Parkinson-Erkrankung

Die Parkinson-Erkrankung – auch Morbus Parkinson, Schüttellähmung oder nur Parkinson genannt – ist eine Erkrankung des Gehirns. Sie betrifft vor allem ältere Menschen und schränkt die Bewegungsfähigkeit ein. Ihre Ursachen sind bislang noch nicht vollständig geklärt.

Auf einen Blick

  • Die Parkinson-Krankheit ist eine Erkrankung des Nervensystems.
  • Sie tritt vor allem im Alter auf und schränkt die Bewegungsfähigkeit ein.
  • Parkinson lässt sich lange Zeit wirksam behandeln.
  • Die Parkinson-Erkrankung wird auch Morbus Parkinson oder Schüttellähmung genannt.
  • Ihre Ursachen sind bislang noch nicht vollständig geklärt.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Parkinson: Eine Frau in einem weißen Kittel, offenbar eine Pflegerin, nimmt eine ältere Frau an beide Hände.

Was ist die Parkinson-Erkrankung?

Die Parkinson-Erkrankung, auch bekannt als Morbus Parkinson oder Schüttellähmung, ist eine Erkrankung des Gehirns. Sie betrifft vor allem ältere Menschen und schränkt die Bewegungsfähigkeit ein. Ihre Ursachen sind bislang noch nicht vollständig geklärt.

Die Krankheit ist nicht heilbar. Nach der Diagnose führen viele Menschen noch lange ein weitgehend selbstständiges Leben. Denn die Krankheit schreitet nur langsam voran und ihre Beschwerden lassen sich durch wirksame Behandlungsmöglichkeiten lindern. In erster Linie werden sie mit Medikamenten behandelt.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Parkinson-Krankheit?

Typische Anzeichen für eine Parkinson-Erkrankung: Muskelsteife (Rigor), Bewegungsarmut (Akinesie) und Zittern in Ruhe (Ruhetremor).

Parkinson kann sich ganz unterschiedlich bemerkbar machen. Die typischen Symptome sind:

  • Bewegungsarmut (Akinesie): Bewegungen werden generell langsamer. Zum Beispiel wird der Gang sehr zögerlich; kurze, kleiner werdenden Schritte sind typisch. Es fällt schwer, sich in Bewegung zu setzen – oft will beim Gehen besonders der erste Schritt nicht gelingen. Zudem wird es schwieriger, Bewegungen zu stoppen, also beispielsweise spontan stehenzubleiben. Das Mitschwingen der Arme beim Gehen verschwindet nach und nach. Tätigkeiten, die etwas mehr Geschick erfordern, wie etwa das Zubinden von Schuhen, fällt immer schwerer. Die Gesichtsmuskeln werden weniger beweglich, was das Gesicht maskenartig wirken lässt. Das Schlucken fällt schwer und das Sprechen wird leise und monoton.
  • Muskelsteife (Rigor): Vor allem die Arme, die Beine und der Hals können dauerhaft steif und angespannt sein. Arme und Beine lassen sich meist auch mithilfe einer zweiten Person nur gegen einen Widerstand oder gar nicht bewegen und versteifen dann noch stärker. Durch die extreme Anspannung kommt es häufig zu Muskelschmerzen.
  • Zittern in Ruhe (Ruhetremor): Bei den meisten Erkrankten tritt ein typisches Zittern auf, besonders in den Händen. Die Handschrift wird dadurch kleiner und undeutlicher. Bei Bewegung wird das Zittern weniger.

Oft sind die Symptome auf einer Körperseite stärker vorhanden. Mögliche weitere Krankheitsfolgen sind zum Beispiel Harnblasen- und Verdauungsstörungen, Kreislaufprobleme, eine erhöhte Talgproduktion der Haut, Konzentrationsstörungen sowie Depressionen.

Welche Ursachen hat die Parkinson-Erkrankung?

Die Krankheit wird in verschiedene Formen unterteilt. Am häufigsten ist das sogenannte idiopathische Parkinson-Syndrom. Idiopathisch bedeutet, dass keine Ursache gefunden werden kann.

Bei der Parkinson-Krankheit spielt vor allem Dopamin eine wichtige Rolle. Dieser Botenstoff sorgt unter anderem dafür, dass elektrische Impulse vom Gehirn über die Nerven zu den Muskeln übermittelt werden. So wird Bewegung gesteuert. Bei der Parkinson-Krankheit ist diese Verknüpfung gestört, da Nervenzellen im Gehirn geschädigt werden, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Die Zerstörung dieser Zellen beeinträchtigt also die Fähigkeit, Bewegungen zu beginnen oder zu koordinieren. So können Gleichgewichts-Probleme entstehen, die das Risiko für Stürze und Knochenbrüche verstärken.

Auch Entzündungen, Tumoren oder Medikamente wie Psychopharmaka können ähnliche Beschwerden verursachen. Parkinson-Beschwerden können zudem die Folge anderer Erkrankungen des Nervensystems wie beispielsweise einer Demenz sein. 

Wie häufig ist die Parkinson-Erkrankung?

Ungefähr einer bis 2 von 1.000 Menschen sind von der Parkinson-Krankheit betroffen. Sie tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Im Alter ist die Erkrankung deutlich häufiger – ab 70 Jahren sind etwa 20 von 1.000 Menschen betroffen. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen.

1 bis 2 von 1000 Menschen haben die Parkinson-Krankheit.

Wie verläuft die Parkinson-Erkrankung?

Wie die Erkrankung verläuft, ist ganz unterschiedlich. Es kommt häufig vor, dass mehrere Jahre zwischen den ersten Parkinson-Anzeichen und einer Diagnose vergehen.

Wenn sich bei einem Menschen die Handschrift verändert oder die Feinmotorik nachlässt, können das erste frühe Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung sein. Bei vielen Menschen wird der Gesichtsausdruck starrer, bei manchen schwindet das Rhythmusgefühl oder die Arme schwingen beim Gehen nicht mehr mit. Oft kommt es zu Verstopfung, Schlafproblemen oder Stimmungsschwankungen. Bei einigen ist der Geruchssinn vermindert oder verschwindet ganz.

Die Zunahme der Beschwerden passiert meist schleichend. Im Frühstadium können Medikamente die Beschwerden meist deutlich lindern oder sogar ganz verschwinden lassen.

Das Fortschreiten der Erkrankung schädigt jedoch weiterhin die Gehirnzellen, sodass die Symptome nach etwa 5 bis 10 Jahren wieder zunehmen. Die Wirkung der Medikamente reicht dann nicht mehr aus und schwankt stark. Dann wechseln die Symptome zwischen normaler Beweglichkeit und starker Unbeweglichkeit. Diese Wechsel werden als Off- beziehungsweise On-Phasen bezeichnet.

Bei einer fortschreitenden Erkrankung können weitere Symptome hinzukommen – beispielsweise ein Schlenkern der Arme, Schmatzen oder ruckartige Bewegungen. Weitere Beschwerden wie Sprachstörungen, Gedächtnisprobleme, Blasenstörungen, Halluzinationen oder Depressionen sind möglich. Bei einigen Betroffenen entsteht eine Demenz.

Im Spätstadium brauchen Menschen mit Parkinson Unterstützung bei vielen Alltagsaktivitäten. Hilfe beim Essen und Trinken, Aufstehen und Gehen, Anziehen und Körperpflege wird notwendig. 

Wie wird die Parkinson-Erkrankung diagnostiziert?

Für die Diagnose sind körperliche Untersuchungen und ein ausführliches Gespräch über Beschwerden und die bisherige Krankheitsgeschichte nötig. Angehörige können unterstützend wirken, wenn sie an dem Gespräch teilnehmen: da ihnen auch Beschwerden oder Einschränkungen auffallen, die die Patienten selbst nicht immer wahrnehmen. Zusätzlich zur allgemeinen körperlichen Untersuchung testet die Ärztin oder der Arzt die Reflexe, Empfindlichkeit – zum Beispiel gegenüber Schmerz oder Druck – und Beweglichkeit. Beispielsweise wird hier überprüft, ob sich die Gelenke normal bewegen lassen oder die Muskeln Widerstand leisten.

Der sogenannte L-Dopa-Test kann bei der endgültigen Diagnose helfen. Nach der Einnahme des Medikaments L-Dopa (Levodopa) wird überprüft, ob die Beschwerden abnehmen. Tritt eine schnelle Besserung ein, spricht das für Parkinson.

Vor allem im Frühstadium lässt sich die Parkinson-Krankheit nicht immer leicht von anderen Erkrankungen abgrenzen. Dann ist es sinnvoll, Patienten über eine längere Zeit zu beobachten. Vor allem um andere Erkrankungen auszuschließen, kann auch eine Computertomografie (CT) oder eine Kernspintomografie (MRT) durchgeführt werden.

Wie wird die Parkinson-Erkrankung behandelt?

Wenn die Beschwerden zu Beginn der Erkrankung nicht belastend sind, ist in manchen Fällen noch keine Behandlung nötig. Nehmen die Beschwerden zu, können Medikamente helfen, die Symptome abzuschwächen. Allerdings können die Medikamente den Mangel an Dopamin auffüllen, das Fortschreiten der Krankheit aber nicht stoppen. Daher reicht ihre Wirkung mit der Zeit nicht mehr aus und die Art und Dosierung der Arzneistoffe muss immer wieder neu angepasst werden. Für eine gleichmäßige Wirkung können Mittel über eine Medikamentenpumpe verabreicht werden. Sie gibt den Wirkstoff entweder unter die Haut oder direkt in den Dünndarm ab.

Wenn sich die Beschwerden durch Medikamente nicht ausreichend bessern, ist eine tiefe Hirnstimulation möglich. Hier werden im Rahmen einer Operation Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns eingesetzt. Sie geben kontinuierlich elektrische Reize ab und beeinflussen so die Muskelaktivität.

Die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit führt dazu, dass die Muskelkraft abnimmt. Im Rahmen einer begleitenden Ergotherapie werden deshalb alltägliche Bewegungen und Tätigkeiten geübt. Bewegungsübungen und Sport sollen helfen, den Verlust der Muskelkraft auszugleichen und die Beweglichkeit und Koordination zu verbessern. Wenn die Stimme leiser und die Sprache undeutlicher wird, kann auch eine Sprachtherapie (logopädische Therapie) infrage kommen.

Vertiefende Informationen, etwa wann ein Hirnschrittmacher eine sinnvolle Behandlung ist, finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie sieht der Alltag mit einer Parkinson-Erkrankung aus?

Die Parkinson-Krankheit wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus – in Beruf, Partnerschaft und Familie oder auch bei Freizeitaktivitäten. Auch wenn sich der Alltag im Frühstadium der Erkrankung nur wenig verändert, haben viele Erkrankte Angst, mit der Zeit unselbstständig und pflegebedürftig zu werden. Es ist aber durchaus möglich, noch lange ohne starke Beeinträchtigungen gut mit der Krankheit klar zu kommen.

Trotzdem macht es Sinn, sich auf die Zeit einzustellen, in der mehr und mehr Unterstützung nötig wird. Den meisten Menschen gelingt es besser, mit ihrer Erkrankung umzugehen, wenn sie sich nicht zurückziehen, sondern von Anfang an den Austausch mit anderen suchen. Sehr wichtig ist auch eine gute ärztliche Begleitung sowie das Einbinden von Angehörigen, Freunden und Bekannten, wenn im Alltag Hilfe nötig ist.

Für viele Betroffene hat es einen positiven Effekt, so lange wie möglich aktiv zu bleiben. Dabei ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und körperliche Bewegung, alltägliche und berufliche Tätigkeiten immer wieder an die eigenen Möglichkeiten anzupassen.

Wie erleben Menschen den Alltag mit ihrer Parkinson-Krankheit? Lesen Sie Erfahrungsberichte auf der Seite gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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