Alzheimer-Demenz

Bei einer Demenz lassen Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit allmählich nach. Menschen mit Demenz fällt es mit der Zeit immer schwerer, selbstständig zurechtzukommen. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz.

Auf einen Blick

  • Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für eine Demenz.
  • Die Lebensqualität bei Demenz lässt sich durch nicht-medikamentöse Behandlungen verbessern.
  • Aufhalten oder heilen kann man die Alzheimer-Demenz bisher nicht.
  • Mit fortschreitendem Alter erhöht sich das Risiko für eine Alzheimer-Demenz (ab etwa 65 Jahren).
  • Viele Menschen erleben Verständnis und Unterstützung, wenn sie offen mit ihrer Erkrankung umgehen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Alzheimer-Demenz: Eine Frau mit Gehstock hält ein Taschentuch an ihr Auge und blickt nach unten.

Was ist eine Alzheimer-Demenz?

Bei einer Demenz nehmen wichtige Hirnleistungen nach und nach ab. Das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit sind in der Regel zuerst betroffen. Menschen mit einer Demenz fällt es zunehmend schwerer, sich zurechtzufinden und ein selbstständiges Leben zu führen.

Die häufigste Ursache für eine Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Die Bezeichnung geht auf den Psychiater Alois Alzheimer zurück, der die Erkrankung Anfang des 20. Jahrhunderts als Erster beschrieb.

Wichtig zu wissen: Den Verlauf einer Alzheimer-Demenz kann man mit verschiedenen medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungsmaßnahmen positiv beeinflussen. Aufhalten oder heilen kann man die Alzheimer-Krankheit bislang jedoch nicht.

Welche Symptome treten bei einer Alzheimer-Demenz auf?

Mit dem Älterwerden lassen bei den meisten Menschen geistige Fähigkeiten wie das Gedächtnis und die Lernfähigkeit nach. Es ist normal, sich im Alter auf neue Umstände und Situationen nicht mehr so schnell einstellen zu können wie früher. Es ist aber auch im höheren Alter noch möglich, auf das erworbene Wissen zuzugreifen. Man bleibt orientiert, selbstständig und urteilsfähig.

Bei Menschen mit einer Alzheimer-Demenz verhält es sich jedoch anders: Die geistigen Fähigkeiten lassen mit der Zeit immer mehr nach. In der Regel macht sich das zuerst am Kurzzeitgedächtnis bemerkbar: Die Betroffenen vergessen gerade Erlebtes, während sie sich an länger zurückliegende Ereignisse mitunter noch gut erinnern. Mit der Zeit verschlechtert sich aber auch das Langzeitgedächtnis.

Zudem weisen viele Menschen mit Demenz irgendwann Verhaltensänderungen auf. Auch die Persönlichkeit kann sich verändern. Die Betroffenen werden ängstlicher, scheuer oder passiver, misstrauisch oder auch aggressiv.

Welche Ursachen kann eine Alzheimer-Demenz haben?

Wodurch eine Alzheimer-Demenz verursacht wird, ist noch weitgehend ungeklärt. Sehr wahrscheinlich kommen bei der Entstehung der Erkrankung mehrere Ursachen zusammen. 

Bei einer Alzheimer-Demenz sterben im Laufe der Zeit immer mehr Gehirnzellen ab. Warum das passiert, darüber gibt es bis heute lediglich Vermutungen. Die Forschung hat festgestellt, dass im Gehirn von Menschen mit einer Alzheimer-Demenz zu wenig Acetylcholin vorhanden ist. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Botenstoff.  

Darüber hinaus ist inzwischen bekannt, dass sich bei einer Alzheimer-Demenz im Gehirn kleine Eiweißpartikel ablagern. Diese könnten dafür verantwortlich sein, dass immer mehr Gehirnzellen absterben.

Was sind Risikofaktoren für eine Alzheimer-Demenz?

Die Wahrscheinlichkeit für eine Alzheimer-Demenz erhöht sich mit dem Alter (ab etwa 65 Jahren). In zahlreichen Studien ist bereits untersucht worden, ob bestimmte Erkrankungen oder auch gewisse Verhaltensweisen und Lebensumstände Einfluss auf das Demenz-Risiko nehmen. Eindeutige Antworten haben diese Untersuchungen noch nicht geben können, aber sie geben Hinweise auf folgende Einflussfaktoren:

Auch der mögliche Einflussfaktor „Vererbung“ wird diskutiert. Bisher sind einige wenige Gene bekannt, die die Wahrscheinlichkeit für eine Alzheimer-Erkrankung beeinflussen. So tritt die Alzheimer-Demenz in manchen Familien bei mehreren Familienmitgliedern bereits in einem mittleren Lebensalter auf. Durch spezielle Gen-Untersuchungen kann festgestellt werden, ob hier eine sogenannte präsenile Alzheimer-Demenz vorliegt. Wenn ja, haben auch die Geschwister und Kinder der Betroffenen ein hohes Erkrankungsrisiko.

Andere genetische Besonderheiten werden zwar ebenfalls oft mit der Entwicklung einer Alzheimer-Demenz in Verbindung gebracht. Anhand dieser Merkmale sind aber keine zuverlässigen Vorhersagen möglich, ob jemand tatsächlich erkranken wird.

Wie viele Menschen haben Demenz?

Etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Demenz. Die Mehrzahl sind Frauen.

In Deutschland sind ungefähr 1,4 Millionen Menschen von einer Demenz betroffen. Dass mehr Frauen als Männer daran erkranken, ist vor allem durch ihre höhere Lebenserwartung begründet. Denn die meisten Demenz-Erkrankungen treten erst im höheren Alter auf. Bei den 65- bis 69-Jährigen sind ungefähr 2 Prozent betroffen, bei den 80- bis 84-Jährigen etwa 10 Prozent. Schätzungen zufolge haben 70 Prozent der Menschen mit Demenz die Alzheimer-Krankheit.

Wie verläuft eine Alzheimer-Demenz?

Wenn sich die ersten Symptome einer Alzheimer-Demenz zeigen, sind die Betroffenen meistens schon älter als 65 Jahre. Die Alzheimer-Krankheit ist eine chronische Erkrankung, die über mehrere Jahre fortschreitet.

Frühstadium einer Alzheimer-Demenz

  • Symptome im Frühstadium sind von der Altersvergesslichkeit oft nicht zu unterscheiden.
  • Den Betroffenen fällt es schwerer, ein komplett selbstständiges Leben zu führen.
  • Komplexere Aufgaben des Alltags können bereits eine große Herausforderung darstellen.
  • Die zunehmende Vergesslichkeit kann zu Ängsten, Stressgefühl, Aggressionen und auch Scham führen.
  • Einige Erkrankte erleben depressive Verstimmungen und sind oft reizbar.

Mittleres Stadium einer Alzheimer-Demenz

  • Die Betroffenen können kein selbstständiges Leben mehr führen.
  • Selbstständige Nahrungsaufnahme, Körperhygiene und eventuell auch einfache Tätigkeiten zu Hause sind noch möglich, benötigen aber eine Erinnerung.
  • Komplexere Aufgaben wie Einkaufen, Kochen, Putzen oder auch Spazierengehen sind nur mit der Unterstützung anderer möglich.
  • Insgesamt ist jetzt das Risiko höher, sich zu verirren und den Heimweg nicht mehr zu finden, den Herd oder das Bügeleisen angeschaltet zu lassen und dadurch sich und andere zu gefährden.
  • Häufig ist auch der Tag-Nacht-Rhythmus gestört.
  • Das Sprachverständnis und die Sprechfähigkeit nehmen ab.
  • Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden fällt immer schwerer.

Fortgeschrittenes Stadium einer Alzheimer-Demenz

  • In diesem Stadium sind die Betroffenen durchgehend auf die Hilfe anderer angewiesen.
  • Die Schwierigkeiten zu sprechen und zu verstehen, können so groß sein, dass Gespräche kaum noch möglich sind.
  • Selbst einfache Tätigkeiten können nicht mehr selbstständig ausgeführt werden, auch beim Essen und Trinken ist Hilfe nötig.
  • Menschen mit fortgeschrittener Demenz erkennen selbst nahestehende Personen häufig nicht mehr. Sie sind oft unruhig, erfahren Halluzinationen oder vermengen Ereignisse aus Gegenwart und Vergangenheit.
  • Auch die Kontrolle über Körperfunktionen kann verlorengehen.  

Wie wird eine Alzheimer-Demenz festgestellt?

Eine Alzheimer-Demenz kann mit den aktuell verfügbaren Tests und Untersuchungsverfahren wie etwa einer Computertomografie des Gehirns oder speziellen Laboruntersuchungen des Blutes nicht völlig sicher erkannt werden.

Daher ist eine umfassende Diagnostik nötig, um einen Verdacht auf Demenz bestätigen oder verwerfen zu können. Die erste Anlaufstelle ist meist die hausärztliche Praxis. In der weiteren Diagnostik arbeiten häufig verschiedene Fachärztinnen und -ärzte zusammen, vor allem aus der Neurologie, Psychiatrie und Radiologie.

Für eine gesicherte Diagnose ist es wichtig, auch andere Erkrankungen als mögliche Auslöser bestehender Symptome im Blick zu haben: Denn Beschwerden wie zunehmende Vergesslichkeit, Orientierungsprobleme und Änderungen im Verhalten können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Die Diagnose „Alzheimer-Demenz“ wird erst dann gestellt, wenn die Symptome über ein halbes Jahr hinweg bestehen und andere Auslöser unwahrscheinlich sind.

Wichtig zu wissen: Gerade in frühen Stadien kann der Besuch einer spezialisierten Gedächtnis-Ambulanz in einem Krankenhaus hilfreich sein.

Wie kann eine Alzheimer-Demenz behandelt werden?

An Alzheimer erkrankte Menschen benötigen eine langfristige Therapie und Begleitung. Abhängig von den persönlichen Bedürfnissen, der konkreten Lebenssituation und dem Erkrankungsstadium kann ein Betreuungsteam mit Fachkräften aus der Medizin, Psychologie, Pflege und Sozialarbeit notwendig werden.  

Auch die familiäre Unterstützung ist meist ein wesentlicher Stützpfeiler der Betreuung. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer können hinzukommen.

Das Ziel der medikamentösen und nicht-medikamentösen Demenz-Behandlung ist es,

  • die Selbstständigkeit und die Alltagskompetenzen möglichst lange zu bewahren
  • psychische Beschwerden abzumildern
  • insgesamt die Lebensqualität zu fördern
  • die tägliche Belastung von Angehörigen zu reduzieren

Zu den nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten bei einer Demenz gehören:

  • Gedächtnis- und Orientierungsübungen
  • gemeinsame Alltagsaktivitäten
  • Kunst-, Aroma-, Tier- und Musiktherapie
  • körperliche Aktivitäten
  • Massagen
  • Angehörigenschulungen

Zu den gängigsten Medikamenten gehören:

  • Cholinesterasehemmer
  • Memantin
  • Extrakte aus den Blättern des Ginkgo-Baums

Wichtig zu wissen: Eine Alzheimer-Demenz ist bislang nicht heilbar. Es sind unterschiedliche Medikamente verfügbar, die den Abbau der geistigen Fähigkeiten bei einer leichten und bei mittelschwerer Demenz etwas verzögern können. Diese Arzneimittel können auch Nebenwirkungen haben. Unklar ist, ob eines der Medikamente bei Demenz besser wirkt als andere.

Vertiefende Informationen zu einer Alzheimer-Demenz, etwa zur nicht-medikamentösen Therapie, finden Sie unter gesundeitsinformation.de.

Wie sieht der Alltag von Menschen mit Alzheimer-Demenz aus?

Menschen mit Demenz erleben ihre Situation sehr unterschiedlich. Manche schaffen es, die Erkrankung zu akzeptieren und ein aktives, zufriedenes Leben zu führen, solange es möglich ist. Andere Betroffene sind niedergeschlagen, werden depressiv und ziehen sich immer mehr zurück. Einige versuchen, ihre Krankheit und die damit einhergehenden Beschwerden möglichst zu verdrängen.

Viele Menschen mit Demenz machen gute Erfahrungen, wenn sie sich selbst und anderen gegenüber offen mit ihrer Situation umgehen. Denn dann besteht die Möglichkeit, dass vor allem die Familie, aber auch Freunde und Bekannte ihre Unterstützung anbieten und auf vielfältige Weise helfen können.

Mit dem Fortschreiten der Demenz sind Betroffene mehr und mehr angewiesen auf umfassende Betreuung.

Diese Hilfestellungen werden immer wichtiger, denn im Verlauf einer Demenz ändert sich der Alltag für die Betroffenen und ihre Angehörigen ständig. Gemeinsamen Aktivitäten und Hobbys nachzugehen, fällt schwerer. Rollen und Verantwortlichkeiten verschieben sich. Konflikte innerhalb der Familie und der Partnerschaft können zunehmen. Die Pflege und Betreuung können Angehörige vor so große Herausforderungen stellen, dass sie selbst irgendwann Unterstützung benötigen.

Der Austausch mit anderen – zum Beispiel in Selbsthilfegruppen – wird oft als wertvoll und unterstützend erlebt. Wichtig ist es auch, weiterhin möglichst aktiv zu bleiben und Dinge zu unternehmen: Spazierengehen, Basteln, Kochen, Singen – auch mit Alzheimer-Demenz ist vieles noch lange möglich.

Auf gesundheitsinformation.de finden Sie Erfahrungsberichte, darunter von Menschen mit einer Alzheimer-Demenz. Gesprächspartner waren auch Kinder, deren Mütter an Alzheimer-Demenz erkrankt sind.

Wo kann ich mich über Alzheimer-Demenz informieren?

Im Verlauf einer Demenz verlieren Betroffene irgendwann ihre Selbstständigkeit. Menschen mit Demenz müssen mehr und mehr von anderen versorgt werden. Auch wichtige Entscheidungen können irgendwann nicht mehr eigenständig getroffen werden.

Daher ist es im Anfangsstadium einer Demenz wichtig, sich frühzeitig mit den zu erwartenden Auswirkungen auseinanderzusetzen und gezielte Vorkehrungen zu treffen. Mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung kann festgelegt werden, wer später Aufgaben in der Versorgung übernehmen und Entscheidungen treffen soll. Man kann auch bestimmen, für welche Angelegenheiten Vollmachten gelten sollen. Mit einer Patientenverfügung lässt sich zudem festlegen, ob und welche lebensverlängernden medizinischen Maßnahmen im Falle einer schweren Krankheit ergriffen werden sollen.

Den Vordruck einer Vorsorgevollmacht können Sie auf der Website des Bundesministeriums für Justiz und für Verbraucherschutz herunterladen.

Mit dem Fortschreiten einer Demenz werden die psychosoziale Betreuung, die Versorgung durch Pflegekräfte und die Entlastung pflegender Angehöriger immer wichtiger. Ein erster Schritt zu hilfreicher Unterstützung können örtliche Angebote sein: zum Beispiel Tagespflege-Einrichtungen oder stundenweise Betreuung für an Demenz Erkrankte, Pflegekurse oder auch Gesprächsgruppen für Angehörige. Darüber hinaus besteht ein Anspruch auf Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, wenn eine hauptsächlich betreuende Person erkrankt oder eine Auszeit benötigt.

Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet umfassende Informationen sowie Adressen zu Beratungs- und Hilfsangeboten: auf der Website „Wegweiser Demenz“.

Antworten zum Thema Pflege und zur Entlastung pflegender Angehöriger gibt das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Website im „Online-Ratgeber Pflege“.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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