Magengeschwür

Ein Magengeschwür entsteht infolge einer geschädigten Magenschleimhaut. Eine Behandlung ist meist unkompliziert. Welche Symptome sind typisch, welche Komplikationen können auftreten und wie wird ein Magengeschwür behandelt? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt dieser Beitrag.

Auf einen Blick

  • Die meisten Magengeschwüre machen keine oder nur wenig Beschwerden und fallen erst durch Komplikationen auf.
  • Typische Symptome eines Magengeschwürs sind Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
  • Ein Magengeschwür ist meist die Folge einer Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien oder einer langfristigen Schmerzmitteleinnahme.
  • Das Risiko, ein Magengeschwür zu bekommen, steigt mit dem Alter.
  • Mögliche Komplikationen sind Blutungen oder ein Magendurchbruch.
  • Zur Diagnose reicht meist eine Magenspiegelung mit Gewebeentnahme.
  • Zur Behandlung werden sogenannte Protonenpumpenhemmer eingesetzt. Sie reduzieren die Bildung von Magensäure und werden manchmal mit Antibiotika kombiniert.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Magengeschwür: Eine Frau steht in ihrer Wohnung und hält sich den Bauch. Sie wirkt angespannt und als hätte sie Schmerzen.

Was ist ein Magengeschwür?

Ein Magengeschwür, auch Magenulkus genannt, ist eine tiefe Wunde in der Magenwand. Dazu kann es kommen, wenn die Magenschleimhaut geschädigt ist – meist durch eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien. Auch die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel kann ein Geschwür verursachen. Das Risiko, ein Magengeschwür zu bekommen, steigt mit dem Alter an.

Ein Magengeschwür macht sich vor allem durch Schmerzen im Oberbauch bemerkbar. Um es zu diagnostizieren, wird eine Magenspiegelung gemacht und eine Gewebeprobe entnommen.

Meist genügt eine Behandlung mit Protonenpumpenhemmern – sie hemmen die Bildung von Magensäure – und Antibiotika. Wird ein Magengeschwür nicht erkannt und behandelt, kann es zu Komplikationen kommen.

Welche Symptome deuten auf ein Magengeschwür hin?

Meistens machen Magengeschwüre keine oder nur wenig Probleme und fallen erst durch Komplikationen auf.

Typische Beschwerden bei einem Magengeschwür sind:

  • Völlegefühl 
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit, teilweise mit Erbrechen
  • Schmerzen im Oberbauch/in der Magengegend
Mögliche Symptome eines Magengeschwürs: Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen in der Magengegend.

Bei einem Magengeschwür treten die Schmerzen oft unabhängig von Mahlzeiten auf, oder eher nach als vor dem Essen.

Magengeschwüre können aber auch über lange Zeit symptomlos bleiben.

Wodurch entsteht ein Magengeschwür?

Die beiden häufigsten Ursachen für die Entstehung eines Magengeschwürs sind eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori oder die längerfristige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel.

Helicobacter-Bakterien können sich in der Magenschleimhaut vermehren und dort eine Entzündung auslösen. Dadurch wird die Schleimhaut geschädigt und die Säurebildung im Magen gesteigert. In der Folge kann die Schleimhaut des Magens ihre Schutzfunktion verlieren.

Zu den entzündungshemmenden Schmerzmitteln, den sogenannten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR), gehören beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac. Diese Medikamente hemmen die Bildung des Hormons Prostaglandin, das unter anderem die Neutralisation der Magensäure reguliert. Fehlt Prostaglandin, ist die Schleimhaut anfälliger für Schädigungen durch Magensäure und Krankheitserreger.

Wichtig zu wissen: Wenn man neben den entzündungshemmenden Schmerzmitteln Kortison einnimmt, kann dies die magenschädigende Wirkung verstärken.

Magengeschwür: Welche Komplikationen sind möglich?

Wenn ein Magengeschwür lange unentdeckt bleibt und nicht behandelt wird, kann es zu ernsthaften Komplikationen führen. Die häufigsten Komplikationen sind Blutungen.

Daher ist es wichtig, folgende Symptome zeitnah ärztlich abklären zu lassen:

  • schwarz gefärbter Stuhl
  • erbrochenes Blut (rot oder schwarz gefärbt)
  • Anzeichen einer Blutarmut (Anämie) wie Abgeschlagenheit, Luftnot bei körperlichen Anstrengungen oder Blässe

Selten kann ein Magengeschwür auch zu einem Durchbruch der Magenwand führen (Magenperforation). Dies verursacht plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen und ist lebensbedrohlich. Bei Verdacht auf einen Magendurchbruch ist es deshalb wichtig, sofort den Notruf 112 zu wählen.

Wie kann man einem Magengeschwür vorbeugen?

Es ist wissenschaftlich noch nicht geklärt, ob äußere Faktoren wie Ernährung, Rauchen oder anhaltender Stress die Entstehung eines Magengeschwürs begünstigen. Dennoch: Wer bei sich selbst beobachtet, dass etwa fettige Speisen, Alkohol oder Stresssituationen zu Magenbeschwerden führen, sollte versuchen, solche Auslöser zu meiden.

Auch die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann ein Magengeschwür auslösen. Daher wird Patientinnen und Patienten mitunter dazu geraten Medikamente einzunehmen, welche die Bildung von Magensäure hemmen. Ob die Einnahme eines solchen magenschonenden Arzneimittels sinnvoll ist, hängt aber vor allem vom persönlichen Risiko für die Entwicklung eines Magen-Darm-Geschwürs ab.

Folgende Faktoren tragen zu einem erhöhtem Risiko bei:

  • ein Lebensalter von über 65 Jahren
  • ein weiteres Geschwür zu einem früheren Zeitpunkt
  • die gleichzeitige Einnahme mehrerer Schmerzmittel: Dazu zählt auch Acetylsalicylsäure (ASS) zur Vorbeugung von Folgeerkrankungen nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.
  • eine zusätzliche Einnahme von Kortison
  • die Einnahme eines Schmerzmittel und eines Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Für jüngere Menschen ohne Risikofaktoren ist die Wahrscheinlichkeit gering, ein Magengeschwür zu bekommen. Daher sind Medikamente zum Magenschutz für sie nur selten sinnvoll. Wie hoch das persönliche Risiko für ein Magen-Darm-Geschwür ist und welche Medikamente infrage kommen, um den Magen zu schützen, lässt sich am besten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt klären.

Wie wird ein Magengeschwür festgestellt?

Wenn die Ärztin oder der Arzt ein Magengeschwür vermutet, wird in der Regel eine Magenspiegelung gemacht. Dabei entnimmt man eine Gewebeprobe und untersucht sie auf Helicobacter-pylori-Bakterien, Anzeichen für eine Entzündung sowie auf Gewebeveränderungen, wie sie bei Krebs zu finden sind.

Wenn die Ärztin oder der Arzt ein Magengeschwür vermutet, wird in der Regel eine Magenspiegelung gemacht.

Wie behandelt man ein Magengeschwür?

Die Behandlung hängt von den Ergebnissen der Magenspiegelung und der Gewebeuntersuchung ab.

Werden keine Helicobacter-Bakterien gefunden und auch kein Krebs festgestellt, kommen meistens sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol zum Einsatz. Diese reduzieren die Bildung von Magensäure. Die Medikamente nimmt man über 4 bis 8 Wochen ein.

Falls die Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel (NSAR) die Ursache eines Magengeschwürs ist, werden diese nach Möglichkeit abgesetzt oder ersetzt. Zudem sollten Menschen mit einem Magengeschwür nicht rauchen oder Alkohol trinken – oder zumindest eine Zeit lang eine Pause einlegen.

Ist eine Infektion mit Helicobacter die Ursache, werden zusätzlich zu einem Protonenpumpenhemmer noch zwei Antibiotika mit unterschiedlichen Wirkstoffen eingesetzt (Dreifachtherapie).

Auch eine Vierfachtherapie mit drei Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer ist möglich. In beiden Fällen werden die Wirkstoffe gleichzeitig über 7 bis 10 Tage eingenommen. Sind danach noch Beschwerden spürbar, kann die Behandlung mit dem Protonenpumpenhemmer allein fortgesetzt werden.

Nach Abschluss der Antibiotikabehandlung wird frühestens nach 4 Wochen kontrolliert, ob die Therapie erfolgreich war. Meist wird ein spezieller Atemtest (13C-Atemtest) gemacht, um zu prüfen, ob noch Helicobacter-Bakterien im Magen sind. Sind sie noch nachweisbar, kann die Behandlung mit anderen Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer wiederholt werden.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Stand:

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