wirkenden Drogen

Wenn Sie eine besonders gefährdete Person kennen, bieten Sie Ihre Hilfe an.

Wie kann man sich vor Hitze schützen?

Einfach umzusetzende Tipps helfen bei hohen Temperaturen, das Wohlbefinden zu stärken und sich vor Hitzeerkrankungen zu schützen.

Passen Sie den Tagesablauf an

  • Meiden Sie nach Möglichkeit die Mittagshitze im Freien und beschränken Sie Aktivitäten im Freien auf die Morgen- und Abendstunden.
  • Falls Sie körperlich arbeiten müssen, trinken Sie pro Stunde zwei bis vier Gläser eines kühlen, alkoholfreien Getränks.
  • Bleiben Sie draußen nach Möglichkeit im Schatten, tragen Sie leichte Kleidung und bei Sonne eine Kopfbedeckung.
  • Lassen Sie Kinder oder gesundheitlich geschwächte Menschen niemals in einem geparkten Fahrzeug oder in der direkten Sonne zurück – auch nicht für kurze Zeit.
  • Körperliche Anstrengungen wie Sport sollten bei großer Hitze in den Morgen oder Abend verlegt werden.

Trinken und essen Sie ausreichend

  • Nehmen Sie täglich mindestens anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit zu sich. Hilfreich sind Mineral- oder Leitungswasser, Saftschorlen und ungesüßte Tees. Meiden Sie Getränke mit Alkohol, Koffein oder viel Zucker. Bei Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen sollten Sie die richtige Trinkmenge mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt besprechen.
  • Auch wenn bei hohen Temperaturen das Hungergefühl oft nachlässt, sind leichte Mahlzeiten wichtig. Suppen, Brühen und wasserreiches Obst und Gemüse helfen den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen und den Elektrolytverlust auszugleichen.

Kühlen Sie sich und die Wohnräume

  • Lüften Sie nachts und am frühen Morgen. Tagsüber sollten die Fenster geschlossen bleiben und die Räume abgedunkelt werden. Halten Sie sich in den kühlsten Räumen auf, insbesondere nachts.
  • Kühlen Sie sich mit einer Dusche, Arm- und Fußbädern ab. Auch feuchte Kompressen oder ein Wasserzerstäuber wirken kühlend. Trocknen Sie sich möglichst wenig ab. 

Für ältere und pflegebedürftige Menschen gibt es weitergehende Empfehlungen, die sie vor gesundheitlichen Schäden durch Hitze schützen.

So kommen Sie gut durch die nächste Hitzewelle

Hohe Temperaturen über 30 Grad können den Körper stark belasten. In diesem Video erfahren Sie, mit welchen einfachen Maßnahmen Sie sich vor Hitze schützen können.

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Weitere Informationen

Das Portal klima-mensch-gesundheit.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert über das richtige Verhalten bei Hitze und gibt Tipps für Ihren Alltag.

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