Zika-Virus-Infektion

Das Zika-Virus tritt vor allem in den Tropen auf und wird meist durch Mückenstiche übertragen. Die Infektion heilt in der Regel vollständig aus. Bei einer Infektion während der Schwangerschaft kann das Virus auf das ungeborene Kind übertragen werden und zu Fehlbildungen führen.

Auf einen Blick

  • Das Zika-Virus kommt in tropischen und daran angrenzenden Ländern vor.
  • Die Viren werden vorwiegend durch Stechmücken, aber auch durch sexuelle Kontakte übertragen.
  • Die meisten infizierten Menschen zeigen keine oder milde Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber und einen rötlichen Hautausschlag.
  • Kommt es zu einer Infektion während der Schwangerschaft, kann das eine Fehlgeburt oder Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen beim Kind nach sich ziehen.
  • Eine speziell gegen die Viren gerichtete Behandlung oder eine vorbeugende Impfung gibt es bisher nicht.
  • Ein guter Mückenschutz ist die wichtigste Schutzmaßnahme.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Schwangere Frau in tropischer Umgebung.

Was ist eine Zika-Virus-Infektion?

Das Zika-Virus kommt in allen tropischen und an die Tropen angrenzenden Ländern vor. Dazu gehören Länder in Nord-, Mittel- und Südamerika, Südostasien, Afrika, in der Karibik und im Pazifik.

Das Zika-Virus kommt in allen tropischen und daran angrenzenden Ländern vor.

Die meisten Menschen infizieren sich durch Mückenstiche oder durch sexuelle Übertragung beim ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Die Infektion verursacht in der Regel keine oder nur milde Beschwerden. Diese klingen innerhalb weniger Tage ab. Bei Schwangeren, die sich infizieren, kann das Virus jedoch auf das ungeborene Kind übergehen und zu schweren Fehlbildungen führen.

Wichtig zu wissen: Wer ein Kind erwartet oder eine Schwangerschaft plant, lässt sich vor einer Reise in tropische Länder am besten zu Schutzmaßnahmen beraten. Eine vorbeugende Impfung gibt es bisher nicht.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Zika-Virus-Infektion?

Die meisten Infektionen mit dem Zika-Virus verlaufen mild oder ganz ohne Symptome. Der Zeitraum zwischen der Ansteckung durch einen Mückenstich und den ersten Krankheitszeichen beträgt 2 bis 14 Tage.

Die häufigsten Symptome sind:

Das Zika-Virus kann auslösen: Hautausschlag, Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber, Bindehautentzündung.

Manchmal treten Schmerzen hinter dem Augapfel auf. Eher selten kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Nach 2 bis 7 Tagen ist die Erkrankung meist überstanden. Man kann aber mitunter noch ansteckend für andere Menschen sein.

Wie kommt es zu einer Zika-Virus-Infektion?

Das Zika-Virus gehört zu den Flaviviren, einer Gruppe von Viren, die den Erregern von Gelbfieber und Denguefieber ähneln. Flaviviren werden hauptsächlich durch Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) und die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen – das sind tagaktive tropische Stechmücken.

Haben sich die Mücken bei einer Blutmahlzeit mit dem Zika-Virus infiziert, können sie dieses kurze Zeit später mit einem Mückenstich auf den nächsten Menschen übertragen. Menschen untereinander können sich beim ungeschützten Geschlechtsverkehr anstecken, da das Virus auch im Sperma und in anderen Körperflüssigkeiten nach einer Infektion über längere Zeit verbleibt. Eine Ansteckung über Bluttransfusionen ist möglich, aber selten.

Infizieren sich Schwangere mit dem Zika-Virus, kann es über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen. Im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft sind ungeborene Kinder besonders anfällig für Schädigungen durch das Virus.

Wie häufig ist eine Zika-Virus-Infektion?

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Zika-Virus anzustecken, ist vor allem dort hoch, wo größere Ausbrüche bekannt sind. Solche Häufungen gab es zum Beispiel zwischen 2015 und 2017 in Mittel- und Südamerika.

Seit 2016 unterliegen Infektionen mit dem Zika-Virus der gesetzlichen Meldepflicht. Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 69 Zika-Virus-Infektionen registriert, im Jahr 2018 waren es 18 nachgewiesene Infektionen. Die Ansteckung erfolgte bei fast allen infizierten Personen im Ausland.

Da die Erkrankung oft nur mit leichten Symptomen verläuft und nicht alle infizierten Menschen zum Arzt gehen, liegt die tatsächliche Zahl der Zika-Virus-Infektionen wahrscheinlich höher.

Weitere Informationen zur Verbreitung von Zika-Virus-Infektionen finden Sie in der Broschüre des Auswärtigen Amtes.

Welche Folgen kann eine Zika-Virus-Infektion haben?

In der Regel ist eine Infektion mit dem Zika-Virus nach kurzer Zeit überstanden und heilt folgenlos aus.

Nach größeren Infektionsausbrüchen hat man beobachtet, dass das Guillain-Barré-Syndrom – eine seltene Erkrankung der Nerven – und bestimmte Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen häufiger aufgetreten sind, als es normalerweise der Fall ist. Man geht davon aus, dass das Zika-Virus dafür verantwortlich ist. Darüber hinaus sind verschiedene Nervenerkrankungen als Komplikation bekannt.

Guillain-Barré-Syndrom

Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine seltene neurologische Störung, die als Komplikation einer Zika-Virus-Infektion auftreten kann und zu Lähmungen am ganzen Körper führt. Die Ursache ist vermutlich eine Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem körpereigene Nervenstrukturen fälschlicherweise als fremd erkennt, angreift und schädigt. Viele Menschen erholen sich nach einigen Wochen wieder davon.

Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen

Durch eine Zika-Virus-Infektion während der Schwangerschaft kann es beim Neugeborenen zu neurologischen Störungen kommen wie:

  • einem besonders kleinen Kopf (Mikrozephalie)
  • einer schmalen Hirnrinde mit Verkalkungen
  • Veränderungen der Netzhaut im Auge
  • angeborenen Gelenkversteifungen
  • einer verstärkten Muskelspannung

Wie sich Kinder weiterentwickeln, die sich im Mutterleib mit dem Zika-Virus anstecken, kann man nicht sicher vorhersagen.

Manche Kinder zeigen bei der Geburt noch keine Entwicklungsstörungen, sondern erst nach einigen Jahren. Andere haben bei der Geburt Krankheitszeichen, die sich später wieder zurückbilden können. Fehlbildungen wie eine Mikrozephalie hingegen bleiben ein Leben lang bestehen und ziehen schwere Beeinträchtigungen nach sich.

Wie lässt sich einer Zika-Virus-Infektion vorbeugen?

Eine Impfung gegen das Zika-Virus gibt es bisher nicht. Die wichtigste Maßnahme, um einer Zika-Virus-Infektion vorzubeugen, ist der Schutz vor Mückenstichen – insbesondere in Risikogebieten.

Das Wichtigste, um eine Zika-Virus-Infektion zu vermeiden, ist der Schutz vor Mückenstichen.

Die Aedes-Mücken, die Überträger des Zika-Virus, sind tagsüber und in der Dämmerung aktiv und brüten in stehenden Gewässern. Das kann auch Wasser in einer Regentonne oder Gießkanne sein. Solche Brutstätten finden sich durchaus auch in der Nähe von Häusern und Wohngebieten.

Zum persönlichen Mückenschutz zählen Maßnahmen wie:

  • langärmelige Kleidung und lange Hosen
  • Kleidung mit dafür geeignetem Mückenspray einsprühen, zum Beispiel mit dem insektenabtötenden Wirkstoff Permethrin
  • Mückenschutzmittel (Repellent) zum Auftragen auf die Haut, beispielsweise mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin
  • in klimatisierten Räumen aufhalten
  • unter einem Moskitonetz schlafen 

Wichtig zu wissen: Menschen, die eine Zika-Virus-Infektion haben oder aus einem Risikogebiet zurückkehren, sollten sich für bis zu 3 Wochen vor Mückenstichen schützen, um eine Virusübertragung auf heimische Mücken zu vermeiden.

Das Zika-Virus kann auch sexuell durch Sperma und Scheidenflüssigkeit übertragen werden. Um bei einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft das ungeborene Kind vor einer Infektion zu schützen, sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • während des Aufenthalts in einem Risikogebiet Kondome beim Geschlechtsverkehr benutzen
  • Nach der Rückkehr sollten Männer mindestens 3 Monate und Frauen mindestens 2 Monate lang keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Manchmal wird empfohlen, 6 Monate lang mit Kondomen zu verhüten.

Da es auch möglich ist, das Virus über Blutprodukte weiterzugeben, dürfen Personen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, mindestens 4 Wochen lang kein Blut spenden.

Wie stellt man eine Zika-Virus-Infektion fest?

Haben sich Reisende in Zika-Virus-Risikogebieten aufgehalten und entwickeln typische Symptome, können Ärztinnen und Ärzte Blut- oder Urinproben entnehmen, um den Erreger zu bestimmen.

Auch wenn sich die Partnerin oder der Partner in einem Risikogebiet aufgehalten hat, kann das ein Hinweis auf eine Zika-Virus-Infektion sein.

Der Nachweis des Zika-Virus erfolgt mit einem PCR-Test oder einer Antikörperbestimmung im Labor. Die erste Methode erlaubt es, das Erbgut des Erregers nachzuweisen. Mit der zweiten Methode sucht man speziell nach Antikörpern, die das Immunsystem bildet, um das Zika-Virus zu bekämpfen.

Besonders Schwangere sollten sich untersuchen lassen, auch wenn sie nur leichte Symptome haben. Besteht der Verdacht einer Infektion, können regelmäßige Ultraschalluntersuchungen des Kindes weitere Informationen liefern. Eine Fruchtwasseruntersuchung wird in der Regel nicht gemacht.

Wie wird eine Zika-Virus-Infektion behandelt?

Die Behandlung einer Zika-Virus-Infektion mit Symptomen beschränkt sich weitgehend auf unterstützende Maßnahmen. Dazu zählen:

  • Bettruhe
  • ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
  • Einnahme von Arzneimitteln gegen Schmerzen oder Fieber

Es empfiehlt sich, Personen mit einer Zika-Virus-Infektion vor Mückenstichen zu schützen, damit das Virus nicht über heimische Mücken auf andere Menschen weiter übertragen wird.

Die Ursache einer fieberhaften Erkrankung nach einem Tropenaufenthalt könnte auch eine Infektion mit dem Dengue-Virus sein. Bis diese Erkrankung ausgeschlossen ist, sollte man keine Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Fieber und Schmerzen einnehmen. Stattdessen kann man Paracetamol verwenden.

Wichtig zu wissen: Präparate mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure können im Zusammenhang mit bestimmten Virusinfektionen schwere Blutungen und bei Kindern das seltene, aber lebensgefährliche Reye-Syndrom auslösen.

Geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. (DTG). Stand:

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