Dellwarzen

Dellwarzen sind meist harmlose, aber ansteckende kleine Hautknötchen, die aussehen wie „echte“ Warzen. Die Erkrankung wird von Viren verursacht; die Knötchen heilen meist innerhalb einiger Monate von allein ab.

Auf einen Blick

  • Dellwarzen sind warzenähnliche stecknadelkopfgroße Hautknötchen, die meist einzeln oder in kleinen Gruppen an verschiedenen Körperstellen entstehen können.
  • Sie kommen häufig bei Kindern und Jugendlichen vor, seltener bei Erwachsenen.
  • Der Auslöser ist eine Virusinfektion der Haut.
  • Die meist harmlose Infektion wird durch direkten Kontakt übertragen, zum Beispiel beim Spielen, aber auch durch gemeinsam benutzte Gegenstände.
  • Oft verschwinden die Dellwarzen innerhalb von 6 bis 12 Monaten von selbst. Eine Behandlung ist in der Regel nicht nötig.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Eine Ärztin untersucht den linken Arm eines Jungen, um festzustellen, ob er Dellwarzen hat.

Was sind Dellwarzen?

Dellwarzen werden auch als Mollusca contagiosa oder Mollusken bezeichnet. Die warzenähnlichen Hautknötchen entstehen durch eine Infektion der Haut mit dem Molluscum-contagiosum-Virus. Sie sind keine „echten“ Warzen – diese werden durch Humane Papillomviren (HPV) verursacht.

Typischerweise treten Dellwarzen einzeln oder in kleinen Gruppen auf. Sie sind stecknadelkopfgroß und haben eine kleine Delle in der Mitte. Aus dieser kann eine breiige infektiöse Flüssigkeit austreten.

Eine Infektion mit Dellwarzen ist in der Regel harmlos.

Woran lassen sich Dellwarzen erkennen?

Dellwarzen sind feste weiße, rosa- oder fleischfarbene Knötchen mit einer glänzenden Oberfläche. In der Mitte der Knötchen befindet sich eine weißlich-gelbe Delle.

Meistens verursachen die Dellwarzen keine Beschwerden, manchmal können sie jedoch jucken. Es kann auch vorkommen, dass die Haut um die Dellwarzen entzündet und gerötet ist oder dass einzelne Dellwarzen geschwollen und gerötet sind.

Meistens verursachen die Dellwarzen keine Beschwerden, manchmal können sie jedoch jucken.

Kinder bekommen die Knötchen gewöhnlich am Rumpf, an den Armen und Beinen, auf dem Kopf und im Nacken. Normalerweise sind es insgesamt weniger als 30 Knötchen.

Bei Erwachsenen sind meistens der Genitalbereich, die inneren Oberschenkel und der untere Bauch betroffen.

Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem – etwa aufgrund einer Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) – können die Dellwarzen sehr groß werden und sich großflächig ausbreiten.

Wie bekommt man Dellwarzen?

Das Molluscum-contagiosum-Virus, der Erreger der Dellwarzen, wird gewöhnlich durch direkten Hautkontakt übertragen.

Man kann sich aber auch über Gegenstände anstecken, beispielsweise durch ein gemeinsam benutztes Handtuch. Das Virus dringt über kleine Verletzungen in die Haut ein und ein paar Tage bis 6 Wochen später bilden sich die Dellwarzen.

Kinder infizieren sich zum Beispiel beim Spielen und vermutlich auch häufig im Schwimmbad. Dellwarzen werden deshalb auch als Schwimmbad- oder Wasserwarzen bezeichnet.

Junge Erwachsene stecken sich meistens durch sexuellen Kontakt an.

Welche Faktoren begünstigen Dellwarzen?

Enger Körperkontakt oder sexueller Kontakt mit Menschen, die Dellwarzen haben, erhöhen das Risiko sich anzustecken.

Enger Körperkontakt mit Menschen, die Dellwarzen haben, erhöht das Risiko sich anzustecken.

Menschen, deren Immunsystem durch eine HIV-Infektion, eine andere Erkrankung oder die Einnahme bestimmter Medikamente geschwächt ist, sind ebenfalls anfälliger für eine Infektion mit den Dellwarzen-Erregern.

Auch eine allergische Hauterkrankung begünstigt möglicherweise eine Infektion.

Das Schwimmen in Pools kann vermutlich die Übertragung von Dellwarzen fördern.

Wie häufig kommt es zu Dellwarzen?

Dellwarzen kommen bei Kindern oft vor. Es wird vermutet, dass 5 bis 12 Prozent der Kinder Dellwarzen haben.

Aber auch Jugendliche und Erwachsene können sich mit Dellwarzen anstecken.

Heilen Dellwarzen von selbst?

Die einzelnen Hautknötchen heilen üblicherweise innerhalb von 2 Monaten von selbst. Es können jedoch immer wieder neue entstehen, bis nach 6 bis 12 Monaten alle Dellwarzen verschwunden sind. Manchmal kann es aber auch mehrere Jahre dauern, bis die Dellwarzen weg sind.

Eine Entzündungsreaktion mit einer Rötung und Schwellung der Haut kann ein Zeichen dafür sein, dass die Dellwarzen abheilen – meistens ohne Narbe. Es kann jedoch vorkommen, dass eine Narbe zurückbleibt.

Wie werden Dellwarzen festgestellt?

Die Ärztin oder der Arzt erkennt die Dellwarzen am typischen Erscheinungsbild.

Selten wird zusätzlich eine Gewebeprobe genommen, um die Hautveränderung unter dem Mikroskop genauer zu beurteilen und andere Erkrankungen auszuschließen.

Wie kann man Dellwarzen behandeln?

Im Allgemeinen wird abgewartet, bis Dellwarzen von selbst abheilen. Studien haben gezeigt, dass eine Behandlung nicht immer wirksam ist und Nebenwirkungen wie Entzündungen oder Narben auftreten können.

Daher kommt eine Therapie meist nur infrage bei starken Symptomen, aus kosmetischen Gründen oder um eine Ausbreitung auf andere Körperregionen zu verhindern.

Bei Dellwarzen im Genitalbereich ist eine Behandlung sinnvoll, um eine Ansteckung von Sexualpartnerinnen oder Sexualpartnern zu vermeiden.

Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ist es wichtig, Dellwarzen frühzeitig behandeln zu lassen, da bei ihnen schwere Verläufe möglich sind.

Ärztinnen und Ärzte behandeln Dellwarzen auf verschiedene Weise. Bei Kindern kommen die Entfernung mit einem scharfen Löffel, die Vereisung (Kryotherapie) oder Wirkstoffe zur äußerlichen Anwendung infrage. Nutzen und Risiken sollten jedoch vorher abgewogen werden.

Der scharfe Löffel ist ein spezielles Instrument, mit dem man die Dellwarzen abträgt. Die betroffenen Stellen können vorher örtlich betäubt werden.

Bei der Vereisung wird ein Wattestäbchen mit flüssigem Stickstoff für einige Sekunden an die Dellwarze gehalten. Der flüssige Stickstoff hat eine Temperatur von minus 196 Grad. Durch die extreme Kälte stirbt das Warzengewebe ab.

Dellwarzen im Genitalbereich lassen sich zum Beispiel mit einer Kryotherapie oder Podophyllotoxin-Lösung behandeln – einem pflanzlichen Arzneimittel, das auch bei der Behandlung von Feigwarzen im Genitalbereich Anwendung findet.

Daneben gibt es verschiedene andere Lösungen oder Salben, die man auf die Dellwarzen auftragen kann, um eine örtliche Entzündungsreaktion der Haut hervorzurufen. Dies soll die Heilung beschleunigen. Die Wirksamkeit ist aber oft nicht belegt.

Was kann ich im Alltag gegen Dellwarzen tun?

Um den Heilungsprozess zu fördern, hilft es, an den betroffenen Hautstellen nicht zu pulen. Auch sollte man die Warzen nicht aufkratzen. Sonst kann es passieren, dass der infektiöse Inhalt freigesetzt wird und man die Infektion auf andere Hautregionen überträgt.

Beim Schwimmen lassen sich die Hautstellen mit einer wasserdichten Bandage schützen. Das gilt zum Beispiel auch bei Sport mit Körperkontakt oder mit Gymnastikmatten. Sollten sich die Hautstellen nicht abdecken lassen, ist es ratsam, so lange auf solche Sportarten zu verzichten, bis die Dellwarzen abgeheilt sind.

Damit minimiert man auch das Risiko, die Erreger der Dellwarzen auf andere Menschen zu übertragen. Auch sollte man keine Handtücher oder Gegenstände wie Spielzeug gemeinsam benutzen und auf ein gemeinsames Bad mit den Kindern verzichten. Die Kinder können aber weiterhin normal in den Kindergarten oder in die Schule gehen.

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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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