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Krankheiten Netzhautablösung

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ICD-Codes: H33 Was sind ICD-Codes?

Eine Netzhautablösung ist eine seltene, schwerwiegende Erkrankung des Auges. Unbehandelt kann sie zu Sehverlust führen. Typische Anzeichen sind Lichtblitze, dunkle Flecken oder ein schwarzer Schatten im Sichtfeld. Wird die Netzhautablösung rechtzeitig behandelt, lassen sich Sehschäden häufig verhindern.

Auf einen Blick

  • Eine Netzhautablösung ist eine seltene Augenerkrankung, die das Sehvermögen stark beeinträchtigen kann.
  • Dabei löst sich die Netzhaut von der Innenseite des Augapfels und wird dadurch geschädigt.
  • Typische Symptome sind Lichtblitze, dunkle Flecken oder Schlieren im Sichtfeld.
  • Treten solche Symptome auf, ist eine schnelle ärztliche Behandlung nötig.
  • Wird eine Netzhautablösung früh erkannt und operiert, kann ein Sehverlust oft vermieden werden.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Arzt untersucht das Auge eines Mannes mit der Spaltlampe Arzt untersucht das Auge eines Mannes mit der Spaltlampe

Was ist eine Netzhautablösung?

Die Netzhaut (Retina) kleidet den Augapfel von innen aus. Sie enthält Millionen von Sinneszellen, die für das Sehen von Farben und Licht zuständig sind. Entstehen in der Netzhaut jedoch kleine Risse oder Löcher, kann sie sich von der darunterliegenden Schicht ablösen.

Eine Netzhautablösung zeigt sich durch verschiedene Sehstörungen – beispielsweise durch Lichtblitze, Schlieren, schwarze Punkte, Schatten im Sichtfeld oder Sehverlust auf einem Auge.

Es ist wichtig, bei solchen Anzeichen so schnell wie möglich zur Augenärztin oder zum Augenarzt zu gehen. Denn eine Netzhautablösung ist ein Notfall und muss möglichst rasch behandelt werden. Sonst kann sich die Netzhaut weiter lösen und das betroffene Auge erblinden.

Wichtig zu wissen: Eine Netzhautablösung ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss.

Welche Symptome treten bei einer Netzhautablösung auf?

Eine Netzhautablösung ist schmerzlos. Menschen mit einer Netzhautablösung nehmen Lichtblitze wahr, auch im Dunkeln und manchmal mit geschlossenen Augen. Manche haben Schlieren, Ringe oder schwarze Punkte vor Augen, andere sehen „Rußflecken“ oder einen „Rußregen“, also schwarze Punkte in größerer Zahl, die wie ein Spinnennetz aussehen können. Es kommt vor, dass sich ein großer dunkler Punkt wie ein Vorhang von unten nach oben schiebt oder die Sicht trübt.

Ein begleitendes, aber weniger eindeutiges Zeichen sind die „Mouches voulantes“, französisch für „fliegende Mücken“. Dabei sieht man Schlieren und Pünktchen, die einem Mückenschwarm ähneln. Diese Erscheinung kann harmlos sein und durch Glaskörpertrübungen vorübergehend entstehen. Bleiben die „Mücken“ jedoch lange im Blickfeld, ist ein Arztbesuch ratsam. 

Welche Symptome auftreten, hängt unter anderem davon ab, an welcher Stelle sich die Netzhaut ablöst. Ist die Mitte der Netzhaut (Makula) betroffen, sieht man unscharf oder verzerrt.

Wichtig zu wissen: Das Sehen von schwarzen Schatten, „Vorhängen“ oder Lichtblitzen sind Warnzeichen einer Netzhautablösung. Dann sollte man sofort zur Augenarztpraxis. 

Welche Ursachen hat eine Netzhautablösung?

Die Netzhaut besteht aus zwei Schichten: Die obere Schicht (Stratum nervosum) enthält Seh- und Nervenzellen. Darunter liegt die Pigment-Schicht (Stratum pigmentosum). Die Pigment-Schicht saugt die Nervenschicht über einen dünnen Flüssigkeitsfilm an und versorgt sie mit Nährstoffen. 

Wenn zum Beispiel durch einen Riss die gelartige Flüssigkeit aus der Mitte des Auges zwischen die beiden Schichten eindringt, lösen sie sich voneinander. Dann werden die Seh- und Nervenzellen nicht mehr gut versorgt. In der Folge kommt es zu den typischen Sehstörungen.

Nicht jede Netzhautablösung entsteht durch Risse. Manchmal sind auch Narben auf der Netzhaut oder Flüssigkeitsansammlungen infolge anderer Erkrankungen die Ursache – beides ist jedoch deutlich seltener. 

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für eine Netzhautablösung?

Mit dem Alter nimmt das Risiko für eine Ablösung der Netzhaut zu.

Auch Menschen mit einer mittleren bis starken Kurzsichtigkeit (Myopie) haben öfter eine Netzhautablösung, weil ihr Augapfel etwas zu lang ist. Dadurch steht die Netzhaut immer ein wenig unter Spannung und reißt schneller.

Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht auch, wenn in der Familie vermehrt Netzhautablösungen aufgetreten sind.

Wer schon einmal am Auge operiert wurde oder sich – beispielsweise beim Sport – am Auge verletzt hat, hat ebenfalls ein höheres Risiko für eine Netzhautablösung.

Bei Menschen mit Diabetes tritt eine Netzhautablösung insgesamt häufiger auf, weil Diabetes zu Netzhautschäden führen kann.

Bei Menschen mit Diabetes tritt eine Ablösung der Netzhaut insgesamt häufiger auf.

Wie häufig ist eine Netzhautablösung?

Eine Netzhautablösung ist selten. Fachleute schätzen, dass sich in Mitteleuropa pro Jahr bei etwa 10 bis 25 von 100.000 Menschen die Netzhaut eines Auges ablöst.

Mit dem Alter wird die Erkrankung häufiger: Bis zum 85. Lebensjahr bekommen etwa 3 Prozent aller Menschen eine Netzhautablösung. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Kinder und Menschen unter 30 Jahren sind hingegen nur selten betroffen.

Eine Netzhautablösung ist selten. Vermehrt tritt sie bei Menschen über 60 Jahre auf.

Wie verläuft eine Netzhautablösung?

Hat sich die Netzhaut abgelöst, ist eine rasche Diagnose und Operation entscheidend, um das Sehvermögen zu erhalten oder wiederherzustellen. Ohne eine Operation kann man auf dem betroffenen Auge dauerhaft erblinden.

Ist die Netzhaut stark gerissen, kann sie sich innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig ablösen. Sind die Risse und Löcher jedoch klein, löst sich die Netzhaut langsamer, über Wochen bis Monate.

Wie kann man Sehschäden durch eine Netzhautablösung vorbeugen?

Eine altersbedingte Netzhautablösung lässt sich oft nicht durch vorbeugende Maßnahmen verhindern. Wichtig ist es aber, Veränderungen im Sichtfeld rasch augenärztlich untersuchen zu lassen. Denn wenn eine Netzhautablösung frühzeitig erkannt und behandelt wird, kann dies einen dauerhaften Sehverlust verhindern.

Bei einem höheren Risiko für eine Netzhautablösung - zum Beispiel wegen Kurzsichtigkeit - sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. Um eine Ablösung der Netzhaut zu verhindern, können Vorstufen wie Risse in der Arztpraxis behandelt werden.

Dazu kommen zwei Verfahren infrage: eine Laserbehandlung (Hitze-Laserkoagulation) oder eine Kältetherapie (Kryokoagulation). Dabei wird mithilfe von Hitze oder Kälte die Netzhaut um den Riss oder das Loch herum wieder an die darunterliegende Schicht angeheftet. So bleiben Risse zwar bestehen, können aber nicht größer werden.

Das Risiko für eine Augenverletzung und eine dadurch bedingte Netzhautablösung lässt sich senken, indem man bei bestimmten Tätigkeiten eine Schutzbrille trägt. Dazu gehören zum Beispiel Arbeiten wie Sägen, Bohren oder Hämmern - aber auch Kontakt- und Ballsportarten, wie etwa Hockey oder Squash.

Wie wird eine Netzhautablösung diagnostiziert?

Die Fachärztin oder der Facharzt für Augenheilkunde fragt zunächst nach den Beschwerden, anderen Erkrankungen oder Verletzungen. Dann wird oft zunächst ein Sehtest gemacht, um die Sehschärfe zu prüfen. Um die Netzhaut im Augenhintergrund genauer anzuschauen, folgt eine Untersuchung des Augenhintergrundes (Augenspiegelung).

Für die Untersuchung werden zunächst Augentropfen verabreicht, um die Pupille zu erweitern. Mit einer Kombination aus Mikroskop und spezieller Lampe (Spaltlampe) lässt sich auf den Augenhintergrund blicken, um Veränderungen an der Netzhaut zu erkennen. Löst sich die Netzhaut ab, sind Risse, Löcher, Falten oder Blutungen sichtbar. Nach der Untersuchung ist man vorübergehend lichtempfindlich und sieht etwas verschwommen.

Manchmal ist außerdem eine Ultraschalluntersuchung des Auges notwendig, um eine sichere Diagnose zu stellen. 

Wie wird eine Netzhautablösung behandelt?

Je schneller eine Netzhautablösung behandelt wird, desto besser: Meistens lässt sich die Netzhaut wieder anlegen. Dazu sind manchmal mehrere Eingriffe nötig. Wie gut man danach wieder sieht, hängt unter anderem davon ab, wo sich die Netzhaut gelöst hat und wie groß der Schaden bereits war.

Stellt die Augenärztin oder der Augenarzt bei der Untersuchung fest, dass die Netzhaut einen Riss aufweist, sich aber noch nicht gelöst hat, kann eine Kältetherapie oder eine Laserbehandlung ausreichen. Mithilfe eines speziellen Lasers oder einer Kältesonde kann die obere Schicht der Netzhaut wieder mit der unteren verklebt werden. Dort, wo der Laser- oder Kältestrahl auf das Gewebe trifft, vernarben die beiden Netzhautschichten miteinander.

Hat sich die Netzhaut bereits gelöst, kann sie chirurgisch wieder befestigt werden. Es gibt verschiedene Verfahren, die sich danach richten, welche Form der Netzhautablösung vorliegt und wie stark diese ausgeprägt ist:

  • Eindellende Chirurgie (Buckelchirurgie): Dabei wird mithilfe einer Silikonplombe oder eines Silikonrings der Augapfel von außen eingedellt, sodass die Netzhaut wieder an der darunterliegenden Schicht anliegt.
  • Entfernung des Glasörpers: Hierbei entnimmt die Chirurgin oder der Chirurg die gelee-artige Flüssigkeit des Glaskörpers und ersetzt sie durch Gas oder ein Silikonöl, um Druck auf die Netzhaut auszuüben. So werden die beiden Schichten aufeinandergepresst. Das Gas wird nach einiger Zeit von selbst durch körpereigene Flüssigkeit ersetzt. Um das Silikonöl zu entfernen, ist hingegen ein erneuter Eingriff nötig.  

Meist lässt sich die abgelöste Netzhaut operativ wieder anlegen. Dadurch verbessert sich oft auch die Sehkraft in diesem Bereich. Wenn die Mitte der Netzhaut (Makula) betroffen ist, bleibt die Sehkraft aber meist dauerhaft beeinträchtigt – man sieht unscharf und weniger kontrastreich. 

Wichtig zu wissen: Eine Operation bei einer Netzhautablösung sollte in einem spezialisierten Krankenhaus oder Zentrum erfolgen.

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In Zusammenarbeit mit Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stand: 23.02.2026
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