Kopflausbefall

Juckt es am Kopf, können Läuse der Grund sein. Die winzigen Parasiten nisten sich im Haar ein und können durch ihre Bisse Juckreiz auslösen. Kopfläuse ernähren sich von Blut aus der Kopfhaut. Ihre Eier kleben meistens nahe an der Kopfhaut an den Haaransätzen. Was hilft, um sie wieder loszuwerden?

Auf einen Blick

  • Kopfläuse sind winzige Parasiten, die sich im Haar einnisten und sich von Blut aus der Kopfhaut ernähren.
  • Ihre Bisse können jucken.
  • Manche Menschen ekeln sich vor den Tierchen.
  • Kopfläuse sind harmlos und übertragen auch keine Krankheiten.
  • Ihre Eier (Nissen) kleben Kopfläuse meist nahe der Kopfhaut an die Haaransätze – die neue Lausgeneration schlüpft meistens innerhalb einer Woche.
  • Es gibt verschiedene Behandlungen, mit denen man Kopfläuse wirksam loswerden kann.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Kopfläuse: eine Kopflaus in Nahaufnahme. Die ausgewachsene Laus hat sechs Beine und eine Körpergröße von zirka vier Millimetern.

Was sind Kopfläuse?

Kopfläuse sind winzige Parasiten. Sie nisten sich im Haar ein und ernähren sich von Blut aus der Kopfhaut. Die Bisse können jucken. Manche Menschen ekeln sich vor den Tierchen. Kopfläuse sind aber harmlos und übertragen auch keine Krankheiten.

Die Eier von Kopfläusen werden auch als Nissen bezeichnet. Sie kleben in der Regel nahe der Kopfhaut an den Haaransätzen. Eine neue Lausgeneration schlüpft meistens innerhalb einer Woche.

Kopfläuse können sich schnell vermehren und verbreiten. Sie treten häufig in Kitas, Kindergärten und Schulen auf. Haben sie sich einmal eingenistet, verschwinden sie nicht von selbst wieder. Es gibt aber verschiedene wirksame Behandlungsmöglichkeiten.

Welche Symptome zeigen sich bei Kopfläusen?

Kopfläuse machen sich nicht unbedingt sofort bemerkbar. Es können aber folgende Symptome auftreten:

Bei Kopfläusen können folgende Symptome auftreten: eine gefühlte Bewegung im Haar, juckende Biss- und Einstichstellen und juckreizbedingte Schlafstörungen.
  • ein Kitzeln auf der Kopfhaut oder das Gefühl, dass sich etwas im Haar bewegt.
  • juckende Biss- und Einstichstellen oder auch wund gekratzte Hautstellen.
  • juckreizbedingte Schlafstörungen, da Kopfläuse nachtaktiv sind.

Was sind die Ursachen für Kopfläuse?

Kopfläuse haben vor allem Kinder. Fast immer werden sie durch direkten Körperkontakt übertragen, etwa beim gemeinsamen Spielen.

Auch wenn manche Menschen das denken: Kopfläuse sind keine Folge mangelnder Hygiene. Da sich Läuse von Blut ernähren, ist es für sie egal, ob die Haare sauber oder schmutzig sind. Kopfläuse kann sich daher jeder Mensch einfangen.

Mädchen haben etwas häufiger Kopfläuse als Jungen. Laut Fachleuten könnte das daran liegen, dass Mädchen häufiger und länger „die Köpfe zusammenstecken“ als Jungen. Die Haarlänge hat keinen Einfluss auf das Ansteckungsrisiko. In langen, dichten und lockigen Haaren lassen sich die Kopfläuse aber schwerer erkennen.

Wie verbreitet sind Kopfläuse?

Schätzungsweise 1-3 % aller Kinder zwischen 3 und 12 Jahren sind von Kopfläusen betroffen.

Kopfläuse kommen häufig vor - insbesondere bei Kindern zwischen 3 und 12 Jahren. Schätzungen zufolge sind etwa 1 bis 3 Prozent aller Kinder betroffen. Es gibt für Deutschland aber keine genauen Zahlen.

In Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. In der Regel treten Kopfläuse in den ersten Monaten nach den Sommerferien auf – also vom Spätsommer bis in den Frühherbst.

Wie kann Kopfläusen vorgebeugt werden?

Sicher verhindern lassen sich Kopfläuse nicht. Wer Kopfläuse hat, kann aber dazu beitragen, dass sie sich nicht weiter verbreiten: Denn übertragen werden sie fast immer bei Kopf-zu-Kopf-Kontakt.

Kopfläuse müssen alle 2 bis 4 Stunden Blut saugen. Fern der Kopfhaut überleben sie meistens nicht lange. Läuse, die vom Kopf fallen, trocknen schon nach wenigen Stunden aus. Auch die Kopflauseier müssen sich nahe der Kopfhaut befinden, weil der Nachwuchs ohne warme Temperaturen nicht schlüpfen kann. In der Regel werden Kopfläuse deshalb nicht über Gegenstände übertragen. Ausgeschlossen ist dieser Übertragungsweg aber nicht – sicherheitshalber können es Kinder daher vermeiden, Mützen, Schals oder Bürsten gemeinsam zu benutzen.

Mögliche Maßnahmen sind zudem:

  • Kämme, Bürsten und Haarspangen mit heißem Wasser und Seife gründlich zu reinigen und ein paar Tage nicht zu benutzen.
  • benutzte Bettwäsche, Schlafanzüge, Kleidung und Handtücher bei 60 Grad zu waschen oder in den Trockner zu geben.
  • Kleidung und Gegenstände wie Kuscheltiere, die nicht bei 60 Grad waschbar sind, 3 Tage in einer Plastiktüte zu verschließen.

Da Kopfläuse nur Menschen befallen, müssen Haustiere nicht behandelt werden. Die Wohnung muss auch nicht desinfiziert werden. Auch Insektizide sollten nicht versprüht werden.

Wie werden Kopfläuse festgestellt?

Oft gibt ein „Läusealarm“ im Kindergarten oder in der Schule den Anlass für eine Läusekontrolle bei den eigenen Kindern – dafür ist ein spezieller Läusekamm hilfreich. Läusekämme gibt es in Apotheken, Drogerien oder Sanitätshäusern. Zur Kontrolle werden die Haare am besten zuerst nass gemacht. Danach kämmt man sorgsam vom Haaransatz in Richtung Haarspitzen – Strähne für Strähne und mindestens zweimal. Die Läuse oder Nissen können leichter erkannt werden, wenn man den Kamm nach jeder Strähne auf Küchenpapier oder einem Handtuch ausstreicht.

Ausgewachsene Kopfläuse sind nur 2 bis 3 Millimeter groß; in einem Haarbüschel sind sie daher kaum zu sehen. Ihr Körper ist graubraun, flach und flügellos. Anders als Flöhe können Kopfläuse nicht springen. Sie haben 6 Beine, mit denen sie sich gut an menschlichen Haaren festhalten und an ihnen entlanglaufen können. Noch nicht ausgewachsene Läuse entdeckt man leichter mit einer Lupe.

Kopfläuse legen ihre Eier – die sogenannten Nissen – meistens hinter den Ohren oder im Nacken ab. Die Eier kleben fest an den Haaransätzen, meistens mit einem Höchstabstand von 1 Zentimeter zur Kopfhaut.

Andere Teilchen im Haar wie Hautschorf oder Schuppen lassen sich manchmal mit Nissen verwechseln. Im Unterschied zu den Läuseeiern kleben Schuppen und andere lose Teilchen aber nicht fest und fallen beim Schütteln der Haare heraus.

Wie werden Kopfläuse behandelt?

Kopfläuse oder Nissen im Haar: Eine Frau hält einen Kamm in ihrer Hand und kämmt damit das lockige Haar eines Mädchens.

Eine Behandlung ist nur dann nötig, wenn lebende Läuse oder lebensfähige Eier gefunden werden. Ist dies der Fall, sollte schnell gehandelt werden, damit sich die Läuse nicht weiter ausbreiten. Gegen Kopfläuse wirken:

  • Mittel mit Insektengift (Insektizide).
  • Mittel mit Silikonöl (Dimeticon).

Es stehen auch Mittel auf Pflanzenbasis zur Verfügung – zum Beispiel mit Kokosöl. Manche Menschen verwenden auch Hausmittel wie Olivenöl oder Mayonnaise. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist aber nicht gut untersucht.

Inzwischen gibt es Kopfläuse, gegen die einige Insektizide nicht mehr so gut wirken wie früher. Daher werden heute öfter Mittel mit Silikonöl verwendet. Sie kommen ohne Insektengift aus und bleiben auch dauerhaft wirksam. Der Grund: Mittel mit Silikonöl bedecken die Kopfläuse mit einer Ölschicht, sodass sie ersticken.

In der Regel muss die Behandlung gegen Kopfläuse nach etwa 7 bis 10 Tagen wiederholt werden. Wie genau ein Mittel gegen Läuse angewendet wird, ist im Beipackzettel nachzulesen. Für Kinder übernehmen bei den meisten Behandlungen die Krankenkassen die Kosten: Sind sie jünger als 12 Jahre, kann die Ärztin oder der Arzt ihnen die Mittel verschreiben.

Die Haare mit einem Läusekamm gründlich auszukämmen genügt als alleinige Behandlung nicht. Das Auskämmen ist aber wichtig, um zu prüfen, ob die Behandlung erfolgreich war. Ärztinnen und Ärzte empfehlen, es nach der Behandlung mindestens 2 Wochen lang alle 3 Tage zu wiederholen.

Finden sich nach einer Kopflaus-Behandlung noch ein paar Nissen, aber eine Zeit lang keine Läuse mehr, sind die Parasiten wahrscheinlich verschwunden. Nissen oder Teile davon können allerdings noch Wochen später an den Haaren kleben. Wie alt die Nissen sind, lässt sich ungefähr daran erkennen, wie weit sie von der Kopfhaut weg sind. Da Haare etwa 1 Zentimeter pro Monat wachsen, handelt es sich bei Nissen, die weiter als 1 Zentimeter von der Kopfhaut entfernt sind, wahrscheinlich um Überbleibsel und keinen neuen Befall.

Vertiefende Informationen etwa dazu, wie man Kopfläuse wieder los wird, finden Sie auf gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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