Krankheiten Bindehautentzündung
ICD-Codes: H10 Was sind ICD-Codes?
Bei einer Bindehautentzündung ist die Bindehaut (Konjunktiva) des Auges entzündet. Die Bindehaut überzieht als Schleimhaut den sichtbaren Teil des weißen Augapfels und die Innenseite der Augenlider. Eine Entzündung ist ansteckend und kann lästig sein. Meist ist sie aber harmlos.
Auf einen Blick
- Oft sind Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien die Ursache für eine Bindehautentzündung, medizinisch infektiöse Konjunktivitis genannt.
- Recht häufig sind aber auch Allergien der Auslöser. Dann spricht man von einer allergischen Konjunktivitis.
- Bei einer Bindehautentzündung sind die Augen rot und tränen. Die Lider können verklebt sein – vor allem morgens.
- Virale und bakterielle Bindehautentzündungen heilen zwar meist von allein aus, sind aber ansteckend.
- Wichtig ist, die Augen nicht mit den Fingern oder mit Gegenständen wie Augentropfenfläschchen zu berühren.
- Antibiotikahaltige Augentropfen wirken nur bei bakteriellen Entzündungen.
Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Was ist eine Bindehautentzündung?
Eine Bindehautentzündung ist eine Entzündung der Bindehaut des Auges (Konjunktiva). Die Bindehaut ist eine dünne Schleimhaut. Sie überzieht und schützt den sichtbaren Teil des weißen Augapfels und die Innenseite der Augenlider. Entzündet sie sich, rötet sich das Auge.
Eine Bindehautentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Oft ist der Auslöser eine Infektion mit Viren oder Bakterien. Diese Form der Bindehautentzündung bezeichnen Medizinerinnen und Mediziner als infektiöse Konjunktivitis. Auch eine Allergie kann die Ursache für eine Entzündung der Bindehaut sein. Dann spricht man von einer allergischen Konjunktivitis.
Welche Symptome treten bei einer Bindehautentzündung auf?
Die Symptome einer Bindehautzentzündung unterscheiden sich je nach Ursache etwas voneinander.
Bakterielle Bindehautentzündung
Das Auge tränt und ist rot, manchmal brennt und juckt es. Die Bindehaut sondert eine weiße bis gelbe Flüssigkeit ab. Besonders morgens fällt das auf, weil dann die Lider verklebt sind. Die Bindehaut kann auch wund werden und schmerzen, wenn sich der Augapfel bewegt.
Virale Bindehautentzündung
Die Beschwerden ähneln denen der bakteriellen Bindehautentzündung. Die abgesonderte Flüssigkeit ist aber eher wässrig. Die gleichen Beschwerden können auch entstehen, wenn die Augen durch starkes Reiben oder durch eine reizende Flüssigkeit entzündet sind.
Allergische Bindehautentzündung
Bei einer allergisch bedingten Entzündung der Bindehaut sind stets beide Augen betroffen. Ein typischer Hinweis auf eine Allergie ist Juckreiz. Häufig sind auch Begleiterscheinungen wie ein allergischer Schnupfen.
Wichtig zu wissen: Selten treten weitere Symptome auf, wie eine Verschlechterung der Sehkraft, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit oder das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben („Sandkorn-Gefühl“). Sie können manchmal auf ernstere Probleme hinweisen – vor allem, wenn es zusätzlich zu starken Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen kommt. Dann ist es wichtig, schnell ärztlichen Rat einzuholen.
Was sind die Auslöser für eine Bindehautentzündung?
Oft wird eine Bindehautentzündung durch Viren oder Bakterien ausgelöst. In beiden Fällen ist sie ansteckend.
In der Regel werden die Erreger durch Schmierinfektionen weitergegeben. Deswegen kann die Entzündung leicht von einem Auge auf das andere übergreifen – etwa, wenn man mit den Fingern die Augen berührt. Eine Infektion ist auch möglich, wenn die Augen mit Gegenständen wie Augentropfenfläschchen, Ferngläsern, Waschlappen oder Taschentüchern in Berührung kommen.
Neben Viren und Bakterien sind auch Allergien, zum Beispiel gegen Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben, oder äußere Reize mögliche Auslöser einer Bindehautentzündung. So können Staub und Schmutz, trockene Luft, reizende Flüssigkeiten oder eine Verletzung der Bindehaut eine Entzündung hervorrufen. Die Bindehaut kann sich auch entzünden, wenn das Auge nicht ausreichend von Tränenflüssigkeit benetzt wird.
Entzündet sich die Bindehaut durch Allergien oder äußere Reize, ist dies nicht ansteckend.
Video Was ist eine Bindehautentzündung?
In diesem Video erfahren Sie, wodurch eine Bindehautentzündung ausgelöst wird, wie sie sich äußert und wie sie behandelt werden kann.
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Wie verläuft eine Bindehautentzündung?
Eine bakterielle Bindehautentzündung verläuft meist unproblematisch. Bei mehr als der Hälfte der erkrankten Menschen heilt sie innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab. Auch eine virale Bindehautentzündung heilt oft nach wenigen Wochen wieder von selbst aus.
Wenn die Entzündung mehr als 4 Wochen andauert, sprechen Medizinerinnen und Mediziner von einer chronischen Bindehautentzündung.
Wie stellt man eine Bindehautentzündung fest?
Die Ärztin oder der Arzt erkundigt sich in der Regel nach typischen Beschwerden wie Jucken, einem Fremdkörpergefühl oder verklebten Augenlidern – und danach, wann diese Beschwerden begonnen haben. Um Verletzungen oder äußere Reizungen als Ursache auszuschließen, werden anschließend die Augen und Augenlider untersucht.
Allein aufgrund der Beschwerden lässt sich meist nicht sagen, ob es sich um eine bakterielle oder virale Bindehautentzündung handelt. Nur selten wird ein Abstrich des Augensekrets genommen, um den Erreger zu bestimmen. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn aufgrund weiterer Symptome der Verdacht auf eine andere Krankheit besteht. Brennen beim Wasserlassen kann etwa auf eine sexuell übertragbare Infektion wie Gonorrhö (Tripper) hindeuten, deren Erreger man sich unbewusst in die Augen gewischt haben kann.
Wie wird eine Bindehautentzündung behandelt?
In der Regel heilt eine Bindehautentzündung auch ohne Behandlung ab. Während man abwartet, kann man versuchen, die Augen zu schonen – zum Beispiel, indem man lange Bildschirmarbeit vermeidet. Außerdem ist Hygiene wichtig, etwa regelmäßiges Händewaschen: Dadurch lässt sich gegebenenfalls die Erkrankung des zweiten Auges und die Ansteckung anderer Personen vermeiden.
Um die Symptome zu lindern, verwenden manche Menschen kalte oder lauwarme Auflagen. Manche befeuchten die entzündeten Augen mit Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit. Ob und wie gut solche Mittel helfen oder ob sie möglicherweise sogar schaden können, ist aber nicht ausreichend untersucht.
Medikamente sind geeignet, wenn klar ist, um welche Form der Bindehautentzündung es sich handelt: Ist eine Allergie die Ursache, kann sie mit Allergiemedikamenten wie zum Beispiel Antihistaminika behandelt werden. Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung können antibiotikahaltige Augentropfen oder -salben die Heilung etwas beschleunigen. Antibiotika wirken aber nur gegen Bakterien, gegen Viren können sie nichts ausrichten. Bei einer viralen Bindehautentzündung können nur die Symptome der Erkrankung behandelt werden.
Vertiefende Informationen zur Behandlung einer Bindehautentzündung finden Sie unter gesundheitsinformation.de.
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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
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