Rosazea

Rote Flecken, Pusteln und sichtbare Äderchen im Gesicht: Viele Menschen kennen solche Beschwerden. Die Ursache dafür kann eine häufige Entzündung der Gesichtshaut sein: die Rosazea. Erfahren Sie, was dagegen hilft und wie sich mögliche Auslöser von Rosazea-Schüben erkennen lassen.

Auf einen Blick

  • Rosazea ist eine chronische Entzündung der Gesichtshaut. Sie ist nicht ansteckend.
  • Sie kann unterschiedlich ausgeprägt sein und sich auf Wangen, Kinn, Stirn und Nase zeigen.
  • Die Ursachen der Rosazea sind nicht vollständig geklärt.
  • Viele Betroffene finden mit der Zeit heraus, welche Auslöser zu Rosazea-Schüben führen.
  • Eine Rosazea beginnt meist erst nach dem 30. Lebensjahr.
  • In Deutschland sind etwa zwei bis fünf Prozent aller Erwachsenen betroffen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Rosazea: Die Wange einer Frau ist leicht geörtet. In ihrem Auge sind rote Äderchen zu sehen.

Was ist eine Rosazea?

Rote Flecken, sichtbare Äderchen und Pusteln im Gesicht: Dies sind typische Anzeichen für Rosazea (auch Rosacea oder „Kupferrose“) – einer häufigen Entzündung der Gesichtshaut, die meist in Schüben auftritt.

Oft wissen die Betroffenen gar nicht, dass ihre gerötete Haut durch eine Erkrankung verursacht wird. Wie andere sichtbare Hautkrankheiten beeinträchtigt Rosazea auch das Wohlbefinden und Selbstbewusstsein. Doch es ist möglich, die Entzündung zu lindern und Rosazea-Schüben vorzubeugen.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Rosazea?

Rosazea kann unterschiedlich ausgeprägt sein und Wangen, Kinn, Stirn und Nase betreffen.

Je nach Symptomen unterscheidet man vier verschiedene Typen:

  • Bei Typ 1 ist die Gesichtshaut gerötet, manchmal werden Äderchen sichtbar.
  • Bei Typ 2 bilden sich zusätzlich zur Hautrötung Hautknötchen (Papeln) und Pusteln.
  • Bei Typ 3 verdickt sich die Haut und es entstehen entzündliche Knötchen, vor allem auf der Nase.
  • Bei Typ 4 verursacht die Rosazea Entzündungen an den Augen und Augenlidern, manchmal auch ohne auffällige Hauterscheinungen.

Eine Rosazea kann auch dazu führen, dass die Haut trockener wird, leicht anschwillt und sich etwas abschält, brennt oder juckt. Die Haut von Rosazea-Betroffenen ist empfindlicher und leichter reizbar als die gesunder Menschen.

Die Erkrankung kann sich sehr unterschiedlich zeigen und es gibt viele Mischformen. Manchmal entzündet sich auch die Haut im Nacken, auf der Brust oder die Kopfhaut.

Welche Ursachen hat eine Rosazea?

Wodurch eine Rosazea entsteht, ist bisher nicht vollständig geklärt. Beteiligt sind in jedem Fall Entzündungsreaktionen und Veränderungen der Blutgefäße in der Haut. Verschiedene Auslöser werden vermutet: unter anderem Sonnenlicht, starke Hitze oder Kälte, eine bestimmte Art von Haarmilben (Haarbalgmilben oder Demodex) und Bakterien. Auch eine gestörte Schutzfunktion der Haut, erbliche Faktoren sowie Stress spielen eine Rolle.

Beschwerden, die der Rosazea ähneln, können zudem durch den langfristigen Gebrauch von Kortisonpräparaten begünstigt werden. Das Risiko einer solchen Steroid-Rosazea ist bei angemessener Anwendung aber sehr gering.

Wichtig zu wissen: Auch wenn sich bei einer Rosazea Pusteln entwickeln können, ist sie keine Form von Akne. Anders als bei einer Akne ist die Talgproduktion der Haut nicht verstärkt.

Wie häufig ist eine Rosazea?

Eine Rosazea entwickelt sich meist erst nach dem 30. Lebensjahr. In Deutschland sind etwa zwei bis fünf Prozent aller Erwachsenen betroffen.

Eine Rosazea entwickelt sich meist erst nach dem 30. Lebensjahr. In Deutschland sind etwa zwei bis fünf Prozent aller Erwachsenen betroffen. Sie tritt öfter bei Frauen auf als bei Männern. Auch Menschen mit heller Haut entwickeln sie häufiger. Viele Menschen, deren Gesichtshaut ständig fleckig gerötet ist, wissen allerdings gar nicht, dass es sich um eine Hautkrankheit handelt.

Wie verläuft eine Rosazea?

Eine Rosazea tritt häufig in Schüben auf: Auf Zeiten mit stärkeren Hautveränderungen folgen Phasen, in denen sich die Haut erholt oder die Entzündung ganz abklingt.

Am häufigsten ist die Rosazea Typ 1. Sie kann sich allerdings mit der Zeit weiterentwickeln und neue Symptome können hinzukommen. In vielen Fällen verändern sich die Beschwerden aber über lange Zeit nicht.

Vor allem bei Männern mit Rosazea des Typs 3 kann sich die Nase mit der Zeit verändern: Es entsteht eine „Knollennase“, ein sogenanntes Rhinophym.

Besonders belastend kann eine Rosazea vom Typ 4 sein, bei der sich Augenlider oder Augen entzünden. Sie kann unterschiedlich ausgeprägt sein: Sowohl leichte als auch schwere Beschwerden kommen vor.

Sind bei einer Rosazea die Augen beteiligt, können diese auf unterschiedliche Weise betroffen sein: Sie können gerötet sein, jucken und tränen, aber auch lichtempfindlicher werden. Verstopfen die Talgdrüsen an den Augenlidern, können sie zudem austrocknen. Bekannt sind auch Entzündungen der Bindehaut, des Lidrands und der Hornhaut. Diese können schmerzhaft sein und sich so anfühlen, als sei ein Fremdkörper im Auge.

Wie kann einer Rosazea vorgebeugt werden?

Viele Menschen mit Rosazea beobachten mit der Zeit, dass bestimmte Auslöser neue Schübe verursachen. Generell kann alles, was zu Rötungen des Gesichts führt, auch eine Rosazea verstärken. Typische Auslöser sind:

  • Alkohol 
  • heiße Getränke
  • Kosmetika oder hautreizende Seifen
  • Hautverletzungen
  • bestimmte Medikamente wie gefäßerweiternde Mittel
  • scharfe Gewürze und Speisen
  • Sonnenlicht
  • extreme Hitze oder Kälte

Ein Rosazea-Tagebuch kann dabei helfen, möglichen Auslösern auf die Spur zu kommen. Wer sie kennt, hat die Chance, zumindest einige davon zu vermeiden. 

Vertiefende Informationen, etwa wie einer Rosazea vorgebeugt werden kann, finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie wird eine Rosazea diagnostiziert?

Hautärztinnen und Hautärzte erkennen eine Rosazea an den typischen Hautveränderungen. Sind auch die Augen betroffen, ist oft eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll.

Wie wird eine Rosazea behandelt?

Wie eine Rosazea behandelt wird, hängt vom Typ und der Stärke der Erkrankung ab. Sind die Symptome nur leicht, reicht oft eine gute Hautpflege. Empfohlen werden ein angemessener Sonnenschutz und seifenfreie Reinigungsprodukte mit niedrigem pH-Wert. Zudem sollten Reizstoffe vermieden werden. Um die Hautveränderungen abzudecken, können hautverträgliche Kosmetika genutzt werden.

Bei stärkeren Hautveränderungen kommen meist Medikamente zum Auftragen auf die Haut zum Einsatz, etwa Cremes, Gels oder Lotionen mit den Wirkstoffen Azelainsäure, Brimonidin, Ivermectin oder dem Antibiotikum Metronidazol. Auch hier hängt es vom Typ der Rosazea ab, welche Mittel infrage kommen.

Sind die Symptome stark oder zeigen äußerlich angewendete Medikamente keine Wirkung, kann das Antibiotikum Doxycyclin eingenommen werden, um die Entzündung zu hemmen. Bei einer „Knollennase“ ist eine Operation möglich.

Wie gestaltet sich der Alltag für Menschen mit einer Rosazea?

Normalerweise ist eine Rosazea harmlos, doch die Rötungen im Gesicht und an der Nase können die Betroffenen seelisch stark belasten: etwa, wenn sie deswegen neugierig betrachtet werden oder vermutet wird, ihre „rote Nase“ sei eine Folge übermäßigen Alkoholkonsums. Anders als zum Beispiel Akne ist die Erkrankung nicht so bekannt. Daher kann es hilfreich sein, offen über die Rosazea zu sprechen und Familie, Freunde oder Arbeitskollegen darüber aufzuklären.

Mit einem gut abdeckenden Make-up kann zudem die Rötung im Gesicht kaschiert werden. Allerdings können manche Kosmetika die Rosazea verstärken, sodass gegebenenfalls verschiedene Mittel probiert werden müssen. Hier kann auch die Hautärztin oder der Hautarzt beraten.

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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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