Haushaltshygiene: Wie viel Sauberkeit ist zu Hause nötig?

Sauberkeit im eigenen Haushalt beugt Gesundheitsproblemen vor. Denn in Hausstaub und Dreck siedeln häufig Keime, die krank machen können. Wasser und gewöhnlicher Haushaltsreiniger reichen zum Putzen in der Regel aus.

Auf einen Blick

  • Eine regelmäßige und gründliche Reinigung des Haushalts hilft, Schmutz und Mikroorganismen zu entfernen.
  • Gewöhnliche Haushaltsreiniger sind meist ausreichend. Antibakterielle Reinigungsmittel sind nur in besonderen Fällen notwendig.
  • Durch Sauberkeit in der Küche und im Umgang mit Lebensmitteln lassen sich Erkrankungen vermeiden.
  • Auch im Badezimmer sollte man auf Hygiene achten, da nach dem Toilettenbesuch Erreger leicht über kleinste Stuhlreste weitergetragen werden können.
  • Im Hausstaub können sich neben Mikroorganismen auch Chemikalien ablagern, die langfristig zu Gesundheitsproblemen führen können.
Eine Person mit Haushaltshandschuhen poliert mit einem Lappen den Herd.

Warum ist Hygiene im Haushalt wichtig?

Putzen, Saugen, Waschen: Durch Sauberkeit im eigenen Haushalt beugt man möglichen Gesundheitsproblemen wie Infektionskrankheiten vor.

Denn Schmutz ist nicht einfach nur Schmutz: Flecken und Hausstaub bestehen häufig aus organischem Material, wie Lebensmittelresten, Pflanzenteilchen, menschlichen Ausscheidungen, Haaren oder Hautschuppen. Für Milben, Bakterien sowie Hefe- und Schimmelpilze bietet dies eine gute Grundlage, um sich zu vermehren. Auf häufig genutzten Gegenständen wie Türklinken und Toilettensitzen bildet sich schnell eine dünne Schicht mit Mikroorganismen, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar ist.

Viele Mikroorganismen sind harmlos. Es können sich aber auch krankmachende Erreger darunter befinden, die Infektionskrankheiten hervorrufen. Krankheitserreger können beispielsweise über erkrankte Menschen, Haustiere oder Schädlinge wie Mäuse und Insekten in den Haushalt gelangen. Auch Hausstaubmilben können ein Problem sein: Sie sind zwar ungefährlich, ihr Kot löst aber bei einigen Menschen Allergien aus.

Auf Lebensmitteln können sich ebenfalls Krankheitserreger befinden. Häufig sind Bakterien, wie Campylobacter und Salmonellen, oder auch Viren, wie zum Beispiel Noroviren, verantwortlich für Magen-Darm-Erkrankungen und Lebensmittelvergiftungen. Es ist daher sinnvoll, in der Küche und im Umgang mit Lebensmitteln verstärkt auf Sauberkeit und Hygiene zu achten. 
 
Eine komplett „keimfreie” Umgebung zu Hause ist jedoch weder möglich noch notwendig. Wasser und normale Haushaltsreiniger beziehungsweise Waschmittel sind in der Regel ausreichend, um den Wohnraum und Textilien gründlich zu reinigen. Desinfektionsmittel sollten nicht regelmäßig verwendet werden, da sie der Gesundheit und Umwelt schaden können.

Desinfektionsmittel sollten nicht regelmäßig verwendet werden, da sie der Gesundheit und Umwelt schaden können.

Worauf kommt es beim Putzen und bei der Verwendung von Putzmitteln an?

In privaten Haushalten finden sich Mikroorganismen vor allem auf Oberflächen, Textilien und Gegenständen, die häufig in Gebrauch sind.

Das sind in der Regel

  • Oberflächen: unter anderem Arbeitsflächen in der Küche, Waschbecken, Toilettensitze, Armaturen, Spültasten, Duschen und Fußböden
  • Textilien: beispielsweise Unterwäsche, Handtücher und Bettwäsche sowie Putzlappen
  • Gegenstände: wie Griffe, Geschirr und Küchenutensilien
  • Eine regelmäßige und gründliche Reinigung des Haushalts mit üblichen Putzmitteln reicht aus, um Schmutz und mehr als 90 Prozent der Mikroorganismen von Oberflächen zu entfernen. Es ist empfehlenswert, Orte, an denen sich Mikroorganismen schnell vermehren, häufiger zu reinigen. Dies sind insbesondere Toiletten, Badezimmer und die Küche. Krankmachende Erreger könnten sonst leicht über die Hände auf andere Bereiche verteilt werden.

Allgemein gilt beim Putzen:

  • Gewöhnliche Haushaltsreiniger sind ausreichend. Antibakterielle Reinigungsmittel oder Putztücher weisen keinen Nutzen für die Gesundheit auf.
  • Es wird empfohlen, Küche, Badezimmer und die Toilette mit getrennten Putzlappen zu reinigen.
  • Putzlappen werden am besten an einem luftigen Ort getrocknet, da sich Bakterien in feuchter Umgebung besonders gut vermehren. Außerdem sollten sie häufig gewechselt sowie bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Haushaltsreiniger mit antimikrobiellen Effekten?

Eine große Auswahl von Reinigungsmitteln werben mit antimikrobiellen Effekten gegen Bakterien, Viren und Pilze. Erkennbar ist das durch Hinweise wie „Biozid”, „anti-bakteriell”, „bakterizid”, „wirkt viruzid” oder „entfernt 99,9% aller Bakterien”.

Ein komplett keimfreier Haushalt ist in der Regel aber weder notwendig noch sinnvoll. Die meisten Mikroorganismen in privaten Haushalten sind harmlos und für das menschliche Immunsystem sogar nützlich.

Von Produkten mit antimikrobieller Wirkung für zu Hause wird aus verschiedenen Gründen abgeraten. Zum einen können desinfizierende Reinigungsmittel die Umwelt belasten und gesundheitlich bedenklich sein. Zum anderen ist die desinfizierende Wirkung solcher Haushaltsreiniger nicht immer erwiesen. Auch wenn sie nach Anleitung angewandt werden, reichen Konzentrationen und Einwirkdauer solcher Produkte häufig nicht aus, um Mikroorgansimen vollständig zu entfernen. Bei einer regelmäßigen Anwendung von Reinigungsmitteln mit solch einer verminderten Wirkung oder beim unsachgemäßen Einsatz von Desinfektionsmitteln können Mikroorganismen unempfindlich gegenüber den Wirkstoffen werden.

Mehr Informationen zu Hygiene im eigenen Zuhause, wann Desinfektionsmittel notwendig sind und welche Mittel geeignet sind, bietet das Umweltbundesamt.

Mehr Informationen zu notwendigen und umweltfreundlichen Reinigungsmitteln erhalten Sie bei den Verbraucherzentralen.

Notwendige Desinfektion

Desinfektionsmittel sollten zu Hause nicht routinemäßig angewendet werden. Nur in einigen Fällen, beispielsweise wenn Menschen mit bestimmten Erkrankungen oder einem stark geschwächten Immunsystem im Haushalt leben, kann die Desinfektion von Oberflächen und Gegenständen sowie der Hände sinnvoll sein. Folgen Sie bei der Anwendung den Hinweisen auf der Verpackung.

Durch eine gründliche Händehygiene mit Wasser und Seife lassen sich bereits viele Ansteckungen vermeiden. Handdesinfektionsmittel sollte nur unter bestimmen Umständen angewendet werden, zum Beispiel wenn es ärztlich empfohlen wurde oder wenn unterwegs keine Möglichkeit zum gründlichen Händewaschen besteht.

Beim Desinfizieren der Hände gibt es Folgendes zu beachten: Tragen Sie das Desinfektionsmittel in ausreichender Menge auf, um Hände und Handgelenke vollständig zu benetzen. Verreiben Sie es mindestens 30 Sekunden gründlich: in den Handflächen, auf den Handrücken, an den Handgelenken und den Fingerkuppen sowie zwischen den Fingern und Knöcheln. Ringe, Armbänder oder Uhren nehmen Sie idealerweise vorher ab.

Um sicherzugehen, dass ein bestimmtes Mittel wirklich desinfizierend wirkt, lohnt sich ein Blick in die Desinfektionsmittelliste des Verbunds für Angewandte Hygiene (VAH). Hier werden alle Mittel aufgeführt, die den Anforderungen für Krankenhäuser genügen.

Was ist bei der Küchenhygiene zu beachten?

Wärme, Feuchtigkeit und Lebensmittelrückstände bieten in der Küche gute Bedingungen, unter denen sich Bakterien und Pilze schnell vermehren. Je nach Art können die Mikroorganismen von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen auf Oberflächen und Gegenständen überleben. Um zu vermeiden, dass Erreger über Hände oder Lebensmittel weiterverbreitet werden, sollten Sie alle Oberflächen und Gegenstände sauber halten. Spülmittel und einfacher Haushaltsreiniger sind dafür ausreichend.

Oberflächen

  • Achten Sie darauf, Arbeitsflächen, Tür- oder Schrankgriffe, Spülbecken und Dunstabzugshauben regelmäßig mit möglichst warmem Wasser und Reinigungsmittel abzuwischen und anschließend gut abzutrocknen.
  • Um Rückstände von Lebensmitteln aufzuwischen, eignet sich am besten Küchenpapier.

Geschirr und Besteck

  • Reinigen Sie Geschirr, Besteck und Küchenutensilien mit möglichst warmem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine bei mindestens 60 Grad. 
  • Wer mit der Hand spült, tut dies möglichst bald nach der Mahlzeit, da sich Keime bei Zimmertemperatur sehr schnell vermehren.

Putzutensilien

  • Für Geschirr, Arbeitsflächen und Fußböden sollten getrennte Reinigungstücher verwendet werden.
  • Es wird empfohlen, Lappen, Hand- und Geschirrtücher zum Trocknen auszubreiten sowie regelmäßig bei mindestens 60 Grad zu waschen.
  • Spülbürsten aus Kunststoff sollten regelmäßig in der Spülmaschine gereinigt und hin und wieder ausgetauscht werden.
  • Spülschwämme sind aus hygienischen Gründen weniger gut geeignet. Verwendet man sie dennoch, ist es wichtig, sie regelmäßig auszutauschen.

Abfall

  • Leeren Sie Abfallbehälter häufig und waschen Sie sie mindestens einmal pro Woche mit warmem Wasser und Reinigungsmittel aus.
  • Abfallbeutel mit antibakterieller Wirkung sind aus hygienischer Sicht nicht notwendig.

Kühlschrank

  • Die richtige Temperatur des Kühlschranks liegt bei maximal 7 Grad, besser unter 5 Grad. Die Idealtemperatur des Gefrierschranks liegt bei minus 18 Grad.
  • Wird der Kühlschrank nicht zu vollgepackt, kann die kühle Luft besser zirkulieren.
  • Es empfiehlt sich, den Kühlschrank mehrmals im Jahr zu reinigen sowie Gefrierfächer und -geräte ab und zu abzutauen, wenn diese keine Abtauautomatik haben. Informationen dazu finden sich in den Herstellerangaben.

Achten Sie generell auf eine gute Lebensmittelhygiene sowie auf Sauberkeit in der Küche. Auch regelmäßiges Händewaschen ist wichtig.

Was ist beim Putzen von Badezimmer und Toilette zu beachten?

Hygiene im Badezimmer ist von besonderer Bedeutung. Im Stuhl sind sehr viele Mikroorganismen vorhanden, wovon einige unter Umständen krank machen können. Nach dem Toilettenbesuch können diese Krankheitserreger leicht über kleinste Stuhlreste weitergetragen werden. Zudem vermehren sich Mikroorganismen im feucht-warmen Klima gut.

Neben den allgemeinen Empfehlungen zum Putzen sollte man im Badezimmer darauf achten:

  • zum Reinigen der Toilette einen separaten Schwamm oder Lappen zu nutzen
  • auch Türklinken, Lichtschalter und andere Flächen, die mit den Händen berührt werden, regelmäßig abzuwischen
  • nach dem Duschen oder Baden gut zu lüften, um die Feuchtigkeit herauszulassen
  • mehrlagiges Toilettenpapier zu verwenden, damit die Hände möglichst wenig mit Stuhlresten in Kontakt kommen
  • nach dem Toilettenbesuch die Hände für mindestens 20 Sekunden gründlich mit Seife zu waschen
Gründliches Händewaschen mit Seife für mindestens 20 Sekunden ist nach dem Toilettenbesuch wichtig.

Mehr Informationen zur Toilettenhygiene bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf der Website infektionsschutz.de.

Wie werden Keime beim Waschen entfernt?

Schmutz auf Kleidung und Textilien ist nicht gleich Schmutz: Dreck, Flecken und Gerüche sind weniger bedenklich als menschliche Ausscheidungen, die Keime enthalten können. Keime befinden sich vorwiegend in Unterwäsche, Socken, Bettwäsche und Handtüchern. Aber nicht jedes Kleidungsstück enthält Keime, von denen es beim Waschen befreit werden muss.

Wie gut Krankheitserreger entfernt werden, hängt unter anderem von der Waschtemperatur ab:

  • 30 °C-Wäsche: Diese Temperatur eignet sich vor allem, um leicht verschmutzte Oberbekleidung wie Hosen, T-Shirts und Pullover zu reinigen, da diese selten mit Ausscheidungen verschmutzt sind.
  • 60 °C-Wäsche: Bei dieser Temperatur wird ein Großteil der Krankheitserreger aus Unterwäsche, Handtücher, Bettwäsche, Putz- und Spültüchern und Socken entfernt.
  • 90 °C-Wäsche und Desinfektion: Waschgänge bei diesen Temperaturen oder mit zusätzlichen Desinfektionsmitteln sind in der Regel nur bei akut übertragbaren Erkrankungen wie Magen-Darm- und Hefepilz-Erkrankungen sinnvoll oder wenn im Haushalt Menschen mit geschwächtem Immunsystem leben. Ein Hygienespüler für die regelmäßige Anwendung ist nicht empfehlenswert. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt berät, wann eine Desinfektion nötig ist.

Auch das verwendete Waschmittel und das Waschprogramm spielen eine Rolle: Colorwaschmittel oder flüssige Vollwaschmittel haben kaum keimtötende Wirkung, da sie keine Bleichmittel enthalten. Bleichmittelhaltige Vollwaschmittel in Pulverform und als Tab töten Bakterien bereits bei 30 Grad ab. Sie hellen aber auch die Farben der Textilien auf.

Unter bestimmten Voraussetzungen können sich Keime in der Waschmaschine vermehren. Beispielsweise, wenn mit menschlichen Ausscheidungen stark verschmutzte Wäsche im Kurzprogramm, bei 30 Grad und ohne Bleichmittel gewaschen wird.

Wichtig zu wissen: Nach 5 Waschgängen oder mindestens alle 2 Wochen empfiehlt sich ein 60-Grad-Waschgang mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel. So werden Mikroorganismen entfernt, die sich in der Waschmaschine ablagern.

Mehr Informationen zur Auswahl der Waschmittel bietet die Verbraucherzentrale.

Was kann man gegen Hausstaub tun?

Hausstaub bildet sich schnell auf selten genutzten Oberflächen wie Fußleisten, Regalböden und Fernsehern. Er kann aus verschiedenen Gründen die Gesundheit belasten.

Zum einen finden sich dort Milben, die bei Menschen mit einer Hausstauballergie Beschwerden hervorrufen. Zum anderen können sich im Hausstaub giftige Stoffe ansammeln. Sie stammen beispielsweise aus Autoabgasen, Lacken, Farben sowie Imprägniermitteln oder aus Möbeln und Teppichen. Die Stoffe können teilweise krebserregend sein. Wird der Staub über lange Zeit und in hohen Mengen eingeatmet, kann dies der Gesundheit schaden.

Das beste Mittel, um Hausstaub aus der Wohnung zu entfernen, ist das  
Lüften: Insgesamt gelangt dadurch mehr Staub aus der Wohnung heraus als hinein. Auch Feuchtigkeit und andere chemische Stoffe werden so aus der Wohnung entfernt und das Risiko, dass sich Schimmel bildet, gemindert.

Außerdem helfen regelmäßiges Staubwischen und Staubsaugen. Zum Staubwischen eignen sich feuchte Tücher oder spezielle Anti-Staub-Tücher, da sie den Staub gut binden. Zum Staubsaugen eignen sich Geräte mit einem Zusatzfilter, beispielsweise einem Hepa-Filter. Dies verhindert, dass ein Teil des aufgesaugten Staubes wieder in die Raumluft gelangt.

Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. bietet weitere Informationen dazu, wie sich Hausstaub und Allergene im Haushalt reduzieren lassen, sowie Empfehlungen zu geeigneten Produkten und Geräten.

In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Stand:

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