Krankheiten Hand-Fuß-Mund-Krankheit
ICD-Codes: B08.4 Was sind ICD-Codes?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine virale Infektionskrankheit, die vor allem Kinder unter 10 Jahren betrifft. Die Erkrankung ist sehr ansteckend, verläuft aber meist harmlos. Sie heilt in der Regel innerhalb einiger Tage von allein und ohne Folgen aus.
Auf einen Blick
- Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine sehr ansteckende Virusinfektion, an der überwiegend Kinder unter 10 Jahren erkranken.
- Die Erkrankung verläuft in der Regel mild und heilt meist innerhalb von einigen Tagen bis einer Woche von allein aus.
- Die Erkrankung äußert sich meist zunächst durch Fieber, Halsschmerzen und Appetitlosigkeit.
- Dann kommt es typischerweise zu schmerzhaften Geschwüren im Mund und einem nicht juckenden Hautausschlag an Handflächen und Fußsohlen.
- Erkrankte mit Ausschlag sind hochansteckend.
- Wenn man bestimmte Hygieneregeln beachtet, lässt sich das Risiko einer Ansteckung verringern – zum Beispiel durch regelmäßiges und gründliches Händewaschen.
Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit, die durch unterschiedliche Viren ausgelöst wird.
Die Virusinfektion äußert sich typischerweise durch einen Hautausschlag mit roten Flecken und Bläschen an Händen, Füßen und im Mund.
Von der Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind vorwiegend Kinder unter 10 Jahren betroffen. Selten erkranken Erwachsene. Die Infektion verläuft meist harmlos.
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist nicht zu verwechseln mit der Maul- und Klauenseuche bei Tieren. Das sind zwei verschiedene Erkrankungen, die nichts miteinander zu tun haben.
Woran erkennt man die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die meisten Menschen, die sich anstecken, haben keine Symptome. Das ist vor allem bei Erwachsenen der Fall.
Treten Symptome auf, beginnt die Erkrankung in der Regel mit:
- Fieber
- Halsschmerzen
- geringem Appetit
Typische Symptome
Ein bis zwei Tage nach Beginn des Fiebers entwickelt sich im Mund ein schmerzhafter Ausschlag mit kleinen roten Flecken und Bläschen. Diese treten an Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut auf und können auch kleine Geschwüre bilden.
Etwa gleichzeitig bildet sich um den Mund, an den Handflächen und Fußsohlen ein nicht juckender Hautausschlag. Dieser besteht aus ebenen oder erhabenen kleinen roten Flecken. Manchmal bilden sich Bläschen.
Der Ausschlag bleibt ungefähr zehn Tage lang bestehen. Die Bläschen können platzen. Sie verkrusten zunächst und verheilen, ohne Narben zu hinterlassen.
Andere Symptome
Selten kommt es zu einem Ausschlag am Gesäß, im Genitalbereich, an den Knien oder den Ellenbogen. In manchen Fällen kann der Ausschlag stark jucken.
Wie bekommt man die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird hauptsächlich durch eine Infektion mit Enteroviren der Gruppe A verursacht. Die Viren sind hochansteckend und leicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen in der Regel 3 bis 10 Tage.
Wie steckt man sich mit den Viren an?
Die Ansteckung erfolgt durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Dazu gehören:
- Nasen- und Rachensekrete
- Speichel
- Flüssigkeit aus den Bläschen des Ausschlags
- Stuhl
Wie werden die Viren übertragen?
Verbreitet wird die Erkrankung vor allem, wenn virenhaltige Körperflüssigkeiten an die Hände und von dort weiter zum Mund gelangen. Zu solch einer Schmierinfektion kann es auch kommen, wenn man mit Viren verunreinigte Gegenstände wie Türgriffe oder Schnuller berührt.
Eine Ansteckung über den Speichel passiert zum Beispiel beim Küssen, eine Ansteckung über Stuhl beim Windelwechseln.
Zu Beginn der Erkrankung ist es außerdem möglich, sich über kleine Tröpfchen anzustecken, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen und die Viren enthalten (Tröpfcheninfektion).
Wichtig zu wissen: Das Risiko sich anzustecken ist in der Zeit des Hautausschlags am höchsten. Es nimmt ab, sobald der Ausschlag abgeheilt ist. Nach Abklingen der Symptome scheiden erkrankte Personen mitunter noch Viren über den Stuhl aus.
Video Sind Kinderkrankheiten gefährlich?
Im folgenden Video erfahren Sie, welche typischen Kinderkrankheiten es gibt und wie sie sich äußern.
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Wie viele Menschen erkranken an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist in Deutschland nicht meldepflichtig. Daher lässt sich die Häufigkeit nur schätzen.
Typischerweise erkranken junge Kinder. Aus einer Krankenkassen-Erhebung zwischen den Jahren 2005 und 2021 geht hervor, dass in einzelnen Jahren mehr als jedes 10. Kind im Alter von 2 Jahren die Diagnose Hand-Fuß-Mund-Krankheit erhalten hat.
Die meisten Erkrankungen treten im Spätsommer und Herbst auf.
Wie verläuft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit verläuft in der Regel mild.
Die meisten Erkrankten erholen sich innerhalb wengier Tage bis einer Woche, ohne dass sie ärztlich behandelt werden müssen. Die Bläschen heilen meist nach rund 10 Tagen ohne Narbenbildung ab.
Sehr selten breitet sich das Virus im Gehirn und Rückenmark aus. Dann kann es zu Komplikationen wie Gehirnentzündung, Hirnhautentzündung oder Lähmungen kommen.
In seltenen Fällen können die Nägel an Fingern und Zehen wenige Wochen nach der Erkrankung ausfallen. Diese wachsen aber wieder nach.
Nach einer überstandenen Erkrankung kann man sich erneut anstecken. Das liegt daran, dass unterschiedliche Virustypen die Erkrankung auslösen können.
Wie verläuft eine Enterovirus-Infektion bei Schwangeren und Neugeborenen?
Bei Schwangeren verläuft eine Infektion mit Enteroviren meist leicht oder ganz ohne Beschwerden.
Ganz selten kann es vorkommen, dass Mütter, die um die Geburt herum an Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkranken und noch keine schützenden Antikörper gebildet haben, das Virus auf das Neugeborene übertragen.
Bei neugeborenen Kindern verläuft die Infektion meist leicht. Sehr selten breitet sie sich im ganzen Körper aus. Sind dann Organe wie Leber oder Herz betroffen, kann die Erkrankung aber lebensgefährlich sein.
Wie kann man sich vor der Hand-Fuß-Mund-Krankheit schützen?
Wer bestimmte Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen im Alltag beachtet, trägt viel dazu bei, der Hand-Fuß-Mund-Krankheit vorzubeugen.
Eine vorbeugende Impfung gibt es in Deutschland nicht.
Maßnahmen zu Hause
Zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen gehören:
- die Hände regelmäßig und sorgfältig mit Seife waschen, insbesondere nach dem Wechseln von Windeln und dem Toilettengang
- verschmutzte Oberflächen und Gegenstände gründlich reinigen, einschließlich Spielzeug und Türgriffe
- engen Kontakt mit der erkrankten Person meiden; auf Küssen oder Umarmen während der Erkrankung nach Möglichkeit verzichten
- Besteck oder Geschirr nicht mit der erkrankten Person teilen
- ein eigenes Handtuch benutzen
Was gilt für den Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen?
Da die Erkrankung meist mild verläuft, dürfen Kinder Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Schulen weiterhin besuchen, solange sie kein Fieber haben und sich gesund fühlen.
Hat ein Kind Fieber oder verläuft die Erkrankung schwer, stellt die Kinderärztin oder der Kinderarzt in der Regel für einige Tage eine Krankschreibung aus.
In bestimmten Situationen kann das Gesundheitsamt entscheiden, dass ein Kind vorübergehend nicht in die Einrichtung darf – zum Beispiel, um einen Ausbruch zu einzudämmen.
Wenn dann keine Beschwerden mehr bestehen und die Bläschen des Ausschlags abgeheilt sind, können Kinder ohne schriftliches ärztliches Attest wieder in den Kindergarten oder die Schule gehen.
Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit diagnostiziert?
Ärztinnen und Ärzte diagnostizieren die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in der Regel anhand der typischen Symptome.
Bei schweren Krankheitsverläufen können zusätzlich Stuhlproben, Rachenabstriche oder der Bläscheninhalt mithilfe eines PCR-Tests auf das Erbgut des Erregers untersucht werden.
Zeigen sich neurologische Beschwerden wie Lähmungen, kommt ein Erregernachweis im Gehirnwasser (Liquor) infrage.
Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit behandelt?
Eine spezielle, direkt gegen die Krankheitserreger gerichtete Therapie gibt es nicht. Da die Erkrankung in der Regel mild verläuft, ist meist keine besondere Behandlung notwendig.
Wie bei anderen fieberhaften Erkrankungen ist es wesentlich, dass erkrankte Kinder ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen – auch, wenn die Geschwüre und Bläschen im Mund schmerzen.
Gegen die Schmerzen helfen Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol. Zusätzlich kann man spezielle Mundspülungen zum Gurgeln anwenden.
Wenn das Kind nichts oder nur wenig trinkt oder sich die Beschwerden verstärken, sollte man ärztlichen Rat einholen. Erkrankt ein Kind unter 6 Monaten, sollte man ebenso die Kinderärztin oder den Kinderarzt aufsuchen. Auch bei seltenen Beschwerden wie Nackensteife, Krampfanfällen, Benommenheit oder Bewusstlosigkeit ist eine umgehende ärztliche Vorstellung wichtig – denn diese Symptome deuten auf Komplikationen hin.
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Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V.
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