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Krankheiten Jodmangel-Struma

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ICD-Codes: E01 Was sind ICD-Codes?

Bei einer Struma (Kropf) handelt es sich um eine vergrößerte Schilddrüse. Meistens ist ein Jodmangel die Ursache. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einer Jodmangel-Struma. Zur Vorbeugung und Behandlung reicht es oft aus, sich jodreich zu ernähren. Manchmal wird eine Jodmangel-Struma auch mit Medikamenten, selten mit einer Operation behandelt.

Auf einen Blick

  • Bei einem Kropf – medizinisch Struma genannt – ist die Schilddrüse vergrößert.
  • Die häufigste Ursache ist, dass man zu wenig Jod zu sich nimmt.
  • Oft wird die Vergrößerung gar nicht bemerkt, oder erst, wenn der Kropf bereits groß ist.
  • Ein Kropf ist meist harmlos.
  • Zur Vorbeugung und Behandlung reicht es oft aus, sich jodreich zu ernähren. Manchmal ist es nötig, zusätzlich Jod als Tabletten einzunehmen.
     

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Ein Arzt tastet die vergrößerte Schilddrüse einer jungen Frau ab. Ein Arzt tastet die vergrößerte Schilddrüse einer jungen Frau ab.

Was ist eine Jodmangel-Struma?

Die Schilddrüse liegt im vorderen Bereich des Halses unterhalb des Kehlkopfs. Sie ist eine lebenswichtige Hormondrüse. Sie spielt eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel, das Wachstum und die Reifung des Körpers und hilft dabei, zahlreiche Körperfunktionen zu regulieren.

Für die Bildung der Hormone braucht die Schilddrüse Jod. Dieses Spurenelement muss der Körper über die Nahrung aufnehmen: Es ist in verschiedenen Lebensmitteln, beispielsweise in Meeresfisch, Milchprodukten oder Eiern enthalten. 

Nimmt man zu wenig Jod auf, kann die Schilddrüse nicht mehr genügend Hormone bilden und reagiert darauf, indem sie die Anzahl hormonbildender Zellen vermehrt – sich also vergrößert. Fachleute sprechen dann von einer „Jodmangel-Struma“. Ist die Struma von außen gut zu erkennen, wird sie auch „Kropf“ genannt.

Eine Struma kann auch andere Ursachen haben – etwa Knoten in der Schilddrüse, Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen wie die Basedow-Krankheit (Morbus Basedow). Die Behandlung richtet sich danach, was die Vergrößerung ausgelöst hat.

Welche Symptome treten bei einer Jodmangel-Struma auf?

Die meisten Menschen mit einer Jodmangel-Struma bemerken nichts von der Vergrößerung der Schilddrüse, weil das Gewebe langsam über viele Jahrzehnte wächst. Wird sie jedoch nicht behandelt und wächst weiter, ist sie irgendwann am Hals sichtbar.

In diesem Stadium können Beschwerden auftreten, wenn die stark vergrößerte Drüse auf die Speiseröhre, den Kehlkopf oder die Luftröhre drückt. Dadurch kann es zu einem Kloßgefühl im Hals, Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Atembeschwerden kommen.

Wie entsteht ein Kropf?

Bei etwa 90 Prozent aller Menschen mit einer vergrößerten Schilddrüse ist Jodmangel die Ursache. Jod gehört zu den essenziellen Spurenelementen. Das heißt, der Körper kann es nicht selbst herstellen und muss es über die Nahrung aufnehmen.

Nimmt man über längere Zeit zu wenig Jod auf, kann eine normal große Schilddrüse daraus nicht genügend Hormone bilden und beginnt zu wachsen. So kann sie das vorhandene Jod besser nutzen und die Schilddrüsenhormone auf einem normalen Niveau halten. Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) treten bei der Jodmangel-Struma deshalb normalerweise nicht auf.

Die häufigste Ursache für einen Kropf ist Jodmangel.

In Mitteleuropa findet sich vergleichsweise wenig Jod in den Böden. Daher enthalten viele Pflanzen und tierische Lebensmittel natürlicherweise kaum Jod. Deutschland galt daher lange als „Jodmangelgebiet“. Durch die Anreicherung von Kochsalz mit Jod und die Herstellung von Lebensmitteln mit Jodsalz hat sich die Jodversorgung jedoch verbessert. 

Video Wie entsteht ein Kropf?

Erfahren Sie in diesem Video, wie ein Kropf entsteht.

Dieses und weitere Videos gibt es auch auf YouTube

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Es gelten die dort bekanntgegebenen Datenschutzhinweise.

Wie häufig kommt es zu einer Jodmangel-Struma?

Weltweit sind knapp zwei Milliarden Menschen von Jodmangel betroffen. 

In Deutschland sind sehr ausgeprägte Formen der Jodmangel-Struma inzwischen aber selten. Sie treten nur auf, wenn die Erkrankung nicht erkannt wird und man weiterhin zu wenig Jod zu sich nimmt. Irgendwann kann es dann dazu kommen, dass die vergrößerte Schilddrüse den Jodmangel nicht mehr ausgleichen kann und letztlich doch zu wenig Hormone produziert. Dann kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion. 

Wie lässt sich einem Jodmangel vorbeugen?

Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sowie Schwangere und Stillende haben einen hohen Bedarf an Jod. 

In Deutschland gibt es folgende Empfehlungen: 

  • bis 2-mal pro Woche Meeresfisch essen – also zum Beispiel Hering, Scholle oder Kabeljau
  • regelmäßig Milch, Milchprodukte und Eier zu sich nehmen
  • mit jodiertem Speisesalz würzen
  • beim Einkauf von gesalzenen Lebensmitteln wie Fertiggerichten, Wurst oder Brot darauf achten, dass Jodsalz verwendet wurde
Um einem Kropf vorzubeugen, empfiehlt es sich, jodreiche Lebensmittel auf den täglichen Speiseplan zu setzen.

Jodiertes Salz und Produkte mit Jodsalz zu verwenden, ist besonders für Menschen wichtig, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. 

Schwangere und Stillende sollten sich jodreich ernähren und zusätzlich 100 bis 150 Mikrogramm Jod pro Tag als Tabletten einnehmen. 

Dass man zu viel Jod zu sich nimmt, ist unwahrscheinlich – es sei denn, man isst größere Mengen stark jodhaltiger Lebensmittel aus Algen oder Seetang. Bei diesen Speisen sollte man entsprechende Hinweise zur Verzehrmenge auf der Packung beachten.

Wichtig zu wissen: Die Menge an Jod, mit der Salz angereichert werden darf, ist gesetzlich geregelt und so gewählt, dass keine Überversorgung zu erwarten ist. Auch Menschen mit bestehenden Erkrankungen der Schilddrüse müssen nicht auf Jodsalz verzichten. 

Wie wird eine Jodmangel-Struma diagnostiziert?

Eine Schilddrüsenvergrößerung lässt sich mithilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) gut erkennen. Dabei können Ärztinnen und Ärzte genau ausmessen, wie groß die Schilddrüse ist. Eine Jodmangel-Struma lässt sich manchmal auch am Hals ertasten oder in fortgeschrittenem Stadium von außen erkennen. Dann sind manchmal gestaute Blutgefäße am Hals sichtbar. Auch ein Pfeifton beim Einatmen kann auf eine Struma hindeuten.

Wurde eine Struma festgestellt, werden spezielle Bluttests gemacht. Sie zeigen, ob die Schilddrüse genug Hormone bildet. Um Hinweise zu bekommen, ob ein Jodmangel die Ursache sein könnte, fragt die Ärztin oder der Arzt nach den Ernährungsgewohnheiten.

Die Ursachen einer Struma sowie andere Erkrankungen der Schilddrüse lassen sich mit verschiedenen Tests feststellen. Vertiefende Informationen zu Schilddrüsenuntersuchungen finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wie behandelt man eine Jodmangel-Struma?

Meist ist ein Kropf (Struma) harmlos. Eine Behandlung der Struma hat das Ziel, die Schilddrüse wieder zu verkleinern oder zumindest einer weiteren Vergrößerung vorzubeugen. Dazu wird die Ursache behoben. Bei einer Jodmangel-Struma reicht es meist schon, dass man sich ausgewogen ernährt, regelmäßig jodhaltige Lebensmittel wie Fisch isst und jodiertes Speisesalz verwendet.

Bei ausgeprägtem Jodmangel kann es sinnvoll sein, Jod nach ärztlicher Rücksprache zusätzlich in Form von Kaliumjodid-Tabletten einzunehmen.

Gegebenenfalls erhält man eine Zeit lang eine Kombination aus Jod-Tabletten und dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin. Dadurch wird der Hormonspiegel im oberen Normalbereich gehalten. Das soll verhindern, dass die Schilddrüse dazu angeregt wird, weiter zu wachsen.

Manchmal reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus, um die Schilddrüse wieder auf Normalgröße zu verkleinern – etwa, wenn die Struma schon lange besteht und sich durch Bindegewebe verfestigt hat. Wer sich daran nicht stört, braucht nichts weiter zu unternehmen. Drückt die Struma aber zum Beispiel auf Luft- und Speiseröhre, kann ein operativer Eingriff nötig sein. Dabei wird die Schilddrüse meist größtenteils entfernt und nur ein Rest Schilddrüsengewebe belassen. Dieser Rest kann zwar noch Hormone produzieren, viele Betroffene müssen nach dem Eingriff aber dauerhaft zusätzlich Schilddrüsenhormone einnehmen.

  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Jodversorgung in Deutschland wieder rückläufig - Tipps für eine gute Jodversorgung. 2021. 
  • Jameson JL, Mandel SJ, Weetman AP. Disorders of the Thyreoid Gland. In: D. L. Kaspers, S. L. Hauser, J. L. Jameson et al (Ed). Harrison's Principles of Internal Medicine. McGraw-Hill Education; 2015. 
  • Katagiri R, Yuan X, Kobayashi S, Sasaki S. Effect of excess iodine intake on thyroid diseases in different populations: A systematic review and meta-analyses including observational studies. PLoS One 2017; 12(3): e0173722. 
  • National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Thyroid disease: assessment and management (NICE  Guidelines; No. 145). 2019. 
  • Santos JA, Christoforou A, Trieu K et al. Iodine fortification of foods and condiments, other than salt, for preventing iodine deficiency disorders. Cochrane Database Syst Rev 2019; (2): CD010734. 
  • World Health Organization (WHO). Goitre as a determinant of the prevalence and severity of iodine deficiency disorders in populations. 2014.
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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stand: 23.02.2026
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