Starke Regelblutung

Manche Frauen fühlen sich während ihrer Periode immer wieder müde, unwohl und haben Schmerzen. Häufig ist eine sehr starke Regelblutung der Grund. Solche Blutungen können mit Medikamenten und durch operative Eingriffe abgeschwächt werden.

Auf einen Blick

  • Etwa 9 bis 14 von 100 Frauen haben eine zu starke Regelblutung (Hypermenorrhoe).
  • Sehr starke Blutungen können mit Medikamenten oder durch operative Behandlungen abgeschwächt werden.
  • Verliert eine Frau während ihrer Menstruation zu viel Blut, kann das zu Eisenmangel führen. Es kann sich eine Blutarmut (Anämie) entwickeln.
  • Die häufigste Ursache einer zu starken Regelblutung ist, dass sich die Gebärmutter nicht richtig zusammenziehen kann.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Starke Regeblutung (Hypermenorrhoe): Eine Frau sitzt auf einer Toilette und hält eine Menstruationstasse in der Hand.

Wann spricht man von einer zu starken Regelblutung?

Viele Frauen haben während ihrer Periode Schmerzen, Krämpfe, unregelmäßige oder sehr starke Blutungen. Müssen Binden oder Tampons häufiger als alle paar Stunden gewechselt werden, ist die Regelblutung wahrscheinlich stärker als normal. Beeinträchtigt die Blutung den Alltag und schwächt sie den Körper, ist sie eindeutig zu stark.

Eine zu starke Regelblutung (Hypermenorrhoe) haben etwa 9 bis 14 von 100 Frauen. Bei Regelblutungen, die länger als 5 bis 7 Tage dauern, handelt es sich um verlängerte Blutungen (Menorrhagie). Oft tritt beides zusammen auf, weil dieselbe Ursache dahintersteckt.

Manche Frauen finden gute Wege, mit ihren starken Blutungen umzugehen. Führen die Blutungen aber zu Eisenmangel oder sind sie zu störend, können sie mit Medikamenten abgeschwächt werden. In diesen Fällen ist auch eine Operation möglich.

Welche Symptome deuten auf eine zu starke Regelblutung hin?

Normalerweise verlieren Frauen während ihrer Regelblutung insgesamt etwa 60 ml Blut. Das entspricht rund eineinhalb Schnapsgläsern. Bis eine Binde oder ein Tampon normaler Größe bei dieser Menge voll ist, dauert es etwa vier Stunden. Dabei handelt es sich aber um Durchschnittswerte. Tatsächlich kann die Blutung an manchen Tagen stärker und an anderen schwächer ausfallen. Die Blutmenge, die während der Menstruation abfließt, kann sich daher zeitweise auch größer anfühlen.

Verliert eine Frau während ihrer Periode insgesamt mehr als 80 Milliliter Blut, gehen Frauenärztinnen und -ärzte von einer zu starken Regelblutung aus.

Folgende Anzeichen können auf eine zu starke Regelblutung hinweisen:

  • Ein Binden- oder Tamponwechsel ist regelmäßig schon nach ein bis 2 Stunden erforderlich.
  • Die Betroffene fühlt sich während ihrer Periode schnell schwach, müde und antriebslos.
  • Das Menstruationsblut enthält viele dicke Blutklumpen.
Welche Symptome auf eine zu starke Regelblutung (Hypermenorrhoe) hinwiesen können: Es ist ein häufiger Binden- oder Tamponwechsel nötig, Antriebslosigkeit, Schwäche und Müdigkeit, dicke Blutklumpen im Menstruationsblut.

Was sind die Ursachen für eine starke Regelblutung?

Manche Mädchen haben von Beginn an eine sehr starke Regelblutung. Meistens wird die Blutung jedoch erst später stärker. Auch hormonelle Veränderungen, wie sie etwa in den Wechseljahren auftreten, können die Regelblutung verstärken.

Der häufigste Grund für eine zu starke Regelblutung ist, dass sich die Gebärmutter nicht richtig zusammenziehen kann. Normalerweise hilft das Zusammenziehen dabei, die Schleimhaut in der Gebärmutter zu lockern. Sie kann dann mit etwas Blut ausgeschwemmt werden. Das Zusammenziehen sorgt zudem dafür, dass die Blutung nicht zu lange anhält.

Größere gutartige Geschwulste wie Myome und Schleimhautpolypen können die Gebärmuttermuskulatur beim Zusammenziehen behindern.

Myome bilden sich in der Muskelschicht der Gebärmutter, Polypen in der Gebärmutterschleimhaut. Die Gebärmuttermuskulatur kann zudem von einer Spirale behindert werden.

Auch Verwachsungen an der Gebärmutter sowie Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter verursachen oft starke Blutungen. In manchen Fällen lässt sich die Ursache aber auch nicht eindeutig klären.

Welche Folgen können starke Regelblutungen haben?

Verliert eine Frau während ihrer Menstruation zu viel Blut, kann das zu Eisenmangel führen. Eisen ist für den Aufbau roter Blutkörperchen sehr wichtig. Bei Eisenmangel können nicht ausreichend rote Blutkörperchen produziert werden. Es kann sich eine Blutarmut (Anämie) entwickeln.

Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff zu den Organen. Sind zu wenige rote Blutkörperchen vorhanden, werden die Organe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Die Betroffenen fühlen sich dann schwach und abgeschlagen.

Auch Blässe und kalte Hände sind Anzeichen einer Anämie. Liegt eine stärkere Blutarmut vor, kann es auch zu Symptomen wie Atemnot und Herzrasen kommen, insbesondere nach körperlicher Anstrengung.

Wie werden zu starke Regelblutungen diagnostiziert?

Für die Diagnose ist es zunächst wichtig, die Stärke des Blutverlusts während der Regel zu kennen. Die Blutmenge kann zwar nicht genau bestimmt, wohl aber eingeschätzt werden.

Die Anzahl an Binden oder Tampons, die während der Periode an den verschiedenen Tagen benötigt werden, kann Hinweise auf die Stärke geben. Daher kann es sinnvoll sein, diese Zahlen über 1 oder 2 Monate hinweg zu notieren.

Hypermenorrhoe: Etwa 9-14 % der Frauen haben eine zu starke Regelblutung.

Normalerweise wird zunächst die Gebärmutter untersucht, um die Ursache einer starken Regelblutung zu klären. Dafür tastet die Ärztin oder der Arzt die Gebärmutter ab und macht eine Ultraschalluntersuchung. In manchen Fällen ist zudem eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) ratsam. Dafür wird eine kleine Kamera in die Gebärmutter eingeführt.

Mit einer Blutuntersuchung kann geprüft werden, ob infolge der starken Regelblutung Blutarmut entstanden ist. Im Labor wird dann die Menge der Hormone im Blut gemessen, die die Gebärmutterschleimhaut und den Menstruationszyklus beeinflussen.

Auch die persönliche Situation und die Art der Beschwerden können wichtige Hinweise auf Ursachen geben. Wer starke Regelblutungen hat, sollte daher mit der Ärztin oder dem Arzt auch über bestehende Erkrankungen, Krankheiten in der Familie, die Einnahme von Medikamenten, Gewichtsprobleme oder psychische Belastungen sprechen.

Wie wird eine starke Regelblutung behandelt?

Wie eine sehr starke Regelblutung behandelt wird, hängt von der Ursache ab. Myome, Polypen oder andere gutartige Gewebewucherungen in der Gebärmutter können durch eine Operation entfernt werden. Viele Frauen versuchen aber zunächst, die Blutungsneigung mit Medikamenten abzuschwächen. Auch bestimmte Schmerzmittel können die Blutung ein wenig verringern.

Auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder eine Hormonspirale können zu starken Blutungen entgegenwirken. Denn diese Verhütungsmittel schwächen die Regelblutung ab, indem sie das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut hemmen.

Treten starke Beschwerden auf und besteht kein Kinderwunsch mehr, ist es auch möglich, die Gebärmutterschleimhaut zu entfernen oder zu veröden (Endometriumresektion oder -ablation). Ein größerer Eingriff ist die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie). Dieser Schritt kommt nur bei sehr starken und belastenden Beschwerden infrage.

Wichtig zu wissen: Wenn eine starke Regelblutung nicht zu einer Blutarmut (Anämie) führt, können die betroffenen Frauen auch auf eine Behandlung verzichten.

Frauen, die eine Behandlung erwägen, sollten sich zuerst über die Vor- und Nachteile von Medikamenten oder Operationsverfahren informieren.

Die Wahl der Behandlung hängt auch davon ab, ob die betroffene Frau den Wunsch hat, Kinder zu bekommen. Denn die wirksamsten Behandlungen haben Einfluss darauf. So machen Verhütungsmittel wie die Pille dies zeitweise kaum möglich. Wird die Gebärmutter entfernt, ist es dauerhaft nicht mehr möglich, schwanger zu werden.

Vertiefende Informationen etwa zur Behandlung starker Regelschmerzen finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie gestaltet sich der Alltag mit einer starken Regelblutung?

Viele Frauen mit starker Regelblutung fühlen sich während und kurz nach ihrer Periode schlapp und müde.

Werden diese Beschwerden sehr groß, kann es ihnen schwerfallen, den Alltag zu bewältigen – sei es zu Hause oder bei der Arbeit. Sogar soziale Aktivitäten und Hobbys, die sonst Spaß machen, können dann belasten.

Müssen Binden oder Tampons auch nachts häufig gewechselt werden, wird der Schlaf beeinträchtigt. Auch Unterleibsschmerzen können bei einer starken Regelblutung auftreten.

Starke Blutungen können aber nicht nur körperlich belastend sein: Vielen Frauen sind sie peinlich. Sie können zudem als störend empfunden werden, etwa beim Sex, und manchmal Angst einflößen.

Wichtig zu wissen: Manchmal nehmen die Menschen im Umfeld von betroffenen Frauen die Menstruationsbeschwerden nicht ernst – auch manche Ärztinnen und Ärzte nicht. Starke Regelblutungen und die damit verbundenen Beschwerden müssen aber nicht einfach ertragen werden. Frauen, die davon betroffen sind, sollten sich ausreichend Ruhe gönnen, ärztlichen Rat einholen oder nach einer passenden Behandlung suchen – auch und gerade dann, wenn sie sich nicht ernstgenommen fühlen und schwer damit tun.

Die Menstruation gehört zwar zum Leben einer Frau – wenn starke Regelblutungen aber das Wohlbefinden beeinträchtigen, gibt es Wege, die Beschwerden zu lindern und besser damit umzugehen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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