Hepatitis A

Die Hepatitis A ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-A-Virus verursacht wird. Sie geht oft auf Reisen in Länder mit niedrigen Sanitärstandards zurück. Im Folgenden erfahren Sie, wie die Infektionskrankheit behandelt und eine Ansteckung vermieden werden kann. 

Auf einen Blick

  • Die Hepatitis A ist eine akute Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-A-Virus ausgelöst wird. 
  • Die Erreger übertragen sich durch verunreinigtes Trinkwasser, mit Lebensmitteln und im Kontakt mit infizierten Personen. 
  • Eine Ansteckung erfolgt öfters bei Reisen in Länder mit niedrigen Sanitärstandards, lässt sich durch eine Impfung aber verhüten. 
  • Hepatitis A kann im Allgemeinen zu Hause auskuriert werden. 
  • Nach überstandener Infektion ist man lebenslang immun.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Hepatitis A: Eine Hand mit blauem Schutzhandschuh hält ein Blutteströhrchen mit einem Aufkleber mit der Aufschrift Hepatitis A.

Was ist eine Hepatitis A?

Die Hepatitis A, bisweilen auch als „Reisehepatitis“ bezeichnet, ist eine akute Entzündung der Leber. Sie wird durch das Hepatitis-A-Virus ausgelöst und in Ländern mit niedrigen Sanitärstandards oft über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen.  

„Hepar“ ist das griechische Wort für Leber – daher der Name Hepatitis. Da es unterschiedliche Hepatitis-Viren und Formen der Hepatitis gibt, bezeichnen sie Ärzte mit verschiedenen Buchstaben, von A bis E.

Welche Symptome treten bei einer Hepatitis A auf?

Die Symptome einer Hepatitis A hängen stark vom Alter der Infizierten ab. Bei Kindern verläuft die Infektion meistens mild oder ganz ohne Krankheitszeichen. Die Ansteckung bleibt dann unbemerkt.

Symptome des Hepatits-A-Virus zeigen sich bei Erwachsenen oft in erhöhter Temperatur, Appetitverlust, Kopf-, Muskel-, und Gelenkschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Abgeschlagenheit und Leberschmerzen.

Dagegen kommt es bei Erwachsenen im Allgemeinen zu Beschwerden, die allerdings zunächst recht unspezifisch sind: 

  • Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen 
  • Abgeschlagenheit und Appetitverlust 
  • Übelkeit und selten Erbrechen  
  • gelegentlich erhöhte Temperatur  
  • eventuell Schmerzen in der Lebergegend am rechten Rippenbogen 

Ärztinnen und Ärzte nennen diese unspezifische Krankheitsphase auch Prodromalstadium. Nur bei einem Teil der Erkrankten tritt in der Folge zusätzlich eine Gelbsucht auf, auch Ikterus genannt. In der ikterischen Phase einer Hepatitis A verfärben sich der weiße Teil der Augen und die Haut leicht gelb. Dies liegt daran, dass die entzündete Leber ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs, das Bilirubin, nicht mehr richtig in den Darm ausscheidet. Dadurch wird gleichzeitig der Stuhl heller, der Urin dagegen dunkler, denn das Bilirubin wird nun über die Niere abgesondert. Außerdem geht der Ikterus oft mit Juckreiz, gelegentlich auch mit leichtem Hautausschlag einher.

Wie steckt man sich mit Hepatitis A an?

Hepatitis-A-Viren werden über den Stuhl ausgeschieden und „fäkal-oral“ übertragen. Das bedeutet: Die ausgeschiedenen Erreger gelangen letztlich wieder in den Mund eines anderen Menschen. Wenn sich Infizierte beispielsweise nach dem Stuhlgang nicht gründlich die Hände waschen, können die Viren durch Handgeben, aber auch über Türklinken oder andere Gegenstände weiterverbreitet werden. Begünstigt wird die Ansteckung durch große körperliche Nähe, zum Beispiel im Kindergarten oder im gemeinsamen Haushalt. Auch bei Sexualkontakten, insbesondere bei Analverkehr, ist das Ansteckungsrisiko erhöht.

Schlechte Hygienebedingungen können zudem dazu führen, dass Hepatitis-A-Viren in den Wasserkreislauf gelangen. Die Ansteckung erfolgt dann beispielsweise über verunreinigtes Trinkwasser oder über Obst und Gemüse, das mit verunreinigtem Wasser gegossen oder gewaschen oder mit erregerhaltigen Fäkalien gedüngt wurde. Auch kontaminierte Meeresfrüchte, besonders Muscheln und Austern, stellen eine häufige Ansteckungsquelle dar. Importiertes kontaminiertes Obst können die Ursache für Hepatitis-A-Infektionen auch in westlichen Industriestaaten sein.

Neben der fäkal-oralen Übertragung kommt es in seltenen Fällen auch zur Ansteckung über das Blut, etwa durch gemeinsam benutzte Spritzbestecke bei Drogenkonsum. Zudem können Schwangere das Hepatitis-A-Virus auf ihr Kind übertragen.

Was sind Infektionskrankheiten?

Im folgenden Video erfahren Sie, wann Mediziner von einer Infektionskrankheit sprechen, durch welche Erreger Infektionskrankheiten ausgelöst und wie sie übertragen werden.

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Wie verbreitet ist Hepatitis A?

Hepatitis A kommt weltweit vor. In Entwicklungsländern machen nahezu alle Menschen eine Infektion bereits im Kindes- und Jugendalter durch. In Industrienationen mit hohem Hygienestandard ist die Erkrankungshäufigkeit in den letzten Jahrzehnten dagegen deutlich zurückgegangen.

Jährlich werden in Deutschland 1000 bis 1500 Hepatitis-A-Fälle gemeldet. 40-50% bekommen den Virus auf Reisen.

Dies hat dazu geführt, dass immer mehr Jugendliche und Erwachsene keine Immunität mehr gegen das Virus besitzen und sich dann bei Reisen in Länder mit starker Krankheitsverbreitung anstecken. Insgesamt wurden in Deutschland zuletzt ungefähr 1.000 bis 1.500 Hepatitis-A-Fälle jährlich gemeldet. Dabei lag der Anteil der „Reisehepatitis“ bei etwa 40 bis 50 Prozent.

Wie verläuft eine Hepatitis A?

Nach der Ansteckung mit dem Hepatitis-A-Virus dauert es zwischen zwei und sieben Wochen, im Durchschnitt 25 bis 30 Tage, bis erste Symptome auftreten. Bedeutsam ist, dass Infizierte bereits ein bis zwei Wochen vor Symptombeginn und bis etwa eine Woche danach für andere ansteckend sind.  

Folgt zusätzlich auf die unspezifischen Krankheitssymptome in der sogenannten Prodromalphase noch eine Gelbsucht (ikterische Phase), kann diese wenige Tage bis mehrere Wochen anhalten. Danach normalisiert sich das Befinden in einer zwei- bis vierwöchigen Genesungsphase. Die Infektion heilt dabei folgenlos aus.

In bis zu zehn Prozent der Fälle zieht sich eine Hepatitis A besonders lange hin und kann dann sogar einige Monate andauern. Allerdings wird eine Hepatitis A niemals chronisch. Sehr selten verläuft die Infektion außergewöhnlich schwer und geht mit einem lebensbedrohlichen Leberversagen einher. Betroffen sind in solchen Fällen vor allem ältere Menschen, deren Leber bereits geschädigt war. 

Nach überstandener Hepatitis A bleibt der Körper lebenslang gegen das Virus immun.

Wie lässt sich einer Hepatitis A vorbeugen?

Neben guter Hygiene schützt vor allem eine Impfung gegen Hepatitis A. Der Impfstoff enthält abgetötete Hepatitis-A-Viren und wird in den Muskel gespritzt. Innerhalb von zwei Wochen baut sich der Immunschutz auf. Nach mindestens sechs Monaten sollte eine zweite Impfdosis verabreicht werden, um eine langfristige Immunisierung, also Unempfindlichkeit gegen den Erreger, zu gewährleisten. Es gibt auch Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und Hepatitis B.

Eine Hepatits-A-Impfung ist vor allem sinnvoll bei einigen Reiseregionen, Lebererkrankten, Personen mit bestimmtem Sexualverhalten, Menschen mit Blutkrankheiten, Bewohnern von psychiatrischen- oder Fürsorgeeinrichtungen und Personen mit beruflichem Risiko

Empfohlen wird die Hepatitis-A-Impfung vor allem für: 

  • Reisende in Regionen, in denen Hepatitis A häufig vorkommt, darunter die meisten tropischen Gebiete, der Mittelmeerraum sowie Osteuropa. 
  • Patienten mit Lebererkrankungen. 
  • Menschen, die durch ihr Sexualverhalten besonders ansteckungsgefährdet sind. 
  • Menschen mit der Bluterkrankheit (Hämophilie), die regelmäßig Blutprodukte benötigen. 
  • Bewohner von psychiatrischen Einrichtungen und anderen Fürsorgeeinrichtungen. 
  • Personen mit beruflich erhöhtem Risiko, etwa Mitarbeitende im Gesundheitsdienst, in Kindertagesstätten oder in der Abwasserversorgung. 

Eine nachträgliche Hepatitis-A-Impfung oder die Gabe von Immunglobulinen bei Personen mit Kontakt zu Hepatitis A-Infizierten kann die Infektion zum Beispiel innerhalb von Familien eingrenzen.

Wie funktioniert eine Impfung?

Im folgenden Video erfahren Sie, wie eine Impfung funktioniert.

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Wie wird eine Hepatitis A diagnostiziert?

Die Hepatitis A wird durch eine Blutuntersuchung festgestellt. Erhöhte Leberwerte weisen dabei auf eine Leberentzündung hin. Ein Nachweis für die Infektion sind spezifische Antikörper gegen das Virus. Außerdem können Bestandteile des Erregers bei akuter Erkrankung im Stuhl und im Blut nachgewiesen werden.

Wie wird eine Hepatitis A behandelt?

Eine Behandlung, die sich direkt gegen das Virus richtet, gibt es bei einer Hepatitis A nicht. Es können allerdings Medikamente gegen bestimmte Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen oder Übelkeit gegeben werden. Wichtig sind körperliche Schonung, leichte und fettarme Kost sowie der Verzicht auf Alkohol. Im Allgemeinen kann eine Hepatitis A zu Hause auskuriert werden. Nur in sehr wenigen Fällen kommt es zu einem Leberversagen.

Weitere Informationen zur Hepatitis-A-Impfung

Sie möchten wissen, ob vor einer Reise eine Hepatitis-A-Impfung sinnvoll oder notwendig ist? Das Robert Koch-Institut bietet grundlegende Informationen zu Reiseimpfungen sowie weiterführende Links. 

Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS). Stand:

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