Denguefieber

Das Denguefieber ist ursprünglich eine Tropenkrankheit, die durch eine Stechmücke übertragen wird. Typisch sind grippeartige Beschwerden und – abhängig von den Beschwerden – eine langwierige Genesung. Reisende sollten sich über die Ausbreitungssituation im Zielland informieren und sich mit geeigneten Maßnahmen schützen.

Auf einen Blick

  • Das Denguefieber ist eine Infektionskrankheit, die vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet ist.
  • Das ursächliche Dengue-Virus wird durch die Aedes-Mücke übertragen.
  • In der Regel treten grippeartige Symptome auf, die vollständige Erholung kann lange dauern.
  • Bei schwerem Verlauf kann die Krankheit zu Blutungen und lebensgefährlichem Kreislaufversagen führen.
  • Reisende sollten sich gut informieren und schützen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Denguefieber: Auf der Hand eines Mannes sitzt eine Stechmücke.

Was ist das Denguefieber?

Denguefieber ist eine von der Aedes-Stechmücke übertragene Viruserkrankung. Sie tritt vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten Asiens, Lateinamerikas und Afrikas auf. Das Denguefieber betrifft also warme Länder in der Nähe des Äquators sowie in den warm-gemäßigten Zonen ungefähr zwischen 25 und 40 Grad nördlicher sowie südlicher Breite. Es breitet sich aber nach Norden aus: So gab es auch in Europa Erkrankungsfälle, etwa in Portugal, Frankreich oder Italien.

Denguefieber tritt vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten Asiens, Lateinamerikas und Afrikas auf.

3 Milliarden Menschen in über 100 Ländern leben in Dengue-Risikogebieten. Es wird geschätzt, dass sich jährlich weltweit etwa 400 Millionen mit dem Virus infizieren.

Falls Sie beabsichtigen, in ein Dengue-Risikogebiet zu reisen, sollten Sie sich vorab über geeignete Schutzmaßnahmen informieren (siehe Abschnitt zum Thema Vorbeugung).

Auf dem Internetportal des Auswärtigen Amts stehen ausführliche Informationen über aktuelle Gesundheitsrisiken und geeignete Vorbeugungsmaßnahmen für verschiedene Länder zur Verfügung.

Sie finden dort auch ein Merkblatt zu Denguefieber.

Welche Symptome treten bei Denguefieber auf?

Die Krankheit kann leicht oder schwer verlaufen:

Unkomplizierter Verlauf

Die Infektion mit dem Virus verursacht im Regelfall grippeähnliche Symptome. Dazu gehören hohes Fieber, Schüttelfrost sowie in einigen Fällen starke Kopf-, Knochen- und Gliederschmerzen. Auch Übelkeit und Erbrechen sind möglich. Nach einer kurzen fieberfreien Phase steigt das Fieber wieder an und es kann sich ein Hautausschlag bilden, der ähnlich aussieht wie bei Masern.

Bei den meisten Patienten klingen die Beschwerden nach 3 bis 7 Tagen wieder ab. Oft dauert es aber Wochen, bis sie sich wieder richtig gesund fühlen.

Nach der Genesung sind die Patienten gegen das auslösende Virus immun, können also nicht wieder damit infiziert werden. Zu beachten ist jedoch, dass es insgesamt vier verschiedene Varianten des Virus gibt und man keine Kreuzimmunität erwirbt.

Von der Infektion bis zum Auftreten von Symptomen können zwischen 3 und 14 Tagen vergehen (Inkubationszeit).

Schwerer Verlauf

Bei ungefähr 2 bis 4 Prozent der Infizierten nimmt die Krankheit einen schweren Verlauf. Betroffen sind überwiegend einheimische Kinder der Risikogebiete. Man spricht dann vom Dengue-Hämorrhagischen Fieber (DHF). „Hämorrhagisch“ bedeutet, dass Blutungen auftreten. Die Verschlechterung beginnt nach etwa 5 Tagen mit Unruhe, Angst, kaltem Schweiß und Herzrasen. Die Blutgefäße werden durchlässiger und es kommt zu einer Störung der Blutgerinnung.

Dies führt dazu, dass Lunge, Leber, Nieren und Darm schlecht durchblutet werden, später auch Herz und Gehirn. Schließlich kommt es zum Kreislaufversagen. Man spricht in dieser Situation auch vom Dengue-Schock-Syndrom. Unbehandelt kann die Krankheit in dieser gefährlichen Ausprägung zum Tod führen. Mit intensivmedizinischer Behandlung werden die Überlebensraten gesteigert.

Welche Ursachen hat das Denguefieber?

Dengue-Viren werden von der vorwiegend tagaktiven Aedes-Mücke übertragen. Man unterscheidet vier verschiedene Virus-Varianten. Nach einer überstandenen Infektion mit einer der vier Virus-Varianten sind Patienten vermutlich lebenslang gegen diese Variante immun. Zusätzlich wurde eine Immunität gegen die anderen Varianten beschrieben – diese allerdings nur für etwa ein bis 2 Jahre.

Wichtig zu wissen: Da es vier verschiedene Virus-Subtypen gibt, kann man maximal vier Mal am Denguefieber erkranken. Bei einer Zweitinfektion besteht ein geringfügig erhöhtes Risiko, schwerer an Denguefieber zu erkranken als beim ersten Mal.

Man geht davon aus, dass die Antikörper, die sich nach der erstmaligen Erkrankung im Körper gebildet haben, bei Neuinfektion mit einer anderen Dengue-Variante die Ausprägung der Symptome verstärken können.

Was sind Infektionskrankheiten?

Im folgenden Video erfahren Sie, wann Mediziner von einer Infektionskrankheit sprechen, durch welche Erreger Infektionskrankheiten ausgelöst und wie sie übertragen werden.

Welche Risikofaktoren sind bekannt?

Das Risiko für Reisende, an Denguefieber zu erkranken, ist von mehreren Faktoren abhängig.

Dazu gehören:

  • das Reiseland
  • die Reisedauer
  • die Saison
  • durchgeführte Mückenschutz-Maßnahmen
  • die aktuelle Dengue-Aktivität vor Ort (etwa erhöhte Fallzahlen)
  • eine bereits in der Vergangenheit durchgemachte Dengue-Virus-Infektion

Reisende sollten sich in jedem Fall über die Situation ihres Zielgebiets informieren und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen (siehe Abschnitt zur Vorbeugung).

Wie häufig tritt Denguefieber auf?

Schätzungen zufolge infizieren sich weltweit jährlich etwa 400 Millionen Menschen mit dem Virus. Beobachtungen über längere Zeiträume zeigen einen starken Anstieg der Erkrankung: Dengue-Infektionen sind heute 15-mal häufiger als vor 20 Jahren. Die Anzahl der Todesfälle hat sich vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2015 vervierfacht. Diese Entwicklung könnte damit zusammenhängen, dass das Bewusstsein für die Erkrankung gestiegen ist und mehr Fälle gemeldet werden. Als weitere mögliche Ursachen werden die zunehmende Bevölkerungsdichte in Ballungsräumen, der Klimawandel sowie die zunehmende Verbreitung der Überträgermücken diskutiert.

Mehr als 90 Prozent der Infizierten sind Kinder. Sie haben zugleich das höchste Risiko für schwere bis tödliche Verläufe.

In Deutschland werden pro Jahr 600 bis 800 Fälle von reisebedingtem Denguefieber gemeldet. Die Hauptinfektionsländer für deutsche Patientinnen und Patienten sind beliebte Reiseländer in Süd- und Südostasien, wie beispielsweise Thailand, aber auch Süd- und Mittelamerika.

Im ersten Halbjahr 2019 wurden 634 Denguefieber-Erkrankungen an das Robert Koch-Institut übermittelt. Diese Zahl war deutlich höher als im Vorjahr. Thailand war mit 43 Prozent das mit Abstand am häufigsten angegebene Infektionsland, gefolgt von Indonesien (11 Prozent), Sri Lanka und Brasilien (je 4 Prozent) sowie Kambodscha, Vietnam, Kuba, Mexiko und den Philippinen (je 3 Prozent).

Wie können sich Reisende gegen Denguefieber schützen?

Besonders die Haut muss geschützt werden. Weitere Vorkehrungen sollten in der Unterkunft getroffen werden.

Denguefieber kann durch verschiedene Maßnahmen vorgebeugt werden: Moskitonetze mit Insektizid, Klimaanlagen, helle und feste Kleidung, lange Ärmel und Insektenspray.

Schutz des Körpers

Die wichtigste Maßnahme für Reisende ist der konsequente Mückenschutz des ganzen Körpers. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Mückenschutzmittel für die Haut, welche die Wirkstoffe DEET (Diethyltoluamid) oder Icaridin enthalten.

Empfohlen wird helle, feste und langärmelige Kleidung, die zudem möglichst mit Anti-Insektenspray imprägniert werden sollte, da die Aedes-Mücken auch durch Stoff hindurch stechen können. Dieser Schutz ist vor allem am Tag sehr wichtig, da die Dengue-übertragenden Mücken tagaktiv sind. Allerdings können die Mücken bei künstlichem Licht auch am Abend und in der Nacht aktiv sein.

Schutz der Unterkunft

Für die Übernachtung sollten unbedingt mit Insektizid behandelte Moskitonetze benutzt werden. Auch Klimaanlagen können das Risiko verringern, gestochen zu werden.

Auf dem Internetportal des Auswärtigen Amts stehen ausführliche Informationen über aktuelle Gesundheitsrisiken und geeignete Vorbeugungsmaßnahmen für verschiedene Länder zur Verfügung.

Impfung

Seit Oktober 2018 gibt es einen Impfstoff, der sich gegen alle vier Dengue-Virus-Varianten richtet. Dieser Impfstoff ist von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) jedoch nur für Personen zugelassen:

  • die in einem Risikogebiet leben,
  • zwischen 9 bis 45 Jahre alt sind und
  • zuvor bereits eine laborbestätigte Dengue-Infektion durchgemacht haben.

Die Zulassung der EMA gilt auch für die französischen Übersee-Departements und Übersee-Körperschaften wie La Réunion, Guadeloupe, Mayotte oder Französisch-Polynesien. Für Menschen, die in Risikogebieten außerhalb der europäischen Union leben, gelten die Zulassungsbestimmungen des jeweiligen Landes. 

Wichtig zu wissen: Der Impfstoff ist nicht für Reisende zugelassen.

Wie wird Denguefieber diagnostiziert?

Zum Nachweis einer Dengue-Infektion wird möglichst frühzeitig eine Blutprobe benötigt. Bei einem Verdacht sollte man dem Arzt mitteilen, wann und wohin man verreist war.

Wie wird das Denguefieber behandelt?

Es gibt keine Therapie, die sich gegen das Virus selbst richtet. Behandelt werden allein die Symptome. Meist ist dies ambulant möglich.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • viel trinken
  • Wadenwickel zur Fiebersenkung
  • gegen Schmerzen vorzugweise Paracetamol

Wichtig zu wissen: Der häufig gegen Schmerzen angewendete Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) soll nicht eingesetzt werden, da er die Gerinnung hemmt und die Krankheit dadurch verschlimmert werden kann.

Bei folgenden Problemen sollte die Behandlung in einem Krankenhaus erfolgen:

  • mangelhafte Flüssigkeitsaufnahme oder nachlassende Urinausscheidung
  • Verschlechterung des Allgemeinzustands, Unruhe oder Apathie
  • niedrige Zahl an Blutplättchen (im Laborbefund: Thrombozyten)
  • Blutungen

Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG). Stand:

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