Sehnenscheidenentzündung

Wird eine Sehnenscheide zu stark beansprucht, kann sie sich entzünden. In manchen Fällen schwillt auch die Sehne selbst an. Sehnenscheidenentzündungen können sehr schmerzhaft sein und die Beweglichkeit stark einschränken. Bleiben die Beschwerden bestehen, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Auf einen Blick

  • Sehnenscheidenentzündungen gibt es oft an den Händen, Armen und Füßen.
  • Sehnenscheiden umhüllen stark beanspruchte Sehnenabschnitte wie ein Schutzmantel.
  • Entzünden sie sich, spricht man von einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis).
  • Sehnen verbinden Knochen und Muskeln miteinander, sie übertragen die Muskelkraft, sorgen für die Beweglichkeit und stabilisieren den Körper.
  • Bei einer Sehnenscheidenentzündung ist es vor allem wichtig, den entzündeten Bereich zu schonen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Sehnenscheidenentzündung: Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch, auf dem ein Laptop steht, sie ist offenbar arbeiten. Mit der rechten Hand fasst sich die Frau an das Handgelenk der anderen Hand. Dabei presst sie ihren Daumen auf die Handwurzel.

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Sehnenscheiden umhüllen stark beanspruchte Sehnenabschnitte wie ein Schutzmantel. Entzündet sich eine Sehnenscheide, spricht man von einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis).

Sehnen verbinden Knochen und Muskeln miteinander. Sie übertragen die Muskelkraft, sorgen für die Beweglichkeit und stabilisieren den Körper. In manchen Bereichen werden Sehnen von Bindegewebshüllen – den Sehnenscheiden – geschützt: etwa an Stellen, wo sich Sehnen über Knochenvorsprünge spannen. Die Sehnenscheiden sind mit Flüssigkeit gefüllt, damit bei der Bewegung der Sehnen wenig Reibung entsteht.

Wird eine Sehnenscheide zu stark beansprucht, kann sie sich entzünden und anschwellen. In manchen Fällen schwillt auch die Sehne selbst an. Sehnenscheidenentzündungen können sehr schmerzhaft sein und die Beweglichkeit deutlich einschränken.

Sehnenscheidenentzündungen treten vor allem an den Händen, Armen und Füßen auf.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Sehnenscheidenentzündung?

Eine Sehnenscheidenentzündung macht sich in der Regel durch Schmerzen bemerkbar, vor allem bei Bewegung. Der entzündete Bereich kann zudem anschwellen und druckempfindlich sein. Im Verlauf kann eine Sehnenscheidenentzündung auch wehtun, wenn der Bereich nicht bewegt wird – zum Beispiel beim Schlafen.

Ist die Sehnenscheide entzündet, kann sie manchmal auch etwas verkleben. Sie lässt sich dann nicht mehr so glatt bewegen. Die Betroffenen spüren ein Reiben, Knirschen oder Knarren.

Vor allem an den Handgelenken und Fingern engt eine Sehnenscheidenentzündung die Sehne ein. Die Beweglichkeit wird dadurch eingeschränkt. An den Fingern kann die Erkrankung zudem zum charakteristischen „Schnappfinger“ führen. Die betroffenen Finger lassen sich dann nach dem Krümmen nur schwer wieder durchstrecken. Dieses Symptom wird auch „schnellender Finger“ genannt (engl. trigger finger).

Darüber hinaus kann eine Sehnenscheidenentzündung Nerven irritieren, die in der Nähe verlaufen, und unter anderem zu Gefühlsstörungen führen.

Welche Ursachen hat eine Sehnenscheidenentzündung?

Eine Sehnenscheidenentzündung wird normalerweise von ungewohnten oder häufig wiederholten Bewegungen verursacht, die die Sehne und Sehnenscheide stark beanspruchen.

An den Füßen und Unterschenkeln kann eine Sehnenscheidenentzündung zum Beispiel auslöst werden, wenn untrainierte Menschen weite Strecken gehen oder laufen. Auch durch ungeeignetes oder ungewohntes Schuhwerk kann die Sehnenscheide übermäßig belastet werden.

Einige Berufe und Hobbys erhöhen das Risiko für Sehnenscheidenentzündungen. So können die Finger, Handgelenke und Unterarme etwa durch lange Computerarbeit oder langes Spielen eines Musikinstruments belastet werden. Oft wird eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk auch durch häufiges Durchstrecken und Spreizen des Daumens ausgelöst. Dies betrifft zum Beispiel Menschen, die viel auf dem Smartphone tippen oder die oft ein Kleinkind hochheben und herumtragen.

Auch Erkrankungen wie Rheuma, Gicht und Diabetes mellitus begünstigen Sehnenscheidenentzündungen. Zudem kommen Sehnenscheidenentzündungen während der Schwangerschaft und Stillzeit häufiger vor.

Wie häufig sind Sehnenscheidenentzündungen?

Sehnenscheidenentzündung: Etwa 2 bis 3 % der Menschen bekommen im Laufe ihres Lebens einen sogenannten „Schnappfinger".

Sehnenscheidenentzündungen kommen häufig vor, insbesondere an der Hand und am Handgelenk. Frauen sind generell stärker betroffen. Einen sogenannten Schnappfinger bekommen etwa 2 bis 3 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens.

Wie entwickelt sich eine Sehnenscheidenentzündung?

Normalerweise heilt eine Sehnenscheidenentzündung innerhalb weniger Wochen ab, wenn der betroffene Bereich geschont wird.

Wie wird eine Sehnenscheidenentzündung diagnostiziert?

Eine Ärztin oder ein Arzt kann eine Sehnenscheidenentzündung meistens mit einer kurzen Untersuchung feststellen. Nach einem Gespräch wird die schmerzende Stelle begutachtet und abgetastet. Zudem wird untersucht, welche Bewegungen die Schmerzen auslösen oder verstärken.

In der Regel sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich. Besteht der Verdacht, eine andere Erkrankung könnte die Beschwerden verursachen, können zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden – etwa Bluttests, Röntgenaufnahmen oder andere bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung. Mit Bluttests lässt sich vor allem herausfinden, ob eine bakterielle Entzündung vorliegt.

Wie wird eine Sehnenscheidenentzündung behandelt?

Eine Sehnenscheidenentzündung lässt sich wie folgt behandeln: den entzündeten Bereich schonen, ein ergonomischer Arbeitsplatz, Medikamente wie Schmerzmittel, örtliche Betäubungsmittel, Schienen oder Gipsverbände, Physiotherapie.

Bei einer Sehnenscheidenentzündung sind normalerweise keine operativen Maßnahmen erforderlich. Anfangs sind vielmehr konservative Behandlungen sinnvoll. Dazu gehört vor allem, den entzündeten Bereich zu schonen. Ist die Erkrankung abgeklungen, sollten Überlastungen weiterhin vermeiden werden, damit die Entzündung nicht wieder aufflammt. Wurde die Sehnenscheidenentzündung durch die Berufstätigkeit verursacht, kann es sinnvoll sein, den Arbeitsplatz anzupassen und zum Beispiel eine ergonomisch geformte Computer-Maus zu verwenden. Beratung zu Fragen der Arbeitsplatzanpassung bieten unter anderem Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Ergotherapie und Arbeitsmedizin.

Eine Physiotherapeutin klebt ein blaues Band (Kinesio-Tape) auf das Handgelenk und den Unterarm einer Frau, die auf einer Behandlungsliege in einer Praxis sitzt. Die Patientin hat offenbar einen sogenannten Schnappfinger.

Helfen solche Behandlungen nicht, wird manchmal versucht, die Beschwerden durch Spritzen zu lindern – mit einem örtlichen Betäubungsmittel und Kortison. In einigen Fällen kommt auch eine Operation infrage. Dabei wird störendes Gewebe entfernt oder eingeschnitten, damit sich die Sehne wieder freier bewegen kann.

Vertiefende Informationen, etwa dazu, wie eine Sehnenscheidenentzündung behandelt werden kann, finden Sie auf gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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