Gelbfieber

Eine Ansteckung mit Gelbfieber erfolgt über Mückenstiche in tropischen Gebieten Afrikas und Südamerikas. Wer erkrankt, bekommt Fieber und eine gelbe Haut infolge einer Leberschädigung. Bei vielen Menschen verläuft die Erkrankung tödlich. Mit einer Gelbfieberimpfung kann man sich vor einer Infektion schützen.

Auf einen Blick

  • Gelbfieber kommt in den Tropen Afrikas und Südamerikas sowie auf einigen karibischen Inseln vor.
  • Die Erkrankung wird durch das Gelbfiebervirus ausgelöst und durch Mückenstiche übertragen.
  • Gelbfieber kann mild mit grippeähnlichen Symptomen verlaufen oder mit einer schweren und oft tödlichen Leberentzündung einhergehen.
  • Es gibt keine Medikamente zur gezielten Therapie der Virusinfektion.
  • Mit einer Impfung kann man Gelbfieber vorbeugen. In Ländern, wo das Gelbfiebervirus verbreitet ist, ist eine Impfung Voraussetzung für die Einreise.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Junger Mann sprüht Mückenspray auf den Unterarm.

Was ist Gelbfieber?

Gelbfieber ist eine tropische Infektionskrankheit. Charakteristisch ist, dass erkrankte Menschen Fieber haben und sich ihre Haut gelb verfärbt. Der Erreger ist ein Virus, das durch Stechmücken übertragen wird.

Die Erkrankung kann mild, aber auch sehr schwer oder sogar tödlich verlaufen. Von den Menschen, die schwer an Gelbfieber erkranken, stirbt etwa die Hälfte.

Mit einer Impfung kann man sich vor einer Erkrankung schützen. Allerdings ist die Impfung nicht für jeden geeignet. Sie kann besonders bei Säuglingen und älteren Menschen schwere Nebenwirkungen hervorrufen.

Wichtig zu wissen: Gelbfieber ist nicht ansteckend. Wer eine Gelbfieberinfektion – egal ob mit oder ohne Symptome – überstanden hat, bleibt ein Leben lang immun. Auch eine Impfung verleiht in der Regel lebenslange Immunität.

In manchen Ländern ist die Impfung eine zwingende Voraussetzung für die Einreise, manchmal auch für die Durchreise. Der Grund: Zum einen möchte man Reisende vor einer Erkrankung schützen, zum anderen will man vermeiden, dass Gelbfieberviren in andere Länder eingeschleppt werden und sich dort weiterverbreiten.

Da sich die Bestimmungen gelegentlich ändern, ist es ratsam, sich vor einer Reise zu den aktuellen Regelungen zu informieren.

Aktuelle Informationen zu den geltenden Reisebestimmungen bietet die Website des Auswärtigen Amtes.

Welche Symptome treten beim Gelbfieber auf?

Eine Infektion mit Gelbfieberviren verläuft häufig mild oder sogar ganz ohne Symptome. Erste Krankheitszeichen entwickeln sich 3 bis 6 Tage nach der Ansteckung. Kommt es zu einer Erkrankung, verläuft sie meist in zwei Phasen.

In der ersten Phase ähnelt die Erkrankung einer Grippe mit plötzlichem, hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Außerdem kann es zu Nasenbluten kommen und der Herzschlag kann auffällig langsam sein. Nach 3 bis 4 Tagen gehen die Symptome zurück und die meisten Menschen werden wieder gesund.

Bei etwa 15 von 100 der infizierten Personen kommt es in der zweiten Phase zu einem schweren Krankheitsverlauf. Teilweise tritt eine kurze Besserung ein, bevor das Fieber wieder stark ansteigt und der Herzschlag langsamer wird.

In dieser Phase können Blutungen im Rachenraum, im Magen-Darm-Trakt, in der Haut und in anderen Organen auftreten. Solche Erkrankungen mit Blutungen und Fieber nennt man hämorrhagische Fiebererkrankungen.

Da das Gelbfiebervirus die Leber schädigt, entsteht eine gelbliche Verfärbung der Haut. Man spricht hier auch von Gelbsucht (Ikterus). Zudem können Niere und Gehirn Schaden nehmen.

Wie bekommt man Gelbfieber?

Der Erreger des Gelbfiebers ist das Gelbfiebervirus. Die Ansteckung eines Menschen erfolgt immer über einen Mückenstich. Die wichtigsten Mückenarten, die das Gelbfiebervirus übertragen, sind Aedes-Mücken und Haemagogus-Mücken.

Das Gelbfiebervirus wird durch den Stich tropischer Mücken auf den Menschen übertragen.

Die Viren kommen bei verschiedenen Affenarten in Afrika und Südamerika vor. Im Regenwald nehmen Stechmücken das Virus von Affen auf und können es mit einem Stich auf den Menschen übertragen. Das bezeichnet man als Dschungel-Gelbfieber.

Reisen Menschen mit dem Virus im Blut zurück in die Stadt, können dort lebende Stechmücken den Erreger aufnehmen und auf andere Menschen übertragen. Man spricht dann vom urbanen Gelbfieber.

Trifft das Virus in Großstädten auf viele Menschen, die nicht immun gegen Gelbfieber sind, können Mücken das Virus leicht übertragen, die Infektion stark verbreiten und so Gelbfieber-Ausbrüche auslösen.

Wo und wie häufig tritt Gelbfieber auf?

Gelbfieber tritt in tropischen Ländern Afrikas und Südamerikas auf sowie auf einigen Inseln in der Karibik. In Südamerika kommt die Erkrankung vor allem in Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru vor. Asien ist bisher gelbfieberfrei.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit bis zu 200.000 Gelbfiebererkrankungen pro Jahr mit etwa 60.000 Todesfällen auftreten.

Eine vorbeugende Impfung schützt vor der Erkrankung und ist in manchen Ländern bei der Einreise zwingend vorgeschrieben. Deshalb sind Erkrankungen bei Reiserückkehrern eher selten.

In Deutschland traten zuletzt im Jahr 2018 Gelbfieber-Erkrankungen bei drei Reiserückkehrern aus Brasilien auf, die nicht geimpft waren. Einer der erkrankten Menschen starb.

Wie kann man Gelbfieber vorbeugen?

Zur Vorbeugung von Gelbfieber gibt es einen Impfstoff. Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Gelbfieberviren.

In manchen Ländern ist die Gelbfieberimpfung eine zwingende Voraussetzung für die Einreise, manchmal auch für die Durchreise.

Welche Impfempfehlungen gelten in Deutschland?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt allen Reisenden in Gelbfiebergebiete eine Impfung. Diese kann nur an zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen erfolgen.

Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine einzelne Impfung für lebenslang ausreichend hält, empfiehlt die STIKO zudem eine einmalige Auffrischungsimpfung, sofern die Erstimpfung länger als 10 Jahre zurückliegt. Solch eine Auffrischung kommt zum Beispiel während eines Aufenthalts oder vor der Reise in ein Gelbfiebergebiet infrage.

Eine Auffrischungsimpfung kann besonders für Personen sinnvoll sein, deren Immunantwort möglicherweise abgeschwächt ist. Das betrifft beispielsweise:

  • Kinder, die bei der ersten Impfung jünger als zwei Jahre alt waren
  • Frauen, die in der Schwangerschaft geimpft wurden
  • Menschen mit einer HIV-Infektion
  • Personen, die mit der Gelbfieberimpfung gleichzeitig eine Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erhalten haben

Auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. können Sie unter der Arztsuche speziell nach Gelbfieber-Impfstellen suchen.

Welche Nebenwirkungen kann die Impfung haben?

Selten ruft die Gelbfieberimpfung Nebenwirkungen hervor. Insbesondere Säuglinge sind jedoch anfällig für schwere Komplikationen wie eine Gehirnentzündung. Zudem kann es infolge der Impfung zu einer Gelbfiebererkrankung kommen, an der man auch sterben kann. Neben Säuglingen haben Menschen ab einem Alter von 60 Jahren ein höheres Risiko für schwere Impfnebenwirkungen. Deshalb sollten sich Seniorinnen und Senioren vor einer Gelbfieberimpfung ärztlich beraten lassen.

Wann wird eine Impfung nicht empfohlen?

Bei Menschen mit einer Hühnereiweißallergie können allergische Reaktionen auftreten. Bei einer schweren Allergie wird eine Gelbfieberimpfung daher nicht empfohlen.

Von einer Impfung wird auch folgenden Personengruppen abgeraten:

  • Säuglingen unter 6 Monaten
  • Stillenden
  • Menschen mit HIV/Aids
  • Personen mit einer geschwächten Immunabwehr
  • Menschen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen
  • Personen mit Erkrankungen des Thymus: einer Drüse, die für die Reifung und Funktion von Immunzellen wichtig ist

Welche weiteren Vorbeugemaßnahmen gibt es?

Neben der Impfung ist eine gezielte Beseitigung von Mückenbrutstätten eine wichtige Maßnahme gegen die Verbreitung von Gelbfieber. Besonders in Ballungsräumen, wo sich das Virus schnell verbreiten kann, werden Mücken großflächig bekämpft.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich in Gelbfiebergebieten generell vor Mückenstichen zu schützen, indem man:

  • lange Kleidung trägt
  • Mückensprays (Repellents) benutzt
  • unter einem Moskitonetz schläft

Wie erkennt man Gelbfieber?

Jede fieberhafte Erkrankung bei Personen, die sich in einem Gelbfiebergebiet aufhalten oder vor Kurzem aufgehalten haben, kann Gelbfieber sein.

Es ist auch möglich, dass andere Tropenkrankheiten wie Malaria oder Denguefieber dahinterstecken, die zu Beginn ähnliche Krankheitsanzeichen haben und unbehandelt oft tödlich verlaufen.

Wichtig zu wissen: Wer nach einem Tropenaufenthalt Fieber hat, sollte sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Je früher sich die Ursache feststellen lässt, umso gezielter lässt sich die Erkrankung behandeln und schweren Verläufen vorbeugen.

Im Labor kann man mit einem PCR-Test das Erbgut des Virus direkt nachweisen. Andere Tests erlauben es, bestimmte Antikörper im Blut zu bestimmen. Außerdem verändern sich im weiteren Verlauf typischerweise einige Blutwerte, beispielsweise die Anzahl der weißen Blutkörperchen, die Blutgerinnung sowie die Leber- und Nierenwerte.

Eine Gelbfieber-Erkrankung ist meldepflichtig. Bereits der Verdacht muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wie wird Gelbfieber behandelt?

Es gibt keine Medikamente, mit denen man die Gelbfieberviren direkt bekämpfen kann. Deshalb ist es wichtig, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und die Patientin oder den Patienten in ein Krankenhaus mit intensivmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten einzuweisen.

Dort können Ärztinnen und Ärzte, soweit möglich, die Symptome mildern und lebenswichtige Körperfunktionen unterstützen. Dennoch ist die Sterblichkeit hoch: Mehr als die Hälfte der Menschen mit einem schweren Verlauf stirbt infolge der Erkrankung.

Geprüft durch Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. (DTG)

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