Masern

Masern sind eine sehr ansteckende Viruserkrankung mit Fieber und einem typischen Hautausschlag. Vor allem bei Säuglingen und älteren Erkrankten können schwere Komplikationen wie eine Gehirnentzündung auftreten. Eine Impfung schützt vor der Erkrankung.

Auf einen Blick

  • Masern sind eine fieberhafte Virusinfektion. 
  • Ein typischer Hautausschlag weist auf Masern hin. 
  • Es können gefährliche Komplikationen auftreten.  
  • Dazu gehört insbesondere eine Gehirnentzündung, die tödlich oder mit bleibenden Schäden verlaufen kann. 
  • Mit einer Impfung kann man sich vor der Erkrankung schützen. 
  • Seit März 2020 besteht eine Impfpflicht für Gemeinschaftseinrichtungen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Masern: Ein Kind sitzt auf dem Schoß der Mutter und bekommt von einer Kinderärztin eine Impfung in den Oberarm.

Was sind Masern?

Masern sind eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene betreffen kann. Typisch ist ein braunroter Hautausschlag, der sich vom Gesicht aus über den ganzen Körper verteilt.

Masern können gefährliche Komplikationen haben. Eine Gehirnentzündung verläuft in 10 bis 20 Prozent der Fälle tödlich. Mit einer Impfung kann man sich vor der Erkrankung schützen. Für Gemeinschaftseinrichtungen gilt seit März 2020 eine Impfpflicht.

Welche Symptome treten bei Masern auf?

Eine Masernerkrankung hat einen zweiphasigen Verlauf. Der typische Hautausschlag tritt erst in der zweiten Krankheitsphase auf.

Phase 1

Die ersten Symptome zeigen sich etwa 8 bis 10 Tage nach der Ansteckung mit dem Virus. Die Erkrankung beginnt mit Fieber, einer Entzündung der Augenbindehaut, Schnupfen und Husten. Auf der Mundschleimhaut innen an der Wange bilden sich weiße, kalkspritzerartige Flecken, die in dieser Form nur bei Masern vorkommen. 

Phase 2

Etwa 3 bis 7 Tage nach den ersten Symptomen tritt ein typischer Hautausschlag mit bräunlich-roten, ineinanderfließenden Flecken auf. Er beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich über den ganzen Körper aus. 4 bis 7 Tage später blassen die Flecken ab. Häufig entstehen dann kleine Schuppen. Das Fieber dauert insgesamt etwa eine Woche.

Wichtig zu wissen: Schon 3 bis 5 Tage, bevor der Hautausschlag auftritt, sind Patientinnen und Patienten ansteckend. Danach hält die Ansteckungsfähigkeit noch etwa weitere 4 Tage an. Kurz bevor sich der Hautausschlag zeigt, ist die Ansteckungsgefahr am größten.

Welcher Erreger verursacht Masern?

Der Erreger der Masern ist das Masernvirus (Morbillivirus) und kommt nur beim Menschen vor. Eine Ansteckung mit Masern erfolgt also immer von Mensch zu Mensch.

Wie bekommt man Masern?

Masern sind besonders ansteckend. Fast jeder, der Kontakt zu einem Erkrankten hatte, steckt sich an. Und fast jeder, der sich ansteckt, wird krank. Wenn man aber geimpft ist oder die Erkrankung schon einmal hatte, besteht eine lebenslange Immunität und man wird nicht (erneut) krank.

Masern sind besonders ansteckend. Sie verbreiten sich über die sogenannte Tröpfcheninfektion.

Masern verbreiten sich über die sogenannte Tröpfcheninfektion. Winzige Tröpfchen aus Nase und Mund enthalten Viren und verteilen sich in der Luft. Das geschieht vor allem beim Sprechen, Niesen oder Husten. Über die eingeatmete Luft stecken sich andere Menschen mit dem Virus an. Auch der Kontakt mit virusbeladenen Tröpfchen über die Hände kann dazu führen, dass man sich ansteckt. 

Wichtig zu wissen: Besonders gefährdet für einen komplizierten Verlauf einer Masern-Erkrankung sind Säuglinge, Erwachsene und Menschen mit einer geschwächten Abwehr.

Wie häufig kommen Masern vor?

Masern sind weltweit verbreitet. In einigen Ländern in Afrika und Asien wird nur wenig geimpft und der Anteil an tödlichen Verläufen ist besonders hoch.

In Deutschland sind Masern-Erkrankungen stark zurückgegangen, seitdem die meisten Kinder eine Impfung erhalten. Dennoch gibt es immer wieder regionale Ausbrüche, hauptsächlich in unzureichend geimpften Gruppen. Die Zahlen schwanken zwischen etwa 300 bis zu 2.500 Erkrankungen pro Jahr. Ziel ist es, die Masern durch konsequentes Impfen komplett auszurotten.

Welche Komplikationen treten bei Masern auf?

Zwei besonders schwerwiegende Komplikationen können bei einer Masernerkrankung vorkommen: die akute Gehirnentzündung und eine erst später auftretende Gehirnentzündung, die immer tödlich verläuft. 

Zusätzliche Infektionen mit Bakterien

Das Masernvirus löst eine Abwehrschwäche aus, die mindestens 6 Wochen andauert. Deshalb können sich Patientinnen und Patienten in dieser Zeit leicht zusätzlich mit Bakterien anstecken.  

Typische Folgekrankheiten nach einer Maserninfektion sind: 

Die akute Gehirnentzündung tritt bei einem von 1.000 Masernerkrankten auf. 10 bis 20 Prozent der Erkrankten sterben daran. Bei 20 bis 30 Prozent treten dauerhafte schwerwiegende Folgen auf wie eine geistige Behinderung oder Lähmungen.  

Seltene Spätkomplikation

Sehr selten kommt es 6 bis 8 Jahre nach einer Masernerkrankung zu einer langsam fortschreitenden Gehirnentzündung (SSPE, subakute sklerosierende Panenzephalitis). Sie verläuft immer tödlich. Die SSPE beginnt mit psychischen und intellektuellen Veränderungen und endet mit dem Verlust aller Gehirnfunktionen.

4 bis 11 Patientinnen und Patienten von 100.000 Masernerkrankten sind von dieser Spätkomplikation betroffen. Bei Kleinkindern besteht mit 20 bis 60 Betroffenen pro 100.000 Masernerkrankten ein deutlich höheres Risiko.

Sind Kinderkrankheiten gefährlich?

Im folgenden Video erfahren Sie, welche typischen Kinderkrankheiten es gibt und wie sie sich äußern.

Wie kann man Masern vorbeugen?

Seit März 2020 besteht für alle Kinder und Erwachsener einer Gemeinschaftseinrichtung eine Impflicht gegen Masern.

Vor Masern kann man sich mit einer Impfung schützen. Seit März 2020 besteht für alle Kinder, die eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, und für alle Erwachsenen, die in einer Gemeinschaftseinrichtung arbeiten, eine Impfpflicht gegen Masern. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt folgendes Vorgehen:

Impfung für Kinder

Kinder sollten im Alter von 11 bis 14 Monaten zum ersten Mal gegen Masern geimpft werden, danach ist eine zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten erforderlich. Der Mindestabstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung beträgt 4 Wochen. Nach der zweiten Impfung besteht ein lebenslanger Schutz, den man nicht auffrischen muss.  

Kinder, die schon vor dem ersten Lebensjahr eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, können bereits mit 9 Monaten eine Impfung erhalten.  

Impfung für Erwachsene

Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, sollten sich eine einmalige Nachholimpfung gegen Masern geben lassen, wenn sie nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft wurden oder wenn ihr Impfschutz unklar ist. Das gilt verpflichtend für Mitarbeiter in Gemeinschaftseinrichtungen und bei der Betreuung von Personen mit einem geschwächten Abwehrsystem.  

Üblicherweise erfolgt die Impfung mit einem kombinierten Lebendimpfstoff (MMR), der auch vor Mumps und Röteln schützt. Ärztinnen und Ärzte können auch einen Impfstoff verwenden, der zusätzlich eine Immunität gegen Windpocken (Varizellen) erzeugt (MMRV).

Wie funktioniert eine Impfung?

Im folgenden Video erfahren Sie, wie eine Impfung funktioniert.

Reaktionen auf die Impfung

Nach einer Impfung kann es zu einer Reaktion rund um die Impfstelle kommen, die sich mit Rötung, Schwellung und Schmerzen äußern kann. Auch allgemeine Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sind möglich, klingen aber nach wenigen Tagen wieder ab. Bei etwa 5 bis 15 Prozent der Geimpften treten sogenannte Impfmasern auf. Diese verlaufen milde und sind nicht ansteckend.

Wichtig zu wissen: Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen einer Masern-Mumps-Röteln-Impfung und vermuteten Impffolgen, wie beispielsweise Autismus. 

Antworten auf häufige Fragen zum Thema Masern-Impfung finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Wie diagnostiziert man Masern?

Die Symptome von Masern sind nicht immer eindeutig und unterscheiden sich kaum von anderen Viruserkrankungen mit Hautausschlag. Für eine sichere Diagnose können Ärztinnen und Ärzte das Virus in einem Abstrich aus dem Mund- oder Rachenraum direkt nachweisen oder indirekt, indem sie Antikörper gegen das Virus in einer Blutprobe bestimmen.

Wie behandelt man eine Maserninfektion?

Weisen Ärztinnen und Ärzte eine Maserninfektion nach, richten sich die Maßnahmen danach, wer betroffen ist.  

Behandlung von akut Erkrankten

Es gibt keine spezielle Therapie gegen das Masernvirus. Im akuten Stadium sollten Erkrankte eine Bettruhe einhalten. Gegen Fieber und Erkältungssymptome kann man fiebersenkende und entzündungshemmende Schmerzmittel einnehmen. Treten zusätzliche Infektionen mit Bakterien auf, verschreiben Ärztinnen und Ärzte Antibiotika. 

Wichtig zu wissen: Personen, die akut an Masern erkrankt sind, dürfen bis mindestens 5 Tage nach Auftreten des Hautausschlags keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen oder dort tätig sein. 

Behandlung von Kontaktpersonen

Alle Personen ohne Impfschutz oder mit unbekanntem Impfstatus sollten sich möglichst innerhalb von 3 Tagen nach Kontakt mit einer erkrankten Person einmalig gegen Masern impfen lassen. Dadurch kann man einen Ausbruch der Krankheit oder zumindest einen schweren Verlauf verhindern. Für ausreichend geimpfte Kontaktpersonen sind keine besonderen Maßnahmen notwendig.  

Besuche oder Tätigkeit in einer Gemeinschaftseinrichtung

Kontaktpersonen dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nur betreten, wenn sie bereits vor der möglichen Ansteckung einen ausreichenden Impfschutz hatten. Alternativ können sie sich innerhalb von 3 Tagen nach Kontakt impfen lassen. Ansonsten müssen sie für 3 Wochen der Gemeinschaftseinrichtung fernbleiben.  

Behandlung von Risikopatienten

Patientinnen und Patienten mit einer geschwächten Abwehr, Schwangere sowie Kinder unter 6 Monaten haben ein erhöhtes Risiko für eine Masernerkrankung mit Komplikationen. Diese Personen können innerhalb von 2 bis 6 Tagen nach Kontakt Antikörper gegen das Virus erhalten, die sie vor einer Erkrankung schützen. Allerdings kann eine Behandlung mit Antikörpern auch Nebenwirkungen haben. 

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Erregersteckbrief: Masern. Aufgerufen am 03.04.2020. 
  • Robert Koch-Institut (RKI). Infektionskrankheiten A-Z: Masern. Aufgerufen am 03.04.2020.  
  • Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Masern. Aufgerufen am 03.04.2020.  
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO). Eliminierung von Masern und Röteln. Aufgerufen am 03.04.2020.  
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO). Measles. Aufgerufen am 03.04.2020.

Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V. Stand:

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