Vitamin-D-Mangel

Gerade in den Wintermonaten sind viele Menschen in Deutschland mit Vitamin D unterversorgt. Vitamin D ist wichtig für die Knochen und andere Stoffwechselvorgänge im Körper. In diesem Beitrag erhalten Sie einen Überblick über Risikofaktoren, Vorbeugung, Symptome und Behandlung des Vitamin-D-Mangels.

Auf einen Blick

  • Vitamin D ist die Sammelbezeichnung für Calciferole, eine Gruppe fettlöslicher Vitamine.
  • Der menschliche Körper bildet Vitamin D bei Sonneneinstrahlung.
  • In fettem Fisch, Innereien, Eiern, Speisepilzen und Lebertran ist Vitamin D enthalten.
  • Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel.
  • Vitamin-D-Mangel führt zu Knochenerkrankungen wie Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Vitamin D Mangel: Eine junge Frau befindet sich im Wald, Sonne strahlt auf ihr Gesicht. Ihre Augen sind geschlossen, sie wirkt entspannt.

Was ist Vitamin-D-Mangel?

Der menschliche Körper braucht einige Stoffe, die er selbst nicht oder nicht allein herstellen kann. Unter anderem zählen dazu Vitamine. Eine Gruppe davon sind die Calciferole: Sie werden auch als Vitamin D bezeichnet.

Menschen können diese Stoffe nur bilden, wenn sie direkt der UV-B-Strahlung des Sonnenlichts ausgesetzt sind. In nördlichen Regionen mangelt es Menschen daher in den Wintermonaten – etwa zwischen Oktober und April – oft an Vitamin D. 

Bei einem Vitamin-D-Mangel kann der Körper kein Kalzium aus der Nahrung aufnehmen. Deshalb kommt es bei einem Vitamin-D-Mangel zur Entkalkung und letztendlich Erweichung der Knochen.

Wenn Kleinkinder in den ersten Lebensmonaten zu wenig Vitamin D erhalten, verbiegen sich ihre Knochen und die Handgelenke schwellen an. Dann spricht man von Rachitis. Diese Erkrankung kann aber auch aus anderen Gründen auftreten: Ein Phosphatmangel oder genetische Ursachen können ebenfalls zu Rachitis führen.

Wichtig zu wissen: Von einem Vitamin-D-Mangel spricht man, wenn Vitamin D im Körper über einen längeren Zeitraum in nicht ausreichenden Mengen vorhanden ist und klinisch relevante Symptome auftreten. Die Bestimmung des Vitamin-D-Status erfolgt durch die Messung eines Vorläufers des aktiven Vitamin D im Blut. Je nach Messmethode ergeben sich unterschiedliche Werte. Schnelltests aus Apotheken sind deshalb nicht geeignet, um einen Vitamin-D-Mangel verlässlich zu diagnostizieren.

Welche Symptome treten bei Vitamin-D-Mangel auf?

Ärztinnen und Ärzte sprechen von einem Vitamin-D-Mangel, wenn Menschen über so lange Zeit nicht mit Vitamin D versorgt wurden, dass sie einige der folgenden Symptome zeigen:

  • Knochenschmerzen
  • Verformungen der Knochen, vor allem der Rippen, Beine und Wirbelsäule
  • Knochenbrüche
  • Schwellungen am Übergang von Knorpel zu Knochen
  • Erweichung des Hinterkopfs
  • Verzögertes Schließen der Fontanelle bei Kleinkindern
  • Muskelschwäche
  • Anfälligkeit für Infekte

Welche Risikofaktoren für Vitamin-D-Mangel gibt es?

Wer sich selten im Freien aufhält, hat ein höheres Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Das betrifft vor allem immobile, pflegebedürftige und sehr alte Menschen sowie Personen mit dunkler Hautfarbe und Menschen, die sich aus kulturellen oder religiösen Gründen nur bedeckt im Freien aufhalten. Auch Menschen, die in hellen Räumen wohnen oder arbeiten, können betroffen sein – denn Glasscheiben halten UV-Strahlung ab. 

Darüber hinaus erhöhen bestimmte Erkrankungen wie Mangelernährung, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Osteoporose oder rheumatoide Arthritis das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel.

Wie lässt sich Vitamin-D-Mangel vorbeugen?

Um sich ausreichend mit Vitamin D zu versorgen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen täglich zwischen 12 und 15 Uhr – je nach Hauttyp und Jahreszeit – 5 bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen. Am Vormittag von 10 bis 12 Uhr und am Nachmittag von 15 bis 18 Uhr sollte die Dauer verdoppelt werden.

Für ausreichend Vitamin-D: täglich 5 bis 25 Minuten im Freien aufhalten.

Im Gegensatz zu den Sommermonaten ist die Sonnenbestrahlung in Deutschland von Oktober bis März nicht stark genug, um eine ausreichende Vitamin-D-Bildung zu gewährleisten. Der Körper kann dies aber kompensieren, indem er im Frühjahr und Sommer größere Mengen an Vitamin D speichert.

Auch mit der Nahrung kann man Vitamin D aufnehmen. Es kommt vor allem in fettem Seefisch, Innereien wie Leber und Nieren, Speisepilzen und Eiern vor. Lebertran enthält ebenfalls viel Vitamin D. Zu beachten ist jedoch, dass die Nahrung Vitamin D nur ergänzend liefert. Für eine ausreichende Versorgung mit diesem Vitamin reichen Lebensmittel allein nicht aus.

In Deutschland erhalten Säuglinge in den ersten Lebensmonaten Vitamin D, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten wird nur dann empfohlen, wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde, die nicht über Sonnenlicht und die Ernährung ausgeglichen werden kann. So sollten etwa Seniorinnen und Senioren, die in Pflegeheimen leben, 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag als Nahrungsergänzung erhalten.

Wichtig zu wissen: Nimmt man täglich mehr als 100 Mikrogramm Vitamin D in Form von Tabletten oder Tropfen über einen längeren Zeitraum ein, kann dies zu einer Überversorgung führen. Dann besteht das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen, da sich vermehrt Kalzium in Herz, Nieren, Blutgefäßen oder Leber ablagert. In der Folge kann es zu Kopfschmerzen, Erbrechen, Schläfrigkeit, Durchfall und übermäßigem Harndrang kommen. Eine übermäßige Sonneneinstrahlung führt indes nicht zu einer Überversorgung.

Wie wird Vitamin-D-Mangel diagnostiziert?

Ärztinnen und Ärzten stehen bei einem Verdacht auf Vitamin-D-Mangel mehrere diagnostische Verfahren zur Verfügung. Dazu gehören:

  • die Befragung zum Auftreten typischer Symptome, zu Gewohnheiten wie Ernährung und Bewegung an der frischen Luft, Einnahme von Medikamenten, Erkrankungen in der Familie
  • die körperliche Untersuchung
  • Blutentnahme und Laboruntersuchung
  • bei Kindern ein Röntgenbild der Hand, um mögliche Verformungen der Gelenke zu erkennen

Wie behandelt man Vitamin-D-Mangel?

Ein nachgewiesener Vitamin-D-Mangel, der sich durch Sonnenlicht und die Ernährung nicht ausgleichen lässt, wird mit Tabletten behandelt. Meistens erhalten Patientinnen oder Patienten gleichzeitig Kalzium.

Weitere Informationen

Sie möchten genau wissen, ab wann Ärztinnen oder Ärzte von Vitamin-D-Mangel sprechen? Sie haben weitere Fragen rund um das Thema Vitamin D? Auf der Webseite des Robert Koch-Instituts finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen.

Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Stand:

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