Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) löst sehr starke Schmerzen aus, die ganz plötzlich auftreten. Oft sind Gallensteine der Auslöser.

Auf einen Blick

  • Meist treten plötzlich Schmerzen im Oberbauch auf, die so stark sind, dass Betroffene in der Regel sofort einen Arzt aufsuchen.
  • Gallensteine und starker Alkoholkonsum sind die häufigsten Ursachen für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
  • Bei den meisten Patienten ist die akute Entzündung nach 1 bis 2 Wochen überstanden.
  • Jährlich werden etwa 56.000 Menschen aufgrund einer akuten Pankreatitis im Krankenhaus behandelt.
  • Die Sterberate der Menschen, die an akuter Entzündung der Bauchspeicheldrüse erkranken, liegt bei etwa 3 Prozent.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Bauchspeicheldrüsenentzündung: Ein Arzt umschließ mit beiden Händen die Hand eines Patienten.

Was ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse?

Anzeichen einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis) sind plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen. Die häufigsten Ursachen sind Gallensteine und starker Alkoholkonsum.

Eine Pankreatitis wird im Krankenhaus behandelt, da sie bei einem schweren Verlauf auch zum Tod führen kann.

Pankreatitis: Ein Mann im Laborkittel hält einen Kugelschreiber in der Hand. Mit dessen Spitze zeigt der Mann auf ein anatomisches Modell der menschlichen Bauchspeicheldrüse, das er in der anderen Hand hält.

Bei den meisten Menschen ist die akute Entzündung nach ein bis 2 Wochen überstanden. Falls es zu Komplikationen und Folgeerkrankungen kommt, kann die Behandlung mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Welche Symptome gibt es bei einer akuten Pankreatitis?

Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung führt fast immer zu heftigen Schmerzen im Oberbauch, die auch bis in den Rücken ausstrahlen können. Hinzu kommen meist Übelkeit und Erbrechen, oft auch Fieber, Kreislaufprobleme und ein aufgeblähter Bauch.

Die plötzlichen Schmerzen sind so stark, dass die meisten Betroffenen sofort einen Arzt aufsuchen. Normalerweise werden sie dann noch am gleichen Tag ins Krankenhaus eingeliefert.

Was sind die häufigsten Ursachen für eine akute Pankreatitis?

Meistens wird eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Gallensteine ausgelöst. Die Bauchspeicheldrüse produziert einen Verdauungssaft, der durch einen Gang in den Zwölffingerdarm fließt. Dieser sogenannte Pankreasgang verbindet sich kurz vor dem Darm mit dem Gallengang. Wenn Gallensteine diese gemeinsame Mündung blockieren, können sich Galle und Pankreassaft stauen. Experten gehen davon aus, dass dieser Rückstau zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse führt. 

Die zweithäufigste Ursache ist starker Alkoholkonsum. Dieser Zusammenhang wurde bereits durch verschiedene Studien bestätigt. Wie Alkohol eine Pankreatitis auslöst, ist allerdings noch nicht genau geklärt.

Mögliche Ursachen für eine entzündete Bauchspeicheldrüse sind Gallensteine, starker Alkoholkonsum, Medikamente und eine Virusinfektion.

Auch bestimmte Medikamente oder eine Virusinfektion können zu einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Andere begünstigende Faktoren sind beispielsweise Verengungen im Gallengang sowie erhöhte Werte bestimmter Fette (Triglyzeride) oder von Kalzium im Blut.

Bei bis zu 10 Prozent der Erkrankten kann die Ursache nicht sicher bestimmt werden.

Wie häufig kommt es zu einer akuten Pankreatitis?

Pro Jahr werden hierzulande etwa 56.000 Menschen mit akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung im Krankenhaus behandelt. Das entspricht ungefähr 70 von 100.000 Einwohnern.

Etwa 56.000 Menschen werden pro Jahr mit akuter Pankreatitis im Krankenhaus behandelt.

Die meisten Erkrankten sind älter als 45, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Wie verläuft eine Pankreatitis?

Der Verlauf der Erkrankung hängt davon ab, wie stark die Entzündung fortgeschritten ist und wie sehr sie das Drüsengewebe angreift. Etwa 80 Prozent der Behandelten haben die Krankheit nach etwa ein bis 2 Wochen überstanden. 

Bei ungefähr 20 Prozent treten ernsthafte Folgeerkrankungen auf. In diesem Fall kann die vollständige Gesundung mehrere Wochen oder Monate dauern. Insgesamt sterben etwa 3 Prozent der Erkrankten an Komplikationen. 

Wurde die Krankheit durch Gallensteine ausgelöst, kommt es häufig zu Rückfällen. Um dies zu verhindern, kann die Gallenblase entfernt werden. 

Wie wird eine akute Pankreatitis diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, wird zuerst der Bauch abgetastet. Die Ärztin oder der Arzt fragt zudem nach Risikofaktoren wie der Einnahme von Medikamenten, Alkoholkonsum und Hinweisen auf Gallensteine, wie krampfartige Oberbauchschmerzen (Koliken). Meist wird auch Blut abgenommen und ein Ultraschall durchgeführt.

In der Blutprobe wird unter anderem der Gehalt des Enzyms Lipase bestimmt. Es wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und wandert im Normalfall in den Darm. Wenn deutlich mehr Lipase im Blut auftritt als üblich, deutet das auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse hin. Andere Blutwerte können auf einen Gallenstau hinweisen.

Wichtig zu wissen: Manchmal sind weitere Untersuchungen nötig. Um den Verlauf beurteilen zu können und Komplikationen zu erkennen, hilft beispielsweise eine Computertomografie. Gallengänge und Gallensteine können außerdem mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) sichtbar gemacht werden.

Einige Krankheiten verursachen ähnliche Beschwerden wie eine Pankreatitis. Dazu gehören ein Herzinfarkt, eine entzündete Gallenblase und ein Magendurchbruch aufgrund eines Geschwürs.

Im Ultraschall ist meist bereits erkennbar, ob sich die Bauchspeicheldrüse durch eine Entzündung verändert hat. Auch Gallensteine sind oft im Ultraschall sichtbar.

Wenn sich der Verdacht auf eine akute Pankreatitis bestätigt, wird noch am selben Tag ins Krankenhaus überwiesen.

Wichtig zu wissen: Eine weitere Möglichkeit, um Steine im Gallengang zu finden, ist die Endoskopie. Dabei wird ein Endoskop durch die Speiseröhre bis in den Zwölffingerdarm eingeführt (endoskopischer Ultraschall). Eine „endoskopisch-retrograde Cholangiografie“ (ERC) kann erforderlich sein, um eine Pankreatitis zu erkennen, die durch Gallensteine entstanden ist oder mit einer Entzündung des Gallengangs einhergeht. 

Wie wird eine akute Pankreatitis behandelt?

Die Ursachen der Bauchspeicheldrüsenentzündung können nicht behandelt werden. Im Vordergrund der Behandlung stehen zunächst Maßnahmen, die die Symptome verringern und die Bauchspeicheldrüse entlasten.

Da eine akute Pankreatitis zu Flüssigkeitsmangel führen kann, wird über einen Tropf zunächst eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sichergestellt. Zur Linderung von Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen werden Medikamente eingesetzt. Gegen die Schmerzen sind oft starke Medikamente wie Opioide nötig, die schläfrig oder benommen machen können.

Um die Erholung der Bauchspeicheldrüse sicherzustellen, wird auf feste Nahrung verzichtet, bis man sich etwas erholt hat und wieder Appetit verspürt. Bei einer leichten Pankreatitis ist es oft schon nach 2 Tagen möglich, wieder etwas zu essen. Wenn die Beschwerden länger andauern, kann eine künstliche Ernährung nötig werden, um den Körper ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen.

Weitere Informationen zu der Behandlung einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung lesen Sie auf der Seite gesundheitsinformation.de.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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