Alkoholische Fettleber

Eine alkoholische Fettleber ist eine häufige Erkrankung bei Menschen, die regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken. Meistens merken sie nichts davon. Lesen Sie hier, warum der zunächst harmlose Befund ernst genommen werden sollte.

Auf einen Blick

  • Eine alkoholische Fettleber ist zunächst ungefährlich, kann aber eine Vorstufe einer ernsthaften Leberzirrhose sein – also einer stark vernarbten Leber.
  • Eine alkoholische Fettleber ist meistens nicht spürbar.
  • Neben starkem und regelmäßigem Alkoholkonsum gibt es weitere Risikofaktoren wie Übergewicht.
  • Etwa 90 Prozent der Menschen, die regelmäßig viel Alkohol konsumieren, entwickeln eine Fettleber.
  • Bei Verzicht auf Alkohol kann sich die Fettleber wieder zurückbilden. 

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Eine Bierflasche wird mit einem Flaschenöffner geöffnet.

Was ist eine alkoholische Fettleber?

Bei einer alkoholischen Fettleber wird vermehrt Fett in Leberzellen eingelagert. Ursache dafür ist ein starker und regelmäßiger Alkoholkonsum. Eine Fettleber ist zwar zunächst harmlos, kann sich aber zu ernsteren Erkrankungen wie einer Fettleberentzündung (Steatohepatitis) oder einer Leberzirrhose entwickeln. 

Solange noch keine Schäden eingetreten sind, kann sich durch den Verzicht auf Alkohol die alkoholische Fettleber von allein zurückbilden. Wenn zusätzlich eine Alkoholabhängigkeit besteht, sollte diese behandelt werden.

Welche Symptome treten bei einer alkoholischen Fettleber auf?

Viele Menschen mit einer alkoholischen Fettleber merken nichts von der Erkrankung. Bei einigen treten jedoch Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen auf. 

Welche Ursachen hat eine alkoholische Fettleber

Alkohol wird in der Leber abgebaut. Große Mengen Alkohol können die Leberfunktion beeinträchtigen und Zellen zerstören oder verändern. Außerdem entstehen beim Abbau des Alkohols Fettsäuren, die in der Leber gespeichert werden. Konsumiert man regelmäßig viel Alkohol, kann die Leber deshalb verfetten.

Große Mengen Alkohol können die Leberfunktion beeinträchtigen und Zellen zerstören oder verändern.

Auch Rauschtrinken erhöht das Risiko für eine Fettleber. Damit ist gemeint, dass in kurzer Zeit große Mengen Alkohol getrunken werden – für Männer sind das etwa 1,25 Liter Bier oder 0,6 Liter Wein, für Frauen 1 Liter Bier oder 0,5 Liter Wein.

Welche Faktoren begünstigen eine alkoholische Fettleber?

Zusätzlich zum übermäßigem Alkoholkonsum erhöhen folgende Faktoren das Risiko für eine Fettleber: 

Zudem bildet sich bei Frauen schneller eine Fettleber als bei Männern. 

Interessant zu wissen: Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen ist das Risiko alkoholbedingter Erkrankungen nachweislich erhöht, wenn Frauen täglich mehr als 12 Gramm reinen Alkohol trinken und Männer mehr als 24 Gramm. Eine Menge von 12 Gramm Alkohol enthält beispielsweise ein kleines Bier (0,3 Liter) oder ein kleines Glas Wein (0,125 Liter). 

Wie häufig ist eine alkoholische Fettleber?

Da die Erkrankung fast immer ohne Symptome verläuft, gibt es zu ihrer Häufigkeit keine genauen Zahlen. Allerdings legen Studien nahe, dass etwa 90 Prozent derjenigen, die über einen längeren Zeitraum viel Alkohol konsumieren, eine Fettleber entwickeln. Das können zum Beispiel auf einen Mann bezogen zwei Flaschen Bier und mehr pro Tag sein.

Wie verläuft eine alkoholische Fettleber?

Wenn bei einer Fettleber komplett auf Alkohol verzichtet wird, bildet sich die Veränderung der Leber schnell zurück.

Eine alkoholische Fettleber ist die mildeste Form alkoholbedingter Lebererkrankungen. Mit ihr erhöht sich das Risiko, eine Fettleberentzündung und im weiteren Verlauf eine Leberzirrhose zu entwickeln – eine schwere Erkrankung, die tödlich enden kann.

Wie wird eine alkoholische Fettleber festgestellt?

Verschiedene Befunde können auf eine alkoholbedingte Fettlebererkrankung hindeuten. Dazu gehören:

  • eine tastbare vergrößerte Leber
  • ein erhöhter Wert eines bestimmten Leberenzyms im Blut

Ein begründeter Verdacht auf eine Fettleber lässt sich meist mit bildgebenden Verfahren wie einer Ultraschalluntersuchung überprüfen. Eine Biopsie, also eine Entnahme von Gewebe, ist selten nötig.

Um eine alkoholische von einer nicht alkoholischen Fettleber klar zu unterscheiden, machen sich Ärztinnen und Ärzte zudem ein genaues Bild vom individuellen Alkoholkonsum.

Wie kann man eine alkoholische Fettleber behandeln?

Eine alkoholische Fettleber lässt sich nur durch Alkoholverzicht behandeln. Bei einem kompletten Verzicht ist eine vollständige Erholung möglich.

Eine alkoholische Fettleber lässt sich nur durch Alkoholverzicht behandeln. Bei einem kompletten Verzicht ist eine vollständige Erholung möglich.

Wenn neben der Fettleber auch eine Alkoholerkrankung festgestellt wurde, sollte diese unbedingt behandelt werden. 

Da nach starkem Alkoholkonsum häufig auch ein Nährstoffmangel vorliegt, wird empfohlen, auf eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung zu achten.

Wo finde ich Hilfe bei Alkoholproblemen?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert auf ihrer Website kenn-dein-limit.de umfassend zum Umgang mit Alkohol und Möglichkeiten der Selbsthilfe. Wer herausfinden möchte, ob er zu viel Alkohol konsumiert, kann einen Selbsttest machen.

Ausführliche Informationen, was man als Angehöriger eines Menschen mit Alkoholproblemen tun kann, finden Sie auf gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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