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Krankheiten Hirnaneurysma

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ICD-Codes: I67 Was sind ICD-Codes?

Ein Hirnaneurysma ist eine Ausbuchtung einer Arterie im oder nahe am Gehirn. Viele Menschen, die ein Aneurysma haben, bemerken davon ihr Leben lang nichts. Manchmal wird es zufällig entdeckt. Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, dass es reißt und eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslöst.

Auf einen Blick

  • Als Aneurysma bezeichnen Medizinerinnen und Mediziner die sack- oder beerenförmige Ausbuchtung einer Arterie.
  • Aneurysmen können sich an verschiedenen Stellen im Körper bilden, so auch im Gehirn. Dann spricht man von einem Hirnaneurysma.
  • Frauen und ältere Menschen sind häufiger von Hirnaneurysmen betroffen. Weitere Risikofaktoren sind Bluthochdruck und Rauchen. 
  • Oft bleibt ein Aneurysma unbemerkt. Es kann aber auch reißen und eine lebensgefährliche Blutung verursachen.
  • Eine Hirnblutung ist ein Notfall und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden.
  • Wie hoch das Risiko für einen Riss ist, hängt unter anderem von der Größe, Form und Lage des Aneurysmas ab.
  • Um einen Riss zu verhindern, kann eine vorbeugende Operation sinnvoll sein.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Menschliches Gehirn im Querschnitt: Blutgefäße und Hirnschlagader sind sichtbar. Menschliches Gehirn im Querschnitt: Blutgefäße und Hirnschlagader sind sichtbar.

Was ist ein Hirnaneurysma?

Bei einem Aneurysma handelt es sich um die sack- oder beerenförmige Ausbuchtung einer Arterie. Dazu kommt es, wenn die Gefäßwand an einer Stelle nicht mehr fest und elastisch ist und sich dadurch nach außen wölbt.

Aneurysmen können an verschiedenen Arterien entstehen, beispielsweise an der Hauptschlagader im Bauch (Bauchaortenaneurysma) oder an einer Arterie des Gehirns (Hirnaneurysma). Häufig bilden sich Hirnaneurysmen an Verzweigungsstellen der Arterien, über die das Gehirn mit Blut versorgt wird. Wenn ein Hirnaneurysma reißt, kommt es zu einer lebensbedrohlichen Hirnblutung.

Ein Hirnaneurysma reißt jedoch nicht immer. Wenn es keine Beschwerden verursacht, bleibt es oft ein Leben lang unbemerkt. Treten Beschwerden auf oder liegen Faktoren vor, die das Risiko für einen Riss des Aneurysmas erhöhen, kann eine vorbeugende Operation sinnvoll sein.

Woran erkennt man ein Hirnaneurysma?

Viele Menschen mit einem Aneurysma haben keine Beschwerden. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einem asymptomatischen Aneurysma.

Wenn ein Hirnaneurysma besonders groß ist oder an einer ungünstigen Stelle liegt, kann es auf das Gehirn oder auf Nerven drücken, beispielsweise auf den Sehnerv. Das löst oft Beschwerden wie Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Lähmungen der Augenmuskeln aus.

Seltener sind Krampfanfälle und Störungen von Empfindungen, der Sprache oder des Hörvermögens.

Wie kommt es zu einem Hirnaneurysma?

Ein Aneurysma entsteht, wenn die Gefäßwand an der betroffenen Stelle weniger elastisch wird. Dies kann durch eine starke Beanspruchung der Gefäßwände bei Bluthochdruck, durch Entzündungen oder Rauchen verursacht werden. Auch der normale Alterungsprozess führt dazu, dass die Gefäße mit den Jahren an Elastizität verlieren.

Nur selten ist ein Aneurysma die Folge einer angeborenen Störung wie dem Ehlers-Danlos-Syndrom. Dabei werden das Bindegewebe und dadurch auch die Gefäßwände schwächer.

Welche Faktoren machen ein Hirnaneurysma wahrscheinlicher?

Generell haben Frauen ein höheres Risiko für Hirnaneurysmen als Männer – ebenso Menschen, deren Eltern oder Geschwister ein Hirnaneurysma haben. Außerdem steigt das Risiko mit dem Alter.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Bluthochdruck
  • Rauchen

All diese Risikofaktoren erhöhen außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass ein Aneurysma irgendwann reißt. Ob es zu einem Riss (Ruptur) kommt, hängt aber auch von der Größe, Lage und Form des Aneurysmas ab.
 

Wie häufig ist ein Hirnaneurysma?

Von 100 erwachsenen Personen haben etwa 4 ein Hirnaneurysma. Manche Menschen haben auch mehrere Aneurysmen gleichzeitig im Gehirn.

Etwa 4 von 100 erwachsenen Menschen haben ein Hirnaneurysma.

Wie entwickelt sich ein Hirnaneurysma?

Die meisten Hirnaneurysmen verändern sich nicht, machen nie Probleme und bleiben deshalb unbemerkt. Wenn das Hirnaneurysma im Lauf der Zeit wächst, sind Beschwerden möglich. Zudem steigt mit zunehmender Größe des Aneurysmas das Risiko für Komplikationen wie einen Riss (Aneurysma-Ruptur).

Das Einreißen des Aneurysmas löst eine Hirnblutung aus, typischerweise eine sogenannte Subarachnoidalblutung (abgekürzt: SAB). Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall und muss sofort behandelt werden. Durch die Blutung steigt der Druck im Schädel und es kommt zu einer Schädigung des Hirngewebes.

Ein typisches Anzeichen dafür sind plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen. Anfangs schmerzen in der Regel vor allem Nacken und Hinterkopf. Der Schmerz kann im weiteren Verlauf den gesamten Kopf erfassen und bis in den Rücken ziehen.

Weitere Symptome einer Subarachnoidalblutung sind:

  • Nackensteifigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit

Wichtig zu wissen: Eine Hirnblutung ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der so schnell wie möglich notärztlich behandelt werden muss.

Etwa 40 von 100 Betroffenen sterben innerhalb der ersten Wochen an der Blutung. Bei etwa 30 von 100 Betroffenen verursacht die Blutung schwere Nervenschäden, sodass sie im Alltag auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Viele Menschen sind nach einer Hirnblutung dauerhaft beeinträchtigt, beispielsweise weil sie nicht mehr gut gehen können. Auch der Geruchssinn kann gestört sein.

Seltener kann es bei einem Hirnaneurysma auch zu einem Verschluss der Hirnarterie kommen. Das geschieht, wenn im Aneurysma ein Blutgerinnsel entsteht und dieses zurück in die Hirnarterie wandert. Dann kann es in einen kleineren Ast der Arterie gespült werden, dort die Arterie verstopfen und einen Schlaganfall auslösen.

Wie stellt man ein Hirnaneurysma fest?

Oft wird ein Hirnaneurysma zufällig entdeckt, wenn der Kopf aufgrund einer anderen Erkrankung radiologisch untersucht wird.

Manchmal werden Hirnaneurysmen auch aufgrund von Symptomen wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen entdeckt. Mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) oder einer Computertomographie (CT) kann man die Ursache für die Beschwerden ermitteln.

Mit einer digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) lassen sich Aneurysmen besonders gut sichtbar machen: Dies ist eine Röntgenuntersuchung mit einem Katheter, für die ein Kontrastmittel verwendet wird. Dabei wird eine Röntgenaufnahme mit und eine ohne Kontrastmittel gemacht. Ein Computer errechnet anschließend daraus ein Bild, auf dem nur noch die Blutgefäße zu sehen sind. Eine DSA wird aber nur selten gemacht.

Wie wird ein Hirnaneurysma behandelt?

Hirnaneurysmen, die keine Beschwerden auslösen und bei denen das Risiko für einen Riss gering ist, werden in der Regel beobachtet: Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) kann man überprüfen, ob sich die Form und Größe des Aneurysmas ändert. So lässt sich das Risiko für einen Riss abschätzen. Es können aber auch andere Untersuchungen notwendig sein, zum Beispiel eine digitale Subtraktionsangiographie (DSA).

Es ist in jedem Fall sinnvoll, Risikofaktoren so weit wie möglich zu vermeiden. Wichtige Maßnahmen sind deshalb die Behandlung eines zu hohen Blutdrucks und Rauchverzicht.

Wichtig zu wissen: Eine Behandlung ist nur dann unbedingt nötig, wenn Beschwerden oder ein erhöhtes Risiko für ein Einreißen des Aneurysmas bestehen. Da aber viele Faktoren dieses Risiko beeinflussen können, ist die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung nicht immer einfach.

Bei Beschwerden oder einem erhöhten Risiko für Komplikationen kommt meist eine der beiden folgenden Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz:

  • Katheter-Verfahren (endovaskulärer Eingriff): Bei dieser Methode werden feine Spiralen aus Platin durch das Blutgefäß bis in das Hirnaneurysma geschoben. Dadurch gerinnt das Blut im Aneurysma und es soll sich verschließen.
  • Mikrochirurgische Operation: Hier wird der Schädel an einer Stelle geöffnet und das Aneurysma mit einem kleinen Metallclip abgeklemmt.

Beide Verfahren stoppen die Durchblutung des Aneurysmas und beugen damit einem Reißen vor. Die Eingriffe sind jedoch mit einem Risiko für schwere Komplikationen wie einen Schlaganfall oder Lähmungen verbunden.

Ob man sich bei einem Hirnaneurysma vorbeugend operieren lassen möchte, ist nicht immer leicht zu entscheiden: Auf der einen Seite stehen die Risiken des Eingriffs – auf der anderen Seite die Gefahr, dass das Aneurysma reißt. Beide Risiken hängen von vielen individuellen Faktoren ab. Bevor man sich für eine Behandlungen entscheidet, ist es deshalb wichtig, sich von Fachärztinnen und Fachärzten für Neurologie oder Neurochirurgie beraten zu lassen.

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  • Etminan N, de Sousa DA, Tiseo C et al. European Stroke Organisation (ESO) guidelines on management of unruptured intracranial aneurysms. Eur Stroke J 2022; 7(3): V.
  • Hacke W. Neurologie. Berlin: Springer; 2016.
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  • National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Subarachnoid haemorrhage caused by a ruptured aneurysm: diagnosis and management (NICE guidelines; No. NG228). 2022.
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  • Pschyrembel Online. Intrakranielles Aneurysma. 2026.
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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stand: 13.05.2026
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