Sprunggelenkverstauchung

Ob beim Gehen, Springen oder Rennen: Knickt der Fuß um, kann es zu einer Sprunggelenkverstauchung kommen. Denn beim Umknicken werden die Bänder zu stark überdehnt. Dabei reißen auch kleine Blutgefäße: Der Knöchel schwillt an und schmerzt. 

Auf einen Blick

  • Beim Umknicken werden die Bänder überdehnt, schlimmstenfalls können sie sogar reißen. 
  • Dabei reißen auch kleine Blutgefäße: Der Knöchel schwillt an und tut weh. 
  • Ist es direkt nach dem Umknicken noch möglich, aufzutreten und zu gehen, ist wahrscheinlich nichts gebrochen. 
  • Sind die Bänder nur leicht gedehnt, lässt sich der Fuß in der Regel nach ein paar Tagen wieder normal bewegen. 
  • Knöchelverstauchungen ohne Bänderriss sind meist nach 2 Wochen weitgehend überstanden. 

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Sprunggelenkverstauchung: Ein Jogger steht mit beiden Beinen auf einer asphaltierten Lauffläche. Das rechte Bein zieht der Sportler an der Ferse etwas nach oben an, sodass er bei einem Bein nur auf dem Fußballen steht.

Was ist eine Sprunggelenkverstauchung?

Knickt man mit dem Fuß zu stark um, können Bänder des Sprunggelenks überdehnt werden. Auch das umgebende Gewebe wird dabei verletzt. Das Gelenk schwillt an und schmerzt: Es ist verstaucht. Knöchelverstauchungen zählen zu den häufigsten Verletzungen. 
 
Bänder sind strapazierfähige und zugleich elastische Bindegewebsstränge, die die Knochen im Gelenk miteinander verbinden. Das Sprunggelenk besteht aus vielen Knochen. Daher gibt es hier auch mehrere Bänder, die es stabilisieren. 

Welche Symptome zeigen sich bei einer Sprunggelenkverstauchung?

Bei zu starkem Umknicken werden die Bänder überdehnt. Sie können schlimmstenfalls sogar reißen. Bei der Überdehnung reißen zudem kleine Blutgefäße ein. Der Knöchel schwillt dann an und schmerzt. 
 
Ist es direkt nach dem Umknicken noch möglich, aufzutreten und zu gehen, ist wahrscheinlich nichts gebrochen. Sind die Bänder nur leicht gedehnt, lässt sich der Fuß meistens nach ein paar Tagen wieder normal bewegen. Aber auch leichte Verstauchungen können weh tun. 

Was sind die Ursachen einer Sprunggelenkverstauchung?

Das Sprunggelenk ermöglicht die Auf-, Ab- und Seitwärtsbewegungen des Fußes. Drehungen nach innen sind leichter möglich als nach außen. Deshalb knickt der Fuß meistens nach innen um – etwa bei einer ungünstigen Landung nach einem Sprung. Die Bänder an der Außenseite des Knöchels, die sogenannten Außenbänder, können dabei verletzt werden. Seltener kommt es vor, dass die Bänder an der Innenseite des Knöchels, also die Innenbänder, beim Umknicken überdehnt werden. 

Wichtig zu wissen: Manche Menschen haben sehr schwache Bänder. Sie neigen daher eher zu Verstauchungen. Auch Menschen mit Hohlfuß oder Muskelschwäche haben ein höheres Risiko. 


Sportlerinnen und Sportler haben zudem öfter mit Verstauchungen und anderen Knöchelverletzungen zu tun. So machen zum Beispiel Außenbandrisse am Knöchel ein Viertel aller Sportverletzungen aus. Besonders oft kommt dies bei Sportarten wie Volleyball, Basketball oder Fußball vor. 

Wie verläuft eine Sprunggelenkverstauchung?

In den meisten Fällen sind Knöchelverstauchungen ohne Bänderriss nach 2 Wochen weitgehend überstanden. Der Fuß kann zwar noch nicht wieder voll belastet werden, aber in der Regel schmerzt er dann kaum noch. 
 
Sind die Bänder angerissen oder gerissen, kann es Wochen dauern, bis das Sprunggelenk keine Probleme mehr macht.  Bei einer ernsteren Bänderverletzung dauert es manchmal 2 bis 3 Jahre, bis das Sprunggelenk wieder so beweglich und belastbar ist wie zuvor. 
Nach einer Sprunggelenkverstauchung ist das Risiko für erneute Fußverletzungen in den Folgejahren höher – insbesondere dann, wenn die Gelenke zum Beispiel bei Sportarten wie Fußball oder Basketball stark belastet werden. 

Bei rund 10-20 % der Menschen mit einer schweren Verstauchung bleibt das Sprunggelenk danach dauerhaft instabil.

Bei rund 1 bis 2 von 10 Menschen, die eine schwere Verstauchung haben, bleibt das Sprunggelenk danach dauerhaft (chronisch) instabil. Das Gelenk gibt dann auch 6 Monate nach der Verstauchung immer noch zu leicht nach. Menschen mit chronisch instabilem Sprunggelenk verstauchen sich oft immer wieder den Knöchel. 

Wie kann einer Sprunggelenkverstauchung vorgebeugt werden?

Zur Stabilisierung und zum Schutz vor neuen Verletzungen bandagieren oder schienen manche Menschen ihre Sprunggelenke vor dem Sport. 
 
Dauerhaft instabilen Sprunggelenken kann vor allem mit Kräftigungs- und Koordinationsübungen vorgebeugt werden. Wer seine Gelenkstrukturen wieder festigen will, muss in der Regel wochen- oder monatelang trainieren. Oft wird dafür ein Balancebrett verwendet, das schon bei leichtem Ungleichgewicht zur Seite kippt. Auf dem Brett wird dann zum Beispiel das Stehen auf einem Bein geübt. Um nicht die Balance zu verlieren, muss der Fuß dem Kippen gegensteuern, verschiedene Belastungen ausgleichen und Bewegungen ausführen. Die Muskulatur wird dadurch gestärkt und das Fußgelenk stabiler. 

Wie wird eine Sprunggelenkverstauchung diagnostiziert?

Bei einer möglichen Sprunggelenkverstauchung fragt die Ärztin oder der Arzt zuerst nach dem Unfallhergang und den Beschwerden. Bei der Untersuchung wird dann geprüft, wie stark die Verletzung ist. Soll ein Knöchelbruch ausgeschlossen werden, kann der Fuß zudem geröntgt werden. 
 
Haben sich die Beschwerden bei einer Knöchelverstauchung nach einigen Tagen nicht deutlich gebessert, kann ein Bänderriss vorliegen. In solchen Fällen kann mit Hilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT, auch Kernspintomografie genannt) ein Bild vom Inneren des Sprunggelenks gemacht werden. Mit solchen MRT-Bildern können die Bänder und das umgebende Gewebe häufig besser begutachtet werden als mit einer Röntgenaufnahme. 

Wie wird eine Sprunggelenkverstauchung behandelt?

Ein verstauchter Knöchel schwillt schnell an und fängt ebenso rasch an zu schmerzen. Als Sofortmaßnahme gegen den Schmerz und die Schwellung lagert man den Fuß am besten hoch und kühlt ihn. Auch eine Kompressionsbandage, die leichten Druck auf den Knöchel ausübt, ist hilfreich. Meistens reichen diese lindernden Maßnahmen bei einer leichten Sprunggelenkverstauchung aus. 

Ein verstauchtes Sprunggelenk kann wie folgt behandelt werden: mit Schonung, Kühlen und einem Kompressionsverband.

Wenn es erforderlich ist, kann nach einigen Tagen eine Schiene, Orthese oder ein fester Verband angelegt werden, um den Fuß zu stabilisieren. Ist das Sprunggelenk stark geschwollen, kann kurzzeitig auch ein Gips sinnvoll sein. 
 
Es spricht viel dafür, den Fuß nicht zu lange ruhigzustellen und so früh wie möglich mit angepasster Bewegung zu beginnen. Auch bei einer Sprunggelenksverstauchung mit Bänderriss ist nur in seltenen Fällen eine Operation erforderlich. 

Vertiefende Informationen, etwa dazu, wie ein verstauchter Knöchel behandelt wird, finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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