Warzen

Warzen können an verschiedenen Körperstellen auftreten und unterschiedliche Formen haben. Es handelt sich um gutartige, aber oft sehr hartnäckige Wucherungen. Häufig stecken sich Kinder und Jugendliche damit beim Sport oder im Schwimmbad an. Verursacht werden Warzen durch Viren.

Auf einen Blick

  • Warzen sind gutartige Hautwucherungen.
  • In der Regel sind sie harmlos und verschwinden innerhalb von Wochen oder Monaten von selbst.
  • Warzen treten an unterschiedlichen Körperstellen auf und können verschiedene Formen haben.
  • Warzen werden durch Viren verursacht, sind ansteckend und weit verbreitet.
  • Viruswarzen können in jedem Alter auftreten, am häufigsten sind sie aber bei Kindern und Jugendlichen.
  • Es gibt verschiedene Behandlungen, die das Abheilen von Warzen beschleunigen können.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Warzen: Ein Mann sitzt auf einem Behandlungsstuhl in einer Praxis und streckt ein Bein nach vorne. Eine junge Frau, die einen weißen Kittel, Mundschutz und Medizinhandschuhe trägt, hält einen Fuß des Mannes fest und trägt Stickstoff auf eine Stelle auf.

Was sind Warzen?

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die an unterschiedlichen Körperstellen auftreten und verschiedene Formen haben können. Sie sind ansteckend, weit verbreitet und werden durch Viren verursacht. Fast jeder Mensch bekommt irgendwann in seinem Leben eine Warze. Kinder und Jugendliche sind am häufigsten betroffen. Viruswarzen können aber in jedem Alter auftreten.

Warzen sind meistens harmlos und verschwinden innerhalb von Wochen oder Monaten von selbst wieder. Da sie oft unansehnlich sind, können sie aber lästig sein und manchmal die Betroffenen auch psychisch belasten. Das Abheilen von Warzen lässt sich durch verschiedene Behandlungen beschleunigen. Es hilft aber nicht immer, Warzen zu behandeln.

Im Unterschied zu den Viruswarzen, die in diesem Text behandelt werden, sind sogenannte Alterswarzen nicht ansteckend. Auch Alterswarzen sind harmlos. Diese dauerhaften Hautveränderungen treten meistens bei älteren Menschen auf.

Welche Symptome weisen auf Warzen hin?

In der Regel verursachen Warzen keine Beschwerden. In manchen Fällen treten Juckreiz, Druck- oder Spannungsgefühle auf. Insbesondere Warzen an den Fußsohlen können auch mit Schmerzen verbunden sein. Bei einigen Warzen zeigen sich kleine bräunliche oder schwarze Pünktchen. Sie entstehen durch geronnenes Blut aus kleinen Blutgefäßen in der Haut. 

Warzen können entweder einzeln oder gehäuft auftreten. Gehäuft können sie auch größeren Hautfläche bedecken. Unterschieden wird vor allem zwischen diesen Warzentypen:

Dornwarzen

Sie entstehen überwiegend an den Fußsohlen oder Fersen und können relativ groß werden. Da auf den Fußsohlen das Körpergewicht lastet, wachsen sie nicht wie die anderen Warzen nach außen, sondern werden beim Stehen und Laufen nach innen gedrückt.

Gewöhnliche Warzen (vulgäre Warzen)

Sie lassen stecknadelkopf- bis erbsengroße Hautwölbungen entstehen, die verhornen und dadurch rau und schuppig werden. Gewöhnliche Warzen treten oft an den Fingern, den Nagelrändern, am Handrücken und an den Füßen auf.

Flachwarzen (Planwarzen)

Dabei handelt es sich um kleine, nur leicht erhöhte Warzen. Sie haben oft nur einen Durchmesser von wenigen Millimetern und sind manchmal leicht bräunlich gefärbt. Flachwarzen treten vor allem im Gesicht auf, besonders auf Stirn und Wangen. Aber auch die Unterarme und Hände sind häufiger betroffen.

Mosaikwarzen

Sie sind weiß und haben etwa die Größe eines Stecknadelkopfs. Mosaikwarzen befinden sich meistens an den Fußballen oder unter den Zehen. In manchen Fällen können sie sich aber auch großflächiger auf der ganzen Fußunterseite ausbreiten. Sie sind flacher als Dornwarzen und schmerzen beim Gehen nur selten.

Pinselwarzen (filiforme Warzen)

Diese Warzenart sieht fadenförmig, stachelartig oder fransig aus. Pinselwarzen entstehen häufig im Gesicht und werden daher oft als besonders störend empfunden.

Feigwarzen (Genitalwarzen oder Kondylome)

Sie zeigen sich als kleine, feste Knötchen mit unregelmäßiger Oberfläche. Feigwarzen befallen nur den Genitalbereich und sind sexuell übertragbar. Sie werden anders behandelt als die oben genannten Warzentypen.

Wie entstehen Warzen?

Warzen werden von bestimmten Viren verursacht: den sogenannten Humanen Papillomviren (HP-Viren, HPV). Von diesen Viren gibt es über 100 verschiedene Typen. Dringen sie durch kleine Verletzungen oder feine Risse in die Haut ein, regen sie an diesen Stellen die Zellvermehrung an: Es entsteht eine dickere Hornhaut, die dann als Warze hervorsteht.

Warzenviren werden vor allem durch direkten Hautkontakt übertragen, aber auch über Gegenstände wie Handtücher oder Rasierapparate. Bei feuchter, aufgeweichter oder verletzter Haut steigt das Ansteckungsrisiko.

Welche Faktoren fördern das Risiko für Warzen?

Warzenviren vermehren sich in der Haut. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem schafft es der Körper manchmal nicht, sie erfolgreich zu bekämpfen – bei ihnen ist das Risiko für Warzen daher höher. Andere Menschen bekommen sie häufiger, weil sie öfter mit Warzenviren in Kontakt kommen.

Ein höheres Risiko für Warzen haben unter anderem:

  • Menschen, die Fleisch verarbeiten, zum Beispiel im Schlachthaus oder als Metzger.
  • Kinder und Jugendliche, die häufig Gemeinschaftsduschen benutzen, etwa beim Sport oder im Schwimmbad.
  • Menschen, die Familienangehörige mit Warzen haben.
  • Schulkinder, in deren Klasse viele Mitschülerinnen und Mitschüler Warzen haben.
  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem: vor allem nach einer Organtransplantation oder bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder Aids.
  • Menschen mit atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis. Darunter versteht man allergische Erkrankungen, bei denen die Betroffenen überempfindlich auf ansonsten harmlose Umweltstoffe reagieren.

Wie häufig sind Warzen?

Bis zu 33 % der Kinder und Jugendlichen haben Warzen.

Warzen sind vor allem bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Studien zeigen, dass bis zu 33 Prozent der Kinder und Jugendlichen Warzen haben. Schätzungen zufolge sind sie bei Erwachsenen mit etwa 3 bis 5 Prozent deutlich seltener.

Wie entwickeln sich Warzen?

Für ansonsten gesunde Menschen sind Warzen fast immer harmlos. Bei ihnen baut der Körper in der Regel mit der Zeit eine Immunabwehr gegen die Warzenviren auf. Die Warzen verschwinden dann irgendwann von allein. Wie lange das dauert, hängt nicht nur vom Virus- und Warzentyp ab, sondern auch vom allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen.

Studien mit Schulkindern und Jugendlichen haben gezeigt, dass die Warzen bei ungefähr der Hälfte der Betroffenen nach einem Jahr wieder verschwunden waren. Nach zwei Jahren waren die Warzen bei 70 Prozent wieder weg. Studien zum Verlauf bei Erwachsenen gibt es nur sehr wenige.

Bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr können Warzen deutlich hartnäckiger sein.

Wie kann Warzen vorgebeugt werden?

Menschen, die Warzen haben, können dazu beitragen, andere vor einer Ansteckung zu schützen. Unter Umständen helfen die gleichen Maßnahmen auch, eine Ausbreitung der Warzen auf der eigenen Haut zu verhindern.

Die Ansteckungsgefahr für andere lässt sich zum Beispiel durch folgende Maßnahmen verringern:

  • die Warzen beim Schwimmen mit einem wasserfesten Pflaster abkleben.
  • Handtücher, Schuhe, Handschuhe und Socken nicht mit anderen teilen.
  • in Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen und Umkleidekabinen nicht barfuß laufen.
  • Warzen nicht anfassen.

Wer verhindern will, dass sich Warzen auf der eigenen Haut ausbreiten, sollte außerdem Folgendes beachten:

  • nicht an Warzen kratzen oder ziehen, damit sich die Viren nicht verteilen.
  • nach dem Anfassen einer Warze gründlich die Hände waschen.
  • die Füße trocken halten.
  • täglich die Socken wechseln.
  • keine Instrumente wie Bimssteine oder Feilen benutzen, wenn damit vorher eine Warze bearbeitet wurde.

Keine dieser Empfehlungen wurde in Studien geprüft. Es ist daher unklar, ob und wie gut diese Maßnahmen schützen. Warzenviren sind ziemlich ansteckend. Ein vollständiger Schutz dürfte deshalb schwierig sein.

Wie werden Warzen behandelt?

Behandlung von Warzen: Vereisung mit flüssigem Stickstoff, Auflösung verhornter Haut mit Lösungen von Salicylsäure.

Es ist nicht zwingend erforderlich, eine Warze zu behandeln: Meistens verschwindet sie innerhalb von einigen Wochen oder Monaten von selbst. In manchen Fällen kann es aber auch Jahre dauern. Viele Menschen empfinden Warzen allerdings als unansehnlich oder störend. Sie möchten sie deshalb schnellstmöglich wieder loswerden und versuchen es mit einer Behandlung.

Warzen werden hauptsächlich auf zwei Wegen behandelt:

  • Lösungen mit Salicylsäure: Diese Lösungen werden für einige Wochen mehrmals täglich auf die Warze aufgetragen. Die verhornte Haut soll sich so allmählich auflösen. Die meisten Mittel dieser Art sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
  • Vereisung: Bei einer Vereisung wird extrem kalter flüssiger Stickstoff auf eine Warze aufgetragen, meistens von einer Hautärztin oder einem Hautarzt. Die Kälte zerstört die Zellen in der oberen Hautschicht. Die Warze muss mehrmals vereist werden – im Abstand von mindestens einer Woche. Bei der Vereisung kann ein kurzer, stechender Schmerz auftreten. Nach der Behandlung rötet sich die Haut oft und schwillt an. In manchen Fällen bildet sich auch eine Blase.

Grundsätzlich sind beide Behandlungen wirksam. Sie können aber nicht jede Warze beseitigen. Zudem können immer Viren zurückbleiben, die dann eine neue Warze verursachen.

Wichtig zu wissen: Warzen werden auch noch mit anderen Methoden behandelt. Viele davon sind aber noch nicht gut untersucht.

Menschen mit bestimmten Gesundheitsrisiken wie Nervenschäden an den Füßen (etwa durch einen Diabetes) sollten sich vor einer Warzenbehandlung ärztlich untersuchen lassen. Schwangeren oder stillenden Frauen wird vorsichtshalber von einer Behandlung abgeraten.

Vertiefende Informationen, etwa dazu, wie Warzen behandelt werden können, lesen Sie unter gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?