Durchfall

Durchfallerkrankungen kommen häufig vor. Sie sind meist Folge einer Infektion mit Viren. Länger anhaltender Durchfall muss behandelt werden, da er zu Flüssigkeits- und Salzverlust führen kann.

Auf einen Blick

  • Durchfall wird meist durch eine Infektion mit Viren ausgelöst, am häufigsten mit den sehr ansteckenden Noroviren und Rotaviren.
  • Von Durchfall spricht man, wenn es innerhalb von 24 Stunden mindestens dreimal zu sehr weichem oder flüssigem Stuhlgang kommt.
  • Akute Durchfallerkrankungen dauern meist wenige Tage bis eine Woche.
  • Bei Durchfall verliert der Körper Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte). Wichtig ist, diesen Verlust auszugleichen.
  • Länger anhaltender Durchfall muss behandelt werden.
  • Einige Magen-Darm-Infektionen gehören zu den meldepflichtigen Krankheiten.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Durchfall: Eine Frau hält sich den Bauch und steht vor einer Toilettentür.

Was ist eine Durchfallerkrankung?

Durchfallerkrankungen sind sehr verbreitet. Im Durchschnitt erkranken Erwachsene in Deutschland einmal im Jahr, Kinder noch öfter.

Meistens wird Durchfall durch eine Vireninfektion verursacht. Häufig sind die sehr ansteckenden Noroviren und Rotaviren verantwortlich. Aber auch durch Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter kann eine Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis) ausgelöst werden.

Bei normalem Durchfall genügt es für gewöhnlich, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und abzuwarten, bis die Infektion vorbei ist. Ein starker oder länger anhaltender Durchfall muss behandelt werden. Er kann zu einem gefährlichen Flüssigkeits- und Salzverlust führen. Das kann vor allem für kleine Kinder und ältere Menschen bedrohlich werden.

Woran erkennt man eine Durchfallerkrankung?

Eine Magen-Darm-Infektion beginnt oft plötzlich mit schwallartigem Erbrechen oder starkem Durchfall. Durchfall ist sehr weicher oder flüssiger Stuhlgang, der innerhalb von 24 Stunden mindestens dreimal vorkommt.

Ein Mann sitzt auf einer Toilette, womöglich hat er Durchfall.

Begleitet wird Durchfall oft von Bauchschmerzen, -krämpfen und Blähungen. Manchmal kommen noch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen dazu.

Wichtig zu wissen: Wenn der Körper zu viel Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) verloren hat, können Schwindel und Kreislaufprobleme auftreten. In diesem Fall ist schnelle ärztliche Hilfe nötig. 

Ein Arztbesuch ist außerdem bei diesen Anzeichen ratsam:

  • keine Besserung nach 48 Stunden
  • hohes Fieber
  • Blut im Stuhl (rotes oder schwarzes Blut)
  • Schleim, der dem Stuhl aufgelagert ist
  • starke Schmerzen
Anzeichen für Durchfall: keine Besserung nach 48 Stunden, starke Schmerzen, hohes Fieber, Schleim auf dem Stuhl, Blut im Stuhl.

Was sind die Ursachen für eine Durchfallerkrankung?

Für Durchfall kommen viele unterschiedliche Ursachen infrage. Eine der häufigsten Ursachen ist eine Magen-Darm-Infektion durch die sehr ansteckenden Noroviren oder Rotaviren. Meist erkranken daran kleine Kinder und ältere Menschen. In Deutschland werden bakterielle Magen-Darm-Infektionen meist durch Campylobacter oder Salmonellen verursacht. Auch auf Reisen kann Durchfall auftreten. Je nach Reiseland und hygienischen Bedingungen sind dafür Infektionen mit Shigellen, bestimmten Kolibakterien oder Parasiten verantwortlich.

Zu Durchfall kommt es aber nicht nur durch Infektionen. Mögliche andere Ursachen sind:

  • ungewohnte Lebensmittel, beispielsweise auf (Fern-)Reisen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Gluten- oder Laktoseintoleranz
  • ein „nervöser Darm“ (Reizdarmsyndrom)
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente: Sie können die normale Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen und lösen so manchmal Durchfall aus. Dies gilt vor allem für Antibiotika.

Wie verläuft eine Durchfallerkrankung?

Eine akute Durchfallerkrankung dauert meist wenige Tage bis eine Woche. Wenn der Durchfall länger als zwei Wochen andauert, spricht man von anhaltendem Durchfall.

Wie lässt sich einer Durchfallerkrankung vorbeugen?

Im Alltag kommen die Hände oft mit Viren und Bakterien in Kontakt. Die Erreger werden beispielsweise mit dem Stuhl, Erbrochenem, Wasser, Nahrungsmitteln oder über verunreinigte Gegenstände übertragen. Um sich selbst und andere zu schützen, hilft vor allem regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife. Auch eine Händedesinfektion kann bei akutem Durchfall sinnvoll sein. Sollte es zu Hause eine zweite Toilette geben, ist es hilfreich, wenn das erkrankte Familienmitglied diese bis zur Genesung allein benutzt.

Kleidungsstücke werden am besten bei mindestens 60 Grad gewaschen. Bei der Zubereitung des Essens ist es wichtig, verstärkt auf eine gute Hygiene zu achten. Wer akut unter Durchfall leidet, sollte zudem keine Mahlzeiten für andere zubereiten.

Um Reisedurchfall zu vermeiden, gibt es ein paar einfache Tipps. In subtropischen oder tropischen Ländern empfiehlt es sich je nach Hygienestandards, auf rohes, ungeschältes Obst und Gemüse zu verzichten und kein Leitungswasser zu trinken. Bei Fisch oder Fleisch ist darauf zu achten, dass sie gut durchgebraten oder gekocht sind.

Für Säuglinge unter 6 Monaten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung gegen Rotaviren. Die Schluckimpfung soll etwa 2 bis 3 Jahre vor einer Infektion schützen.

Vertiefende Informationen zum Thema Durchfall und wie Sie der Infektion vorbeugen können, finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie wird eine Durchfallerkrankung festgestellt?

Folgendes wird die Ärztin oder der Arzt zunächst abfragen:

  • ob die Beschwerden plötzlich oder allmählich aufgetreten sind
  • wie lang der Durchfall schon anhält und wie häufig er ist
  • wie der Stuhl beschaffen ist (Aussehen und Konsistenz)
  • ob weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Fieber auftreten
  • was vor Beginn des Durchfalls gegessen wurde

Wichtig für die Diagnose ist außerdem:

  • ob man vor kurzem im Ausland war
  • ob und wenn ja, welche Medikamente eingenommen wurden oder werden
  • ob Allergien oder Unverträglichkeiten bekannt sind
  • ob eine chronische Erkrankung wie etwa Diabetes vorliegt

Bei blutigem oder anhaltendem Durchfall oder Durchfall mit Schleimauflagerung kann eine Stuhl- oder Blutprobe nötig sein. So kann festgestellt werden, welche Erreger die Infektion ausgelöst haben.

Wie wird eine Durchfallerkrankung behandelt?

Durchfall führt zu einem Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten. Es ist wichtig, diesen Verlust wieder auszugleichen.

Bei akutem Durchfall hilft beispielsweise schon gezuckerter Tee in Kombination mit Salzgebäck. Reis, Bananen oder Zwieback sind magenschonend und werden häufig bei akutem Durchfall empfohlen.

Kaffee, Fruchtsäfte, Limonaden, Alkohol und fettige Speisen reizen den Darm zusätzlich. Es kann daher besser sein, auf diese Lebensmittel und Getränke erstmal zu verzichten.

Welche Lebensmittel können bei Durchfall helfen? Salzgebäck, gezuckerter Tee, Zwieback, Bananen, Reis.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist es nicht nötig, akuten Durchfall besonders zu behandeln. Anders verhält es sich bei kleinen Kindern und älteren Menschen sowie bei starkem Durchfall. Hier ist es sinnvoll, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mit einer Rehydratationslösung (auch Elektrolyt-/Glukoselösungen genannt) wieder auszugleichen.

In der Apotheke oder Drogerie sind sie als Pulver erhältlich, das zu Hause in Wasser aufgelöst wird. Diese Lösung enthält Salze, Mineralstoffe und Traubenzucker.

Sollte eine Rehydratationslösung, zum Beispiel auf Reisen, nicht verfügbar sein, hilft auch ein Ersatz. Folgende Zutaten werden dafür in einen Liter abgepacktes oder abgekochtes Wasser gegeben und verrührt:

  • 4 Teelöffel Zucker
  • ¾ Teelöffel Kochsalz
  • ein Glas abgepackter Orangensaft

Um die Dauer des Durchfalls zu verkürzen, können ergänzend zur Flüssigkeitsaufnahme und anderen Behandlungen auch Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel mit probiotischen Mikroorganismen (Probiotika) helfen.

Abhängig von der Dauer und Schwere der Symptome kommen noch weitere Behandlungen infrage:

  • Medikamente wie Loperamid oder Racecadotril beruhigen den Darm. Sie können die Zahl der Toilettengänge verringern. Loperamid ist für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet und Racecadotril ist für Kinder verschreibungspflichtig.
  • Auch bestimmte Hefetabletten (Perenterol) werden manchmal empfohlen. Sie beschleunigen das Ausscheiden der Erreger und sollen die Wiederherstellung der natürlichen Darmflora unterstützen. Auch Kohletabletten sollen die Beschwerden lindern. Sie werden vor der Einnahme in Wasser aufgelöst. Es liegen allerdings keine aussagekräftigen Studien vor, die den Nutzen und Schaden dieser Behandlungsmöglichkeiten ausreichend belegen können. Hefetabletten sind für Schwerkranke oder Personen mit sehr geschwächtem Immunsystem nicht geeignet.
  • Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren. Sie helfen daher nur bei einer bakteriellen Darminfektion.

Was ist noch wichtig zu wissen?

Zu den meldepflichtigen Krankheiten gehören auch einige Magen-Darm-Infektionen. Das bedeutet, dass die Ärztin oder der Arzt das örtliche Gesundheitsamt benachrichtigen muss. Meldepflicht besteht zum Beispiel bei einer nachgewiesenen Infektion mit Noroviren oder Rotaviren, Salmonellen oder Campylobacter.

Generell meldepflichtig ist eine Magen-Darm-Infektion bei Kindern unter 6 Jahren, die in eine Gemeinschaftseinrichtung wie Kita oder Kindergarten gehen. Wenn beim Arztbesuch also eine Infektion festgestellt wird, muss die Ärztin oder der Arzt sie innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Erst wenn das erkrankte Kind 2 Tage keinen Durchfall mehr hatte, darf es wieder in die Kita. So lässt sich vermeiden, dass andere Kinder auch krank werden.

In Deutschland gibt es ein Infektionsschutzgesetz. Es soll dafür sorgen, dass übertragbaren Krankheiten vorgebeugt und eine Weiterverbreitung verhindert werden kann. Nach dem Gesetz dürfen Personen, die in Lebensmittelberufen arbeiten und bei denen der Verdacht auf eine Darminfektion besteht, die erkrankt sind oder Salmonellen haben, erst wieder arbeiten, wenn sich in drei untersuchten Stuhlproben keine Erreger mehr nachweisen lassen. Auch in den 4 bis 6 Wochen danach sollten sie sicherheitshalber besonders streng auf ihre Händehygiene am Arbeitsplatz achten.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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