Prostatasteine

Prostatasteine sind kleine Kalkablagerungen in der Prostata, die bei Männern ab der Lebensmitte recht häufig vorkommen, aber meist harmlos sind. Wenn sie zu Beschwerden beim Wasserlassen oder Schmerzen führen, lassen sie sich gezielt behandeln.

Auf einen Blick

  • Prostatasteine sind kleine Kalkablagerungen in der Vorsteherdrüse des Mannes.
  • Sie kommen gehäuft bei Männern ab der Lebensmitte vor und sind meist harmlos.
  • Manchmal führen sie zu Beschwerden wie häufigem Harndrang, Problemen beim Wasserlassen oder Schmerzen.
  • Prostatasteine können bei Beschwerden mit einem feinen chirurgischen Instrument (Endoskop) durch die Harnröhre hindurch entfernt werden. Bei einer Infektion kommen Antibiotika infrage.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

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Was sind Prostatasteine?

Prostatasteine sind kleine Kalkablagerungen, die sich in der Vorsteherdrüse bei Männern vor allem ab der Lebensmitte bilden können. Bei manchen Männern handelt es sich dabei nur um einen einzelnen Stein, bei anderen um mehrere.

Typischerweise sind Prostatasteine zwischen einem halben und fünf Millimetern groß, also vergleichbar mit Mohnsamen oder Hirsekörnern.

Sie sind nicht zu verwechseln mit Harnsteinen, die beispielsweise in der Niere, dem Harnleiter oder der Blase vorkommen.

Meist sind Prostatasteine harmlos und werden nur zufällig, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung, entdeckt. Mitunter können sie aber auch Beschwerden verursachen.

Zumeist sind Prostatasteine harmlos und werden nur zufällig, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung, entdeckt.

Welche Symptome können bei Prostatasteinen auftreten?

Bei manchen Männern führen Prostatasteine zu Beschwerden wie

  • häufigem Harndrang und nächtlichem Wasserlassen
  • Schwierigkeiten beim Urinieren
  • Schmerzen im Becken, Kreuz, Penis oder Dammbereich zwischen Hodensack und After

Prostatasteine können durch Bakterien besiedelt werden und dann vermutlich auch chronische Entzündungen der Prostata (chronische Prostatitis) sowie Harnwegsinfektionen begünstigen.

Ob Prostatasteine auch zu Erektionsproblemen oder Schmerzen bei der Ejakulation beitragen, ist unklar. Bisher gibt es für diesen Zusammenhang keinen Beleg.

Wie entstehen Prostatasteine?

Prostatasteine bestehen häufig aus Kalziumphosphat, das auch in den Knochen und Zähnen vorkommt.

Prostatasteine werden offenbar durch normale Alterungsprozesse begünstigt. Wie die Steine entstehen, ist aber noch nicht geklärt. Es gibt zwei Theorien: Zum einen könnten sich im Drüsensekret der Prostata Ablagerungen bilden, die dann durch Entzündungen verkalken. Zum anderen könnte auch ein Harnrückstau in der Vorsteherdrüse zur Entstehung der Steine beitragen.

Wie häufig sind Prostatasteine?

Prostatasteine finden sich bei vielen Männern, vor allem ab dem 50. Lebensjahr. Allerdings gibt es keine genauen Angaben, wie häufig sie tatsächlich sind.

Oftmals werden sie bei Männern gefunden, deren Prostata zum Beispiel wegen einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) oder einer chronischen Prostataentzündung untersucht wird. Der genaue Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und den Prostatasteinen ist allerdings noch nicht vollständig geklärt. Auch bei Männern mit Prostatakrebs finden sich oft Verkalkungen in der Vorsteherdrüse.

Wie werden Prostatasteine diagnostiziert?

In der Regel werden Prostatasteine nur zufällig entdeckt, beispielsweise durch eine urologische Untersuchung bei Verdacht auf eine krankhafte Prostataveränderung. So sind die Steine leicht mit einer Ultraschallsonde zu erkennen, die in den After eingeführt wird (transrektaler Ultraschall). Auch bei einer Computertomographie (CT) des Beckens oder auf einer Röntgenaufnahme von Niere und Harnwegen werden die Steine sichtbar.

Wie lassen sich Prostatasteine behandeln?

Meist bedürfen Prostatasteine keiner Therapie. Manchmal spült sie der Körper auch einfach mit dem Urin hinaus. Wenn die Steine allerdings Beschwerden machen, kann man sie gezielt behandeln.

Zumeist bedürfen Prostatasteine keiner Therapie. Wenn die Steine allerdings Beschwerden machen, können sie gezielt behandelt werden.

Liegt eine bakterielle Infektion vor, setzen Ärztinnen und Ärzte Antibiotika ein. Bei chronischen Entzündungen und größeren Prostatasteinen können die Ablagerungen mit einem feinen chirurgischen Instrument (Endoskop) entfernt werden, das von außen durch die Harnröhre eingeführt wird. Dabei wird bei einer vergrößerten Prostata auch Prostatagewebe entfernt. Das Verfahren bezeichnet man als transurethrale Resektion der Prostata (TURP).

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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