Vorhautverengung (Phimose)

Es ist natürlich, dass neugeborene Jungen mit einer Verengung der Penisvorhaut (Phimose) zur Welt kommen. Dadurch ist die empfindliche Eichel in den ersten Lebensmonaten vor Reibung, Austrocknung und Keimen geschützt. Die Vorhautverengung bildet sich in der Regel in den ersten 3 bis 4 Lebensjahren von allein zurück. Passiert das nicht, kann eine Behandlung nötig sein.

Auf einen Blick

  • Bei einer Vorhautverengung lässt sich die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückziehen.
  • Schätzungen zufolge kommen etwa 96 von 100 Jungen mit einer natürlichen Vorhautverengung zur Welt.
  • Eine natürliche Verengung bildet sich in den ersten Lebensjahren von selbst zurück.
  • Bei den meisten Kindern wird eine Vorhautverengung mit einer kortisonhaltigen Salbe behandelt.
  • Diese konservative Therapie dauert mehrere Wochen und hilft in den meisten Fällen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Phimose: Ein Jugendlicher sitzt auf einem Stuhl in einem Behandlungszimmer. Seine Hände liegen in seinem Schoß, er wirkt bedrückt.

Was ist eine Phimose?

Manche Eltern machen sich Sorgen, wenn sich bei ihrem neugeborenen oder kleinen Jungen die Vorhaut nicht zurückschieben lässt: Sie fürchten, ihr Kind könnte wegen der Vorhautverengung (Phimose) operiert werden müssen. Was viele nicht wissen: Fast alle Jungen kommen mit einer Vorhautverengung oder Verklebung zwischen Vorhaut und Eichel zur Welt. Diese natürliche Form der Vorhautverengung schützt die empfindliche Eichel des Kindes in den ersten Lebensmonaten vor Reibung, Austrocknung und schädlichen Einflüssen wie Viren oder Bakterien.

Meistens löst sich die Verklebung im Laufe der ersten 3 bis 4 Lebensjahre von selbst und die Vorhaut dehnt sich nach und nach aus. Sie lässt sich dann immer einfacher und ohne Schmerzen zurückziehen. Behandelt werden sollte eine Vorhautverengung nur, wenn sie sich nicht von allein zurückbildet.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Phimose?

Symptome bei Phimose sind: die Vorhaut lässt sich nicht zurückziehen, eine Verengung der Vorhaut bis ins Jugendalter, eine Verengung bis ins Erwachsenenalter und Entzündungen.

Wer von einer Vorhautverengung betroffen ist, kann die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückziehen.

Manchmal ist beim Wasserlassen auch eine ballonartige Schwellung unter der Vorhaut zu erkennen: In diesem Fall staut sich der Urin wegen der zu engen Öffnung an.

Zu Beschwerden wie Schmerzen, Schwellungen und Rötungen führt eine Vorhautverengung in der Regel erst, wenn sie bis ins Jugend- oder gar Erwachsenenalter bestehen bleibt und es zum Beispiel zu Entzündungen kommt.

Welche Ursachen hat eine Vorhautverengung?

Es gibt verschiedene Formen der Vorhautverengung: Bildet sich die natürliche Vorhautverengung oder -verklebung nicht im Laufe der ersten Lebensjahre zurück, handelt es sich um eine primäre Phimose. Wovon sie verursacht wird, ist unklar.

Entsteht eine Vorhautverengung durch Vernarbungen der Vorhaut, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer sekundären Phimose. Diese Form kann sich durch bestimmte Hauterkrankungen oder wiederholte Entzündungen entwickeln. Auch Verletzungen führen häufig zu Vernarbungen und sekundären Vorhautverengungen – sie können zum Beispiel entstehen, wenn die Vorhaut gewaltsam zurückgezogen wird und sich dabei kleine Risse bilden.

Wie häufig ist eine Vorhautverengung?

Im Alter von 16 Jahren hat nur noch einer von 100 Jungen eine Phimose.

Schätzungen zufolge kommen etwa 96 von 100 Jungen mit einer natürlichen Vorhautverengung zur Welt, die sich in den ersten Lebensjahren zurückbildet. In der Pubertät sind nur noch wenige Jungen betroffen. Nur einer von 100 16-Jährigen hat noch eine Vorhautverengung.

Wie entwickelt sich eine Vorhautverengung?

Wer eine Vorhautverengung hat, kann Schwierigkeiten beim Wasserlassen bekommen. Bleibt die Verengung bis zur Pubertät oder sogar bis ins Erwachsenenalter bestehen, können auch bei einer Erektion und beim Geschlechtsverkehr Schmerzen auftreten. Haben Jugendliche oder Erwachsene eine Vorhautverengung, können sie die Eichel und den Bereich unter der Vorhaut zudem nur schwer waschen. Hier siedeln sich dann leicht Bakterien oder Pilze an, die Entzündungen der Eichel oder der Vorhaut verursachen können.

Wer versucht, eine zu enge Vorhaut zurückzuschieben, kann sich Risse oder kleine Verletzungen zufügen. In seltenen Fällen kann dies auch zu einer sogenannten Paraphimose führen, die auch „spanischer Kragen“ genannt wird. Betroffene können die Vorhaut dann nicht mehr über die Eichel nach vorne zurückschieben, die Blutzufuhr wird abgeschnürt. In Ausnahmefällen kann die Eichel dabei absterben. Bei einer Paraphimose handelt es sich um einen Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss.

Wie wird eine Vorhautverengung diagnostiziert?

Bei Kleinkindern stellen meistens die Eltern fest, dass sich die Vorhaut nicht zurückschieben lässt. Kinder oder Jugendliche bemerken dies in der Regel selbst. Zur Diagnose wird die Ärztin oder der Arzt dann prüfen, ob es sich um eine primäre Vorhautverengung handelt oder ob andere Ursachen verantwortlich sind – zum Beispiel Hauterkrankungen oder Vernarbungen. Ob und wie die Vorhautverengung behandelt wird, hängt von der Diagnose und dem Alter des Patienten ab.

Wie wird eine Vorhautverengung behandelt?

Kleinkinder müssen bei einer natürlichen Vorhautverengung zunächst nicht behandelt werden. Die Eltern sollten nicht versuchen, die Vorhaut des Kindes mit Kraft zurückzuziehen. Dies kann dem Kind nicht nur wehtun, sondern auch zu Verletzungen führen. Daraus können Narben entstehen, die später vielleicht eine sekundäre Vorhautverengung verursachen. Zur Reinigung genügt es, den Penis von außen zu waschen – mit warmem Wasser und milder Seife oder Duschcreme.

Bildet sich eine Vorhautverengung nicht von selbst zurück und treten Beschwerden zum Beispiel beim Wasserlassen auf, ist es ratsam, eine Arztpraxis aufzusuchen. Mit der Ärztin oder dem Arzt kann dann nach der Untersuchung besprochen werden, ob bereits eine Behandlung erforderlich ist.

Bei Kindern wird eine Vorhautverengung in der Regel mit einer kortisonhaltigen Salbe behandelt. Diese „konservative“, also erhaltende Therapie dauert mehrere Wochen. In den meisten Fällen ist sie wirksam.

Wird die Vorhautverengung durch die Behandlung mit einer Salbe nicht behoben, ist eine kleine Operation möglich. Dieser Eingriff wird Beschneidung oder Zirkumzision genannt. So eine Operation ist auch in anderen Fällen ratsam: etwa, wenn sich die Vorhaut immer wieder entzündet, die Phimose durch Vernarbung entstanden ist oder zu einer Einschnürung der Vorhaut (Paraphimose) geführt hat. Bei der Operation einer Vorhautverengung handelt es sich um einen Routineeingriff. Bei Kindern erfolgt der Eingriff unter Vollnarkose, bei Jugendlichen und Erwachsenen manchmal auch unter örtlicher Betäubung.

Vertiefende Informationen, etwa wie eine Phimose behandelt wird, finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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