Starke Regelblutung

Manche Frauen fühlen sich während ihrer Periode immer wieder müde, unwohl und haben Schmerzen. Häufig ist eine starke Regelblutung der Grund. Solche Blutungen können mit Medikamenten und durch operative Eingriffe abgeschwächt werden.

Auf einen Blick

  • Etwa 10 von 100 Frauen haben eine starke Regelblutung (Hypermenorrhoe).
  • Es ist möglich, starke Blutungen mit Medikamenten oder durch operative Behandlungen zu mildern.
  • Verliert eine Frau während ihrer Menstruation zu viel Blut, kann das zu Eisenmangel führen. Es kann sich eine Blutarmut (Anämie) entwickeln.
  • Die häufigste Ursache einer starken Regelblutung ist, dass sich die Gebärmutter nicht richtig zusammenziehen kann.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Starke Regeblutung (Hypermenorrhoe): Eine Frau sitzt auf einer Toilette und hält eine Menstruationstasse in der Hand.

Wann spricht man von einer starken Regelblutung?

Viele Frauen haben während ihrer Periode Schmerzen, Krämpfe und unregelmäßige oder starke Blutungen. Müssen Binden oder Tampons oft schon nach 1 bis 2 Stunden gewechselt oder die Menstruationstasse bereits nach wenigen Stunden geleert werden, ist die Regelblutung wahrscheinlich stärker als normal. Beeinträchtigt die Blutung den Alltag und schwächt sie den Körper, handelt es sich um eine starke Regelblutung (Hypermenorrhoe).

Hypermenorrhoe: Etwa 10 Prozent der Frauen haben eine starke Regelblutung.

Solch eine Hypermenorrhoe haben etwa 10 von 100 Frauen. Dauert die Regelblutung länger als 5 bis 7 Tage, handelt es sich um eine verlängerte Blutung (Menorrhagie). Oft tritt beides zusammen auf, weil dieselbe Ursache dahintersteckt.

Manche Frauen finden gute Wege, mit ihren starken Blutungen umzugehen. Führen die Blutungen aber zu Eisenmangel oder sind sie zu störend, lassen sie sich mit Medikamenten abschwächen. Dann ist auch eine Operation möglich.

Welche Symptome deuten auf eine starke Regelblutung hin?

Normalerweise verlieren Frauen während ihrer Regelblutung insgesamt etwa 60 Milliliter Blut. Das entspricht rund eineinhalb Schnapsgläsern. Fließt dieses Blut regelmäßig ab, dauert es etwa 4 Stunden, bis eine Binde oder ein Tampon normaler Größe gewechselt werden muss. Dabei handelt es sich aber um Durchschnittswerte.

Tatsächlich kann die Blutung an manchen Tagen stärker und an anderen schwächer ausfallen. Die Blutmenge, die während der Menstruation abfließt, kann sich daher zeitweise auch größer anfühlen.

Verliert eine Frau während ihrer Periode insgesamt mehr als 80 Milliliter Blut, gehen Frauenärztinnen und -ärzte von einer starken Regelblutung aus.

Folgende Anzeichen können darauf hinweisen:

  • Ein Binden- oder Tamponwechsel ist oft schon nach 1 bis 2 Stunden erforderlich.
  • Eine Menstruationstasse muss bereits nach wenigen Stunden ausgeleert werden.
  • Während der Periode fühlt man sich schnell schwach, müde und antriebslos.
  • Das Menstruationsblut enthält viele dicke Blutklumpen.
Mögliche Symptome einer starken Regelblutung (Hypermenorrhoe): Es ist ein häufiger Binden- oder Tamponwechsel oder häufiges Leeren der Menstruationstasse nötig, Antriebslosigkeit, Schwäche und Müdigkeit, dicke Blutklumpen im Menstruationsblut.

Was sind die Ursachen für eine starke Regelblutung?

Manche Mädchen haben von Beginn an eine starke Regelblutung. Meistens wird die Blutung jedoch erst später stärker. Auch hormonelle Veränderungen, wie sie etwa in den Wechseljahren  auftreten, können die Regelblutung verstärken.

Der häufigste Grund für eine starke Regelblutung ist, dass sich die Gebärmutter nicht richtig zusammenziehen kann. Normalerweise hilft das Zusammenziehen dabei, die Schleimhaut in der Gebärmutter zu lockern. Sie kann dann mit etwas Blut ausgeschwemmt werden. Das Zusammenziehen sorgt zudem dafür, dass die Blutung nicht zu lange anhält.

Größere gutartige Geschwulste wie Myome und Schleimhautpolypen können die Gebärmuttermuskulatur beim Zusammenziehen behindern.

Myome bilden sich in der Muskelschicht der Gebärmutter, Polypen in der Gebärmutterschleimhaut. Auch ist es möglich, dass eine Verhütungsspirale die Gebärmuttermuskulatur behindert.

Zudem verursachen oft Verwachsungen an der Gebärmutter sowie Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter starke Blutungen. Manchmal lässt sich die Ursache aber auch nicht eindeutig klären.

Größere gutartige Geschwulste wie Myome und Schleimhautpolypen können die Gebärmuttermuskulatur beim Zusammenziehen behindern.

Myome bilden sich in der Muskelschicht der Gebärmutter, Polypen in der Gebärmutterschleimhaut. Die Gebärmuttermuskulatur kann zudem von einer Spirale behindert werden.

Auch Verwachsungen an der Gebärmutter sowie Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter verursachen oft starke Blutungen. In manchen Fällen lässt sich die Ursache aber auch nicht eindeutig klären.

Welche Folgen kann eine starke Regelblutung haben?

Verliert eine Frau während ihrer Menstruation zu viel Blut, kann das zu Eisenmangel führen. Eisen ist für den Aufbau roter Blutkörperchen sehr wichtig. Bei Eisenmangel ist der Körper nicht in der Lage, ausreichend rote Blutkörperchen zu produzieren. Eine mögliche Folge davon ist Blutarmut (Anämie).

Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff zu den Organen. Sind zu wenige rote Blutkörperchen vorhanden, werden die Organe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Dies führt zu Schwächegefühl und Abgeschlagenheit. Auch Blässe und kalte Hände sind Anzeichen einer Anämie. Bei einer stärkeren Blutarmut kann es zudem zu Symptomen wie Atemnot und Herzrasen kommen, insbesondere nach körperlicher Anstrengung.

Wie wird eine starke Regelblutung diagnostiziert?

Für die Diagnose ist es zunächst wichtig, die Stärke des Blutverlustes während der Regel zu kennen. Die Blutmenge lässt sich zwar nicht genau bestimmen, wohl aber einschätzen. Hinweise auf die Stärke geben zum Beispiel die Anzahl an Binden oder Tampons, die man während der Periode an den verschiedenen Tagen benötigt oder die Häufigkeit, mit der eine Menstruationstasse geleert werden muss. Daher kann es sinnvoll sein, diese Zahlen über ein oder zwei Monate hinweg zu notieren.

Normalerweise wird zunächst die Gebärmutter untersucht, um die Ursache einer starken Regelblutung zu klären. Dafür tastet die Ärztin oder der Arzt die Gebärmutter ab und macht eine Ultraschalluntersuchung. In manchen Fällen ist zudem eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) ratsam. Dafür wird eine kleine Kamera in die Gebärmutter eingeführt.

Mit einer Blutuntersuchung prüft man, ob sich infolge der starken Regelblutung eine Blutarmut entwickelt hat. Dabei lässt sich auch die Menge der Hormone im Blut messen, welche die Gebärmutterschleimhaut und den Menstruationszyklus beeinflussen.

Außerdem können die persönliche Situation und die Art der Beschwerden wichtige Hinweise auf Ursachen geben. Wer starke Regelblutungen hat, sollte daher mit der Ärztin oder dem Arzt auch über bestehende Erkrankungen, Erkrankungen in der Familie, die Einnahme von Medikamenten, Gewichtsprobleme oder psychische Belastungen sprechen.

Wie behandelt man eine starke Regelblutung?

Wie eine starke Regelblutung behandelt wird, hängt von der Ursache ab. Myome, Polypen oder andere gutartige Gewebewucherungen in der Gebärmutter können durch eine Operation entfernt werden. Viele Frauen versuchen aber zunächst, die Blutungsneigung mit Medikamenten abzuschwächen. Auch mit bestimmten Schmerzmitteln lässt sich die Blutung ein wenig verringern.

Hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder eine Hormonspirale können starke Blutungen abschwächen. Denn diese Verhütungsmittel hemmen das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut.

Treten starke Beschwerden auf und besteht kein Kinderwunsch mehr, ist es zudem möglich, die Gebärmutterschleimhaut zu entfernen oder zu veröden. Man spricht hier auch von einer Endometriumresektion oder Endometriumablation. Ein größerer Eingriff ist die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie). Dieser Schritt kommt nur bei sehr starken und belastenden Beschwerden infrage.

Wichtig zu wissen: Wenn eine starke Regelblutung nicht zu einer Blutarmut (Anämie) führt, ist eine Behandlung nicht unbedingt nötig.

Frauen, die eine Behandlung erwägen, sollten sich zuerst über die Vor- und Nachteile von Medikamenten oder Operationsverfahren informieren. Die Wahl der Behandlung hängt auch davon ab, ob noch der Wunsch besteht, Kinder zu bekommen: Denn naturgemäß ist dies während der Anwendung von Verhütungsmitteln wie der Pille oder der Hormonspirale nicht möglich – und nach einer Entfernung der Gebärmutter gar nicht mehr.

Vertiefende Informationen zur Behandlung einer starken Regelblutung finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie gestaltet sich der Alltag mit einer starken Regelblutung?

Viele Frauen mit starker Regelblutung fühlen sich während und kurz nach ihrer Periode schlapp und müde.

Werden diese Beschwerden sehr stark, kann es ihnen schwerfallen, den Alltag zu bewältigen – sei es zu Hause oder bei der Arbeit. Selbst soziale Aktivitäten und Hobbys, die sonst Spaß machen, können dann belasten.

Müssen Binden, Tampons oder die Menstruationstasse auch nachts häufig gewechselt werden, beeinträchtigt das den Schlaf. Auch Unterleibsschmerzen können bei einer starken Regelblutung auftreten.

Starke Blutungen können aber nicht nur körperlich belastend sein: Vielen Frauen sind sie peinlich. Sie können zudem als störend empfunden werden, etwa beim Geschlechtsverkehr. Manchen flößt die starke Regelblutung auch Angst ein.

Wichtig zu wissen: Manchmal nehmen andere Menschen die Menstruationsbeschwerden nicht ernst – auch manche Ärztinnen und Ärzte nicht. Starke Regelblutungen und die damit verbundenen Beschwerden muss man aber nicht einfach ertragen. Wichtig ist, sich ausreichend Ruhe zu gönnen, ärztlichen Rat einzuholen oder nach einer passenden Behandlung zu suchen – auch und gerade dann, wenn man sich nicht ernst genommen fühlt.

Die Menstruation gehört zum Leben einer Frau. Wenn starke Regelblutungen aber das Wohlbefinden beeinträchtigen, gibt es Wege, die Beschwerden zu lindern und besser damit zurechtzukommen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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