Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK)

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine Infektionskrankheit. Sie betrifft vorrangig Kinder unter 10 Jahren (Kinderkrankheit) und heilt in der Regel folgenlos aus. Typisch ist die jahreszeitliche Häufung im Spätsommer und Herbst. Größere Ausbrüche gibt es vor allem in Südostasien.

Auf einen Blick

  • Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit entsteht durch eine Infektion mit sogenannten Enteroviren, in der Regel Enteroviren der Gruppe A, EV-A. 
  • Die Übertragung erfolgt meist durch direkten Kontakt (Schmierinfektion). 
  • Überwiegend erkranken Säuglinge und Kleinkinder. 
  • Die Krankheit verläuft normalerweise mild und heilt ohne Therapie aus. 
  • Hauptsymptome sind Fieber und Ausschläge im Mund sowie an Händen und Füßen. 
  • Es gibt keine ursächliche Therapie gegen das Virus und auch keine Impfung.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Bläschenartige Wunden auf den Händen eines Kindes.

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine Infektionskrankheit, die durch Enteroviren der Gruppe A ausgelöst wird. Die Ausschläge und Bläschen an Händen, Füßen und Mund sind so typisch, dass sie der Erkrankung den Namen gegeben haben.  

Sie betrifft vorwiegend Kinder unter 10 Jahren und verläuft meist harmlos. Selten erkranken Erwachsene. 

Wichtig zu wissen: Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird im Volksmund oft mit der Maul- und Klauenseuche verwechselt, die bei Rindern, Schafen und Schweinen auftritt. Es handelt sich jedoch um zwei verschiedene Krankheiten. 

Welche Symptome treten bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit auf?

Die Erkrankung beginnt normalerweise mit Fieber und Halsschmerzen. Auch der Appetit lässt nach. Ein bis 2 Tage nach Beginn des Fiebers entwickelt sich im Mund ein schmerzhafter Ausschlag mit kleinen roten Flecken, Bläschen und oftmals auch Geschwüren. Betroffen sind vor allem Zunge, Zahnfleisch und die Mundschleimhaut.

Die Symptome zeigen sich anfänglich mit Fieber und Halsschmerzen und darauf folgt ein schmerzhafter Ausschlag im Mund mit kleinen roten Flecken und Bläschen. An den Handflächen und Fußsohlen bildet sich ein typischer Ausschlag, der nicht juckt.

An der Haut bildet sich um den Mund, an den Handflächen und Fußsohlen ein typischer Ausschlag, der nicht juckt. Dieser besteht aus ebenen oder erhöhten roten Flecken, manchmal bilden sich auch Bläschen.  

Selten kann sich die Krankheit aber auch an untypischen Stellen bemerkbar machen. Dann bildet sich der Ausschlag am Gesäß, im Genitalbereich, an den Knien oder den Ellenbogen und kann stark jucken.

Welche Ursachen hat die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird durch Enteroviren verursacht. Die für den Menschen bedeutsamen humanen Enteroviren werden in die Gruppen A bis D unterteilt. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird vor allem durch Enteroviren der Gruppe A verursacht.

Infektionen mit Enteroviren sind sehr häufig. Sie können grundsätzlich verschiedene Erkrankungen auslösen. Oft verläuft eine Infektion ohne Symptome, sodass man sich auch von Menschen anstecken kann, die gesund sind.

Die Ansteckung erfolgt durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten.

Dazu gehören:

  • Nasen- und Rachensekrete 
  • Speichel 
  • Flüssigkeit aus den Bläschen des Ausschlags 
  • Stuhl
Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 5 Tage, maximal 10 Tage.

Neben dem Küssen spielen vor allem die Hände bei der Verbreitung des Virus eine Rolle. Durch sie können die Viren direkt an andere Menschen weitergegeben werden (Schmierinfektion). Auch über verunreinigte Gegenstände wie Türgriffe oder Schnuller kann eine Übertragung erfolgen.

Zu Beginn der Erkrankung können auch Tröpfchen infektiös sein, die beim Sprechen entstehen.

Wichtig zu wissen: Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen 3 bis 5, maximal 10 Tage (Inkubationszeit). Für Kontaktpersonen ist das Risiko, sich anzustecken, in den ersten Tagen besonders hoch. Die Viren können über den Stuhl aber auch noch ausgeschieden werden, wenn die Symptome schon verschwunden sind. Dies kann bis zu 6 Wochen nach Krankheitsbeginn andauern. 

Gibt es ein Risiko für Schwangere und Neugeborene?

Bei Schwangeren verlaufen Infektionen mit Enteroviren meistens leicht oder ganz ohne Beschwerden. Extrem selten können Mütter, die um den Geburtstermin herum Symptome einer Enterovirus-Infektion aufweisen und noch keine Antikörper zur Abwehr bilden konnten, das Virus auf das Neugeborene übertragen. Meist verläuft die Krankheit leicht. Sehr selten kann sich bei Neugeborenen eine Infektion im ganzen Körper ausbreiten. Wenn dann Organe wie Leber oder Herz betroffen sind, ist die Erkrankung lebensgefährlich.

Wie viele Menschen erkranken in Deutschland?

Da die Krankheit in Deutschland nicht an die Gesundheitsämter gemeldet werden muss, wird die Häufigkeit geschätzt. Man geht davon aus, dass hierzulande jährlich 80.000 bis 140.000 Menschen daran erkranken.

Die Erkrankungsgipfel liegen typischerweise im Spätsommer und Herbst.

Wie verläuft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Krankheit verläuft normalerweise mild. Erkrankte erholen sich innerhalb von 7 bis 10 Tagen ohne spezifische Behandlung. Eine zweite Infektion nach überstandener Erkrankung kommt selten vor. 

Komplikationen wie Entzündungen von Gehirn, Hirnhäuten, motorischen Nervenzellen und Herz sind ernsthaft, sie treten aber sehr selten auf.

Wie kann man sich vor der Erkrankung schützen?

Die allgemein empfohlenen Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder Niesen in den Ellenbogen (statt in die Hand) schützen vor der Infektion. Erkrankte sollten zu Hause bleiben, um die Ansteckung anderer zu verhindern. Insbesondere geht es hier darum, die Verbreitung des Erregers in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten zu vermeiden.

Spezifische Impfstoffe gegen die Viren, die die Hand-Fuß-Mund-Krankheit auslösen, gibt es nicht. Impfungen gegen einzelne Virenstämme sind zwar denkbar, die Entwicklung eines universellen Enterovirus-Impfstoffs ist aber schon aufgrund der Vielfalt der Enterovirus-Familie eher unwahrscheinlich.

Wie erfolgt die Diagnose?

Die Diagnose wird von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten anhand der typischen Symptome gestellt. Bei harmlosen Krankheitsverläufen sind keine weiteren Untersuchungen notwendig.

Bei schweren Fällen soll das Virus in Stuhlproben, Rachenabstrichen oder dem Bläscheninhalt nachgewiesen werden. Molekulargenetische Verfahren gelten als besonders schnell und aussagekräftig.

Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit behandelt?

Eine spezifische, also eine direkt gegen die Krankheitserreger gerichtete Therapie gibt es nicht. Sofern notwendig, können aber die Symptome behandelt werden.

Bei besonders schmerzhaften Geschwüren und Bläschen im Mund sowie auch bei Fieber können antientzündlich wirkende Medikamente eingesetzt werden. Diese sollen es ermöglichen, dass die Erkrankten trotz schmerzhafter Geschwüre im Mund ausreichend trinken.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Bereits eine gute Hygiene kann viel bewirken, vor allem häufiges Händewaschen. Da ein enger Kontakt zur erkrankten Person vermieden werden sollte, gelten in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen besondere Empfehlungen. 

Maßnahmen zu Hause 

Alle Maßnahmen der allgemeinen Hygiene sind geeignet.

Dazu gehören:

  • regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen mit Seife, besonders nach dem Wechseln von Windeln und nach dem Toilettengang.
  • gründliche Reinigung von verschmutzten Oberflächen und Gegenständen (einschließlich Spielzeug und Türgriffen). 
  • Vermeidung eines engen Kontakts mit der erkrankten Person, etwa Küssen oder Umarmen.
  • Besteck oder Geschirr nicht mit der erkrankten Person teilen 
  • eigenes Handtuch verwenden.
Zum Ansteckungsschutz ist gründliches Händewaschen, die Reinigung verschmutzter Objekte, Vermeidung von Körperkontakt zu Erkrankten, das Besteck oder Geschirr nicht mit Erkrankten zu teilen und die Benutzung eines eigenen Handtuchs, sehr wichtig.

Maßnahmen in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergarten, Schule)

  • Auch hier gelten die oben genannten Hygienemaßnahmen. 
  • Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, sollten akut erkrankte Personen zu Hause bleiben. 
  • Wenn keine Beschwerden mehr bestehen und die Bläschen des Ausschlags abgeheilt sind, können Kinder ohne schriftliches ärztliches Attest wieder in die betreuende Einrichtung gehen.

Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V. Stand:

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