Mundhygiene und Zahnvorsorge für gesunde Zähne

Schöne Zähne haben nicht nur einen gesundheitlichen, sondern auch einen gesellschaftlichen Wert. Werden die Zähne nicht gut gepflegt, kann es zu verschiedenen Erkrankungen und in der Folge sogar zu Zahnverlust kommen. Wie Sie Ihre Mund- und Zahngesundheit fördern können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Auf einen Blick

  • Einige der im Mund lebenden Bakterien können Karies, Gingivitis und Parodontitis auslösen.
  • Kranke Zähne und ein kranker Zahnhalteapparat können sich auch negativ auf die allgemeine Gesundheit auswirken.
  • Um die Zahn- und Mundgesundheit zu erhalten, sind Mundhygiene, die Ernährung, Fluoride und regelmäßige Zahnarztbesuche wichtig.
  • Für die Mundhygiene stehen außer der Zahnbürste auch andere Hilfsmittel wie Interdentalbürsten zur Verfügung.
  • Weitere Möglichkeiten zum Erhalt der Zahngesundheit sind die Fissurenversiegelung, die Fluoridierung und die Professionelle Zahnreinigung.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Eine junge Frau putzt sich die Zähne und schaut sich dabei im Spiegel an.

Warum sind gute Mundhygiene und Zahnvorsorge wichtig?

Die Mund- und Zahngesundheit spielen eine wichtige Rolle für die allgemeine Gesundheit und auch für das psychische Wohlbefinden. Für viele Menschen sind schöne und gesunde Zähne nicht nur wegen ihrer Funktion wichtig, sondern haben auch einen gesellschaftlichen Wert. Wer schöne Zähne und ein strahlendes Lächeln hat, fühlt sich meist auch attraktiver und ist selbstbewusster. Wenn Zähne oder der Zahnhalteapparat erkranken, kann es in der Folge zu einem Verlust von Zähnen kommen. Dann werden oft nicht nur das Kauen und Essen eingeschränkt, sondern auch das Wohlbefinden und die Lebensqualität.

Die Gesundheit von Mundhöhle und Zähnen hängt stark von der Bakterienbesiedlung im Mund ab. Die Mundhöhle ist von verschiedenen Bakterien besiedelt. Einige von ihnen zählen zu den „guten“, harmlosen und andere zu den „schlechten“ Arten, die potenziell krank machen können. Wenn sich das bakterielle Gleichgewicht hin zu den „schlechten“ Bakterien verschiebt, können verschiedene Erkrankungen des Mundraums entstehen. Dazu gehören vor allem Karies, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und der entzündlich bedingte Abbau des Zahnhalteapparates (Parodontitis). Unentdeckt und unbehandelt können sie zu Zahnverlust führen.

Wie entsteht Karies?

Im folgenden Video erfahren Sie, wie Karies entsteht, wie er behandelt wird und wie er verhindert werden kann.

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Um die Mund- und Zahngesundheit zu erhalten, kann jeder selbst schon viel tun. Vor allem gegen Karies ist eine gute Mundhygiene eine sehr wirkungsvolle Vorsorgemaßnahme. Dazu gehört, sich zumindest zweimal täglich die Zähne zu putzen. Zusätzlich zum Zähneputzen sollten weitere Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnzwischenräume eingesetzt werden. Aber auch Zahnärztinnen und Zahnärzte können dabei helfen, die Zähne und das Zahnfleisch gesund zu erhalten und entstehende Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Wie beeinflusst die Zahngesundheit die allgemeine Gesundheit?

Eine gute Mundhygiene ist unverzichtbar für die Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparates. Allerdings scheint die Zahn- und Mundgesundheit auch über den Mund hinauszugehen: In den letzten Jahren konnten immer mehr Zusammenhänge zwischen kranken Zähnen beziehungsweise Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) und einem kranken Körper hergestellt werden.

Beispielsweise kann eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) von aus dem Mund stammenden Bakterien ausgelöst werden. Auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Arteriosklerose, sowie Diabetes und Lungenerkrankungen wie COPD gibt es Hinweise, dass ihre Entstehung von vorliegenden Erkrankungen im Mundraum begünstigt werden könnte.

Zwischen Demenzerkrankungen wie Alzheimer und der Mundgesundheit gibt es möglicherweise ebenfalls einen Zusammenhang: Sowohl Karies als auch Zahnfleischentzündungen und Zahnverlust wurden in Studien mit einem erhöhten Risiko für geistige Einschränkungen und Demenz in Verbindung gebracht.

Auf die Gesundheit von Mund und Zähnen achtzugeben, scheint also nicht nur wichtig zu sein, um einen Zahnverlust zu verhindern. Es kann auch dazu beitragen, der Entstehung von einigen Erkrankungen außerhalb des Mundes vorzubeugen und so die allgemeine körperliche Gesundheit zu schützen.

Wie kann man die Zahn- und Mundgesundheit erhalten?

Für den Erhalt gesunder Zähne sind vier Punkte besonders zu beachten, die sogenannten 4 Säulen der Mundhygiene. Dazu gehören eine zahngesunde Ernährung, stärkende Fluoride, eine gewissenhafte Zahnpflege und die zahnärztliche Vorsorge.

Die vier Säulen der Mundhygiene sind eine zahngesunde Ernährung, stärkende Fluoride, gewissenhafte Zahnpflege sowie zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen.

Zahngesunde Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann vielen Erkrankungen vorbeugen, so auch Karies. Dabei ist ein vernünftiger Umgang mit zuckerhaltigen Nahrungsmitteln wichtig. Zucker wird von vielen der im Mund lebenden Bakterien in Säure umgewandelt. Die Säure schädigt dann den Zahnschmelz. Wenn man weitestgehend auf zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke verzichtet, kann man seine Zähne schützen. Dasselbe gilt für säurehaltige Getränke wie Fruchtsäfte und Softdrinks, da die enthaltene Säure den Zahnschmelz direkt angreifen kann, vor allem dann, wenn diese in kleinen Portionen über den Tag verteilt konsumiert werden.

Eine ausgewogene gesunde Ernährung mit optimalem Gehalt an Mineral- sowie Ballaststoffen ist für die Gesundheit der Zähne und zahnumgebenden Gewebe also von Bedeutung.

Stärkende Fluoride

Fluorid härtet den Zahnschmelz und macht die Zähne unempfindlicher gegenüber schädlichen Einflüssen wie Säure. Außerdem kann es dem Körper helfen, beginnende Kariesschäden zu reparieren. Zusätzlich hemmt Fluorid das Wachstum zahnschädigender Bakterien im Mund.

Fluorid ist in gewissen Mengen in einigen Lebensmitteln wie beispielsweise Milch und Eiern enthalten. Zudem wird Speisesalz in Deutschland in der Regel mit Fluorid angereichert. Zusätzlich sollte fluoridhaltige Zahnpasta verwendet werden. Wenn ein erhöhtes Kariesrisiko besteht, kann man darüber hinaus täglich fluoridhaltige Mundspüllösungen oder einmal wöchentlich Fluoridlacke verwenden.

Interessant zu wissen: In Deutschland und anderen Industrieländern konnten Fluoridierungsmaßnahmen in allen Altersgruppen einen deutlichen Rückgang von Karies erzielen. Einen besonders großen Einfluss hatten dabei die fluoridierten Zahnpasten.

Gewissenhafte Zahnpflege und Mundhygiene

Die obersten Gebote bei der Zahnpflege und Mundhygiene sind Regelmäßigkeit und Gründlichkeit. Mindestens zweimal täglich sollten die Zähne geputzt werden. Die dafür notwendige Zeit ist vom Zustand der Zähne und des Zahnfleischs abhängig. Das zahnärztliche Team gibt Mundhygieneempfehlungen für die jeweilige Situation.

Kindern wird meist die „KAI-Technik“ beigebracht: Zuerst die Kauflächen mit kurzen Vor- und Zurückbewegungen, dann die Außenflächen mit kreisenden Bewegungen und abschließend die Innenflächen mit drehenden Bewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn. Für Jugendliche und Erwachsene eignet sich in der Regel eine andere Technik besser: Die Zähne werden dabei mit leichten Rüttelbewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn hin gesäubert. So können Zahnbeläge effektiver entfernt werden und Bakterien werden nicht unter das Zahnfleisch geschoben. Besonders wichtig ist dabei auch eine gezielte Reinigung des Übergangsbereichs zwischen Zahn und Zahnfleisch.

Auch die Zahnzwischenräume sollten täglich gereinigt werden, da sich Speisereste dort besonders gut anlagern können. Nach individueller Anleitung durch das zahnärztliche Team sollten dafür vorzugsweise Zahnzwischenraumbürsten verwendet werden. Nur dort, wo selbst das kleinste Zwischenraumbürstchen nicht passt, kann auf Zahnseide zurückgegriffen werden.

Zahnärztliche Vorsorge

Die Kosten für zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen werden für gesetzlich Krankenversicherte ab dem 6. Lebensmonat übernommen. Das ist in etwa der Zeitpunkt, wenn der erste Zahn zum Vorschein kommt. Bis zum 6. Lebensjahr sind dann insgesamt 6 Untersuchungen vorgesehen. Danach übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung zweimal pro Jahr die Kosten für die Früherkennung. Wenn man diese Untersuchungen regelmäßig wahrnimmt, kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt beginnende Erkrankungen frühzeitig feststellen und behandeln.

Neben der Früherkennungsuntersuchung werden auch einmal jährlich die Kosten für eine Zahnsteinentfernung und alle 2 Jahre die Kosten für eine Parodontitis-Früherkennung übernommen. Bei Kindern bis 18 Jahre beinhaltet die Vorsorgeuntersuchung außerdem eine Ernährungs- und Mundhygiene-Beratung der Eltern und der Kinder selbst und eine Empfehlung geeigneter Fluoridierungsmittel wie beispielsweise fluoridiertes Speisesalz oder auch Fluoridtabletten.

Wichtig zu wissen: Ab dem 12. Lebensjahr werden die Früherkennungsuntersuchungen in ein Bonusheft eingetragen. Damit hat man später einen höheren Anspruch auf Zuschusszahlungen durch die Krankenkasse, falls später ein Zahnersatz nötig werden sollte.

Welche Hilfsmittel für die Mundhygiene gibt es?

Zahnbürste

Die Zahnbürste ist ein unverzichtbares Hilfsmittel für die tägliche Mundhygiene. Ob man sich für eine manuelle Handzahnbürste oder eine elektrische Zahnbürste entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Etwa zwei Drittel der Deutschen greifen derzeit zur klassischen Handzahnbürste. Unabhängig von der verwendeten Zahnbürste sollte eine Bürstdauer von mindestens 2 Minuten eingehalten werden. Auch die Beachtung einer Bürstsystematik ist wichtig. Damit stellt man sicher, dass alle erreichbaren Zahnflächen gereinigt werden.

Wichtig zu wissen: Mit der Zeit nutzen die Borsten der Zahnbürste ab, putzen nicht mehr gründlich und können das Zahnfleisch verletzen. Daher ist es sinnvoll, die Zahnbürste mindestens alle 3 Monate gegen eine neue auszutauschen.

Zahncreme

Die Zahncreme gehört genauso zum Zähneputzen wie die Zahnbürste. Bei der Wahl der Zahncreme ist es vor allem wichtig, dass sie Fluorid enthält, in der Regel etwa 1500 ppm. Das ist bei den meisten Zahnpasten heutzutage der Fall. Für Kinder bis einschließlich sechs Jahre gibt es spezielle Zahncremes mit einem geringeren Fluoridgehalt (1000 ppm). Ansonsten kann man die Zahncreme nach dem eigenen Geschmack auswählen. Pro Putzvorgang reicht eine erbsengroße Menge aus. Für Kinder im Alter bis zu 24 Monaten sollte nur eine reiskorngroße Menge verwendet werden.

Zahnseide und Interdentalbürsten

Mit einer Zahnbürste werden die Zahnzwischenräume nicht erreicht. Hier können sich aber besonders gut Speisereste absetzen und Bakterien anlagern. Daher ist es wichtig, auch diese Bereiche regelmäßig zu säubern, am besten einmal täglich vor dem Zähneputzen. Dafür kann man sogenannte Interdentalbürsten – auch als Zahnzwischenraumbürstchen bekannt – verwenden. Nur bei sehr engen Zwischenräumen, in die keine Interdentalbürste passt, sollte auf Zahnseide zurückgegriffen werden. Interdentalbürsten gibt es in verschiedenen Größen, da die Abstände zwischen den Zähnen sehr unterschiedlich sein können. Bei der Wahl der richtigen Größe können Zahnärztinnen und Zahnärzte beraten.

In den Zahnzwischenräumen können sich besonders gut Speisereste absetzen und Bakterien anlagern.

Mundspülungen

Mundspülungen wirken desinfizierend, verringern Zahnbelag und können somit Entzündungen des Zahnfleischs vorbeugen. Zudem enthalten viele Mundspüllösungen auch Fluorid, was den Zahnschmelz zusätzlich stärkt. Ihre Anwendung, zum Beispiel immer nach dem Zähneputzen, kann die Mundhygiene unterstützen, vor allem bei Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf oder eingeschränkten motorischen Fähigkeiten.

Zungenreiniger

Wenn sich Bakterien auf der Zunge ansiedeln und einen Belag bilden, kann es zu Mundgeruch kommen. Um diesen Belag und den Mundgeruch zu beseitigen, kann man einen Zungenschaber oder eine Zungenbürste zu Hilfe nehmen. Nach der Reinigung sollte der Mund mit Wasser ausgespült und der Zungenreiniger unter fließendem Wasser abgespült werden.

Welche zahnärztlichen Vorsorgemaßnahmen gibt es noch?

Fissurenversiegelung

Kinder und Jugendliche zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr, die besonders anfällig für Karies sind, können eine Fissurenversiegelung bekommen. Fissuren sind die Furchen in den Backenzähnen, die bei einigen Menschen tiefer sind als bei anderen. In tiefe Furchen gelangt die Zahnbürste nicht oder nur sehr schlecht. Daher können sich Bakterien dort ungestört vermehren. Um das zu verhindern, kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt diese Fissuren mit einem dünnen Kunststoff verschließen. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Fluoridierung

Für Kleinkinder zwischen dem 6. und 33. Lebensmonat werden die Kosten für eine Zahnschmelzhärtung mit Fluoridlack zweimal jährlich von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Ältere Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr können ebenfalls Fluoridierungen bekommen, wenn sie ein erhöhtes Kariesrisiko haben. Über die Notwendigkeit und Häufigkeit der Fluoridierung entscheidet dann die behandelnde Zahnärztin oder der behandelnde Zahnarzt.

Professionelle Zahnreinigung

Viele Zahnarztpraxen bieten eine professionelle Zahnreinigung als private Zusatzleistung an. Damit soll der Entstehung von Karies und Parodontitis vorgebeugt werden. Bisher wurde jedoch nicht eindeutig nachgewiesen, dass die alleinige professionelle Reinigung der Zähne bei Menschen mit gesunden Zähnen und Zahnhalteapparat einen zusätzlichen Vorteil gegenüber einer Mundhygieneaufklärung und Anleitung zum effektiven häuslichen Zähneputzen bietet. Für beide Maßnahmen ist die Übernahme der Kosten durch die Krankenversicherung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Viele Krankenversicherungen bezuschussen diese Maßnahmen allerdings.

Bei einer professionellen Zahnreinigung untersucht die Zahnärztin, der Zahnarzt oder die zahnmedizinische Fachassistenz die Zähne und Mundraum zunächst eingehend. Dann werden Beläge auf den Zähnen und in den Zwischenräumen gründlich entfernt. Anschließend werden die Zähne poliert und fluoridiert. Außerdem berät der Arzt, die Ärztin oder die Fachassistenz bezüglich der häuslichen Mundhygienemaßnahmen und leitet zur korrekten Durchführung an. Das ist einer der wichtigsten Aspekte der Behandlung. Der Umfang der Behandlung – und damit auch die Kosten – richtet sich nach der individuellen Situation der Patientin oder des Patienten. Auch zwischen einzelnen Zahnarztpraxen kann es Unterschiede geben.

Was eine professionelle Zahnreinigung kostet und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt, erfahren Sie bei gesundheitsinformation.de.

Wichtig zu wissen: Zu unterscheiden ist die professionelle Zahnreinigung von der unterstützenden Parodontitistherapie. Diese trägt dazu bei, dass eine Parodontitis nicht weiter fortschreitet. Sie wird für einen begrenzten Zeitraum von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt.

Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DG PARO) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK). Stand:

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