Informationsangebote für Patienten und Ratsuchende

Gute, seriöse Informationen sind wichtig, um sich als Patient oder Ratsuchender im Gesundheitswesen zurechtzufinden. Egal, ob es um die Suche nach einer Apotheke oder Selbsthilfegruppe, um Informationen zu Erkrankungen oder um Patientenrechte geht. Welche unabhängigen Informations- und Beratungsangebote gibt es? Einige Beispiele finden Sie in diesem Beitrag.

Auf einen Blick

  • Verlässliche Informationen sind eine wichtige Basis, um für sich gute Gesundheitsentscheidungen treffen zu können.
  • Im Internet gibt es gute und unabhängige Quellen zu den unterschiedlichsten Gesundheitsthemen.
  • Manche dieser Anlaufstellen bieten auch persönliche Beratung oder helfen bei der Arztsuche.
  • Selbsthilfegruppen können neben konkreten Antworten auch einen wertvollen Erfahrungsaustausch unter Betroffenen bieten.
Informationsangebote für Patienten und Ratsuchende: Eine Frau hält ein Dokument in der Hand und zeigt es einer anderen Frau, die gegenübersitzt. In der anderen Hand hält sie einen Kugelschreiber.

Eine erste Übersicht über Informationsangebote

Seriöse und fundierte Informationen sind wichtig, damit sich Patientinnen und Patienten, sowie Ratsuchende im Gesundheitswesen orientieren können – egal, ob Sie gezielt Gesundheitsleistungen nutzen möchten, sich über Behandlungsmöglichkeiten informieren wollen oder auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe sind.

Der Gesetzgeber und andere unabhängige Institutionen haben dafür bereits zahlreiche Informationsmöglichkeiten geschaffen. In dieser Übersicht finden Sie unabhängige Informationsangebote für Patientinnen und Patienten sowie für Ratsuchende. Dieser Überblick enthält natürlich nur einen Auszug der möglichen Anlaufstellen und Informationsangebote. Viele dieser Anlaufstellen können darüber hinaus zusätzliche Informationsangebote und Ansprechpartner nennen.

Was eignet sich als erste Anlaufstelle?

Gesetzlich Krankenversicherte haben einen Anspruch auf Informationen von ihrer Krankenkasse. Oft sind diese als erste Anlaufstelle eine gute Wahl. Die Kassen bieten ihren Versicherten in der Regel nicht nur viel Wissenswertes im Internet, sondern auch auf anderen Wegen. Dazu zählen zum Beispiel persönliche Beratungsgespräche in den Geschäftsstellen, Telefonhotlines oder auch themenbezogene Broschüren. Wenn Sie die Informationsangebote Ihre Krankenkasse kennenlernen möchten, können Sie einfach dort anrufen und nachfragen.

Eine Frau mittleren Alters lehnt in einem großen Sessel. Mit der rechten Hand hält sie sich ein mobiles Telefon ans Ohr.

Auch die Kassenärztlichen Vereinigungen sind gesetzlich dazu verpflichtet, Versicherte zu informieren. Das Online-Angebot reicht hier von der Aufklärung zu Erkrankungen bis zu Informationen zu Patientenrechten. Beispielsweise helfen die Internetseiten der Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Arztsuche. Ein weiterer Service: Die Terminservicestellen vermitteln Facharzttermine. Im Servicebereich der Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erhalten Sie einen ersten Überblick.

Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Was bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)?

Ziel der UPD ist es, Patientinnen und Patienten dabei zu unterstützen, sich im vielschichtigen Gesundheitssystem zurechtzufinden.

Wer als Patientin oder Patient Rat sucht, kann sich auch an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden. Diese gemeinnützige Einrichtung gibt es seit 2011. Ziel der UPD ist es, Patientinnen und Patienten dabei zu unterstützen, sich im vielschichtigen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden.

Das Angebot der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland richtet sich an jeden – egal, ob gesetzlich oder privat krankenversichert. Kontakt zur UPD kann auf vielen Wegen aufgenommen werden, unter anderem per Telefon, Post, E-Mail und übers Internet. Auch das persönliche Gespräch ist in den bundesweit 30 festen Beratungsstellen möglich. Neben der Beratung auf Deutsch wird auch die Beratung in türkischer, russischer und arabischer Sprache angeboten.

Zum Beraterteam der UPD gehören zum Beispiel medizinische Fachteams sowie Fachärztinnen und -ärzte, aber auch Juristen und Sozialversicherungsfachangestellte.

Informationen zur Unabhängigen Patientenberatung Deutschland und alle Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf patientenberatung.de.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Umfassende Informationen zu Gesundheitsthemen und medizinischen Fragen bietet auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie befasst sich nicht nur mit Fragen der gesundheitlichen Aufklärung, sondern auch mit dem Thema Vorbeugung (Prävention). Das Angebot ist breit angelegt: Es reicht von Informationen zur Suchtvorbeugung über Themen wie Organspende und Impfungen bis zu Fragen der Frauen- und der Männergesundheit. 

Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Wo gibt es Informationen zu spezifischen Themen?

Während etwa die Krankenkassen zu unterschiedlichsten Gesundheitsthemen Auskunft geben, informieren spezialisierte Internetportale vertieft zu einzelnen Themengebieten. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele: 

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)

Auf dem Online-Portal www.igel-monitor.de erfahren Sie, welche medizinischen Leistungen in der Arztpraxis selbst bezahlt werden müssen. Es geht hier also um die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Der „IGeL-Monitor“ bewertet Nutzen und Risiken solcher Leistungen, sodass sich Patientinnen und Patienten gut informiert entscheiden können. Hinter dem IGeL-Monitor steht der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V. (MDS). Finanziert wird der MDS vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband).

Website von igel-monitor.de

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums

Eine wichtige Anlaufstelle für alle Menschen mit Fragen zum Thema Krebs ist der Krebsinformationsdienst (KID), eine Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums. Der KID bietet verständliche und wissenschaftlich fundierte Informationen zu Krebs an. Krebspatientinnen und -patienten, deren Familien sowie andere Interessierte finden unter www.krebsinformationsdienst.de nicht nur ein umfangreiches Online-Informationsangebot. Sie haben auch die Möglichkeit, sich kostenfrei zu konkreten Fragestellungen informieren zu lassen: telefonisch oder per E-Mail.

Webseite des Krebsinformationsdienstes

Allergieinformationsdienst

Dem umfassenden Thema Allergien widmet sich der Allergieinformationsdienst, der vom Helmholtz Zentrum München mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit eingerichtet wurde. Die Online-Plattform bietet unter anderem Informationen über allergiebedingte Erkrankungen, Wissenswertes zur Diagnose und Therapie sowie Hinweise, wie Sie sich vor Allergien schützen können.

Webseite des Allergieinformationsdienstes

Diabetesinformationsdienst

Unabhängige und fachlich fundierte Informationen rund um Diabetes und dessen Vorbeugung bietet das nationale Diabetesinformationsportal www.diabinfo.de. Das Portal ist ein gemeinsames Angebot des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung München, des Helmholtz Zentrums München und des Deutschen Diabetes-Zentrums Düsseldorf. Neben dem breiten, allgemeinverständlichen Informationsangebot bietet das Portal auch einen einfachen Online-Test, mit dem Interessierte ihr Risiko ermitteln können, in den kommenden fünf Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Zudem kann ein Arzt- und Therapeutenfinder bei der Suche unterstützen. Eine Plattform für klinische Studien bietet einen Überblick über aktuelle Diabetes- und Präventionsstudien sowie Interessierten die Möglichkeit, sich für die Teilnahme an einer klinischen Studie zu registrieren. Ab Ende 2020 werden zudem Expertinnen und Experten persönliche Fragen individuell beantworten.

Webseite des Diabetesinformationsdienstes

Wie finde ich eine Apotheke – auch im Notdienst?

Das Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen (aponet.de) ermöglicht Ihnen auf seiner Internetseite, eine öffentliche Apotheke in Ihrer Nähe zu finden (Apothekenfinder). Zudem finden Sie dort auch die Apotheken, die außerhalb der regulären Öffnungszeiten dienstbereit sind (Notdienstapothekensuche). Zudem stellen auch die Apothekerkammern auf ihren Internetseiten entsprechende Informationen bereit.

Zu aponet.de

Wie finde ich sichere Versandapotheken?

Ein älterer Mann sitzt mit ausgestreckten Beinen auf einem Sessel. Er trägt Kopfhörer und schaut lächelnd auf den Bildschirm eines Laptops, den er in seiner linken Hand hält. Mit dem Zeigefinger der anderen Hand berührt der Mann den Bildschirm.

Arzneimittel werden nicht nur von Apotheken vor Ort, sondern auch über das Internet von Versandapotheken angeboten.

In der EU führt jedes Land ein Register mit den dort ansässigen zugelassenen Versandapotheken. Die registrierten Versandapotheken zeigen auf ihren Internetseiten das EU-Sicherheitslogo an. Das EU-Sicherheitslogo soll dabei helfen, vertrauenswürdige Versandapotheken kenntlich zu machen. Das EU-Logo ist mit dem jeweiligen nationalen Versandhandels-Register verlinkt und ermöglicht so eine Überprüfung in- und ausländischer Versandapotheken.

Überprüfen Sie jeden Online-Anbieter sorgfältig, bevor Sie Arzneimittel dort bestellen. Kaufen Sie keine Arzneimittel aus fragwürdigen Quellen!

Zum Versandhandels-Register

Wie finde ich eine Selbsthilfegruppe?

Selbsthilfegruppen sind für viele Menschen mit Erkrankungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen wichtige Anlaufstellen. Wer auf der Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe ist, kann sich an NAKOS wenden. NAKOS steht für „Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen“. Die Arbeit von NAKOS wird vom Bundesministerium für Gesundheit und von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Neben einem Online-Angebot mit einer umfangreichen Adressdatenbank von Selbsthilfegruppen bietet NAKOS auch Aufklärungsbroschüren, Informationsblätter und Arbeitshilfen.

Webseite der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen

Wo gibt es Informationen zu Seltenen Erkrankungen?

Wer von einer Seltenen Erkrankung betroffen ist, hat es manchmal schwer, geeignete Informationen zu finden. Um Betroffene und ihre Angehörigen zu unterstützen, wurde im Jahr 2010 das „Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen“ (NAMSE) ins Leben gerufen. Daran beteiligt sind unter anderem das Bundesministerium für Gesundheit, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Dachorganisation der Selbsthilfe im Bereich Seltener Erkrankungen ACHSE e. V. („Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen“) und 25 weitere Partner.

Webseite des Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen

Webseite der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen

Neben NAMSE und der Dachorganisation ACHSE bietet auch die Internetseite von Orphanet viel Wissenswertes zu seltenen Erkrankungen.

Webseite von Orphanet

Die Versorgungsmöglichkeiten für Menschen mit Seltenen Erkrankungen werden im se-atlas als interaktive Landkarte oder auch als schriftliche Liste im Internet verfügbar gemacht.

Webseite von se-atlas.de

Auf dem Zentralen Informationsportal über seltene Erkrankungen (ZIPSE) können Sie nach qualitätsgesicherten Informationen zu seltenen Erkrankungen suchen. Bitte beachten Sie, dass das ZIPSE selbst keine Informationen erstellt, sondern auf bestehende Informationsanbieter verweist.

Webseite von ZIPSE

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