Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom

Das Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom tritt selten auf. Verursacht es Beschwerden, kommt es typischerweise zu wiederkehrenden Bauchschmerzen. Diese entstehen, weil ein aus Bindegewebe bestehendes Band ein großes Blutgefäß in der Bauchhöhle einengt.

Auf einen Blick

  • Ein Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom entsteht, wenn ein Bindegewebsband ein großes Blutgefäß einengt, das die oberen Bauchorgane versorgt.
  • Das kommt selten vor und passiert bei Frauen häufiger als bei Männern.
  • Meistens bereitet die Einengung keine Probleme, bei einigen Menschen verursacht sie jedoch Beschwerden.
  • Typisch sind Bauchschmerzen, die oft nach dem Essen auftreten, manchmal auch nach Bewegung. Sie können aber auch dauerhaft bestehen.
  • Um das Syndrom festzustellen, werden mit bestimmten Verfahren die Blutgefäße und der Blutfluss sichtbar gemacht.
  • Die Behandlung erfolgt operativ.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Eine junge Frau in Joggingkleidung ist draußen stehengeblieben und hält sich die linke Bauchseite.

Was ist ein Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom?

Der Truncus coeliacus ist ein großes Blutgefäß, das die oberen Bauchorgane versorgt. In der Nähe dieses Blutgefäßes verläuft ein Bindegewebsband des Zwerchfells. Drückt dieses Band auf die Schlagader und treten dadurch Beschwerden auf, spricht man vom Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom.

Wie äußert sich ein Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom?

Typisches Symptom eines Truncus-coeliacus-Kompressionssyndroms sind Bauchschmerzen. Die Schmerzen können unterschiedlich stark sein und treten meistens nach dem Essen auf. Bei manchen Menschen löst auch Bewegung die Bauchschmerzen aus. Diese können aber auch in Ruhe spürbar sein, immer wiederkehren oder dauerhaft bestehen.

Zusätzlich können weitere Beschwerden auftreten wie:

  • Gewichtsverlust
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Magengeräusche
  • Druckschmerz im Oberbauch
  • verzögerte Magenentleerung

Was verursacht ein Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom?

Ein starkes Band aus Bindegewebe – das Ligamentum arcuatum mediale – verbindet die rechte und die linke Seite des Zwerchfells miteinander. Dieses Band bildet die Vorderseite der Öffnung im Zwerchfell, durch die unter anderem die Hauptschlagader (Aorta) läuft.

Unterhalb dieses Bandes zweigt ein großes Blutgefäß von der Bauchaorta ab: der Truncus coeliacus. Dieses Blutgefäß versorgt unter anderem den Magen, die Leber und den Dünndarm mit Blut.

Das Band und das Blutgefäß verlaufen nicht bei allen Menschen auf der gleichen Höhe. Manchmal sitzt das Band zu weit unten. Seltener liegt die Abzweigung des Truncus coeliacus höher als normal. Beide Unterschiede können dazu führen, dass das Band das Blutgefäß einengt.

Die meisten Menschen merken nichts davon, wenn das Blutgefäß zusammengedrückt wird, denn es gibt zusätzliche Blutgefäße, die die Bauchorgane mitversorgen können. Warum bei manchen Menschen dagegen Probleme auftreten, ist nicht ganz klar.

Man vermutet, dass es eine weitere Ursache gibt, die mit einer Ansammlung von Nervenzellen (Ganglion celiacum) in der Nähe des Truncus coeliacus im Zusammenhang steht. Sie ist Teil eines wichtigen Nervengeflechts. Es kann sein, dass das Band manchmal auch dieses Ganglion einengt und dies die Beschwerden mitverursacht.

Wie häufig kommt das Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom vor?

Das Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom ist selten. Bei Frauen kommt es häufiger vor als bei Männern, vor allem bei Menschen zwischen 40 und 60 Jahren mit einem schmalen Körperbau.

Die Erkrankung kann aber auch bei Kindern auftreten.

Das Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom ist selten. Bei Frauen kommt es häufiger vor als bei Männern.

Welche Folgen kann ein Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom haben?

Durch den wiederkehrenden Druck auf das Blutgefäß verändert sich dieses mit der Zeit. Die Wand des Gefäßes wird dicker und kann das Gefäß teilweise oder ganz verschließen.

Unterhalb dieser Verengung kann sich das Gefäß erweitern und eine Aussackung (Aneurysma) bilden.

Wie wird ein Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom diagnostiziert?

Die typischen Symptome eines Kompressionssyndroms können auch bei vielen anderen Erkrankungen des Magens, des Darms, der Gallenblase oder der Leber auftreten.

Da das Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom oft keine Beschwerden bereitet, führt die Ärztin oder der Arzt in der Regel zuerst eine Reihe von Untersuchungen durch, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Dies können eine umfangreiche Blutuntersuchung, ein Ultraschall der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase sein sowie eine Magen- oder Darmspiegelung.

Zudem werden verschiedene bildgebende Verfahren wie Angiographie oder Doppler-Ultraschall eingesetzt, die die Blutgefäße und den Blutfluss sichtbar machen.

Interessant zu wissen: Eine Doppler-Ultraschalluntersuchung liefert – zusammen mit einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanz (MR)-Angiographie – in der Regel gute Ergebnisse für eine Diagnose.

Ein zusätzliches diagnostisches Hilfsmittel ist eine Nervenblockade. Dabei werden die Nerven des Ganglion coeliacum nahe des Truncus coeliacus unter CT-Kontrolle örtlich betäubt und geschaut, ob die Schmerzen nachlassen.

Wie behandelt man ein Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom?

Führt das Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom zu Beschwerden, lassen sich diese nicht mit Medikamenten lindern. Deshalb wird operativ behandelt.

Treten bei einem Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom Beschwerden auf, werden diese operativ behandelt.

Bei dem Eingriff durchtrennt die Chirurgin oder der Chirurg das Bindegewebsband des Zwerchfells, sodass der Druck auf das Blutgefäß nachlässt. Außerdem wird oft zusätzlich das Ganglion coeliacum entfernt – eine nahegelegene Ansammlung von Nervenzellen, die vermutlich eine Rolle in der Krankheitsentstehung spielt.

Wenn möglich, wird über kleine Schnitte in der Bauchdecke mithilfe eines Endoskops operiert. Ein Endoskop ist ein kleiner Schlauch oder ein kleines Rohr mit einer Lichtquelle und einer Kamera. Damit lässt sich der zu operierende Bereich überwachen. Durch das Rohr werden zudem die kleinen chirurgischen Instrumente eingeführt und bedient. Man spricht hier auch von einer laparoskopischen oder minimalinvasiven Operation.

Wichtig zu wissen: Wenn die Gefäßwand schon so weit verändert und verdickt ist, dass sie das Gefäß ganz oder teilweise verschließt, reicht es nicht, das Band des Zwerchfells zu durchtrennen. Es wird dann das Gefäß erweitert oder die Engstelle durch eine neue Verbindung (Bypass) überbrückt.

Bei den meisten Menschen verbessern sich die Symptome durch den Eingriff sofort. Nur wenigen hilft die Operation nicht oder die Schmerzen kommen schnell wieder.

Manchmal kann es auch Monate dauern, bis die Beschwerden nachlassen. Es kommt zudem vor, dass sie nach längerer Zeit wiederkehren. Das trifft auf fast 10 Prozent der Menschen zu, denen die Operation zunächst gut geholfen hat.

Was passiert beim Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom nach einer OP?

Nach einer laparoskopischen Operation ist in der Regel ein Krankenhausenthalt von 2 bis 3 Tagen nötig. Da bei dieser Methode über kleine Schnitte in der Bauchdecke operiert wird und die Wunde klein ist, erholt man sich meist schnell.

  • Goodall R, Langridge B, Onida S et al. Median arcuate ligament syndrome. Journal of Vascular Surgery 2029; Volume 71. Number 6, S.2170-2176. doi: 10.1016/j.jvs.2019.11.012. Epub 2019 Dec 25. PMID: 31882314.
  • Saleem T, Katta S, Baril DT. Celiac Artery Compression Syndrome. [Updated 2021 Aug 13]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2021 Jan-. Aufgerufen am 13.04.2021.
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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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