Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt wird durch ein komplett verstopftes Herzkranzgefäß verursacht. Ein Teil des Herzmuskels bekommt dann nicht mehr genügend Sauerstoff und kann absterben. Weil Lebensgefahr besteht, ist schnelles Handeln notwendig.

Auf einen Blick

  • Ein Herzinfarkt wird durch ein komplett verstopftes Herzkranzgefäß ausgelöst.
  • Schnelle Hilfe ist wichtig, sonst kann ein Teil des Herzmuskels absterben. Das bedeutet Lebensgefahr.
  • In Deutschland überstehen mittlerweile etwa drei von vier Menschen einen Herzinfarkt.
  • Da Frauen oft nur leichte Symptome haben, werden Infarkte bei ihnen häufiger übersehen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Herzinfarkt: Eine ältere Frau fasst sich mit beiden Händen an den Brustkorb.

Was ist ein Herzinfarkt?

Zu einem Herzinfarkt kommt es, wenn ein Herzkranzgefäß komplett verstopft ist. Ein Teil des Herzmuskels erhält dann nicht mehr genügend Sauerstoff. Wenn dieser Zustand zu lange anhält, stirbt ein Teil des Herzmuskels ab. Dann besteht Lebensgefahr und der oder die Betroffene braucht schnell medizinische Hilfe.

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Das folgende Video berichtet über mögliche Ursachen, Risikofaktoren und Symptome bei einem Herzinfarkt.

Was sind Anzeichen eines Herzinfarkts?

Anzeichen für einen Herzinfarkt sind Brustschmerzen, Übelkeit und Atemnot.

Die wichtigsten Symptome eines Herzinfarkts sind:

  • Brustschmerzen
  • Atemnot
  • Übelkeit

Ein Herzinfarkt beginnt häufig mit Schmerzen in der Brust, die plötzlich auftreten oder sich langsam steigern. Sie können eher leicht oder sehr stark sein und gehen durch körperliche Ruhe nicht weg. Sie dauern mehr als fünf Minuten an und können von der Brust in einen Arm, den Rücken, den Hals oder den Oberbauch ausstrahlen.

Schmerzregionen bei einem Herzinfarkt sind die Brust, Arme, der Hals, Nacken, die Schulterblätter, der Rücken, Kiefer und obere Bauch.

Typisch sind auch Todesangst, ein blasses bis fahles Gesicht und Schweißausbrüche. Luftnot, Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen. Die zuletzt genannten Symptome können bei Frauen auch die einzigen Anzeichen eines Herzinfarkts sein. Er bleibt deshalb bei Frauen häufiger unerkannt als bei Männern.

Ein Herzinfarkt kann sich außerdem äußern durch:

  • Druck- und Engegefühl im Brustkorb
  • Schmerzen oder Taubheitsgefühle im Oberkörper, die in die Schulterblätter, den Nacken und den Kiefer ausstrahlen
  • Schwitzen
  • Blässe und kalten Schweiß
  • Schwächegefühl oder Bewusstlosigkeit
  • Schwindel

Wichtig zu wissen: Bei einem Herzinfarkt ist sofortige medizinische Hilfe notwendig. Treten Schmerzen im Brustbereich auf, sollten die Betroffenen deshalb immer den Notruf 112 wählen und einen Rettungswagen mit Notarzt anfordern (NICHT den ärztlichen Not- oder Bereitschaftsdienst der Hausärzte). Bei nächtlichen Beschwerden sollten die Betroffenen auf keinen Fall bis zum nächsten Morgen warten.

Vertiefende Informationen etwa über die Anzeichen eines Herzinfarkts finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Welche Ursachen hat ein Herzinfarkt?

In der Regel geht einem Herzinfarkt eine mehrjährige Erkrankung der Herzkranzgefäße, die sogenannte koronare Herzkrankheit voraus. Dazu gehören immer wieder auftretende Schmerzen in der Brust (Angina Pectoris) oder Atemnot bei körperlicher Belastung. Es kommt aber auch zu Infarkten bei Menschen, die vorher keine Beschwerden hatten. Sie erfahren erst durch den Infarkt von ihrer Herzerkrankung.

Eine koronare Herzkrankheit entsteht durch verkalkte Herzkranzgefäße (Arteriosklerose). Die Verkalkung beginnt mit kleinen Entzündungen an der Wand einer Ader. Dort sammeln sich dann Zellen, Fette und andere Stoffe an und verengen die Ader allmählich.

Die Gefahr eines Herzinfarkts besteht, wenn eine solche Gefäßablagerung plötzlich aufreißt. Dann bildet sich an der Stelle ein Blutgerinnsel. Wird es so groß, dass es das Gefäß komplett verschließt, kommt es zum Infarkt.

Was beeinflusst das Risiko für einen Herzinfarkt?

Risikofaktoren für einen Herzinfarkt wie für eine koronare Herzkrankheit sind Rauchen, starkes Übergewicht, ein erhöhter Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Diabetes. Das Risiko steigt mit dem Alter an.

Warum ist Bluthochdruck gefährlich?

Im folgenden Video erfahren Sie, was im Körper bei Bluthochdruck passiert. Welche Folgeschäden können durch Bluthochdruck entstehen und wie kann ein hoher Bluthochdruck gesenkt werden?

 

Sowohl Männer als auch Frauen sind betroffen. Bei Frauen treten Herzinfarkte im Durchschnitt aber in höherem Alter auf als bei Männern. Insgesamt sterben mehr Frauen an einem Herzinfarkt als zum Beispiel an Brustkrebs.

Was kann ich zur Vorbeugung tun?

Zur Vorbeugung werden dieselben Maßnahmen empfohlen wie für ein gesundes Herz-Kreislauf-System:

  • Verzicht aufs Rauchen
  • regelmäßige körperliche Aktivitäten
  • normales Gewicht
  • ausgewogene Ernährung

Wie wird ein Herzinfarkt festgestellt?

Die wichtigste Untersuchung ist ein Elektrokardiogramm (EKG). Je nach Verlauf der dabei aufgezeichneten Herzstromkurve werden zwei Arten von Herzinfarkten unterschieden:

  • ST-Hebungsinfarkte (STEMI)
  • Nicht-ST-Hebungsinfarkte (NSTEMI)

Bei einem STEMI zeigt das EKG, dass sich ein bestimmter Teil der Kurve hebt, die sogenannte ST-Strecke. Dies weist auf einen schwereren Herzinfarkt hin, der größere Teile des Herzmuskels betrifft.

Beim NSTEMI ist im EKG keine ST-Strecken-Hebung erkennbar. Das liegt meist daran, dass ein kleinerer Bereich des Herzens geschädigt ist.

Wie wird ein Herzinfarkt behandelt?

Am wichtigsten ist zunächst, schnell die Notrufnummer 112 zu wählen und einen Rettungswagen mit Notarzt anzufordern. Denn das verengte Herzkranzgefäß muss so schnell wie möglich wieder geöffnet werden.

  • Behandlung eines STEMI (ST-Hebungsinfarkts): In der Regel erhalten Betroffene einen Herzkatheter, der das Gefäß aufweitet (Angioplastie). Dadurch bekommt der gesamte Herzmuskel wieder Sauerstoff.
  • Behandlung eines NSTEMI (Nicht-ST-Hebungsinfarkts): Die Art der Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie verlaufen die Beschwerden? Bestehen noch andere Erkrankungen? Auch das Alter spielt eine Rolle, um das Komplikationsrisiko bei einem Eingriff abzuschätzen. Meistens wird jedoch auch bei einem NSTEMI mit einem Herzkatheter behandelt.

Nach der Akutphase folgen weitere Behandlungen, die die Gefahr eines weiteren Herzinfarkts verringern sollen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Stand:

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