Endometriose

Endometriose ist eine häufige Unterleibserkrankung bei Frauen. Dabei siedelt sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter an. Dies kann unbemerkt bleiben – oder starke Schmerzen hervorrufen. Lesen Sie Informationen zu typischen Beschwerden, dem Verlauf und der Behandlung von Endometriose.

Auf einen Blick

  • Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen.
  • Oft dauert es Jahre, bis eine Endometriose festgestellt wird.
  • Viele Frauen versuchen, bis zu einer Diagnose irgendwie mit ihren Schmerzen zurechtzukommen.
  • Zwischen 20 bis 30 Prozent ungewollt kinderloser Frauen haben vermutlich eine Endometriose.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Endometriose: Eine Frau liegt mit leicht gekrümmter Körperhaltung in einem Bett und hält sich eine Wärmeflasche an den Bauch.

Was ist eine Endometriose?

Eine Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. Dabei siedelt sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter an. Fachleute bezeichnen solche Gewebeinseln auch als Endometrioseherde. Sie können beschwerdefrei und somit unbemerkt bleiben oder zu starken Schmerzen führen. Außerdem kann diese chronische Erkrankung die Fruchtbarkeit einer Frau verringern.

Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. Viele Frauen halten selbst stärkste Schmerzen für normale Menstruationsbeschwerden.

Oft dauert es Jahre bis zur Diagnose „Endometriose“. Viele Frauen halten ihre Schmerzen auch für normale Menstruationsbeschwerden und versuchen, irgendwie mit ihnen klarzukommen.

Endometriose lässt sich bisher nicht vollständig heilen. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu behandeln. Die Therapie kann auf persönliche Lebensumstände und die Stärke der Erkrankung abgestimmt werden. So können viele Frauen recht gut mit Endometriose leben.

Was sind die Symptome einer Endometriose?

Unterleibsschmerzen: Eine Frau sitzt auf einem Bett und hält sich mit beiden Händen den Bauch.

Das Hauptsymptom einer Endometriose sind Unterleibsschmerzen. Sie treten oft zeitgleich mit der Monatsblutung auf. Aber auch Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr können auf Endometriose hinweisen. Die Schmerzen können mal stärker, mal schwächer ausgeprägt sein. Sie können in den Unterbauch, den Rücken und die Beine ausstrahlen. Oft werden die Schmerzen als krampfartig erlebt. Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind möglich.

Wie sich die Probleme genau äußern, hängt unter anderem davon ab, wo sich Gebärmutterschleimhaut in der Bauchhöhle angesiedelt hat. Die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit können durch eine schwere Endometriose stark beeinträchtigt werden.

Was sind die Ursachen einer Endometriose?

In jedem Menstruationszyklus baut sich die Schleimhaut in der Gebärmutter neu auf. Bleibt eine Befruchtung aus, wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und es kommt zur Regelblutung.

Auch die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die sich außerhalb der Gebärmutter befindet, verhält sich so: In der ersten Hälfte des Zyklus wächst sie heran und löst sich am Ende wieder ab. Im Unterschied zur Regelblutung kann das abgelöste Gewebe der Endometrioseherde aus dem Bauchraum jedoch nicht abfließen. Bei vielen Frauen werden das Gewebe und Blut unbemerkt und folgenlos vom Körper abgebaut. Bei anderen Frauen führen diese Gewebereste zu Entzündungen, Verklebungen und Zysten. Je nachdem, wo diese sich bilden, können sie unterschiedlich starke Beschwerden verursachen. Eine Zyste ist eine Art Blase im Gewebe, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. 

Die genauen Ursachen einer Endometriose sind nicht geklärt. Es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung der Krankheit. Eine Theorie geht von einer Störung des Zusammenspiels der Hormone oder des Immunsystems aus. Für gewöhnlich sorgt die körpereigene Abwehr dafür, dass sich Gewebe aus einem Organ nicht an anderen Körperstellen ansiedeln kann. Es ist bis heute unklar, warum und wie es überhaupt zum Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter kommt.

Wichtig zu wissen: Endometriose ist meist gutartig. Ein Herd kann zwar wachsen und manchmal andere Organe beeinträchtigen. Es ist aber extrem selten, dass sich aus einem Endometrioseherd Krebs entwickelt.

Wie häufig ist eine Endometriose?

Man geht davon aus, dass 40-60% der Frauen mit stark schmerzhaften Regelblutungen unter einer Endometriose leiden.

Verschiedene Schätzungen legen nahe, dass Endometriose häufig vorkommt:

  • Die Angaben aus Erhebungen bei beschwerdefreien Frauen schwanken stark: Zwischen 2 und etwa 50 Prozent der Frauen haben demnach stille Endometrioseherde, die sie nicht spüren.
  • Bei Frauen mit stark schmerzhaften Menstruationsbeschwerden geht man davon aus, dass bei 40 bis 60 Prozent von ihnen Endometriose die Ursache ist.
  • Von ungewollt kinderlosen Frauen haben vermutlich 20 bis 30 Prozent eine Endometriose.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Endometriose weit verbreitet ist.  

Wie verläuft eine Endometriose?

Von einer Endometriose betroffen sind Frauen normalerweise nur in den fruchtbaren Jahren, also zwischen ihrer ersten und letzten Menstruation. Nur sehr selten macht sich eine Endometriose schon vor der ersten Regelblutung oder nach den Wechseljahren bemerkbar.

Betroffene mit einer milden Endometriose und leichten Beschwerden haben gute Chancen, dass die Erkrankung nicht fortschreitet. Die Beschwerden können jedoch mit der Zeit auch zunehmen. Es lässt sich nicht sicher vorhersagen, wie sich eine Endometriose entwickelt. Bei den meisten Frauen bildet sich die Endometriose nach der letzten Regelblutung (Menopause) zurück.

Die Endometrioseherde können sich im Verlauf der Erkrankung vergrößern. Es ist auch möglich, dass sich Zysten bilden. Endometriosezysten an den Eierstöcken nennt man Endometriome. Werden die Eierstöcke und Eileiter durch Zysten und Verwachsungen behindert, ist dadurch auch häufig die Fruchtbarkeit vermindert. Wenn eine Frau nicht schwanger wird, kann somit eine stark ausgeprägte Endometriose der Grund sein. Ob auch eine milde Endometriose die Fruchtbarkeit verringern kann, ist unklar.

Normalerweise kann eine gezielte Therapie die Beschwerden lindern. Zum einen können Endometrioseherde operativ entfernt werden. Zum anderen können hormonelle Mitteln angewandt werden, damit sich die Endometrioseherde zurückbilden. Nach Abschluss einer Therapie kehren sie jedoch oft wieder zurück.

Wie wird eine Endometriose diagnostiziert?

Für starke Unterleibsbeschwerden gibt es viele Ursachen. Eine Endometriose wird daher oft erst erkannt, wenn Behandlungsversuche gegen andere mögliche Ursachen nicht helfen oder eine Schwangerschaft ausbleibt.

Für die Diagnose gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden, um Endometrioseherde, Narben und Verwachsungen zu erkennen und andere Ursachen für Beschwerden auszuschließen. Zu Beginn führt die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch über die Art der Beschwerden (Anamnese). Danach folgt eine allgemeine körperliche sowie gynäkologische Untersuchung. Weitere Untersuchungen können je nach Beschwerden bis hin zu einer Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie) führen.

Bei Frauen ohne Beschwerden ist die Diagnose oft nur Zufall. Der Grund, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, war dann häufig ein unerfüllter Kinderwunsch.

Nach der Diagnose ist oft eine Behandlung möglich, die die Schmerzen lindert oder ganz verschwinden lässt. Dies und das Wissen, dass es sich um eine gutartige Erkrankung handelt, ist für die meisten Frauen eine große Erleichterung.

Wie wird eine Endometriose behandelt?

Behandeln lässt sich Endometriose mit Schmerzmitteln, hormonellen Verhütungsmitteln, stärkeren Hormonmitteln und per operativer Beseitigung.

Es gibt derzeit keine Behandlung, um eine Endometriose zu heilen, also ihre Ursachen zu beseitigen. Verschiedene Therapien können jedoch helfen, die Beschwerden zeitweise oder dauerhaft zu lindern. Es kommen zum einen verschiedene Medikamente in Frage, wie beispielsweise Schmerzmittel, hormonelle Verhütungsmittel oder stärkere Hormone. Schmerzmittel lindern nur die Symptome. Hormonelle Mittel hemmen das Wachstum der Endometrioseherde.

Eine andere Möglichkeit ist eine Operation. Ziel einer OP ist es, möglichst alle Endometrioseherde zu beseitigen. Eine Operation kann unvermeidlich sein, wenn beispielsweise der Darm oder die Blase beeinträchtigt werden.

Vertiefende Informationen zu Endometriose und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie sieht die Rehabilitation einer Endometriose aus?

Nach einer Operation oder wenn die Beschwerden trotz einer umfangreichen Behandlung anhalten, ist eine Rehabilitation oder sogenannte Anschlussheilbehandlung möglich. In manchen Kliniken gibt es speziell auf Endometriose ausgerichtete Therapieprogramme.

Zudem gibt es spezielle Endometriose-Zentren. Hierbei handelt es sich um nach bestimmten Kriterien geprüfte (zertifizierte) Einrichtungen. In diesen arbeiten speziell ausgebildete Fachkräfte aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen zusammen. Das Ziel besteht darin, für jede Frau ein auf ihre Beschwerden und ihre Lebenssituation individuell abgestimmtes Therapie-Paket anzubieten. Es ist allerdings noch nicht gut untersucht, ob dieser Therapieansatz anderen Behandlungen überlegen ist.

Wie lebt es sich mit Endometriose?

Endometriose kann viele wichtige Lebensbereiche beeinflussen. Sowohl das Selbstgefühl als Frau bis hin zu Partnerschaft, Familien- und Lebensplanung können betroffen sein. Um trotz der Beschwerden eine möglichst gute Lebensqualität zu erhalten, ist es notwendig, einige Entscheidungen zu treffen. Hierbei helfen gute Informationen. Dazu gehören die Art der Therapie und die Möglichkeiten, das eigene Leben so zu organisieren, dass der Alltag durch die Beschwerden möglichst wenig erschwert wird.

Auch ist es wichtig, dass die Ärztin oder der Arzt umfassende Erfahrungen in der Diagnose und Behandlung von Endometriose hat, um gut betreuen und begleiten zu können. Behandelnde sollten zudem mit den körperlichen wie psychischen Belastungen und sozialen Auswirkungen einer Endometriose vertraut sein.

Wie es ist, mit einer Endometriose zu leben, berichten Frauen auf der Seite gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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