Krankheiten Tennisarm
ICD-Codes: M77.1 Was sind ICD-Codes?
Ein Tennisarm entsteht meistens durch einseitige oder starke Belastungen, wie sie etwa beim Sport oder handwerklichen Arbeiten vorkommen. Typisch sind Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens.
Auf einen Blick
- Ein Tennisarm wird meistens von einseitigen oder starken Belastungen verursacht.
- Typisch sind Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens.
- Etwa 2 von 100 Menschen haben einen Tennisarm.
- Häufig erfordert ein Tennisarm Geduld: Die Beschwerden sind oft erst nach Monaten verschwunden.
- Spezielle Kräftigungsübungen können die Beschwerden etwas lindern.
Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Was ist ein Tennisarm?
Ein Tennisarm wird meistens durch einseitige oder starke Belastungen verursacht. Solche Belastungen gibt es zum Beispiel bei Sportarten wie Tennis, bei handwerklichen Tätigkeiten oder auch beim Arbeiten am Computer. Typisch für einen Tennisarm sind Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Die Schmerzen können aber auch in den ganzen Arm ausstrahlen.
Sinnvoll ist es, zunächst möglichst die Tätigkeiten zu vermeiden, die die Schmerzen hervorrufen. Ein Tennisarm wird in erster Linie mit Dehn- und Kräftigungsübungen behandelt. Wer einen Tennisarm hat, braucht aber oft Geduld: Bis die Beschwerden verschwinden, kann es Monate dauern.
Welche Symptome zeigen sich bei einem Tennisarm?
Meistens treten die typischen Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens bei Bewegung oder Berührung auf. Bei einem Tennisarm schmerzt der Ansatz der Muskelsehnen im Außenbereich des Ellenbogens. Hier setzen die Sehnen an, die an der Streckung des Handgelenks beteiligt sind. Zu den typischen Beschwerden können daher Bewegungen führen, bei denen der Arm oder die Hand gebeugt, gestreckt oder gedreht wird. Dazu zählen auch Greif- und Hebebewegungen.
Die Schmerzen können in den Ober- und Unterarm, aber auch in die Hand ausstrahlen. Schon eine einfache Belastung kann Schmerzen auslösen – zum Beispiel das Aufschrauben einer Flasche. Bei starken Beschwerden kann es sogar schwierig werden, eine Kaffeetasse zu heben. Menschen mit einem Tennisarm fällt es auch schwer, kräftig zuzugreifen. Oft ist der Arm unbeweglicher als zuvor. In Ruheposition können die Schmerzen zwar nachlassen, manchmal treten sie jedoch auch nachts auf und stören den Schlaf.
Was sind die Ursachen für einen Tennisarm?
Einen Tennisarm haben oft Menschen, die ihre Unterarmmuskulatur plötzlich ungewohnt stark belasten. Aber auch Menschen, die ihren Arm regelmäßig einseitig belasten, können einen Tennisarm entwickeln.
Mögliche Ursachen für einen Tennisarm sind:
- Sportarten wie Tennis, Rudern oder Krafttraining
- handwerkliche Tätigkeiten wie Malern, Schreinern oder Holzhacken
- schweres Heben
- Spielen von Musikinstrumenten, beispielsweise Klavier
- Arbeit am Computer oder an einer Supermarktkasse
- Kochen, zum Beispiel Gemüseschneiden oder -schälen
Ein Tennisarm kann zwar tatsächlich durch Tennisspielen verursacht werden. Meist gibt es aber andere Auslöser.
Anders als früher gedacht werden die Beschwerden bei einem Tennisarm nicht durch eine entzündete Muskulatur verursacht. Wahrscheinlich spielen Verschleiß und kleine Verletzungen am Ansatz der Muskelsehnen eine wichtige Rolle, die durch Über- oder Fehlbelastungen entstehen.
Wie häufig kommt es zu einem Tennisarm?
Etwa 2 von 100 Menschen haben einen Tennisarm. Am häufigsten kommt er bei 40- bis 60-Jährigen vor. Das ist vermutlich so, weil die Muskulatur in diesem Alter anfälliger für Überlastungen ist. Männer haben ungefähr genauso oft einen Tennisarm wie Frauen.
Wie entwickelt sich ein Tennisarm?
Manchmal verschwinden die Beschwerden bereits nach wenigen Wochen. Häufig dauern sie aber mehrere Monate an. Rund 80 Prozent der Menschen mit Tennisarm sind innerhalb eines Jahres wieder schmerzfrei. Bei den übrigen halten die Beschwerden länger an.
Wie wird ein Tennisarm diagnostiziert?
Zur Diagnose eines Tennisarms fragt die Ärztin oder der Arzt zuerst, bei welchen Tätigkeiten die Beschwerden auftreten und ob Vorerkrankungen bestehen. Danach wird der Arm untersucht und geprüft, welche Bewegungen wehtun. Dafür streckt man zum Beispiel den Arm mit der Handfläche nach unten aus und drückt mit der Hand gegen Widerstand nach oben. Werden dadurch Schmerzen am Ellenbogen ausgelöst, spricht dies für einen Tennisarm.
In der Regel genügt eine körperliche Untersuchung, um einen Tennisarm festzustellen. Eine Röntgenaufnahme, Ultraschalluntersuchung oder Magnetresonanztomographie (MRT) ist nur sinnvoll, wenn die Ärztin oder der Arzt eine andere Erkrankung als Ursache der Beschwerden vermutet.
Wie wird ein Tennisarm behandelt?
Es kann einige Monate dauern, bis die Beschwerden wieder verschwinden - meist auch ohne größere Behandlung. Anfangs kann es hilfreich sein, schmerzende Tätigkeiten so gut wie möglich zu vermeiden oder die Belastungen zu verringern, bis die Beschwerden nachlassen. Auch die sogenannte exzentrische Trainingstherapie kann dazu beitragen, die Schmerzen zu lindern sowie die Beweglichkeit und Belastbarkeit von Arm und Handgelenk zu verbessern. Dabei handelt es sich um spezielle Kräftigungsübungen für den Unterarm und das Handgelenk. Sinnvoll kann zudem eine manuelle Therapie durch eine Krankengymnastin oder einen Krankengymnasten sein.
Vertiefende Informationen, etwa über Kraft- und Dehnübungen bei einem Tennisarm, finden Sie unter gesundheitsinformation.de.
Kurzfristige Linderung können zudem nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) verschaffen. Kortisonspritzen wirken ebenfalls gegen die Schmerzen. Sie können den Heilungsprozess aber stören. Einige wenige Studien lassen vermuten, dass auch eine Ultraschalltherapie etwas zur Schmerzlinderung beitragen kann.
Daneben gibt es viele weitere Behandlungen, für die bisher aber nicht nachgewiesen ist, dass sie helfen. Dazu gehören:
- verschiedene Injektionstherapien, zum Beispiel mit Eigenblut oder Botox
- Lasertherapie
- Elektrotherapie
- Massagen
- Stoßwellentherapie
- Akupunktur
Von den gesetzlichen Krankenkassen werden solche Behandlungen meist nicht bezahlt.
Bleiben die Beschwerden über lange Zeit bestehen und haben andere Therapien nicht geholfen, werden manchmal Operationen angeboten. Es ist bisher aber kaum untersucht worden, ob Tennisarm-Operationen nützlich sind.
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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
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