Borreliose

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Sie kann durch Zecken übertragen werden. Etwa drei von 10.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an Borreliose.

Auf einen Blick

  • Die Borreliose ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit.
  • Sie kann durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen werden.
  • Eine Infektion ist weniger wahrscheinlich, wenn Zecken frühzeitig entfernt werden.
  • Borreliose kann zu einer ringförmigen Rötung an der Einstichstelle oder grippeähnlichen Beschwerden führen.
  • Sie wird in der Regel mit Antibiotika behandelt.
  • In Deutschland erkranken pro Jahr etwa drei von 10.000 Menschen an Borreliose.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Ein Bein mit einer rundlichen Hautrötung – der sogenannten Wanderröte

Was ist Borreliose?

Wer sich im Grünen aufhält, kann von einer Zecke gestochen werden. Dabei werden manchmal Krankheiten wie Borreliose übertragen. Die Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Man spricht auch von Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit.

Bei einer Borreliose kommt es zunächst zu einer Entzündung der Haut in der Nähe der Einstichstelle. Im weiteren Verlauf können die Borrelien genannten Bakterien auch Gelenke und verschiedene Organe angreifen. Meist verursacht die Infektion jedoch keine starken Beschwerden.

Was charakterisiert Borreliose?

Im folgenden Video erfahren Sie mehr über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Borreliose.

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Woran erkennt man Borreliose?

Meist juckt ein Zeckenstich und rötet sich an der Einstichstelle – das ist eine normale Entzündungsreaktion und hat nichts mit Borreliose zu tun.

Wenn sich aber einige Tage oder Wochen nach einem Stich ein abgrenzbarer, roter Hautfleck an der Einstichstelle zeigt, kann dies Zeichen einer Borreliose sein. Typisch ist ein Fleck, der sich ringförmig ausbreitet, bis er einen Durchmesser von mehr als fünf Zentimeter erreicht. Man spricht deshalb auch von „Wanderröte“.

Eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle kann ein Anzeichen für Borreliose sein.

Außerdem können innerhalb von sechs Wochen nach einem Zeckenstich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen auftreten. Solche Beschwerden können auch ohne Wanderröte auf eine Borreliose hinweisen.

Treten schon nach ein bis zwei Wochen Grippebeschwerden auf, kann auch eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) dahinterstecken – das ist aber selten.

Post-Lyme-Syndrom und „chronische Borreliose“ – was ist das?

Manche Menschen bemerken Monate oder Jahre nach einem Zeckenstich Muskel- und Gelenkbeschwerden, starke Müdigkeit oder Gedächtnisstörungen. Einige von ihnen und manche Ärztinnen und Ärzte sehen in diesen Symptomen eine Spätfolge einer Borrelien-Infektion. Das Krankheitsbild wird manchmal als Post-Lyme-Syndrom oder chronische Borreliose bezeichnet – auch wenn Letzteres keine allgemein anerkannte Diagnose ist.

Manchmal werden solche Beschwerden auf eine Borreliose zurückgeführt, obwohl kein Zeckenstich bekannt ist und eine Blutuntersuchung keine entsprechenden Anhaltspunkte liefert. Es ist dann unwahrscheinlich, dass die Beschwerden tatsächlich mit einer Borrelien-Infektion im Zusammenhang stehen, denn solche Symptome können auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten.

Was erhöht das Risiko für Borreliose?

Ob ein Zeckenstich zu Borreliose führt, hängt vor allem davon ab, 

  • wie lange die Zecke in der Haut gesteckt hat und
  • wie alt und groß sie war.

Große Zecken sind häufiger mit Borrelien infiziert als kleine, da sie älter sind und in der Regel schon mehr Wirte gestochen haben.

Borrelien kommen überall in Deutschland vor. Die Rate der infizierten Zecken schwankt aber stark von Region zu Region.

Doch auch wer von einer infizierten Zecke gestochen wird, bekommt nicht zwangsläufig Borreliose. Borrelien leben im Darm der Zecke. Wenn überhaupt, werden die Bakterien erst nach längerem Saugen der Zecke übertragen.

Wer seinen Körper gleich nach einem Aufenthalt im Freien auf Zecken untersucht und sie innerhalb von 24 Stunden entfernt, kann sich deshalb vor Borreliose schützen.

Wie häufig kommt es zu Borreliose?

Nach Schätzungen bekommt etwa einer von 100 Menschen nach einem Zeckenstich Borreliose. In Deutschland erkranken circa drei von 10.000 Menschen pro Jahr.

In Deutschland erkranken pro Jahr circa 3 von 10.000 Menschen an Borreliose.

Wie lässt sich Borreliose vorbeugen?

Das Risiko für Zeckenstiche hängt unter anderem vom jeweiligen Gebiet und dem eigenen Verhalten in der Natur ab.

Wer sich schützen will, kann im hohen Gras oder Gebüsch zum Beispiel geschlossene Schuhe tragen. Empfohlen wird auch Kleidung, die den Körper möglichst großflächig bedeckt – also beispielsweise lange Hosen und langärmlige T-Shirts. Zecken können sich so schwerer festsetzen.

Auch helle Kleidung kann vorteilhaft sein, denn darauf lassen sich Zecken leichter erkennen als auf dunkler.

Bevor Zecken stechen, krabbeln sie manchmal stundenlang auf dem Körper herum. Wer seinen Körper bald nach einem Aufenthalt in Wald oder Garten nach Zecken absucht und sie entfernt, kann einem Stich vorbeugen und so das Risiko für Borreliose deutlich verringern.

Kinder vergessen dies oft, sie müssen daran erinnert werden. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten sich bei der Untersuchung helfen lassen – vor allem an Stellen, die sie allein schlecht prüfen können.

Wer von einer Zecke gestochen wurde, sollte beobachten, ob sich Beschwerden entwickeln, die auf eine Erkrankung hindeuten. Dann ist ein Arztbesuch erforderlich.

Wichtig zu wissen: Laut dem Robert Koch-Institut können Zeckensprays (Repellents) für etwa zwei bis vier Stunden einen gewissen Schutz vor Zecken bieten. Danach lässt die Wirkung aber nach. Solche Sprays müssen daher bei längeren Aufenthalten draußen wiederholt benutzt werden.

Wie wird Borreliose festgestellt?

Eine Borreliose kann bereits durch die körperliche Untersuchung festgestellt werden, wenn sich ein typischer Hautfleck gebildet hat. Wichtig ist, die Ärztin oder den Arzt über den Zeckenstich zu informieren.

Reicht die körperliche Untersuchung nicht aus, wird möglicherweise das Blut auf Borrelien untersucht.

Wie wird Borreliose behandelt?

Borreliose wird mit Antibiotika je nach Beschwerden über zwei bis drei Wochen behandelt. Meist heilt sie folgenlos aus. Es kann jedoch passieren, dass eine erste Antibiotikabehandlung nicht ausreichend wirkt. Dann kann es nötig sein, auf ein anderes Antibiotikum zu wechseln.

Borreliose-Beschwerden können auch ohne Antibiotika von allein abklingen. Dann ist aber das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf höher.

Welche Folgen sind möglich?

Breitet sich der Erreger im Körper aus, treten zunächst brennende Schmerzen an der Einstichstelle auf.

Bei etwa drei von 100 Menschen kommt es zur Neuroborreliose. Dabei befallen die Bakterien das Gehirn und die Nerven. Dies kann zu Lähmungserscheinungen (oft im Gesicht), schmerzhaften Nervenentzündungen oder einer Hirnhautentzündung (Meningitis) führen.

Bei ungefähr zwei von 100 Menschen entwickelt sich Monate bis Jahre nach einer Infektion eine Lyme-Arthritis. Diese entsteht, wenn Borrelien die Gelenke infizieren. Dabei kommt es zu schmerzhaften Gelenkentzündungen und Schwellungen.

Sehr seltene Folgen sind chronische Entzündungen der Haut und Herzprobleme.

Sowohl die Neuroborreliose als auch die Lyme-Arthritis lassen sich wirksam mit Antibiotika behandeln und bleiben meist ohne Spätfolgen.

Wie lassen sich Zecken entfernen?

Wenn eine Zecke in der Haut steckt, ist es wichtig, sie möglichst bald zu entfernen.

Dafür gibt es spezielle Hilfsmittel:

  • Zeckenpinzetten (Zeckenzangen)
  • Zeckenkarten
  • Zeckenhaken

Sie sind so geformt, dass sie sich zwischen Zecke und Haut schieben lassen, ohne die Zecke zu quetschen. Solche Hilfsmittel sind beispielsweise in Apotheken erhältlich.

Auch eine normale Pinzette kommt infrage, wenn deren Spitzen nach innen gewinkelt sind.

Laufen die Spitzen der Pinzette hingegen flach zusammen, wird eine Zecke beim Zugreifen automatisch zusammengedrückt. Das sollte man vermeiden, weil durch den Druck Erreger aus der Zecke in den Körper gepresst werden könnten.

Vertiefende Informationen dazu, wie man Zecken entfernt, finden Sie unter gesundheitsinformation.de.

Wo finde ich Unterstützung bei Borreliose?

Selbsthilfegruppen bieten Menschen mit Borreliose und ihren Angehörigen die Möglichkeit, sich zu informieren und beraten zu lassen sowie persönliche Erfahrungen auszutauschen.

Auf der Website der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) können Sie über eine Datenbank geeignete Selbsthilfe-Angebote finden.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

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