Gehirnerschütterung bei Erwachsenen

Typische Anzeichen einer Gehirnerschütterung sind Kopfschmerzen oder Schwindel. Sie ist die leichteste Form einer Schädel-Hirn-Verletzung und verursacht in der Regel keine bleibenden Schäden. Hier erfahren Sie das Wichtigste über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Auf einen Blick

  • Meistens verursachen Unfälle, bei denen der Kopf einen Schlag abbekommt, eine Gehirnerschütterung.
  • Typische Anzeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und Gedächtnislücken. Bei ausgeprägten Symptomen sollte ein Notarzt gerufen werden.
  • Die Symptome treten gleich nach dem Unfall auf oder spätestens bis 48 Stunden danach.
  • Beschwerden wie Kopfschmerzen lassen sich mit Medikamenten lindern.
  • Nach einer Gehirnerschütterung sind 1 bis 2 Tage Ruhe wichtig, sowohl körperlich als auch geistig.
  • Eine Gehirnerschütterung klingt in der Regel ohne bleibende Schäden wieder ab.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Gehirnerschütterung: Eine ältere Frau sitzt auf dem Wohnzimmerboden. Sie stützt sich mit einem Arm auf dem Boden ab, die andere Hand hält den Kopf. Sie wirkt benommen und ihr Blick geht zum Boden.

Was ist eine Gehirnerschütterung?

Eine Gehirnerschütterung ist häufig die Folge eines Unfalls, zum Beispiel beim Sport, bei der Arbeit oder im Haushalt. Sie ist die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas (SHT).

Das Gehirn ist die „Schaltzentrale“ des Körpers und ein besonders empfindliches Organ – deshalb liegt es gut geschützt im Schädel, umgeben von einer Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis).

Zu einer Erschütterung des Gehirns kommt es durch einen stumpfen Schlag auf den Kopf oder einen Aufprall, bei dem das Gehirn von innen an die Schädelwand stößt. Manchmal sind außen auf der Haut Verletzungen zu sehen, dies muss aber nicht sein. Typische Anzeichen sind eine kurze Bewusstlosigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen oder auch Erinnerungslücken.

Wichtig zu wissen: Beschwerden wie Bewusstlosigkeit, Gedächtnislücken, anhaltendes Erbrechen oder Schwindel müssen notärztlich behandelt werden.

Welche Symptome treten bei einer Gehirnerschütterung auf?

Die typischen Anzeichen treten entweder kurz nach dem Unfall auf oder sie entwickeln sich binnen 24 bis 48 Stunden danach.

Zu den Symptomen einer Gehirnerschütterung zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Benommenheitsgefühle
  • Schwindel
  • Übelkeit und/oder Erbrechen
  • Schwerhörigkeit
  • Sehstörungen
Eine Gehirnerschütterung kann zu folgenden Symptomen führen: Kopfschmerzen, Benommenheitsgefühle, Schwindel, Übelkeit und/oder Erbrechen, Schwerhörigkeit, Sehstörungen.

Häufig haben Menschen mit einer Gehirnerschütterung auch Gedächtnislücken (Amnesien). Das bedeutet, sie können sich nicht an den Unfall oder an die Geschehnisse kurz davor oder danach erinnern. Ein Anzeichen kann zudem eine kurze Bewusstlosigkeit sein oder eine Bewusstseinstrübung, bei der Menschen orientierungslos, schläfrig und verwirrt erscheinen. Auch Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen sind möglich.

Wie entsteht eine Gehirnerschütterung?

Das Gehirn ist normalerweise vor kleinen und harmlosen Erschütterungen geschützt, da es eingebettet in der Schädelhöhle liegt – umgeben von einer Flüssigkeit, die umgangssprachlich Gehirnwasser genannt wird. Bei einem starken Schlag oder Aufprall reicht der Schutz des dämpfenden Gehirnwassers jedoch nicht aus und das Gehirn stößt gegen die Schädelwand.

Welche Risikofaktoren für eine Gehirnerschütterung gibt es?

Kopfverletzungen sind meist die Folge eines Unfalls. Häufig passieren solche Unfälle beim Sport, zum Beispiel beim Ski- oder Fahrradfahren ohne Helm.

In den meisten Fällen ist eine Gehirnerschütterung die Folge eines Unfalls. Häufig passieren solche Unfälle beim Sport ohne Helm.

Bei manchen Sportarten tragen Spielerinnen und Spieler besonders häufig Schädel-Hirn-Verletzungen davon – dazu zählt etwa Eishockey.

Wie häufig ist eine Gehirnerschütterung?

Gehirnerschütterungen sind häufig: In Deutschland ziehen sich pro Jahr ungefähr 320.000 Menschen eine Schädel-Hirn-Verletzung zu. Rund 91 Prozent von ihnen haben die leichte Form, also eine Gehirnerschütterung.

Wie verläuft eine Gehirnerschütterung?

Die typischen Symptome können sofort nach dem Unfall oder auch erst nach 1 oder 2 Tagen auftreten. Häufig sind sie nach einigen Tagen wieder weg. Bei ausgeprägten Beschwerden ist eine Überwachung im Krankenhaus wichtig. Zudem wird bei einer Gehirnerschütterung konsequente Ruhe empfohlen. In der Regel sind keine langfristigen Folgen zu erwarten.

Manche Menschen mit einer Gehirnerschütterung haben allerdings noch viele Wochen nach dem Unfall Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Ängstlichkeit oder Gedächtnislücken. Dies betrifft besonders Sportlerinnen und Sportler, deren Kopf besonders häufig Schlägen ausgesetzt ist. Um solchen Langzeitfolgen vorzubeugen, ist es wichtig, auch leichtere Gehirnerschütterungen in Ruhe auszukurieren.

Wichtig zu wissen: Grundsätzlich sollten die Beschwerden nach 14 bis 21 Tagen abklingen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie erneut zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gehen.

Wie diagnostiziert man eine Gehirnerschütterung?

Ob es sich um eine Gehirnerschütterung handelt, stellen Ärztinnen und Ärzte in einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) und durch eine körperliche Untersuchung fest.

Dabei kontrollieren sie unter anderem, ob es neurologische Auffälligkeiten wie Gedächtnislücken oder Sehstörungen gibt. Außerdem beobachten sie die motorischen Fähigkeiten und den Bewusstseinszustand.

Nur bei sehr schweren Symptomen oder Risikofaktoren für Komplikationen veranlassen Ärztinnen und Ärzte eine Computertomografie (CT), die detaillierte Bilder vom Gehirn liefert.

Wie behandelt man eine Gehirnerschütterung?

In der Regel muss eine leichte Gehirnerschütterung ohne größere Funktionsstörungen nicht behandelt werden. Bei Übelkeit oder starken Kopfschmerzen können Medikamente helfen.

Wesentlich ist es, sich für 1 bis 2 Tage auszuruhen, auch geistig: Manchmal können Lesen oder anregende Gespräche die Symptome verschlimmern. Auch Bettruhe kann sinnvoll sein. Nach der Ruhezeit sollte man schrittweise wieder mit leichten Aktivitäten beginnen, die keine weiteren Symptome auslösen.

Wichtig zu wissen: Bei Beschwerden wie Bewusstlosigkeit, Gedächtnislücken, anhaltendem Erbrechen oder Schwindel gilt es, einen Notarzt zu rufen. Oft ist eine 24-stündige Überwachung im Krankenhaus nötig. So können Ärztinnen und Ärzte im Falle einer Hirnblutung oder Hirnquetschung sofort eingreifen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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